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Wie lernen Kinder das Lernen?

Projektarbeit 2011 18 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Wie lernen Kinder das Lernen (in der Kita)?
1.1 Definition
1.2 Wie lemt das Gehim?

2 Lerntheorien
2.1 Behaviorismus
2.2 Kognitivismus
2.3 Konstruktivismus

3 Wie kann man Lernen greifen?
3.1 Kennzeichen des Lernens

4 Aspekte und Dichotomieen des Lernens
4.1 Dichotomieen
4.2 Aspekte

5 Spezielle Forderansatze
5.1 Konzentration
5.2 Autogenes Training
5.3 Metakognitiver Ansatz
5.4 WieKinder besserlernen
5.4.1 Flow-Theorie
5.4.2 Uben
5.4.3 Lernmotivation
5.4.4 Sprache (Immersionslernen)
5.4.5 Aktueller Diskurs

6 Wie entwickelt sich lernen?
6.1 Lernen durch Spiegelneurone
6.1.1 Definition
6.1.2 Wie lernt man durch Spiegelneurone?
6.1.3 Imitation und soziales Lernen
6.1.4 Bedeutung fur die Schule
6.1.5 Schlussfolgerungen

7 Lernen sichtbar machen
7.1 Lernwege sehen und gestalten
7.2 Verstandigung uber das Lernen
7.3 Wie man Denken sichtbar macht
7.4 Wie mache ich Lernen erfahrbar?

8 Schlussbemerkung

1 Wie lernen Kinder das Lernen (in der Kita)?

Liebe Web- Site- Besucherlnnen,

auf dieser Projekt- Homepage mochten wir ein spezifisches Anliegen des AWO Hortes Pye vorstellen.

Ein zentraler Wunsch der Mitarbeiterinnen ist es, die Schulerinnen und Schuler intensiver beim Lernen zu unterstutzen und ihnen mehr Anleitungen zum Erlernen des (selbstandigen) Lernens zu geben. Dazu haben wir uns mit der Theorie und praxis -relevanten Ansatzen zum Thema beschaftigt. Da das Thema ein enorme Spannbreite bietet, wird die vollstandige Ausarbeitung als Textdatei hier (inklusiv Literaturnachweisen und Erganzungen) bereitgestellt. Auch Fotos vom Hort sind zu sehen, diese wurden mit Genehmigung der Hortleiterin Frau Birgit Janke erstellt und durfen fur dieses Projekt verwendet werden. Die Bilder befinden sich auf der letzten Seite dieses Projekts als Links.

Viel SpaB beim Lernen,

die Projektgruppe.

In einem ersten Schritt wollen wir damit beginnen, uns dem Begriff „Lernen“ durch eine Definition zu nahern. Was bedeutet es eigentlich zu lernen? Wie lernt das Gehirn?

1.1 Definition

"durch Erfahrung entstandene Verhaltensanderungen und -moglichkeiten, die Organismen befahigen, aufgrund fruherer und weiterer Erfahrungen situationsangemessen zu reagieren. [...] Menschl. L. ist eine uberwiegend einsichtige, aktive, sozial vermittelte Aneignung von Kenntnissen." [1]

1.2 Wie lernt das Gehirn?

Der Organismus ist fortan aktiv, was grob bedeutet, dass wir unsere Nerven nicht standig in Bewegung halten mussen. Das Gehirn sucht nach Informationen, gelangt nichts in es hinein, stutzt es sich auf bereits vorhandene Informationen. Deshalb besteht es auch aus ca. 100 Milliarden

Neuronen.[2] Daraus ist fur die Schulpraxis zu folgem, dass Lemen an der Subjektivitat der Kinder vorbei nicht moglich ist. Folglich sind verschiedene (auch haptisch/taktile ) Bildungsangebote stark zu fordern (streicheln, in den Arm nehmen, bei alteren Kindern: praktisch orientiertes Lernen wie Laborschulen etc.). Durch Spiegelung werden Verhaltensweisen gelehrt, dadurch weifi das Kind, was das Verhaltensziel ist (Teleonomie). Siehe dazu auch Punkt 6.1.2 in dieser Arbeit.[3]

2 Lerntheorien

Um genauer zu verstehen, wie Lernen stattfindet, werden unten folgend Theorien aus der Forschung vorgestellt, um eine erweiterte Vorstellung vom Lernbegriff zu erhalten.

2.1 Behaviorismus

Das Gehirn ist wie ein passiver Behalter, Wissen wird abgelagert. Das Lernziel stellt eine korrekte Input-Output-Relation dar (auswendig lernen). Richtige Antworten durch Stimulus-Response- Aktion. Der Lehrer als Autoritat lehrt, dabei ist Feedback extern vorgegeben.

