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Axolotl Roadkill und die Plagiatsdebatte

Welche erzählerische Funktion haben die unausgewiesenen Zitate im Roman Helene Hegemanns?

Examensarbeit 2010 79 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Grundlagen
2.1 Die Autorin
2.2 Axolotl Roadkill
2.3 Der Roman im Feuilleton
2.4 Die Vorwürfe
2.5 Der Roman Strabo des Bloggers Airen
2.6 Plagiatsdebatte im Feuilleton und Literaturbetrieb
2.6.1 Verlauf derPlagiatsdebatte
2.6.2 Die Leipziger Erklärung
2.6.3 Das Ende derPlagiatsdebatte
2.7 Übersicht über Plagiate in der deutschen Literatur.
2.7.1 Begriffsbestimmungen
2.7.2 Die Geschichte des Plagiats
2.7.3 Plagiatsfälle in der deutschen Literatur
2.8 Intertextualität und Literatur
2.7.1 Theorie derlntertextualität
2.7.2 Intertextualität in der Literatur - Die Hochzeit der Montagetechnik..
2.7.3 Das „Copy&Paste“-Verfahren in Bezug auf Axolotl Roadkill

3. Hauptteil
3.1 Textanalyse von Axolotl Roadkill
3.1.1 Aufbau
3.1.2 Sprache
3.1.3 Personen
3.1.4 Motive
3.2 Funktion der Zitate im Roman

4. Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Stellungnahme

Literaturverzeichnis

Anhang (Inhaltsübersicht s.u.)

Zu Beginn des Jahres 2010 wurde ein Roman veröffentlicht, der im Feuilleton zu­nächst überschwänglich gelobt wurde, dann aber Anlass für eine Literaturdebatte war. Der Roman Axolotl Roadkill von Helene Hegemann beherrschte, nachdem Pla­giatsvorwürfe im Internet aufgetaucht waren, wochenlang die Feuilletons der deut­schen Zeitungen. Dabei wurde die Debatte zunehmend unsachlicher und schärfer, im Internet setzten sich Diffamierungen der erst 17-jährigen Autorin über Monate fort.

Was hatte dieser Roman an sich, dass das Feuilleton ihn derart lobte? Was hatte es mit den Plagiatsvorwürfen auf sich, dass derart viele Journalisten, aber auch eher li­teraturfeme Milieus, so gereizt reagierten? Und wie konnte es dazu kommen, dass die Debatte die größte öffentliche Aufmerksamkeit erhielt, die einer Auseinanderset­zung über Literatur seit Langem zukam. Die Jugend der Autorin, die Resonanz in Feuilleton und Internet, die Gesetze des Literaturmarktes haben in einzigartiger Wei­se zusammengewirkt, sodass sich Literatur in großem Maße Aufmerksamkeit ver­schaffen konnte. Hierzu bedurfte es nach den Gesetzen der Massenmedien allerdings eines Skandals: Für die größtmögliche Aufmerksamkeit musste ein neuer Literatur­star erschaffen und bloß gestellt werden.

Diesen Fragen wird diese Arbeit auch nachgehen. Die zentrale Frage wird aber darin bestehen, inwiefern die von Helene Hegemann übernommenen Stellen aus dem Ro­man Strobo eine erzählerische Funktion haben. Dabei wird auch geklärt werden müs­sen, ob diese Passagen tatsächlich weite Teile des Romans ausmachen und ob es sich um die wesentlichen Stellen des Romans handelt. Der Roman Hegemanns wäre von Airen geklaut, würde es sich um die wesentlichen Stellen handeln, da somit die Handlung nahezu identisch wäre. Diese im Feuilleton immer wiederholte Behaup­tung wird einer Textanalyse und einem Textstellenvergleich standhalten müssen. Handelt es sich nicht um wesentliche Stellen, kann nicht im gleichen Maße von Diebstahl geredet werden. Man könnte von Inspiration sprechen.

Um dieser Frage nachzugehen, sollen im zweiten Abschnitt der Arbeit schrittweise die einzelnen Komponenten erläutert werden. Daher werde ich mich zu Beginn der Autorin Helene Hegemann zuwenden (Kp. 2.1), deren Biografie sowohl für ihren Roman als auch für die Plagiatsdebatte im Feuilleton von einiger Wichtigkeit ist. Es folgt eine Inhaltsangabe des Romans Axolotl Roadkill (Kp. 2.2). Im Folgekapitel wird eine Übersicht über die Rezensionen und die Reaktionen im Feuilleton bei Er­scheinen des Romans gegeben, die sehr positiv waren (2.3). Kurz darauf wurden die Plagiatsvorwürfe durch den Blogger Deef Pirmasens bekannt, die in Kapitel 2.4 dar­gestellt werden. Er erkennt Parallelen zwischen Hegemanns Roman und Strobo von Airen. In Kapitel 2.5 erfolgt eine Inhaltsangabe des Romans Strobo. Nur wenige

Tage nach der Entdeckung von Pirmasens entzündet sich im Feuilleton, die Plagiatsdebatte, die Reaktionen von Journalisten, Verlegern, Autoren und Kritikern mit sich bringt. Die Debatte wird unter verschiedenen Gesichtspunkten dargestellt (Kp. 2.6).

Um sich anschließend der Fragestellung der Arbeit zu nähern, sollen zunächst einige Begriffe geklärt werden. Es wird ein Überblick über das Plagiat in der Literatur gege­ben. Dabei wird geklärt, was ein Plagiat ist und was es von anderen ähnlichen Begriffen, wie etwa der Fälschung, unterscheidet (Kp. 2.7.1). Weiterhin wird die Ge­schichte des Plagiats dargestellt (Kp. 2.7.2) und einige bekannte Fälle aus der Litera­tur sollen zum Vergleich Erwähnung finden (Kp. 2.7.3). Nachdem anschließend die Implikationen für den Fall Hegemann herausgestellt wurden, wird die Theorie der In- tertextualität vorgestellt, da sich Helene Hegemann wie auch einige Artikel im Feuil­leton explizit auf diese beziehen. Es soll zunächst die Theorie der Intertextualität dargestellt werden (Kp. 2.8.1), um dann deren Einflüsse in der deutschen Literatur zu beleuchten anhand der Montagetexte des 20. Jahrhunderts (Kp. 2.8.2). Hegemanns Text wird als Montagetext bezeichnet, daher sollen die Grundsätze dieser Literatur aufgezeigt werden. Auch das häufig verwendete „Copy&Paste“-Verfahren soll Er­wähnung finden und auf seine Relevanz für die Literatur und den Fall Hegemann im Besonderen geprüft werden (Kp. 2.8.3).

Im 3. Kapitel stellt sich die für die Staatsarbeit zentrale Frage, ob Hegemanns Über­nahmen im Rahmen der künstlerischen Freiheit stattfinden oder lediglich ein Plagiat sind. Die Beantwortung der Frage hat bereits kontroverse Beiträge hervorgebracht. In dieser Arbeit soll dies auf der fundierten Basis einer Analyse des Romans geschehen. Dazu wird im Hauptteil der Arbeit eine Textanalyse von Axolotl Roadkill erfolgen, die sich ausführlich dem Aufbau und der Sprache des Romans widmet, sowie die wichtigsten Figuren und Motive herausstellt (Kp. 3.1). In einem zweiten Schritt wer­den explizit die aus dem Roman Strobo übernommenen Textstellen hinsichtlich ihrer Funktion für den Roman untersucht (Kp. 3.2). Abschließend erfolgen eine Zusam­menfassung und Bewertung der Ergebnisse.

