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Das Verhältnis von Friedrich Barbarossa zu Heinrich dem Löwen nach der Absetzung

Hausarbeit 2011 21 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Herkunft Friedrich Barbarossas und Heinrichs des Löwen
2.1 Die verwandtschaftlichen Verhältnisse
2.2 Der Staufer-Welfen-Konflikt

3 Die Gründe für den Fall Heinrichs des Löwen 1180

4 Die Zeit nach der Absetzung

5 Das erste Exil
5.1 Die Zeit des ersten Exils
5.2 Das Mainzer Hoffest 1184
5.3 Rückkehr ins Reich

6 Die Zeit nach dem ersten Exil bis zum Tod Barbarossas
6.1 Heinrichs Aufenthalt im Reich
6.2 Das zweite Exil - nur ein Vorwand?

7 Fazit

8 Quellenverzeichnis

9 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Beschäftigt man sich mit der mitteleuropäischen Politik des 12. Jahrhunderts, stolpert man zwangsläufig über die beiden Namen Friedrich Barbarossa und Heinrich der Löwe. Beide Herrscher zählen zu den wohl mächtigsten Männern jener Zeit; Barbarossa wurde 1152 zum König gekrönt und war von 1155 bis 1190 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches1, während Heinrich eine lange Zeit über die großen Herzogtümer Bayern und Sachsen regierte.2 Die Be- ziehung der beiden hatte für die politischen Entwicklungen des 12. Jahrhunderts einen enor- men Stellenwert und ist somit für die historischen Forscher von großem Interesse. Die beiden Vettern, Barbarossa und Heinrich der Löwe, stammten aus den unterschiedlichen Adelsge- schlechtern der Welfen bzw. der Staufer. Allein diese angeborene Situation einer engen Blutsverwandtschaft im Kontrast zur Herkunft aus vermeintlich verfeindeten, konkurrieren- den Dynastien wecken ein hohes Interesse am Verhältnis zwischen Barbarossa und Heinrich.3 Aber besonders der politische Werdegang Heinrichs des Löwen, der sich selbst in seiner höchsten Amtszeit einem König gleichsetzte, und Barbarossas, der als Kaiser eigentlich einen höheren Rang innehatte, prägten das Verhältnis stark.

Die vorliegende Hausarbeit thematisiert eben diese Beziehung zwischen Herzog und Kaiser mit einem Fokus auf die Zeit nach 1180 - dem Jahr, in dem Herzog Heinrich abgesetzt und entmachtet wurde. Dabei wird in Form von einem Exkurs zunächst die Abstammung beider Männer, über die es eine Vielzahl an Quellen und Überlieferungen gibt, beschrieben und er- klärt, inwiefern die Herkunft für das Verhältnis der beiden Fürsten zueinander relevant ist. Nach einer kurzen Präsentation der Gründe für die Entmachtung Heinrichs des Löwen wird die Zeit nach der Absetzung behandelt, unterteilt in drei Themenschwerpunkte: die unmittel- baren Ereignisse nach dem Prozess, die erste Exilzeit Heinrichs - insbesondere die Fragestel- lung, welche Gründe einer Wiedereinsetzung des Welfen am Mainzer Hoffest 1184 im Weg standen - und die Entwicklung nach dem Exil bis zum Aufbruch Barbarossas zum Kreuzzug nach Jerusalem 1189 und seinem Tod ein Jahr später.

