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Menschenbilder in der Ökonomie. Generation Y

Arbeitnehmer der Zukunft

Seminararbeit 2011 21 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Generationsbegriffe im Überblick
2.1 Stille Generation
2.2 Babyboomer
2.3 Generation X
2.4 Generation Y/ Millennials

3 Der Arbeitsmarkt in der Ära der Generation Y
3.1 Perspektiven von Arbeitskräftebedarf und - angebot
3.2 Zentrale Megatrends
3.2.1 Individualisierung/ Selbstverwirklichung
3.2.2 Work Life Balance - Entgrenzung von Arbeit und Freizeit
3.3 Mitarbeiterloyalität

4 Unternehmensattraktivität als Erfolgsfaktor der Zukunft
4.1 Corporate Identity - nachhaltige Ausrichtung
4.2 Quantifizierung der Attraktivität
4.3 Employer Branding - starke Arbeitgebermarke

5 Schlussbetrachtung

Abkürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Laut einer Studie von KPMG1 sagen mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen, dass sie ein noch besseres Verständnis für die Generation Y Arbeitnehmer benötigen, nur fünf Prozent halten diese Gruppe für unwichtig für den Geschäftserfolg. In den Me- dien wird aber nur selten über den Wertewandel der unterschiedlichen Mitarbeitergene- rationen berichtet. Die Bedeutung der verschiedenen Merkmalsausprägungen der Gene- rationen wird für den Arbeitsmarkt und die Unternehmen nicht tiefer analysiert. Zu- künftig müssen sich Unternehmen viel stärker um ihre Außenwahrnehmung als Arbeit- geber kümmern und gleichzeitig von den eigenen Mitarbeitern als attraktiver Arbeitge- ber beurteilt werden. Diese Hausarbeit setzt sich mit der neuen Generation Arbeitneh- mer (Generation Y) auseinander und gibt gleichzeitig einen Hinweis für kleine und mit- telständische Unternehmen2 (Abk.: KMU) für dessen zukünftige Ausrichtung. Im ersten Teil werden die verschiedenen Generationen genauer definiert und ein Ausblick über deren Entwicklung gegeben. Der zweite Teil beginnt mit der zahlenmäßigen Bedeutung der Generation Y auf dem Arbeitsmarkt. Es folgt daraufhin der tiefere Einblick in die Wertevorstellungen mit der gleichzeitigen Bewertung der Chancen und Risiken für die KMU. Im darauffolgenden Abschnitt stehen das Zusammenspiel und die Machtbalance von Unternehmen und dem Arbeitnehmer im Mittelpunkt. Besonderer Fokus wird auf die Positionierung von Unternehmen in der Wahrnehmung auf dem umkämpften Ar- beitsmarkt gelegt. Die Schlussbetrachtung wird Möglichkeiten zur besseren Anpassung an die neue Generation Arbeitnehmer für kleine und mittelständische Unternehmen bei- spielhaft nennen und dazu Ideen aufzeigen.

2 Generationsbegriffe im Überblick

Der Begriff Generation ist definiert als ein Glied in der Geschlechterfolge; Gesamtheit der Menschen ungefähr gleicher Altersstufe.3 Im Folgenden sind die Geburtenjahrgänge von 1925 bis heute in vier Generationstypen eingeteilt. Die klare Abgrenzung der Jahr- gänge dient lediglich als Orientierungshilfe und stellt die Erfahrungen des vermeintli- chen Kollektivs wider. Es werden die generellen Wesen und Merkmale beschrieben.

2.1 Stille Generation

Die Bestimmung der Generationen in der Ökonomie beginnt mit dem Eintritt der „stil- len Generation“. Das US-amerikanische „Time“-Magazin gab den Geburtsjahrgängen 1925 - 1945 diesen Titel. Es waren Jahre, die von territorialen Besitzansprüchen, idea- listischen Vorstellungen von Volk und Führungsperson und Spaltung von Gemeinschaf- ten diktiert wurde. Die Neugeborenen sind geprägt von Machtherrschern wie Stalin (Sowjetunion), Mussolini (Italien), Franco (Spanien) und Hitler (Deutschland). Die während der Weltwirtschaftskrise und im Zweiten Weltkrieg Geborenen gelten als kon- ventionell, ernst, unentschlossen und unpolitisch.4 Die letzten Arbeitnehmer dieser Ge- nerationen treten jetzt und in den kommenden 10 Jahren aus dem Arbeitsleben, sodass 2020 der Anteil mit einem Prozent an der arbeitenden Bevölkerung nur noch gering sein wird. Aufgrund der Leistungen nach dem Krieg werden die o.g. Jahrgänge in der BRD auch als Aufbaugeneration bezeichnet. Mit der Definition gehen Merkmale wie Fleiß, Arbeitseifer und Belastbarkeit einher, durch deren Emsigkeit und Enthaltsamkeit das Wirtschaftswunder entstehen konnte.