2. Grundlagen

Um den Roman und die Plagiatsvorwürfe detailliert betrachten zu können, sollen erst die Umstände angegeben werden unter denen sich die Plagiatsdebatte entwickelte. Dazu zählt eine kurze Vorstellung der Autorin, die allgemein nicht als bekannt vor­ausgesetzt werden kann. Zudem ist ihre Biographie einflussreich in Bezug auf die Handlung ihres Romans. Des weiteren folgen Inhaltsangabe des Romans Axolotl Roadkill und ein Überblick über dessen Rezension im Feuilleton. Die Vorwürfe, die die Plagiatsdebatte in Gang setzten, werden dargestellt und die Plagiatsdebatte selbst soll überblicksartig nachvollzogen werden, nachdem auch vom Roman Strobo eine Inhaltsangabe erfolgt ist.

2.1 Die Autorin

Helene Hegemann wurde am 19. Februar 1992 in Freiburg im Breisgau geboren. Ihr Vater Carl Hegemann arbeitete zu diesem Zeitpunkt als Dramaturg unter anderem am Stadttheater in Freiburg. Zwischen 1992 und 2006 war er mit einer Unterbrechung von 3 Jahren Chefdramaturg an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Helenes Mutter war Grafikerin und Ausstatterin am Theater. Die Eltern trennten sich, als Helene drei Jahre alt war. Carl ging bald darauf nach Berlin, Helene und ihre Mutter blieben in Bochum, wo Carl zuvor am Schauspielhaus tätig war. Helenes Aussagen zufolge nahm die Mutter Drogen. Zehn Jahre nach der Trennung von Carl Hegemann stirbt sie an einem Aneurysma vor den Augen ihrer Tochter. Helene ist zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt.[1]

Nach dem Tod ihrer Mutter zieht Helene zu ihrem Vater nach Berlin. Sie hatte zwi­schenzeitlich den Namen ihres Stiefvaters angenommen und heißt Helene Isemeyer, später nimmt sie wieder den Namen ihres Vaters an. Das Verhältnis zum Vater ist laut Aussagen Helenes eher distanziert und ambivalent. Nach ihrem Umzug besucht sie regelmäßig die Volksbühne, wo sie sich auch schon in ihren ersten Lebensjahren mit ihrem Vater zuweilen aufgehalten hatte. In dieser Zeit baut sie Kontakt zu verschie­denen Berliner Regisseuren auf, wie Christoph Schlingensief oder René Pollesch.

Helene wird bald selbst künstlerisch aktiv. Sie dreht einen Film über Bombenleger, Spaßvögel 1. Mit 15 schreibt sie ein Theaterstück mit dem Titel Ariel 15. Es wird am 6.12.2007 in Berlin uraufgeführt und vom Deutschlandradio als Hörspiel adaptiert. Ihr Film Torpedo wird auf den Hofer Filmtagen uraufgeführt und gewinnt 2008 den Max-Ophüls-Preis. Sie hatte das Drehbuch bereits mit 14 geschrieben, dessen Reali­sierung von der Bundeskulturstiftung subventioniert wurde. 2009 spielt Helene in dem Episodenfilm Deutschland 09 eine Rolle in dem Beitrag von Nicolette Krebitz. Während der Dreharbeiten zu Torpedo schreibt Helene einen Roman, der im Januar 2010 unter dem Titel Axolotl Roadkill erscheint. Er wird unter anderem für den Erst­lingspreis der Lit.Cologne nominiert und vom Publikum auf Platz drei gewählt. Zu­dem wurde er für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Im gleichen Jahr legt Helene ihr Fernabitur ab. Sie lebt nicht mehr bei ihrem Vater, der mittlerweile Dramaturgie an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater lehrt, sondern in ei­ner Wohngemeinschaft.

2.2 Axolotl Roadkill

Axolotl Roadkill erscheint im Januar 2010 im Ullstein Verlag. Der Roman variiert - wie bereits zuvor das Theaterstück Ariel 15 und der Film Torpedo - die markanten Begebenheiten in Helene Hegemanns Biografie. Für den Roman ist die äußere Hand­lung nicht allein ausschlaggebend. Ein Großteil des Romans besteht aus Reflektionen der Protagonistin, die sich von ihrem Umfeld und gesellschaftlichen Konventionen abgrenzt. Die äußere Handlung kann daher vor allem als Ausdruck dieser Ablehnung verstanden werden. Obwohl der Roman in der Berliner Drogen- und Technoszene spielt, wird von diesem Milieu kein stimmiges Bild geliefert. Hegemann selbst hat keine Erfahrungen mit diesem Milieu und daher auch keine Ambitionen, es wahr­heitsgetreu darzustellen, wie dies etwa Rainald Goetz in dem Roman Rave tat.

Die Handlung wird von einer Ich-Erzählerin, Mifti, in einer Art Tagebuch niederge­schrieben. Da der Roman aus Niederschriften der Protagonistin besteht und diese dem Schreiben eine Bedeutung zumisst, wird mehrfach explizit das Schreiben thema­tisiert. Mifti ist 16 Jahre alt, hat mit 13 ihre drogensüchtige Mutter verloren und lebt nun in Berlin. Mit ihrem Vater, der in der Berliner Kulturszene tätig ist, hat sie wenig Kontakt. Mifti lebt zusammen mit ihren beiden Geschwistern Annika und Edmond. Annika ist im Marketing erfolgreich und führt trotz Drogen ein recht geordnetes Le­ben. Sie sorgt sich um Mifti und will, dass sie wieder in Schule und geht und ihren Drogenkonsum unter Kontrolle bekommt. Edmond verdient sein Geld, indem er Mo­tive für T-shirts entwirft. Er steht meist unter Drogen, ist aufgekratzt und zu allerlei Albernheiten aufgelegt. Im Gegensatz zu Annika ist er eher desinteressiert. Mifti geht kaum noch zu Schule, sondern verbringt ihre Zeit mit Drogen und Partys. Dabei trifft sie häufig auf ihre beste Freundin Ophelia. Sie ist vor allem durch ihre Jugendlich­keit charakterisiert, obwohl sie mit 28 älter ist als Mifti. Ophelia ist Fotografin und nimmt regelmäßig Drogen. In ihrer Nähe nimmt Mifit auch das erste Mal Heroin. Der Roman ist von vielen Sprüngen und Einschüben gekennzeichnet. Die Kapitel be­ginnen mit Zitaten von Rockbands oder bekannten Persönlichkeiten. Die äußere Handlung wird häufig von langen Rückblenden oder ausführlichen Gedanken der Protagonisten unterbrochen. Der Roman ist geprägt von immer wieder auftauchen­den gewalttätigen Phantasien und einer Beschreibung von Drogen- und Sexeskapa­den. Für letzteres wird im Roman auch der Begriff ,Exzess‘ verwendet.

In der ersten Hälfte des Romans geht Mifti zweimal auf Partys. Diese sind vor allem durch Drogenkonsum gekennzeichnet. Dabei wird die Umgebung selbst als trostlos bezeichnet. Nach dem Drogenkonsum folgen Passagen, die von nicht logischen, sur- realen Inhalten gekennzeichnet sind. Es folgen weiterhin Rückblenden und Gedan­kenfolgen der Protagonistin. In der äußeren Handlung kommt es auch zu sexuellen Handlung, die aus der Handlung nicht motiviert erscheinen, sondern plötzlich einset­zen. Die Partys enden mit einem Absturz, sodass die Handlung erst Stunden später wieder einsetzt. Auffällig ist, dass der Drogenkonsum nicht als angenehm beschrei­ben wird. Es finden sich lediglich melancholische und verzweifelte Äußerungen. Weite Passagen finden in der Wohnung der Geschwister statt, in dem sich ein teilwei­se fröhliches Zusammenleben entwickelt. Die Versuche Annikas, Mifti zu einem an­deren Lebenswandel zu bewegen, nehmen dabei zu, sodass es in der Mitte des Bu­ches zu Handgreiflichkeiten zwischen den beiden kommt. Miftis große, traurige Lie­be ist eine 46-jährige Frau, Alice, die nur zweimal tatsächlich in der Handlung auf­taucht, aber an zahlreichen Stellen erwähnt wird. Vor allem Ophelia thematisiert Ali­ce häufig und reflektiert diese in Bezug aufMiftis Mutter.