2.2 Konstruktivismus

Lernen ist ein aktiver Konstruktionsprozess. Lernprozess muss Interesse wecken konnen und an Anknupfungspunkte andocken. Das Gehirn fugt die neuronalen Informationsflusse von aufien in einem informationell geschlossenem System zusammen, es arbeitetet selbstreferenziell (auf sich selbst bezogen) und ist von aufien beeinflussbar, inwieweit, das legt es jedoch selbst fest. Der Lehrer tritt als Trainer auf.

Jeder erstellt sich seine eigene Wirklichkeit durch seine Sinne (vielseitige Anregung).

2.3 Kognitivismus

Gehirn verarbeitet Informationen wie ein Gerat. Es entwickelt richtige Methoden zur Antwortfindung. Blickwinkel ist hier die Problemlosung durch Beobachten und Helfen. Lehrer fungiert wie ein Tutor, Feedback wird extern kreiert.[4]

3 Wie kann man Lernen greifen?

Lernen bedeutet weiterhin, dass standig Informationen in das Gehirn gelangen (ca. 100 MB/sec), dabei nur 50 MB Output. Lernen ist im Prinzip nichts anderes als Neuronenfeuerung (Selbstorganisation des Gehirns). Dadurch geschieht eine Art Bahnung von Nerven. Das Gehirn lernt durch Erfahrung, die wir mit der Umwelt machen.[5] Lernen in Kitas und Schulen wird heute immer noch vom Gedanken Frobels getragen, dass Kinder durch Basteln, Malen und situative Erfahrungen kognitiv lemen.[6]

Um jetzt zu erfahren, wie Kinder das Lernen lernen konnen, mussen wir zuerst wissen, wie Lernen stattfindet. Wo fangt lernen an? Was sind die Kennzeichen des Lernens?

3.1 Kennzeichen des Lernens

- Individuell → unterschiedliche Strategien der Verarbeitung / Konstitution.
- Aktiv → als geistige Tatigkeit, manuelles Handeln, aktives Zuhoren, gedankliches Resumieren.
- Konstruktiv → Konvention von Zeichen, generalisieren und korrigieren.
- Kumulativ → Neues Wissen schliefit an bisher erworbenes an.
- Selbstreguliert → Autonomie des Lernenden → schnell, langsam, Lern-Vorgeschichte.
- Sozial und situativ → Lernen in authentischen Situationen → Motivation → Wohlfuhl- Lernumgebung (vgl. dazu auch die Definition in l.l).[7]

4 Aspekte und Dichotmieen (Widerspruche) der Lernforderung

Warum ist es eigentlich so schwer, den Konigsweg des Lernens zu formulieren? Dazu wollen wir uns etwas genauer die Aspekte und Widerspruche von Lernprozessen vergegenwartigen. Was ist genau darunter zu verstehen, warum gibt es Widerspruche und warum kann Lernen dennoch gelingen (Aspekte)?

4.1 Dichotomieen

- Beachten: der Lerngegenstand wird nicht eins zu eins im Denken projiziert. → MIch denke etwas anderes als du!M; "Verstehst du mich?M --> Gefuhle + Dinge = beijedem Kind anders ausgebildet.
- Prozesse planen wollen, die sich grundsatzlich dem Zugriff Anderer entziehen. → Lernen geschieht autonom (vgl. Systemtheorie von Luhmann - der Lernende selbst bestimmt, was er lernen will, bzw. welche Informationen er aufnimmt).
- Der Lernende mit seinen Voraussetzungen ist entscheidend fur den Lernprozess und -erfolg.