2.2 Babyboomer

Die Generation der Babyboomer ist in der Nachkriegszeit aufgewachsen und findet sich in den Jahrgängen 1946 - 1964 wieder. Die politische und wirtschaftliche Situation war gekennzeichnet durch eine Linksorientierung und Märkten, die eher vom Warenmangel als vom Warenüberfluss gekennzeichnet waren. Für diese Generation gehörte es zum Alltag, auf ihr Hab und Gut zu achten. Für die Babyboomer ist Arbeit mehr Pflicht als Erlebnis, um die Versorgung der Familie sicherstellen zu können.5 Sie haben gelernt, dass viel Fleiß und ein überdurchschnittliches Maß an Leistungsfähigkeit einen sicheren Arbeitsplatz bedeuten. Sie stellen weltweit zurzeit noch fast 40 Prozent der Erwerbstäti- gen dar, werden 2020 aber nur noch die zweitstärkste Gruppe nach der Generation Y sein.6 Im Jahr 2005 stammen 21 der amtierenden 30 DAX Vorstände aus der Baby- boomer Generation.7 Es war die Generation, die mit den Werten Familie, Tradition und Religion brach. Tabula-Rasa-Aktionen stehen dafür: Auflehnung gegen Autoritäten, Individualität, Alleinerziehende, Kinderlose, Lebensabschnittsbeziehungen, erste Züge von Patchwork-Familien, Austritt aus Kirchen, gleichgeschlechtliche Beziehungen etc.8

2.3 Generation X

Der Begriff Generation X geht auf den Kanadier Douglas Coupland zurück, der in sei- nem gleichnamigen Buch (Generation X - Geschichten für eine immer schneller wer- dende Kultur (1992), die Jahrgänge von 1965 - 1976 als Null-Bock-Generation be- schrieb. In der BRD steht der Begriff allgemein für die Jugend der 90er-Jahre mit all ihren Ausdrucksformen.9 Charakteristisch für die Generation ist die überwiegend mate- rielle Sorgenfreiheit, die traditionelle Kernelemente wie Eltern, Familie und Arbeit nicht als Pflicht ansieht und gegenüber der Politik eine Distanz aufbaute. Die Kinder der 60er und 70er Jahre gehörten i.d.R. Familien an, in denen beide Elternteile erwerbstätig waren. Die dadurch fehlende Fürsorge und Anerkennung durch die Eltern, kann ein Grund für die immer stärker werdende Mechanisierung von Menschen sein. Aufgrund der kinderschwachen Elterngeneration stellen die Jahrgänge der Generation X heute und im Jahr 2020 weltweit die drittgrößte Gruppe der Erwerbstätigen dar.10 Fortan werden es die Generationen sein, die nicht mehr mit allen Sicherheiten rechnen können: Rente im Alter, soziales Gesundheitssystem, Kinderbetreuung, Urlaubs-/und Weihnachtgeld etc. Die große Masse ist orientiert auf eine private Vorsorge und eigenem Handeln. Es ergeben sich erste Anzeichen, dass man nicht nur für Geld arbeitet, sondern auch für das Gefühl von Bestätigung und das Streben nach persönlicher Entwicklung.11

2.4 Generation Y/ Millennials

Der Begriff Generation Y12 wurde erstmals im Jahre 1993 in einem Artikel der Fach- zeitschrift Ad Age verwendet.13 Die Generation wird durch die Geburtenjahrgänge 1977 - 1997 gebildet, die um die Jahrtausendwende (Millennium) ins Erwerbsleben eingestiegen sind, bzw. noch eintreten werden. Im Jahr 2020 wird sie die Hälfte der Arbeitnehmer ausmachen und damit die größte Personengruppe sein.14 Die kommenden Nachwuchskräfte betrachten die Arbeit als zentralen Bestandteil des Lebens und nicht als gesonderten Bereich, den sie mit ihrem Privatleben in Balance bringen müssen. Die Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit bestimmt maßgeblich wie zufrieden sie mit dem Job sind. Die Millennials werden die Generation mit dem höchsten Sozialbewusstsein und dem gleichzeitigen Bedürfnis hohen gesellschaftlichen Engagements sein.15 Wichtigster Be- standteil in der gesellschaftlichen und beruflichen Entwicklung ist das Verlangen nach kontinuierlichem und konstruktivem Feedback. „Diese Mitarbeiter wollen ständig Feedback. Sie wollen wissen, wo sie stehen und wie sie gesehen werden. Wenn eine Führungskraft nicht in der Lage ist, das zu geben, sind sie weg.“, sagt Robert Stroh- maier, Berater bei Conecta16.Von den Millennials wird v.a. eine enge Führung ge- wünscht, ganz im Sinne von Mentoring, Unterstützung und Orientierung. Carita Vallin- koski, Führungskraft beim Callcenter CCC AG zählt zur Generation Y auf: „Kaum Jo- bangst, extrem unbeschwert und sehr selbstbewusst, endlos dynamisch und energiegela- den, aber auch wesentlich aufbrausender und trotziger als ältere Mitarbeiter (…)Vielen fällt es schwer, Regeln einzuhalten und Anweisungen ohne Hintergrunderklärung zu akzeptieren. Das ist nicht die Generation, der man sagen kann: Das ist so - das haben wir schon immer so gemacht.“17 Es gibt aber auch andere Meinungen zu der Generati- on Y. Eine weitere Studie, bei der 16.500 Angestellte in den USA befragt wurden, stellt den Millennials ein eher dürftiges Arbeitszeugnis aus. "Sie wollen vor allem einen gemütlichen Job mit guter Bezahlung und viel Freizeit", resümiert Studienleiter Jean Twenge, Professor für Psychologie an der San Diego State University.18