Im zweiten Teil des Romans kauft Mifti einem Bekannten einen mexikanischen Lurch ab. Das Axolotl gefällt ihr, weil es niemals das Larvenstadium verlässt, also niemals erwachsen wird, und es immer zu grinsen scheint. Im weiteren Verlauf trägt Mifti das Axolotl in einer mit Wasser gefüllten Tüte einen ganzen Abend mit sich herum. Dieser Abend bildet den Höhepunkt der Handlung. Mifti begibt sich zunächst in Ophelias Wohnung, die dort mit zwei Bekannten Drogen konsumiert. Sie nimmt an diesem Abend das erste Mal Heroin. Die Erfahrung wird zunächst sehr positiv als die schönste Zeit ihres Lebens beschrieben. Es häufen sich nun surreale Beschreibun­gen und Dialoge, die sich gegenseitig überlagern und für den Leser schwer verständ­lich sind. Nach einiger Zeit fällt Ophelia auf, dass alle auf einer Hochzeit eingeladen sind, die an diesem Abend stattfindet und schon früher im Roman angekündigt wur­de. Daraufhin fahren Mitfti, Ophelia und ihre beiden Bekannten zur Hochzeit. Dort wird Miftis Heroinerfahrung negativ. Im Verlaufe des Abends bekommt sie Panik wegen der Wirkung des Heroins und flüchtet sich auf das Dach des Hauses. Gerade als es ihr etwas besser geht, tritt Alice zum ersten Mal außerhalb von Rückblenden in der Handlung auf. Sie erkundigt sich nach Miftis befinden und verschwindet wieder, da sie für die Musik auf der Hochzeit zuständig ist. Die Aufzeichnungen Miftis set­zen wieder ein, als sie in Viktors Wohnung aufwacht und dort einige Tage verbringt. Später ist Mifti mit ihren beiden Geschwistern in Berlin unterwegs, als ihr Vater sie bittet zu ihm nach Hause zu kommen. Dort wird Mifti schnell klar, dass ihre Familie aufgrund ihrer Situation intervenieren will. Als Edmond ihr Tagebuch vorzeigt und dieses offenbar gelesen hat, reißt Mifti es ihm aus der Hand und verschwindet. Sie erleidet eine Art Zusammenbruch und ist ganz in ihrer Hoffnungslosigkeit gefangen. Nach einer geraumen Zeit ohne Ziel stiehlt sie in einem Geschäft mehrere teure Pull­over und lässt sich absichtlich von Hausdetektiven erwischen. Sie gibt vor 13 Jahre alt zu sein und Ophelia zu heißen. Da sie einen gefälschten Schülerausweis mit die­sen Daten hat, wird ihr geglaubt. Als Erziehungsberechtigte lässt Mifti Alice rufen.

Beide begeben sich Alice' Wohnung, diese macht eine Anspielung auf eine abwerten­de Äußerung von Miftis Mutter. Der Roman endet mit einem Brief der Mutter, in dem diese Äußerung enthalten ist. Mirti wird in diesem Brief von ihrer Mutter stark beschimpft. „Du bist Dreck den wir nur mit Schweigen aus der Welt schaffen kön­nen.“[2]

2.3 Der Roman im Feuilleton

Axolotl Roadkill wird von der Kritik ausgesprochen gut - teilweise euphorisch - auf­genommen. Der Roman und noch mehr die folgende Plagiatsdebatte führt zu einer Flut von Veröffentlichungen in allen großen und kleinen Tageszeitungen. Die Dar­stellung stützen sich vor allem auf die Zeitungen: Die Zeit, Der Spiegel, Frankfurter­Allgemeine-Zeitung, Die Welt, Frankfurter Rundschau und Süddeutsche Zeitung. Darüber hinaus wurden die wichtigen Artikel anderer Zeitungen berücksichtigt. Die Vielzahl an Veröffentlichungen zum Thema kann jedoch kaum überblickt werden. Nicht einmal der Verlag Hegemanns hat in dieser Situation die Übersicht behalten[3]. Alle für den Verlauf der Debatte bedeutenden Artikel sind berücksichtigt worden.

Bereits am 18.01.2010 veröffentlicht der Spiegel seinen Artikel über den Roman von Helene Hegemann. In dem Artikel von Thomas Rapp wird sie als ,,[d]as Wunderkind der Boheme“[4] bezeichnet. Der Artikel beschäftigt sich vorrangig mit der Person He­gemanns. Zum Roman heißt es: „Das Buch lebt allerdings von der Atmosphäre, nicht von einer Geschichte. Von dem Gefühl existenzieller Leere, die seine Protagonisten mit Exzessen bekämpfen. Und von der Sprache, die von Begriffen wie »Wohlstands­verwahrlosung«, »Duldungsstarre« oder »pseudobelastungsgestört« lebt.“ Letztlich sei der Roman „radikal, sperrig, unfertig und streckenweise schlicht unlesbar.“ Dies wird aber als positiv verstanden und angefügt: „Das ganze Buch wird von einer großen Suchbewegung getrieben, steckt voll treffender Beobachtungen und überra­schender Gedanken.“ Ähnliches schreibt Cosima Lutz am 20.01. in der Welt. Das Buch sei „verblüffend klug, angenehm groteskund herrlich sprachgewandt“[5].

Für Ursula März in der Zeit ist der Roman ein „[literarischer Kugelblitz“.[6] Die Zeit widmet der Rezension beinahe die komplette erste Seite des Literaturteils im Feuille­ton und druckt ein großes Foto der Autorin. März Sie hört „das Grundgeräusch unse­rer Gegenwart.“ Und erkennt eine schrille Sinfonie. Ein Kugelblitz in Prosaform und Prosasprache. Etwas nervtötend, was den Fickundkotz-Jargon und den nicht minder gewollten Theoriejargon der »heterosexuellen Matrix« und Ähnliches betrifft. Aber packend im disharmonischen Gesamtklang, einer Mischung aus schwärzester Verzweiflung und spinnerter Vergnügung.

Auch die FAZ stimmt ein in die Lobeshymnen, die bei allem Überschwang aber auch kritische Töne zulassen. Mara Delius liest ein „hartes, brutales, vulgäres Buch.“[7] Im letzten Absatz ihres Artikels findet sich eine Passage, die für die Plagiatsdebatte in­teressant ist.

[...] all das, was schon hundertmal gedacht, gesagt, getan und getragen wurde, hat sie aufgesogen, gebündelt und in etwas ganz Neues, Unerhörtes verwandelt, in den Ansatz zu einer Literatur, die nicht trotz, sondern wegen ihrer Härte, Brutalität und Vulgarität schön ist.

Hegemann habe also etwas Neues geschaffen, indem sie die bekannten Einflüsse neu zusammengesetzt habe. Dies trifft den Kern der Arbeitsweise von Helene Hegemann, wie sich im weiteren Verlauf der Arbeit zeigen wird.