Die Quellenlage zum Hausarbeitsthema „Das Verhältnis von Friedrich Barbarossa zu Hein- rich dem Löwen nach der Absetzung“ ist recht dürftig, da die meisten überlieferten Quellen zwar die politischen Vorgänge und Geschehnisse dokumentieren, auf die persönlichen Motive jedoch weniger eingehen und dann zumeist nur in überaus subjektiver Weise. Als fundamen- tal wichtige Quellen über Heinrich den Löwen und Friedrich Barbarossa seien insbesondere die Slawenchroniken der Geschichtsschreiber Helmold von Bosau4 und Arnold von Lübeck5 sowie die Chronik Ottos von St. Blasien6 erwähnt.7 Diese prägenden Quellen haben einen enormen Einfluss auf die moderne Geschichtsforschung zum 12. und 13. Jahrhundert, da ins- besondere Arnold, zeitweise Mönch in Braunschweig und Abt in Lübeck, als Zeitgenosse mit engem Kontakt zum welfischen Hof sehr ausführlich die wichtigsten Ereignisse rund um die Absetzung Heinrichs des Löwen darlegt.8 Über die Glaubwürdigkeit der Geschichtsschreiber, ganz besonders Arnolds von Lübeck, wird in der Forschung jedoch häufig kritisch diskutiert. Zwar hatte Arnold in der Tat durch seine Nähe zum Hof die nötigen Zugangsmöglichkeiten und gab in seiner Chronik zweifellos eine Fülle an Informationen über Leben und Wirken Heinrichs des Löwen wieder, doch ist es naheliegend, dass er bewusst versuchte, den Welfen in ein möglichst positives Licht zu rücken. Da darüber hinaus häufig Widersprüche mit ande- ren Quellen auftauchen, sind Arnolds Aussagen mit besonderer Vorsicht zu werten.9

Über die Jahre von Friedrich Barbarossa und Heinrich dem Löwen nach 1180 ist intensiv in der Forschung diskutiert worden. Viele Wissenschaftler haben Quellen gesammelt, interpre- tiert und entsprechende Thesen aufgestellt. Man könnte meinen, bei einem so hohen For- schungsinteresse, wie es zu Heinrich und Friedrich besteht, könne man sich heute über die Abläufe und Motive einig sein, doch existieren bis heute Forschungsdiskurse und Meinungs- verschiedenheiten. Brisante Fragen der Mediävistik zum 12. Jahrhundert gibt es unter ande- rem in Bezug auf die Existenz und das Verhältnis der dynastischen Familien der Staufer und der Welfen. Auch kontrovers diskutiert wird die These, dass das Exil, in das Heinrich der Löwe 1181 geschickt wurde, von unbefristeter Natur war.10

2 Die Herkunft Friedrich Barbarossas und Heinrichs des Löwen

2.1 Die verwandtschaftlichen Verhältnisse

Um das Verhältnis von Friedrich Barbarossa und Heinrich dem Löwen, ihr Verhalten dem jeweils anderen gegenüber und ihre Entscheidungen im gesamten Verlauf ihres Lebens nachvollziehen und verste- hen zu können, ist es unverzichtbar, sich ihrer familiären Her- kunft im Klaren zu sein. Dabei wird bei einem Blick auf einen Stammbaum die nahe Blutsverwandtschaft schnell deutlich.

Beide Männer sind Enkel von Heinrich dem Schwarzen, sei- nerzeit Herzog von Bayern und Sohn von Welf IV., ebenfalls zu

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Stammtafelauszug der jüngeren Welfen (nach Ehlers)

Lebzeiten Herr im Herzogtum Bayern. Aus der Ehe von Heinrich dem Schwarzen und Wulf- hild Billung gingen unter anderem der Sohn Heinrich der Stolze, Herzog von Bayern und Sachsen, und die Tochter Judith hervor. Während Heinrich der Stolze mit seiner Gattin Ger- trud von Süpplingenburg und ihrem gemeinsamen Sohn Heinrich dem Löwen die welfische Linie fortsetzten, heiratete die 1130/31 geborene Judith Friedrich II. von Staufen, Herzog von Schwaben, und bekam mit ihm den späteren, staufischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa zum Sohn (vgl. Abb. 1: Stammtafelauszug der jüngeren Welfen).11