4.2 Aspekte

- ABER: Kognitiv ist jeder Mensch mit einem Suchsystem ausgestattet. Dazu Spitzer: „Gehirne sind dazu da, um Informationen aus der Umwelt aufzusaugen“. [8]
- Jedes Kind will die Welt verstehen und darin handeln. → Jeder von uns will z. B. geme wissen, was sich hinter einem Berg befindet, wenn er direkt vor ihm steht, ohne dass er eigentlich dort hin musste.
- Dazu bedarf es der Vermittlung → Kommunikation. → Mit dem Kind uber die Welt reden, versuchen, die Welt und Zusammenhange zu erklaren.
- Kinder mussen in ihren individuellen Lernprozessen unterstutzt werden.
- Das bedeutet vor allem: Kontexte, in denen Lernerfahrung gesammelt werden, auszuwahlen. Dazu gehort auch eine positive Atmosphare und die Erfahrung von Angenommenheit, Sicherheit und Verstandenheit.
- Wissensaufnahme funktioniert nicht nach dem Prinzip des Nurnberger Trichters. Heutiges Bulimie-Lernen in der Schule! Lehrer haben somit darauf zu achten, dass Schuler eigene Erfahrungen machen.[9]
- Jungen: bei ihnen schaltet der Hippocampus (der Eingang zum Gehirn) schnell ab, wenn die Informationen nicht abwechslungsreich sind (eintoniges Lernen). Verbesserung hier: Auswendiglernen durch andere Betonung der Worter oder in anderen Sprachen oder auch mal, indem man die Satze umstellt. Somit gelangen Informationen wieder ins Gehirn.[10]
- Angemessene Einordnung und Verknupfung von Erfahrung. Ebenso auch die Einordnung von Wissensstrangen in einen grofieren Zusammenhang.
- Gestaltung der Lernumgebung → Lernforderung → Lesen aus einer inneren Begehrung (selbsttatig). --> ohne Zwang! --> "Lies!"; "Willst du nicht mal ein Buch in die Hand nehmen?" --> Fuhrt zu Leseresistenz! Tipp!: Lautes Lesen → gleichzeitig den innerlich gelesenen Text eigens horen → Verbessert, das Gelesene zu verstehen. Auch: Leseanreize schaffen!
- Verschiedene Schwierigkeitsgrade und Lerntypen anbieten.
- Dazu: mehrere Lem- und Losungswege anbieten. Oder noch besser: Eigene Losungswege per Spafifaktor selber finden lassen. Stichwort: Spafi am Lernen.
- Den Lernenden beibringen, wie sie sich in ihrer Lernumgebung selbstandig zurechtfinden, oder wenigstens wissen, wie sie sich Orientierung verschaffen konnen. --> Bucherregal, Ruheplatz, Inhaltsverzeichnis, Raumplan etc.
- → dies erhoht ihre Bereitschaft, sich auf Erfahrungen einzulassen.
- Lernanreize schaffen, wie Atlanten, Lernspiele, Experimente etc.
- ABER AUCH: ungeplante Lernumgebungen schaffen: wie z. B. Ein Gang durch die Natur.

- → hier geht es vor allem um asthetische Bildung, will heifien, dass kognitive (geistige)
Lemprozesse durch Betrachtung oder Erfuhlen von etwas in Gang gesetzt werden (bewusst/unbewusst).[11] [12]
--> Ingangsetzen von Bildungsprozessen und Selbstreflexion.
- Remo Largo: „Kinder lernen nur von Kindern“.n Das Verinnerlichen und Einuben von Fahigkeiten erlernen Kinder mit anderen Kindern. Dies bildet Sprache und und soziale Kompetenz bei ihnen aus. Kinder brauchen eine Umgebung in der sie facettenreich tatkraftig, lebendig und frohlich werden konnen. Auch Nachbarn und enge Freunde → Das Denken und Bilden eines Berufs(wunsches) ermoglichen durch Nachfragen.[13]

[...]


[1] http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lerndefinitionen.shtml, 16.05.2010, 22:25.

[2] Vgl. Zaboura, Nadia, Das empathische Gehirn 75.

[3] Vgl. Jung, N., Vortrag Arbeitsgemeinschaft fur Psychoanalyse und Psychotherapie Berlin 2-3.

[4] Vgl. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lerndefinitionen.shtml, 08.01.2011.

[5] Vgl. Speck-Hamdan, Angelika, Wie Kinder lernen 4-5.

[6] Vgl. Gisbert, Kristin, Lernmethodische Kompetenz: Wie Kinder das Lernen lernen.

[7] Vgl. ebd.4-5.

[8] Spitzer, Manfred, zit. nach: Jung, N.,Vortrag Arbeitsgemeinschaft fur Psychoanalyse und Psychotherapie 2.

[9] Vgl. Speck-Hamdan, Angelika, Wie Kinder lernen 6.

[10] Vgl. Vgl. P.M. Magazin 01/2005.

[11] Vgl. Speck-Hamdan, Angelika, Wie Kinder lernen 6-7.

[12] http://www.fr-online.de/wissenschaft/-kinder-lemen-nur-von-kindern-/-/1472788/4923038/-/index.html, 08.01.2011, 23:11.

[13] Vgl. http://www.fr-online.de/wissenschaft/-kinder-lernen-nur-von-kindern-/-/1472788/4923038/-/index.html, 08.01.2011,23:11.

Details

Seiten
18
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640964598
ISBN (Buch)
9783640964925
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175430
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück – Erziehungs- und Kulturwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
kinder lernen

Autor

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Titel: Wie lernen Kinder das Lernen?