In der Süddeutschen Zeitung schafft es die Rezension von Axolotl Roadkill sogar auf Seite drei.[8] Georg Diez findet, das „Buch ist phänomenal. Und die Autorin ist ein Phänomen.“ Er trifft Helene Hegemann in Berlin. Er geht auf ihre Person und ihren Hintergrund ein. Diez widmet sich wie andere Artikel Hegemanns Haaren, die aus­führlich beschreiben werden.[9] Weiterhin beschreibt er den Wunsch der Journalisten nach Authentizität. Diese wollten sehen, „wie fertig depressiv und restlos kaputt sie sei.“ Diez widmet sich dem Berliner Intellektuellenmilieu und deutet den Roman als „Nachruf auf die sich für den Nabel der Welt haltende, dabei rührend hermetische und von sich selbst sogenannte: Berliner Bohème.“ Als antreibendes Moment des Romans macht er den „Hass auf das Funktionieren, auf bildungsbürgerliche Arbeits­biografien, auf das Hinnehmen einer angeblichen Realität“ aus. Sowohl im Roman als auch bei Helene Hegemann macht er große Reflektiertheit und Theorieeinflüsse aus. Das Buch sei „auf dem Grat zwischen Intelligenz und Emotion fast traumwand- lerisch unterwegs“. Zudem wird die Rebellion als zentrales Element herausgestellt, die bei Hegemann aber unmöglich wird, da zu Beginn des 21. Jahrhunderts nichts mehr übrig sei, wogegen die Jugend noch rebellieren könne.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erscheint eine der meistzitierten Re­zensionen über Axolotl Roadkill. Darin stellt der deutsche Schriftsteller Maxim Biller am 24.01.2010[10] den Roman Hegemanns in eine Reihe mit Jörg Fausers Rohstoff., Rainald Goetz' Irre und Christian Krachts Faserland - einige der bekanntesten Werke der deutschen Popliteratur. Biller beschreibt den Roman als „gemein, traurig, per­vers, kitschig, blutrünstig“. Die Personen seien „unsympathisch bis zum Erbrechen und vor lauter Jugend und Verzweiflung schöner als jeder Normalleser[...]“. Er er­kennt ein ,,ungeheure[s] literarische[s] Talent von Helene Hegemann“. Dabei lobt er vor allem Hegemanns Sprache und formuliert folgende vielzitierte Beschreibung:

Sie zaubert Dialoge wie Mamet, schwärmt von einer Welt jenseits dieser Welt wie Kerouac, halluziniert so sadistisch wie de Sade - und ist am Ende dann doch Helene Hegemann, die ein Deutsch schreibt, das es noch nie gab: suggestiv wie Sowjetpropaganda, himmlisch rhythmisch, zu Hause in der Hoch- und Straßensprache und so verführerisch individuell, dass ab morgen bestimmt hundert andere deutsche Schriftsteller [...] den Hegemann Sound nachmachen und natürlich absolut scheitern werden.

Biller räumt dem Roman zudem große Auswirkungen auf die Realität ein: „Sollte das Leben der Jugend noch nicht so schrecklich sein wie bei Hegemann - nach diesem Buch wird es das sein.“ Für ihn ist Axolotl Roadkill „große, unvergessliche Literatur.“ Bei seiner Zusammenfassung der Handlung um Mirti gibt Biller zu, dass er „gerne ein paar Kapitel lang ihr Papa sein“ möchte. Der Artikel vom Maxim Biller lobt Hegemanns Roman in einer Weise, die offenbar selbst den Anspruch erhebt, lite­rarisch zu sein. Die Wirkung auf die Jugend und der Wunsch, Miftis Vater zu sein, scheinen hier nicht mehr wörtlich gemeint, sondern Teil eines Loblieds, bei dem Worte mehr auf die Wirkung als auf den Inhalt zielen. Dennoch wird Biller bald jede Aussage zur Last gelegt. Der Angriff auf die Literaturkritiker wird häufig an seinem Artikel festgemacht.[11] Dabei verweist Biller selbst im letzten Abschnitt seines Arti­kels darauf, dass er nichts von der Person Helene Hegemann wisse und seine Bewer­tung allein am Text festmache. „Und Helene Hegemann? [...] Wer ist sie überhaupt? Keine Ahnung, es interessiert mich nicht.“ Er zieht es während der Plagiatsdebatte vor, sich nicht zu Wort zu melden.

In der Frankfurter Rundschau vom 2. Februar lobt Peter Michalzik einen „Fall fins­terster Romantik“[12]. Inhaltlich erkennt er ein „Coming-of-Age-Buch“, das er mit Bü­chern wie „Fänger im Roggen bis zu Faserland“ vergleicht. Helene Hegemann kippe dem Leser „eine ganze Wagenladung brennender Intensität vor die Füße“. Er möchte dies „gleichermaßen als ihr Innerstes oder das Rauschen der Gegenwart“ verstehen. Die Sprache des Romans präge „ein eigener Sound“ und eine „reaktionsschnelle, sperrangelweit offene, kämpferische, halluzinogene Ultrasensibilität.“ Michalzik liest das Buch weder als Autobiographie noch als Generationsroman. Denn: „Die Frau steht für sich.“

Der Rezension in der Tageszeitung ist bereits auf dem Titelblatt der Ausgabe vom 27.

Januar mit einem Hinweis samt Foto bedacht. Nina Apin findet den Roman „souve­rän in die Fresse gefeuert“[13] und fügt hinzu: „Das Buch ist wirklich gut.“ Sie erkennt „pointierte[n] Dialoge“, „scharf zugeschnittene[n] Szenen“, kritisiert aber auch, dass die Sprache mit „allzu bemühten Schlagwörtern“ überladen sei. Und „genau aus der radikalen Subjektivität, der Unbedingtheit und Albernheit der Jugend speist sich die Faszination des Textes.“

Kritische bis ablehnende Berichte finden sich bis zum Auftauchen der Plagiatsvor­würfe am 8. Februar 2010 kaum, interessanterweise aber stärker in schweizer Zeitun­gen. In der Basler Zeitung kritisiert Simone Meier den Roman in Bezug auf Inhalt und Stil[14]. „Das Buch ist nämlich überhaupt nicht gut und gar kein Lesegenuss. Es ist das altkluge, pseudophilosophische, monologische Gekotze der Hauptfigur, einer 16-jährigen Göre in Berlin namens Mifti, die zwischen Partys, Drogenexzessen, El­ternhass und bescheuerten Kreativszenis hin und her pendelt.“ Daran schließt sich eine Kritik des intellektuellen Milieus an. Meier sieht vor allem die Beziehungen Carl Hegemanns als ausschlaggebend für den Erfolg des Romans. Zuletzt deutet sie den Roman in Bezug auf die deutschen Popliteraten der 1990er Jahre wie Kracht und Stuckrad-Barre. Ihre hedonistische Lebensweise werde von Helene Hegemann als „einigermaßen zurückgeblieben entlarvt“. Das Axolotl stellt für Meier ein Spiegel­bild der Popliteraten dar. ,,[...]Als ewiger Axolotl, jenes Lurchwesen, das aussieht wie ein blöde lächelndes, frühvergreistes Baby.“ Dieser Leistung zumindest zollt sie Respekt. In der NZZ bewertet Dorothea Dieckmann Hegemanns Buch als eine „ge­mäßigte Rebellion“[15] und kritisiert schon vor dem Plagiatsvorwurf die mediale Insze­nierung Hegemanns durch Verlag und Literaturbetrieb. Ansonsten hat Dieckmann aber viel lobende Worte für Roman und Autorin, die sie als „wirklich kluge, wirklich beschädigte und wirklich junge Frau“ beschreibt. In dem Artikel findet auch die so­genannte Cut-Up-Technik Erwähnung:

Ihre Stehgreif-Analysen erinnern an die Feldstudien von Rainald Goetz, ihre Theoriefragmente sind von blitzender Spontaneität, und die Cut-Up-Technik, die Hegemann aus dem Film mitbringt, setzt in guter Underground-Tradition kritisches Potenzial frei [...].

