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Alfred Hitchcocks "Psycho" in Bezug zu Robert Blochs gleichnamigen Roman als Vorlage für den Film

Hausarbeit 2009 14 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Edward Gein

Norman Bates

Gemeinsamkeiten Bates und Gein

Rolle der Nahrungsaufnahme

Verschlusselte Hinweise

Vergleich mit der Buchvorlage

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Der Spielfilm „Psycho“ von Alfred Hitchcock aus dem Jahr I960 zahlt zu den bedeu- tendsten Klassikem der Filmgeschichte. Er gilt als zentrales Werk von Hitchcock. Der Thriller mit Hitchcocks niedrigsten Produktionskosten, da er ihn als TV Produktion drehte, ist der wohl meist zitierte Film aller Zeiten.

Als Inspiration fur diesen Film diente Alfred Hitchcock der gleichnamige Roman von Robert Bloch. Dieser Roman entstand wiederum in Anlehnung an Edward Gein, der als nekrophiler und kannibalischer Serienmorder in den 1950er Jahren bekannt wurde. Bevor spater auf die Figur Norman Bates im Film „Psycho“ eingegangen wird, wird die reale Geschichte von Ed Gein erlautert, um in einem anschlieBenden kurzen Ver- gleich die Gemeinsamkeiten der Filmrolle Norman Bates und der realen Person Ed Gein aufzugreifen.

Weiterhin wird die Gier des Norman Bates und die Bedeutung des Essens im Film beschrieben. Andeutungen im Film, die mit Kannibalismus und Nekrophilie zu tun haben, im Zusammenhang mit dem Fall Ed Gein, werden aufgezeigt. AnschlieBend wird noch auf den Stil Alfred Hitchcocks in Bezug auf verschlusselte Andeutungen und Hinweise bzw. abstrakte Darstellungsweisen aufmerksam gemacht. Ein kurzer Vergleich mit der Buchvorlage von Robert Bloch leitet zum abschlieBenden Fazit uber.

Edward Gein

Edward Gein lebte von 1906 bis 1984. In den zwanziger Jahren wuchs er in Plainfield, einer kleinen Gemeinde in Wisconsin, auf. Er ist als Kannibale und Leichenschander bekannt geworden. Uber sich selbst sagte er, er sei ein Grabschander, Morder, und auch Transvestit. Aus Leichenteilen fertigte er sich Kleidungsstucke, Masken und ver- schiedene Uberzuge und Teilstucke fur Mobel.

Fur Nachbarn, Bekannte und Freunde war der als Sonderling bekannte Ed ein ,,Mad- chen fur alles“. So zum Beispiel war er als ein vertrauenswurdiger und verlasslicher Babysitter bekannt.

Die Mutmafiung, dass er fur das Verschwinden mehrerer Frauen in der Umgebung ver- antwortlich sei, blieb in der Gegend immer nur Klatsch und Tratsch. Man verdachtigte ihn nicht ernsthaft. (vgl. Farin und Schmid 1996, S.42)

Der Mann, der frische Graber schandete, der bei Vollmond mordete, Frauen kopf- te und sie ausweidete, der in seinem einsamen Farmhaus mit Leichenhaaren ge- schmuckt herumtollte, die mit Biberol behandelten Masken aus der Gesichtshaut seiner Opfer, eine Weste aus weiblichen Brusten und Gamaschen aus Streifen weib- licher Beinhaut uberzog - dieser Mann war eben der unscheinbare Eddie Gein, ein Typ, den man fur Botengange und Gelegenheitsarbeiten anheuerte. (Farin und Schmid 1996, S.42)

Soweit bekannt ist, erlebten er und sein Bruder Henry bei ihrer verwitweten Mutter eine fast normale Kindheit, und beide halfen bei den anfallenden Arbeiten auf der grofien Farm. Meist wurden sie mit der Farmarbeit ausreichend von ihrer religiosen und dominanten Mutter beschaftigt. Diese hinderte ihre Sohne daran zu heiraten und hatte genaue Vorstellungen „von dem, was Sunde war.“ (Farin und Schmid 1996, S.43) Hauptsachlich ging es dabei um die Sunde der menschlichen Sexualitat. Frauenbe- kanntschaften waren Edward und Henry nicht erlaubt.

Ed Gein blieb nach dem Tod seines Bruders bei einem Waldbrand und dem todlichen Schlaganfall seiner Mutter alleine zuruck. Er gab die Bewirtschaftung der Farm auf und verriegelte das obere Stockwerk der Farm, welches seine Mutter bewohnt hatte. Nach und nach begann er sich Leichen zu verschaffen, um ,,medizinische Experimen- te“ (vgl. Farin und Schmid 1996, S. 43) zu machen.

Des Weiteren nahm sein Verlangen, selbst eine Frau zu sein, immer starker zu. Im konservativen mittleren Westen war so etwas zu dieser Zeit jedoch undenkbar, und so wollte er zumindest wie eine Frau aussehen konnen. Diese Moglichkeit verschaffte er sich mittels seiner aus Leichenteilen und Menschenhaut angefertigten Masken und Anzuge. (vgl. Murakami 2003, S. 327)

Nachdem sein Freund, der ihm beim Ausgraben von Leichen behilflich war, in eine Anstalt eingeliefert wurde, begann Ed Gein zu morden, um sich nun auf diese Weise die Leichen zu beschaffen. Er selbst schien (nach seiner Festnahme) an seine Taten nur sehr wenige Erinnerun- gen zu haben und befand sich in einer Art Rauschzustand wahrend er mordete. (vgl. Farin und Schmid 1996, S. 45)

In einem Gerichtsverfahren wurde Edward Gein 1958 als kriminell und geisteskrank erklart und ins Central State Hospital in Waupun eingewiesen. Zwanzig Jahre spater wurde er ins Mendota Mental Health Institute verlegt und starb dort mit 77 Jahren an Krebs. (vgl. Murakami 2003, S.328)

Den Autor des Romans „Psycho“ interessierte daran besonders, dass Ed Gein in seiner land- lichen Umgebung, wo jeder jeden zu kennen glaubt, so erfolgreich und unauffallig in seinen Taten sein konnte.

Die Vorstellung faszinierte mich derart, dass ich sofort daran ging, einen Roman uber einen solchen Charakter zu schreiben. Um ihn mit einer Ansammlung mog- licher Opfer zu versorgen, entschied ich, dass er ein Motelangestellter sein muss- te. Dann kam die heikle Frage danach, was in ihm vorging - die Frage nach der Motivation. Der Odipuskomplex schien eine richtige Antwort und die Sache mit dem Transvestitentum eine logische Folge. Der Roman, der daraus entstand, war Psycho. (Farin und Schmid 1996, S.46)

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Details

Seiten
14
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640950669
ISBN (Buch)
9783640950270
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v174389
Institution / Hochschule
ecosign/Akademie für Gestaltung
Note
2,3
Schlagworte
Alfred Hitchcock Psycho Edward Gein Norman Bates Film Robert Bloch Kannibalismus

Autor

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Titel: Alfred Hitchcocks "Psycho" in Bezug zu Robert Blochs gleichnamigen Roman als Vorlage für den Film