2.2 Der Staufer-Welfen-Konflikt

Die Beziehung der beiden Dynastien, aus denen die beiden Vettern stammten, ist ein wichti- ges Thema in der Geschichtsforschung, insbesondere derer, die sich mit Deutschland im 12. Jahrhundert beschäftigt. Wissenschaftler sprechen von großer Konkurrenz und starren Ge- gensätzen, von zwei unterschiedlichen Adelshäusern, die sich strikt feindlich gegenüberstan- den.12 Als Beleg für diese These gilt etwa ein bekannter Bericht des Geschichtsschreibers Otto von Freising, in dem „von den beiden großen miteinander rivalisierenden Geschlechtern im Reich, den Heinrichen von Waiblingen und den Welfen von Altdorf, deren Gegensatz den inneren Frieden immer wieder gestört habe“,13 gesprochen wird. Jüngste Ergebnisse der For- schung zeigen jedoch, dass die Vorstellung von zwei klar getrennten und in sich geschlosse- nen, miteinander verfeindeten Dynastien keineswegs zeitgenössisch zu sein scheint; vielmehr ist dieses Bild erst in der modernen Wissenschaft entstanden. So lassen sich in den Quellen bei näherem Betrachten eine Fülle von Hinweisen finden, die an der Existenz von zwei sich intern zusammengehörig fühlenden Adelsdynastien zweifeln lassen. Für das Selbstverständnis der Staufer ist bereits die Entdeckung interessant, dass der Terminus „Staufer“ erstmals 1260 in einer Quelle nachzuweisen ist. Lediglich die Bezeichnung „von Staufen“ ist zeitgenössisch für das 12. Jahrhundert - allerdings nur als Beiname und gebräuchlich für nicht mehr als ins- gesamt drei Herzöge.14

Insgesamt war das Mittelalter nicht geprägt von einem starken und stabilen dynastischem Fa- milienbewusstsein15 und auch für den Fall der Welfen und Staufer muss man davon ausgehen, dass das zeitgenössische Selbstverständnis nicht oder nur in geringem Maße von einem fami- liären Gefühl des Zusammenhalts beeinflusst wurde. Ein wichtiger Hinweis für diese These ist die Tatsache, dass man von keiner der beiden mittelalterlichen Herrscherhäuser eine Be- gräbnisstätte für sämtliche Angehörige hat finden können.16 Da auch die beiden Männer Hein- rich der Löwe und Friedrich Barbarossa sich ihrer Adelsgeschlechter - Heinrich der Löwe als Welfe und Friedrich Barbarossa als Staufer väterlicherseits, aber auch als Welfe mütterlicher- seits - zwar bewusst waren, diese Tatsache jedoch weitestgehend nur eine geringe Relevanz für sie einnahm,17 sind ihre Ziele und ihre Beziehung zueinander nicht unter dem Rahmen ihrer dynastischen Herkunft zu sehen, sondern unter der Ausgangslage zweier Individuen mit auf die Einzelperson bezogenem Selbstverständnis, eigenen Zielen und politischen wie auch persönlichen Ambitionen.

3 Die Gründe für den Fall Heinrichs des Löwen 1180

Als einleitendes Ereignis für den Untergang Heinrichs des Löwen und eine Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Kaiser und Herzog sehen viele Forscher den sogenannten Kniefall von Chiavenna. So trafen sich die beiden Vettern um 1176 und verhandelten über die Teil- nahme Heinrichs am fünften Italienfeldzug Friedrichs. Heinrich erklärte sich auf diesem Zu- sammentreffen bereit, den Kaiser materiell zu unterstützen und stellte ihm Truppen zur Seite, verweigerte aber aufgrund angeblicher Vergreisung seiner Person die persönliche Teilnahme an der Heerfahrt. Lediglich unter der Bedingung, die Reichsvogtei in Goslar zu erhalten, wür- de er den Wunsch des Kaisers erfüllen.18 Dies schlug Friedrich aus, sank jedoch, sofern man Arnold von Lübeck Glauben schenken darf, vor seinem Vetter auf die Knie und flehte ihn vergeblich um Hilfe an.19

Der eigentliche Prozess zur Absetzung Heinrichs begann nur wenige Jahre nach diesem Vor- fall und Friedrichs Scheitern beim Italienfeldzug, den er ohne Heinrich hatte antreten müssen. Einen kurzen und dennoch vollständigen Überblick über den Verlauf des Gerichtsverfahrens und die Urteilsbegründung gibt die Narratio der Gelnhäuser Urkunde wieder, die am 13. April 1180 ausgestellt wurde und die Aufteilung des Herzogtums Sachsen zum Kerninhalt hat:

„Also sollen es alle Diener des Reiches, die gegenwärtigen wie die zukünftigen, wissen, wie Heinrich, ehemals Herzog von Bayern und Westfalen, weil er die Freiheit der Kir- chen Gottes und des Adels unseres Reiches durch Wegnahme ihrer Güter und durch Kränkung ihrer Rechte schwer verletzt hat, auf dringende Klage der Fürsten und der Mehrzahl der Adligen hin für das Unrecht, das er ihnen zugefügt hat, wie auch für die uns verschiedentlich bewiesene Nichtachtung, vor allem aber wegen offenbarer Majestätsver- letzung nach Lehnsrecht dreimal entsprechend der Vorschrift des Gesetzes vor unser Au- ge gerufen, sich ferngehalten und auch keinen Bevollmächtigten entsandt hat, in die Acht erklärt worden ist und dadurch seine Herzogtümer Bayern und Westfalen und Engern wie alle Reichslehen ihm auf feierlichem Hoftage zu Würzburg abgesprochen und unserem Recht und unserer Macht übergeben worden sind. Er wurde von unserer Majestät gerufen und verschmähte zu erscheinen. Durch dieses Versäumnis verfiel er dem Urteilsspruche der Fürsten und der Schwaben seines Standes und unserem Banne, aber selbst daraufhin ließ er nicht ab, gegen die Kirchen Gottes und Recht und Freiheit der Fürsten und des Adels hart anzugehen.“20

[...]


1 Vgl. E. Maschke, Kaiser Friedrich I., in: H. Heimpel u.a. (Hg.), Die Großen Deutschen. Deutsche Biographie 1, Berlin 1956, S. 70.

2 Vgl. C. Erdmann, Der Prozess Heinrichs des Löwen, in: T. Mayer u.a. (Hg.), Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters (Schriften des Reichsinstituts für ältere deutsche Geschichtskunde 9), S. 275.

3 Vgl. T. Mayer, Friedrich I. und Heinrich der Löwe, in: T. Mayer u.a. (Hg.), Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters (Schriften des Reichsinstituts für ältere deutsche Geschichtskunde 9), S. 367-368.

4 Vgl. Helmoldi Presbyteri Bozoviensis Cronica Slavorum, ed. B. Schmeidler (MGH SS rer. Germ. in us. schol. 32), Hannover ³1937.

5 Vgl. Arnoldi Chronica Slavorum, ed. G. H. Pertz (MGH SS rer. Germ. in us. schol. 14), Hannover 1868.

6 Vgl. Ottonis de Sancto Blasio Chronica, ed. A. Hofmeister (MGH SS rer. Germ. in us. schol. 47), Hannover 1912.

7 Vgl. J. Ehlers, Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter (Persönlichkeit und Geschichte 154/55), Göttingen/Zürich 1997, S. 138.

8 Vgl. S. Weinfurter, Heinrich der Löwe und Friedrich Barbarossa, in: Oberbayrisches Archiv 120 (1996), S. 192.

9 Vgl. J. Laudage, Friedrich Barbarossa. Eine Biografie, Regensburg 2009, S. 306. Laudages Text hier nur als Beispiel für Arnolds lückenhafte Ausführungen zum Mainzer Hoffest. Viele andere Historiker lassen in ihren Schriften ähnliche Skepsis Arnold gegenüber walten.

10 Vgl. O. Engels, Zur Entmachtung Heinrichs des Löwen, in: E. Meuthen u. S. Weinfurter (Hg.), Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Sigmaringen 1988, S. 120-121. Engels analysiert mit seinem Text mehrere Quellen, die Informationen über das Urteil hergeben. Des Weiteren führt er jeweils Argumente die für und die gegen die Theorie einer befristeten Exilzeit sprechen. Zu einem klaren Ergebnis kommt er nicht, da die ihm vorliegende Quellenlage im Gesamtkontext keinen eindeutigen Schluss zulässt.

11 Vgl. Ehlers, Heinrich der Löwe, S. 132.

12 Vgl. W. Hechberger, Die Vorstellung vom staufisch-welfischen Gegensatz im 12. Jahrhundert. Zur Analyse und Kritik einer Deutung, in: J. Fried und O. G. Oexle (Hg.), Heinrich der Löwe. Herrschaft und Repräsentation (VF 57), Stuttgart 2003, S. 381-382.

13 K. Jordan, Friedrich Barbarossa und Heinrich der Löwe, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 117 (1981), S. 61.