Zusammenfassend lassen sich folgende Konstanten bei der Berichterstattung bis zum 8. Februar 2010 feststellen. Viele Artikel beschäftigen sich ausführlich mit der Bio­grafie Helene Hegemanns. Ihr Roman wird meist als jugendliche Rebellion gelesen. Die Jugend Helene Hegemanns und das Jugendlich-Ungestüme des Romans sind we­sentliche Determinanten der Rezeption im Feuilleton. Im Zusammenhang mit ihrer Biografie wird das Berliner Intellektuellenmilieu thematisiert. Zudem wird Hege­mann häufig mit anderen Autoren verglichen. Dabei fallen die Namen der deutschen Popliteraten häufiger als der Charlotte Roches. Hegemann wird in eine Reihe mit den Schriftstellern der Beat-Generation, wie Kerouac, gestellt und auch J.D. Salingers Roman Der Fänger im Roggen wird als Vergleich herangezogen. Besonders ausführ­lich widmet sich das Feuilleton der Sprache des Romans. Dabei wird einerseits ihre Einzigartigkeit betont, andererseits aber auch immer wieder darauf verwiesen, dass sich allzu viel Fäkalsprache darin finde und andere Stellen mit theoretischen Leerfor­meln überladen seien.

2.4 Die Vorwürfe

Die überschwängliche Berichterstattung endete abrupt am 8. Februar 2010. Bereits am 5. Februar hatte der Blogger Deef Pirmasens auf seiner Intemetseite, www.gefuehlskonserve.de, auf Übereinstimmungen zwischen Helene Hegemanns Axolotl Roadkill und dem Roman Strobo des Bloggers Airen hingewiesen. Deef Pir­masens kannte das Buch Airens, das im September 2009 im SuKuLTuR Verlag er­schien, schon länger und hatte Lesungen des Buches organisiert. Auf Axolotl Road­kill wurde er über die Presse aufmerksam und las das viel gelobte Werk. Beim Lesen fielen ihm vermehrt Wortneuschöpfungen und Handlungsabläufe auf, die er schon in Airens Text gelesen hatte. In seinem Weblog veröffentlichte er daher am 5. Februar einige Stellen, an denen er ein Plagiat Hegemanns festmacht.[16] Der Blogger listete detailliert sechs Stellen auf, bei denen Helene Hegemann die gleiche Wortwahl ver­wendete wie Airen oder sich Handlungsabläufe sehr genau entsprechen. In den fol­genden Tagen weitete Pirmasens die Liste noch aus und stellt unter anderem fest, dass der auf der letzten Seite in Axolotl Roadkill abgedruckte Brief der Mutter in weiten Teilen einer deutschen Übersetzung des Songs Fuck You der Band Archive entspricht. Alle diese Zitate wurden später vom Verlag bestätigt. Ab der dritten Aufla­ge nahm der Ullstein Verlag eine umfangreiche Liste von Zitaten auf, die sämtliche Zitate aber auch Inspirationsquellen bis hin zu privaten Korrespondenzen kenntlich macht. Die Liste nimmt im Buch knapp sechs Seiten ein und druckt die Originalstel­len parallel zu den Stellen in Axolotl Roadkill jeweils in gekürzter Form.[17] Die Stel­lenvergleiche mit dem Roman Strobo nehmen dabei drei Seiten ein.[18] Zudem wird je eine Textstelle angegeben von Malcolm Lowrys Unter dem 'Vulkan, Rainald Götz' Rave., Jim Jarmuschs The Golden Rules Of Filmmaking., Valérie Valères Das Haus der verrückten Kinder., Maurice Blanchots Der letzte Mensch. Es finden sich dort zwei Romane von Kathy Acker. Aus Große Erwartungen. Ein Punk-Roman sind zwei Stellen angegeben und eine aus Meine Mutter. Dämonologie. Weiter werden der Song She’s not there der Zombies aufgeführt und das bereits in der Erstauflage ange­gebene Kleines Mädchen mit den komischen Haaren von David Foster Wallace. Die­ser zweite Abschnitt nimmt etwa anderthalb Seiten ein. Zuletzt werden noch Inspira­tionsquellen genannt, die zum Teil aus privaten Korrespondenzen stammen. Außer­dem aus Filmen, mündlich überlieferten Dialogen und privaten Korrespondenzen Jo­nas Weber Herreras. Außerdem werden an zwei Stellen modifizierte Leserkommenta­re zu Helene Hegemanns Veröffentlichungen im Internet verwendet.

Bereits am 7. Februar reagierten der Ullstein Verlag und Helene Hegemann mit einer Stellungnahme[19]. In der kurzen Stellungnahme der Verlegerin Dr. Siv Bublitz wurde darauf hingewiesen, dass Helene Hegemann dem Verlag trotz Nachfrage ihre Ar­beitsweise und somit ihre Quellen nicht offen gelegt hatte. Dieses Verhalten wurde mit Hinsicht auf das Alter der Autorin entschuldigt, der Verlag wollte aber alle Quel­len nennen und sich die Abdruckgenehmigungen einholen.

Die Position des Ullstein Verlages ist eindeutig: Quellen müssen genannt und ihre Verwendung muß (sic!) vom Urheber genehmigt werden.

Helene Hegemann verteidigte ihr Vorgehen und verwies auf ihre Regieerfahrungen. Sie trennte Originalität und Echtheit und lehnte ersteres ab:

Inhaltlich finde ich mein Verhalten und meine Arbeitsweise aber total legitim und mache mir keinen Vorwurf, was vielleicht daran liegt, dass ich aus einem Bereich komme, in dem man auch an das Schreiben von einem Roman eher regiemäßig drangeht, sich also überall bedient, wo man Inspiration findet. Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit.

Hegemann erklärte darauf, dass letztlich alles übernommen sei und man Sprache bloß erlernen könne, aber nicht selber erschaffen. Sie stellte somit einen Bezug zur Theorie der Intertextualität her:

Von mir selber ist überhaupt nichts, ich selbst bin schon nicht von mir (dieser Satz ist übrigens von Sophie Rois geklaut) - ich habe eine Sprache antrainiert gekriegt als Kind und trainiere mir jetzt immer noch Sachen und Versatzstücke an, aber mit einer größeren Stilsicherheit.

Sie bezog sich auf den Blogger Airen, den sie als ,,großartige[n] Schriftsteller“ be- zeichnete und mit dem sie über das Buch versucht habe, „in Kommunikation zu tre­ten“. Sie gestand aber auch den Fehler ein, ihre Zitate nicht kenntlich gemacht zu ha­ben und entschuldigte sich bei den Betroffenen.

Trotzdem habe ich natürlich einen legitimen Anspruch der Leute nicht berücksichtigt, weil mir die juristische Tragweite nicht bewusst und ich, so leid es mir tut, total gedankenlos und egoistisch war. Und obwohl ich meinen Text und mein Prinzip voll und ganz verteidige, entschuldige ich mich dafür, nicht von vomeherein alle Menschen entsprechend erwähnt zu haben, deren Gedanken und Texte mir geholfen haben.