3 Der Arbeitsmarkt in der Ära der Generation Y

Der Arbeitsmarkt der Zukunft wird geprägt sein vom Dialog auf dem Markt, zwischen Anbieter (ArbN) und Nachfragern (ArbG)19

3.1 Perspektiven von Arbeitskräftebedarf und - angebot

Der Bedarf an Arbeitskräften wird in den nächsten Jahren zunehmen. Bundesweit ergibt sich für das Jahr 2015 ein Bedarf an Arbeitskräften von etwa 37,3 - 37,6 Mio.20 Die Generation der Babyboomer wird größere Lücken hinterlassen, da diese in der Anzahl nicht durch die nachfolgenden Generationen ersetzt werden können. Das Arbeitskräfte- angebot wird aufgrund der Entwicklung schon bis 2015 auf knapp 37 Mio. sinken21. (laut einer Prognose des Institut für Arbeitsmarkt -/ und Berufsforschung, sind in dem Jahr 2010 rund 40,63 Mio. Menschen erwerbstätig) Nach einem rechnerischen Ver- gleich des Arbeitskräftebedarfs von Staat und Wirtschaft mit dem Arbeitskräfteangebot müsste sich in den nächsten Jahren der Sockel an Arbeitslosen verringern und ab 2015 gar auflösen. Dieses Ergebnis der Vollbeschäftigung wird aber kaum eintreten, da keine vollständige Übereinstimmung der angebotenen und der nachgefragten Qualifikationen zu erreichen ist. Es ist davon auszugehen, dass zunehmend ein Mangel an nachgefragten Qualifikationen eintreten wird, wenn das Angebot nicht erhöht werden kann. Durch die genannten Einflüsse wird eine Generation Arbeitnehmer auf den Markt treten, die ein Portfolio verschiedener Tätigkeiten ausüben, die sowohl in zeitlicher als auch berufli- cher Hinsicht variieren. Der Trend zur Höherqualifizierung wird sich in den kommen- den Jahren fortsetzen. Das Angebot an Arbeitskräften mit abgeschlossener Berufsaus- bildung wird den Bedarf an Arbeitskräften rechnerisch nahezu decken.22

[...]


1 KPMG = eines der führenden WIrtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen weltweit

2 KMU = nach der Definition der Europäischen Kommission: Kleinstunternehmen haben weniger als 10 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von max. 2 Mio. Euro. Für kleine Unternehmen beträgt die Mitarbeiteranzahl weniger als 50, bei einem Jahresumsatz von höchstens 10 Mio. Euro. Bei mittleren Unternehmen beträgt die Mitarbeiteranzahl weniger als 250, verbunden mit einem Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro. Die zentrale und dominante Person stellt i.d.R. der Eigentümer dar.

3 Vgl. Duden (24.Auflage), S. 444

4 Vgl. Meister, J.C.; Willyerd K. (2010), S.41

5 Vgl. Parment, A. (2009), S.23

6 Vgl. Meister, J.C.; Willyerd K. (2010), S.41

7 Vgl. Geißler, C. (2005)

8 Vgl. Wäscher, D. (2009), S. 8

9 Vgl. Bartels, I. (2002)

10 Vgl. Meister, J.C.; Willyerd K. (2010), S.41

11 Vgl. Wäscher, D. (2009), S. 15

12 Das „Y“ folgt dem „X“ im Alphabet, oft auch als „Generation Why“ definiert

13 Vgl. Parment, A. (2009), S. 15

14 Der Artikel von Jeanne C. Meister und Karie Willyerd im Harvard Business Manager (Mentoring für Millennials, Juli 2010) prognostiziert, das schon 2014 die Hälfte der Arbeitnehmer aus der Generation Y stammen

15 Vgl. Meister, J.C.; Willyerd K. (2010), S.41

16 Conecta = Wiener Schule der Organisationsberatung

17 Vgl. Gulnerits, K. ( Juni 2010)

18 Vgl. Möchel, A. (April 2010)

19 Vgl. Halser, P. (2007), S. 93

20 Vgl. Bund-Länder-Kommission (2002), S. 3

21 Vgl. ebd.

22 Vgl. Bund-Länder-Kommission (2002), S.5

Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640965953
ISBN (Buch)
9783640966370
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175551
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
Schlagworte
Generation Y Generation X Millenials Unternehmensattraktivität

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