14 Vgl. Hechberger, Die Vorstellung vom staufisch-welfischen Gegensatz im 12. Jahrhundert, S. 387-388.

15 Vgl. ebd., S. 386.

16 Vgl. ebd., S. 401.

17 Vgl. Hechberger, Die Vorstellung vom staufisch-welfischen Gegensatz im 12. Jahrhundert, S. 401. Gegenansätze, die einen Fokus auf eine Konkurrenz beider Adelshäuser legen, gibt es in der Forschung genügend. Eine Gegenüberstellung oder weiterführende Gedanken zum Staufer-Welfen-Konflikt sind nicht Thema dieser Arbeit; zur weiterführenden Lektüre vgl. W. Hechberger u. F. Schuller (Hg.), Staufer und Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter, Regensburg 2009.

18 Vgl. J. P. Stöckel, Die Weigerung Heinrichs des Löwen zu Chiavenna (1176). Ein Beitrag zum Heerfahrtswesen der frühen Stauferzeit, in: ZfG 42,10 (1994), S. 880.

19 Vgl. Chronica Slavorum, ed. G. H. Pertz (MGH SS rer. Germ. in us. schol. 14), Hannover 1868, S. 34-36. 7

20 Im Original: Proinde tam presentium quam futurorum imperii fidelium noverit universitas, qualiter Heinricus quondam dux Bawarie et Westfalie eo, quod ecclesiarum die et nobilium imperii libertatem possessiones eorum occupando et iura ipsorum imminuendo graviter oppresserat, ex instanti principum querimonia et plurimorum nobilium, quia citacione vocatus maiestati nostre presentari contempserit et pro hac contumacia principum et sue condicionis Sueuorum proscriptionis nostre inciderit sentenciam, deinde quoniam in ecclesias dei et principum ac nobilium iura et libertatem crassari non destitit, tam pro illorum iniuria quam pro multiplici contemptu nobis exhibito ac precipue pro evidenti reatu maiestatis sub feodali iure legitimo trino edicto ad nostram citatus audientiam eo, quod se absentasset nec aliquem pro se misisset responsalam, contumax iudicatus est, ac proinde tam ducatus Bawarie quam Westfalia et Angarie quam etiam universa, que ab imperio tenuit, beneficia per unanimem principum sentenciam in sollempni curia Wirziburc celebrate ei abiudicata sunt nostroque iuri addicta et potestati. Nos itaque habita cum principibus deliberation communi ipsorum consilio ducatum, qui dicitur Westfalie et Angarie, in duo divisimus et consideration meritorum, quibus dilectus princeps noster Phylippus Coloniensis archiepiscopus ob honorem imperialis corone promovendum et manutenendem nec rerum dispendia nee persone formidans pericula gratie imperialis promeruit privilegium, unam partem, eam videlicet, que in episcopatum Coloniensem et per totum Pathebrunnensem episcopatum protendebatur, cum omni iure et iurisdicione, videlicet cum comitatibus, cum advocatiis, cum conductibus, cum mansis, cum curtibus, cum beneficiis, cum ministerialibus, cum mancipiis et cum omnibus ad eundem ducatum pertinentibus ecclesie Coloniensi legitimo donationis titulo imperatorial liberalitate contulimus. Friderici I. Diplomata. Inde ab a. MCLXVIII. usque ad a. MCLXXX., ed. H. Appelt (MGH DD F I 10,3), Hannover 1985, Nr. 795, S. 362-363. Übersetzung aus: W. Lautemann, Die Gelnhäuser Urkunde, 13. April 1180, in: ders. (Hg.), Mittelalter (Geschichte in Quellen 2), München 1970, Nr. 385, S. 444-445. Für weitere Informationen zum Prozess der Absetzung vgl. J. Ehlers, Heinrich der Löwe, S. 104-111 und Weinfurter, Heinrich der Löwe und Friedrich Barbarossa, S. 191-203.

Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640960644
ISBN (Buch)
9783640961108
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v175205
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Historisches Institut
Note
2,3
Schlagworte
heinrich löwe friedrich barbarossa absetzung Mainzer Hoftag Staufer Welfe Hoffest

Autor

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