Es bleibt also festzuhalten, dass der Verlag sich an alle üblichen Regeln halten wollte und dies auch umsetzte. Es wurden alle Abdruckgenehmigungen eingeholt, zudem erschien das Buch Strobo von Airen im Oktober 2010 als Taschenbuch im Ullstein Verlag. Einen Monat zuvor veröffentlichten Airen und Deef Pirmasens den Roman als Hörbuch im Downtown Verlag. Der Blogger Airen hat durch die Plagiatsdebatte eine Öffentlichkeit erfahren, die seinem Roman zuvor nicht beschieden war. Airen gab zu Beginn der Debatte Interviews für die Süddeutsche Zeitung und die Frankfur­ter Allgemeine Zeitung. Er hatte also nicht nur Nachteile durch die Zitate Hege­manns, da er in finanzieller Hinsicht und an Bekanntheit gewonnen hat. Er kann so­gar als Gewinner der Plagiatsdebatte gelten, da sich viele Journalisten für Airen ein­setzten und seine Texte eine neue Öffentlichkeit erfuhren. Sein zweites Buch I Am Airen Man, erschienen im März 2010, wurde in allen großen Feuilletons besprochen, teilweise wurde das Buch Strobo nachträglich rezensiert. Airen äußerte sich auch zum Roman Hegemanns: „Ich habe den Roman gelesen, es ist genau die Art von Buch, die ich gern lese, aber es wäre auch ohne meine Stellen cool gewesen.“[20]

2.5 Der Roman Strobo des Bloggers Airen

Der Roman Strobo erschien im September 2009 im SuKuLTur Verlag. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Texten, die bereits in Airens Weblog veröffent­licht wurden.[21] Der Autor gibt an, dass er alles, was in dem Roman geschildert wird, selbst erlebt habe. „Wenn in meinem Buch steht, ich musste kotzen, dann habe ich auch gekotzt.“[22] Und an anderer Stelle: „Das ist kein Roman, das ist mein Leben ge­wesen. Ich habe mir das nicht ausgedacht. Helene Hegemann hat das nicht erlebt. Ich habe das so erlebt.“[23] Dieses Konzept hat allerdings auch eine Einschränkung: „Am Anfang bildete das Schreiben noch die Erfahrungen der Nacht ab, doch rasch begann er Dinge zu tun, nur um darüber schreiben zu können.“[24] Im Gegensatz zu Axolotl Roadkill werden in Strobo also wahre Ereignisse wiedergegeben. Da Airen einige Zeit Teil der Berliner Techno- und Drogenszene war, vermag er die Gewohnheiten dieser wiederzugeben. Daher kann das Buch auch als eine Art qualitative Milieustu­die gelesen werden.

Airen möchte seinen bürgerlichen Namen nicht bekannt geben und bleibt anonym, auch wenn er befürchtete, dass sein Name wegen der Plagiatsdebatte bekannt wird. Er wurde 1981 in Oberbayem geworden und absolvierte seinen Bachelor in Business Administration in Frankfurt an der Oder. Nach dem Studium absolvierte er ein Prak tikum in einer Berliner Unternehmensberatung. In diesem Zeitraum ereigneten sich auch die im Roman beschriebenen Geschehnisse. Der im Roman beschriebene Club ,Berghain‘ ist ein ehemaliges Heizkraftwerk in Ostberlin. Es wurde vom „Technoma­gazin DJ Mag auf Platz eins der weltweit besten Clubs“[25] gewählt. Nach seinem Praktikum in Berlin ging Airen für zwei Jahre nach Mexiko. Er hat mittlerweile ge­heiratet und sich von seinem früheren Leben distanziert.[26] Sein Roman erschien im Jahr 2009 in einer Auflage von wenigen hundert Einheiten, das Feuilleton hatte sei­nen Roman vor der Plagiatsdebatte nicht wahrgenommen.

Der Roman besteht aus losen Texten eines Ich-Erzählers, die letztlich inhaltlich nicht zu einem zusammenhängenden Textganzen verbunden sind. Eine genaue Inhaltsan­gabe ist kaum möglich, da der Roman aus einzelnen Episoden besteht. Es gibt kein echtes Ende, stattdessen brechen die Aufzeichnungen ab. Dies ist im Medium des Weblog begründet, da Airen keinen Roman, sondern eine Reihe von einzelnen Ein­trägen verfasst hat. Der Protagonist ist identisch mit dem Autor bzw. dessen Pseud­onym Airen. Außer dem Erzähler gibt es kaum Figuren, die genauer charakterisiert werden, da viele Figuren nur in einer Episode eine Rolle spielen.

Die Handlung setzt ein in der Jugend des Autors und berichtet von ersten Erfahrun­gen mit Marihuana. Die Palette an konsumierten Drogen weitet sich während des Studiums schnell aus. Der Roman besteht im Wesentlichen aus Schilderungen von Tagesabläufen und Nächten im Berghain, einem bekannten Berliner Techno-Club, in dem die Partys erst im Morgengrauen ihren Höhepunkt erreichen und sich bis zum nächsten Nachmittag hinziehen. Es fällt an verschiedenen Stellen auf, dass die Hauptfigur belesen ist, da sie viele Zitate und Anspielungen auf literarische Werke verwendet und auch Gedichte rezitiert.[27] Allerdings hat sich die Hauptfigur offenbar von der Literatur entfernt, da diese im Roman nur am Rande Erwähnung findet.[28] Ai­ren beginnt ein Praktikum in einer nicht näher benannten Unternehmensberatung. Während er am Tag einen angepassten Praktikanten mimt, nutzt er die Nächte umso exzessiver. Es beginnt eine Aneinanderreihung von Drogenkonsum, Erlebnissen in der Technoszene und melancholischen Betrachtungen, sowie Beschreibungen des Tanzens:

Ich stehe alleine auf dem Podest und schwinge das beschlaghoste Tanzbein, Him schön auf Pille, die Hände schießen im Rhythmus des Stroboskops aus dem Nichts. Bumm Bumm Bumm Bumm. Daraschak Daraschak Daraschak Daraschak. Ich starre verbissen ins Leere und folge dem Sound. Aus den Augenwinkeln sehe ich die Menge, alle sind Eins und ich 25 Thomas Schmitz (2010) stehe davor und lasse den Move fließen und natürlich schauen alle her denn keiner geht so krass ab, so geübt, so übelst im style, so peinlich oldschool.[29]

Es lässt sich in den ersten zwei Dritteln des Buches eine Steigerung der Aktivitäten ausmachen. Es werden mehr und härtere Drogen konsumiert, was andererseits auch die Langweile des Protagonisten steigert. („Am schlimmsten sind die Tage, an denen man irgendwie gar nichts zu tun hat.“[30] ) Sexuelle Handlungen werden häufiger und erscheinen gänzlich unmotiviert, ja zufällig und anonym.[31] Auffällig häufig sind die­se homosexueller Natur. Dabei charakterisiert sich der Erzähler als bisexuell. Zudem reflektiert er, dass er keine sexuellen Begegnungen mit Frauen habe, sich aber eine Beziehung nur mit einer Frau vorstellen könne und sich dies auch wünsche. Obwohl dies als Motivation des Protagonisten angedeutet wird, entfaltet sich die Handlung nicht in diese Richtung.

Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz und variieren durchschnittlich von einer bis zu fünf Seiten. Sie tragen Überschriften wie „Die krasse Woche“, „Stock-Bi“ oder „Ka­putt“, und häufig auch englische Überschriften wie „Techno Flavour“. Die Sprache ist umgangssprachlich und enthält viele Anglizismen. Sie wirkt durch ihren paratakti­schen und teilweise elliptischen Stil sehr gehetzt. Viele Wortneuschöpfungen zeigen eine kreative Sprache an („Mein Kopf atmet Techno-Milch[32] “), wirken in ihrer Häu­fung aber zuweilen übertrieben jugendlich. Zwar finden sich auch kritische Untertö­ne im Roman, über weite Strecken werden die Erlebnisse jedoch positiv dargestellt und mit der als monoton empfundenen Arbeitswelt kontrastiert. Auch wenn Airen sich mittlerweile von dieser Szene distanziert, ist sein Roman von einer gewissen Be­geisterung geprägt.

2.6 Plagiatsdebatte in Feuilleton und Literaturbetrieb

Hatte schon die Veröffentlichung von Axolotl Roadkill zu einer großen Resonanz der Presse geführt, so überschlagen sich die Meldungen nach den Plagiatsvorwürfen, die der Ullstein Verlag als „eine der heftigsten Literaturdebatten seit langem“[33] bezeich­net. Im Folgenden soll zunächst die Plagiatsdebatte anhand der wichtigsten Zeitungs­veröffentlichungen nachvollzogen werden.

2.6.1 Verlauf der Plagiatsdebatte

In dieser Arbeit soll der Verlauf der Plagiatsdebatte abgebildet werden. Dabei kann keine Vollständigkeit erwartet werden. Es sollen die wesentlichen Artikel in der De­batte aufgelistet werden, um eine Übersicht zu ermöglichen und die zentralen Argu mentationslinien nachvollziehbar zu machen. Die Artikel erscheinen meist zu Beginn des Feuilleton- bzw. Kulturteils der Zeitungen. Oft finden sich bereits auf dem Titel­blatt Verweise auf die Artikel zur Debatte, teilweise wird die Plagiatsdebatte sogar zum Leitartikel. Eine der ersten Veröffentlichung erscheint in der FAZ, darin werden die Entdeckungen des Bloggers Pirmasens zusammengefasst. Zudem wird schon hier darauf verwiesen, dass Carl Hegemann seiner Tochter den Roman Strobo über Ama­zon bestellt habe.[34] Der SuKuLTuR Verlag konnte dies über eine Rechnung nachwei­sen. Helene Hegemann hatte zunächst behauptet, nur Airens Blog und nicht etwa sein Buch zu kennen.

Die Plagiatsdebatte beginnt am 8. Februar. Daniel Haas stellt in einem Kommentar auf Spiegel Online fest[35]:“Die Plagiatsdebatte [...] ist naiv: Publikum und Kritiker wollen hinter die Errungenschaften der Moderne zurück.“ Damit meint Haas, das ein überkommenes Ideal des Originalgenies als Maßstab gelte. Er führt daraufhin einige Beispiele aus der Literatur an, die man mit den ähnlichen Vorwürfen konfrontieren könnte. Dabei finden aber nicht nur Beatnik Romane der jüngeren Vergangenheit, wie William Burroughs Naked Lunch, Erwähnung. Er führt auch Döblins Berlin Alexanderplatz, John Dos Passos' Manhattan Transfer und Thoman Manns Doktor Faustus an, dessen musiktheoretische Passagen bekanntermaßen „weitgehend von Adorno“ stammen. Das Feuilleton wolle in der Plagiatsdebatte zurück zum Geniebe­griff der Stürmer und Dränger. Zuletzt paraphrasiert Haas Michel Foucault, der von Literatur ohne Nennung der Urheber geträumt habe, was „ein riesiges Marketingpro­blem für die verwertende Industrie“ darstellen würde. Damit bringt Haas den The­menkomplex der ökonomischen Abhängigkeiten in die Debatte ein. (Vgl. auch Kp. 2.8).

Am 9. Februar gibt Helene Hegemann ein Interview in der Welt, das bereits auf dem Titelblatt der Ausgabe mit Foto vermerkt ist und die erste Seite des Feuilletons ein­nimmt. Sie rechtfertigt ihre Vorgehensweise und fügt in einem viel zitierten Ab­schnitt die Methoden der Internetgeneration als Legitimation ihrer Vorgehensweise an.[36]

Ich empfinde es nicht als geklaut, weil ich ja das ganze Material in einen völlig anderen Kontext eingebaut habe und von vornherein damit hausieren gegangen bin, dass eben überhaupt nichts von mir ist. Wenn da die komplette Zeit über reininterpretiert wird, dass das, was ich geschrieben, so ein Stellvertreterroman für die Nullerjahre ist, muss auch anerkannt werden, dass der Entstehungsprozess mit diesem Jahrzehnt und den Vorgehensweisen dieses Jahrzehnts zu tun hat, also mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zu Transformation. [...] Mir ist persönlich aber auch egal, woher die Leute die Elemente ihrer ganzen Versuchsanordnungen nehmen, die Hauptsache ist, wohin sie sie tragen. Da beraube ich total schonungslos Freunde, Filmemacher, andere Autoren undauchmichselbst. [...][37]

In der Debatte bleibt auffällig, dass der Umfang der Zitate in Axolotl Roadkill nur selten genau angegeben wird. Meist werden ungenaue Angaben verwendet, die Hele­ne Hegemann schamlos erscheinen lassen. So schreibt Andreas Kilb in der FAZ am 9. Februar von „wesentlichen Passagen ihres Buches“[38], die plagiiert seien.[39] Wer die Bewertung der wesentlichen Passagen vorgenommen hat, bleibt dabei unberücksich­tigt. Darüber hinaus verteidigt Kilb Hegemanns Roman und zieht ihn dem Roman Airens aus literarischen Gründen vor.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt am selben Tag von „Kindesmissbrauch“[40], damit spricht Willi Winkler in seinem Artikel die Vereinnahmung Hegemanns durch die Presse als Wunderkind der Literatur an. Zudem wirft er Maxim Biller seinen euphori­schen Artikel vor und kritisiert („[...] und so sülzend weiter [...]“) vor allem seinen Wunsch, dass er „gerne ein paar Kapitel lang ihr Papa sein“ möchte. In diesem Zu­sammenhang redet er von Jugendschutz, der für die Literaturkritik nicht gelte und zeigt Biller so in einer zweifelhaften Perspektive.

Ebenfalls am 9. Februar hinterfragt die NZZ die Argumentation Hegemanns. Dabei wird ihr eine naive Sicht der „Generation Internet“[41] angemahnt. Andererseits aber auch ihre Entschuldigung bei den Betroffenen gelobt. Letztlich sei der Bezug auf die Intertextualität aber inkonsistent, da in dieser Theorie auch der Autor ,,untergehe[n]“. Hegemann aber sei zu selbstbezogen. „So viel Selbstdemontage hat Hegemanns Ego nicht zu bieten.“

Peter Michalzik äußert sich am gleichen Tag in der Frankfurter Rundschau dahinge­hend, dass die von Helene Hegemann aus dem Roman Strobo übernommenen Stellen als Verbesserung der Originalstellen gelten können. („Abgesehen davon, dass Hege­manns Sätze besser sind, gibt es solche Übereinstimmungen vielfach.“[42] ) An dieser Stelle klingt auch die Tatsache an, dass ähnliche Textpassagen häufig Vorkommen können. Michalzik rückt nicht von seiner positiven Rezension des Romans ab und hält Helene Hegemann auch nach den Vorwürfen für „enorm talentiert.“ Im Verlauf wurde ebenso in Artikeln weiterer Journalisten das Argument ins Feld geführt, dass Hegemann die Stellen aus Strobo verbessert habe. Dabei soll auch ein humorvoller Artikel von Harald Martenstein erwähnt werden.Der Text stellt insgesamt einen Meiner Ansicht nach stellt der Hegemanntext eine deutliche Verbesserung des Airentextes dar. „Mottosweatshirttyp“ kennzeichnet eine Figur zweifellos genauer als „Netter Fucker“. Denn sowohl Nettigkeit als auch Geschlechtsverkehr sind, was ich für positiv halte, deutlich weiter verbreitet als Sweatshirts mit Motto. Auch will das Verb „wispern“ nicht recht zu einem „Netten Fucker“ passen, offenbar ein Eigenname, deshalb das große N. [...] Tannen können wispern, Zwerge, Bäche, zur Not wohl auch das Innere eines Berges - aber Fucker?[43]

Die Tageszeitung widmet sich in den nächsten Tagen mit einigen Artikeln dem Fall. Bereits am 9. Februar fasst Nina Apin die Vorwürfe zusammen. Am 10. Februar zieht Wladimir Kammer Vergleiche mit dem Abschreiben seines Sohnes in der Schule und am 11. Februar ist die ganze erste Seite des Kulturteil ausgefüllt mit Schriftstellern und Künstlern - ältere wie aktuelle - die nachweislich das Urheberrecht nicht allzu genau genommen haben. Hegemann wird also in eine Reihe mit anderen bereits ka­nonisierten Künstlern gestellt.

Am 10. Februar bezeichnet Jürgen Kaube in der FAZ Helene Hegemann als „Germa­ny's Next Autoren-Topmodel“[44] Damit zielt er vor allem auf das Alter der Autorin. Sie sei wegen ihres Alters in den Medien als Produkt erschienen, das ein weiteres Produkt - ihren Roman - bewerbe. Dies sei vom Verlag ausgenutzt worden. Helene Hegemann könne wegen ihres Alters die Situation und ihre Art des Schreibens nicht ausreichend bewerten. Kaube sieht sie durch ein „Jugendurheberrecht“ geschützt. Die Schuld sucht er bei den Gesetzen des Literaturmarktes und bezeichnet Hege­mann in diesem Sinne als „Erwachsenenprodukt“, als „Kunstfigur“, und mutmaßt, dass sie „direkt aus der Markforschung von Verlagen“ komme. Nicht nur die Person Hegemann, sondern auch die Inhalte des Romans sieht Kaube als von Kulturschaf­fenden entworfene „Phantasie [...] die gar kein Individuum zum Autor hat, sondern das Kulturestablishment selber, das sich so ein Wunderkind vorstellt und einer sol­chen Phantasie eventuell sogar ein tatsächliches Kind zum Opfer bringt.“ Die Kritik an den Gesetzes des Marktes, der eine junge Autorin wegen ihres angeblichen hedo­nistischen Lebensstils glorifiziert, mag angemessen sein und wird in der Debatte mehrfach geäußert. Kaube unterschlägt jedoch, dass die Rezensenten (wie Maxim Biller) vor allem die Sprache Hegemanns gelobt hatten und teilweise sogar bewusst die Person der Autorin für ihre Rezension als irrelevant erklärt hatten. Die in anderen Artikeln aufgegriffenen Unterstellungen, dass wahlweise der Vater Hegemanns oder die Marktforschungsabteilung des Verlages für den Roman verantwortlich seien, sind jedoch nicht haltbar. Die Autoren verschärfen hier eine Debatte mit unsachlichen In­halten, indem sie emotionales Ressentiment mit dem Fall vermengen.

[...]


[1] Zu den Angaben über die Autorin vgl. allem: Cosima Lutz (2010a) und Jana Simon (2010)

[2] Hegemann (2010) S. 204.

[3] Der Ullstein Verlag schickte mir dankenswerterweise eine Übersicht über die Veröffentlichungen zum Roman Hegemanns. Diese war jedoch höchst lückenhaft und teilweise nicht stimmig. Besser ist die Übersicht auf perlentaucher.de:

http://mobil.perlentaucher.de/blog/135_abgeschrieben_oder_eigenes_werk

%3F_links_zum_streit_ueber_helene_hegemanns_roman_%27axolotl_roadkill%27

[4] Rapp, Tobias (2010a)

[5] Cosima Lutz (2010a)

[6] UrsulaMärz (2010)

[7] Mara Delius (2010)

[8] GeorgDiez (2010)

[9] Besonders deutlich wird dies bei Jana Simon am28.01.2010 in der Zeit. In diesem Artikel deutet Simon die Haare Hegemanns stets als Ausdruck ihres Innenlebens.

[10] Maxim Biller (2010)

[11] sieheKp. 2.6

[12] PeterMichalzik(2010a)

[13] Nina Apin (2010)

[14] SimoneMeier (2010)

[15] Dorothea Dieckmann (2010a)

[16] http://www.geiuehlskonserve.de/axolotl-roadkill-alles-nur-geklaut-05022010.html

[17] Die Quellennachweise können beim Ullstein Verlag heruntergeladen werden: http://www.ullsteinbuchverlage.de/media/0000461234.pdf. [Stand: 02.02.2010] Siehe Anhang

[18] genaue Texstellenangaben siehe Kp. 3.2

[19] Die Stellungnahmen finden sich nicht mehr auf der Seite des Ullstein Verlages, können aber unter folgender Adresse einge­sehen werden: http://www.buchmarkt.de/content/41393-axolotl-roadkill-helene-hegemann-und-ullstein-verlegerin-dr-siv- bublitz-antworten-auf-plagiatsvorwurf.htm Siehe Anhang

[20] TobiasRüther(2010)

[21] http://airen.wordpress.com/

[22] TobiasRapp(2010b)

[23] TobiasRüther(2010)

[24] TobiasRapp(2010b)

[26] „Das Bedürfnis war weg, mein Leben war anders geworden. Das Buch war ein Schrei nach Liebe, und die habe ichjetzt gefunden.“Tobias Rüther (2010)

[27] Vgl. Airen(2009) S. 119.

[28] „Ich habe Bücher gelesen bis ich siebzehn, achtzehn Jahre alt war, und danach nicht mehr viel.“ Tobias Rüther (2010)

[29] Airen (2009) S. 74.

[30] Airen (2009) S. 113.

[31] Vgl. Airen(2009) S. 44.

[32] Airen (2009) S. 76.

[33] http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteintb/buch.php? id=17031&page=suche&auswahl=a&pagenum=l&page=buchaz&PHPSESSID=8al34412fc808197cd20123979eb919a

[34] Felicitas vonLovenberg(2010)

[35] Vgl. DanielHass(2010)

[36] Für eine Bewertung dieser Aussagen siehe Kp. 2.7 und Kp. 2.8

[37] CosimaLutz (2010)

[38] Andreas Kilb (2010)

[39] Ähnliche Aussagen finden sich regelmäßig. „Wichtige Stellen“ heißt es z.B. bei Tobias Rapp (2010)

[40] Willi Winkler(2010)

[41] JoachimGüntner (2010)

[42] PeterMichalzik(2010b) augenzwinkernden Kontrapunkt in der bald hitzig geführten Plagiatsdebatte dar.

[43] Harald Martenstein (2010)

[44] Jürgen Kaube (2010)

Details

Seiten
79
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640968008
ISBN (Buch)
9783640967766
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175679
Institution / Hochschule
Universität Siegen – Fakultät I
Note
1,3
Schlagworte
axolotl roadkill plagiatsdebatte welche funktion zitate roman helene hegemanns

Autor

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Titel: Axolotl Roadkill und die Plagiatsdebatte