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Reformen der Wertpapierbesteuerung für österreichische Privatanleger

Seminararbeit 2011 20 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract:

1. Reformen der Wertpapierbesteuerung für österreichische Privatanleger

2. Welche Konsequenzen hat die neue Besteuerung für den Anleger?
2.1 Genauere Erläuterung der Wertpapierarten und ihrer Besteuerung
2.1.1 Aktie
2.1.2 Fonds
2.1.3 Schuldverschreibungen
2.1.4 Zertifikate
2.1.5 Derivate

3 Gründe für die neue Wertpapierreform

4 Kritische Stimmen

5 Momentane Lage

6 Stimmung der Marktteilnehmer

7 Zusammenfassung

8 Eigene Meinung

9 Quellenverzeichnis
9.1 Literaturquellen
9.2 Internetquellen
9.3 Sonstige Quellen

Abstract:

Das neue Budgetbegleitgesetz 2011 bringt wesentliche Veränderungen bei der Wertpapierbesteuerung für österreichische Privatanleger mit. Konkret werden Kursgewinne von Kapitalvermögen und Derivaten mit einer 25% Kapitalertragsteuer endbesteuert. Die Behaltedauer soll daher keine Rolle mehr spielen. Ganz reibungslos konnte die Regierung das neue Gesetz auch nicht verabschieden. Denn bevor das Gesetz beschlossen wurde, gab es schon viele kritische Stimmen und nach dem Erlass sogar eine Sammelklage beim Verfassungsgerichtshof von den mächtigen Lobbyisten, den Kreditinstituten.

1. Reformen der Wertpapierbesteuerung für österreichische Privatanleger[1]

Seit dem 1. Jänner 2011 tritt das neue Budgetbegleitgesetz 2011 in Kraft. Diese neue Gesetzesänderung beinhaltet eine Reform der Wertpapierbesteuerung für österreichische Privatanleger.

Die neue Wertpapierbesteuerung betrifft Kursgewinne von Kapitalvermögen und Derivaten. Diese Wertpapiere werden durch eine 25% Kapitalertragsteuer oder kurz KESt, wie herkömmliche Sparbücher abgegolten. Der KESt- Abzug wiederum erfolgt erst am 1. Oktober dieses Jahres.

Konkret heißt es, dass nicht nur Zinsen und Dividenden, sondern auch Kursgewinne der 25% Kapitalertragsteuer unterliegen, wobei die Behaltedauer keine Rolle mehr spielt. Desweiteren werden Kursverluste nur durch eine Steuererklärung beim Finanzamt frühestens am Anfang nächsten Jahres entgegen gerechnet.

Bisher wurden Stückzinsen, die der Anleihekäufer bei unterjähriger Erwerb zu bezahlen hat, mit einem KESt Gutschrift entgegen gerechnet. Diese herkömmliche KESt-Gutschrift-Lastschrift wird ab. 1.10.2011 abgeschafft.

Seit 1.1.2011 wird auch die steuerliche Absetzung für Wohnbauanleihen und junge Aktien, die eingeführt wurden um die Wohnbau und Unternehmen zu fördern, ebenso abgeschafft.

2. Welche Konsequenzen hat die neue Besteuerung für den Anleger?

Wie in der Abbildung 1 ersichtlich ist, sind folgende Szenarien möglich: Abbildung 1: Szenearien für den Anleger

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die vereinfachte Abbildung zeigt, dass der Gesetzgeber hauptsächlich zwei große Unterscheidungen gemacht hat. Der KESt-Abzug erfolgt bei realisierten Kursgewinnen aus Aktien und Fonds, die ab dem 1. Jänner 2011 gekauft sind und erst nach dem 30. September 2011 verkauft werden.

Die genauere Fondsbesteuerung, die generell etwas komplizierter war, wird durch die neue Reform leider nicht wirklich vereinfacht und wird im Kapitel 2.1.2 noch genauer erläutert.

Die zweite Gruppe, Forderungswertpapiere und Derivate hingegen, haben vom Gesetzesgeber eine kurze Galgenfrist bis 1. Oktober 2011 erhalten. Erwerb und Veräußerung nach diesem Zeitpunkt wird durch den KESt Abzug automatisch endbesteuert. Realisierte Kursgewinne sind steuerfrei, wenn der Kaufzeitpunkt vor dem 1. Oktober 2011 ist, und die 1 -jährige Spekulationsfrist eingehalten wurde.

Alle anderen Erwerbs und Veräußerungszeitpunkten unterliegen der alten Regelung. Diese besagt, dass Wertpapiergeschäfte generell steuerfrei sind, wenn das Wertpapier länger als ein Jahr gehalten wurde. Diese Jahresfrist ist auch als Spekulationsfrist gemäß §30(1) EStG bekannt. Veräußerung innerhalb der Frist wird mit der Einkommenssteuer besteuert und musste vom Anleger selber abgeführt werden.

Im nächsten Kapitel wird die Besteuerung der Wertpapiere detailierter dargestellt.

2.1 Genauere Erläuterung der Wertpapierarten und ihrer Besteuerung

Im „Kapitel 2" wurden einige Wertpapiere wie Aktien, Fonds, Anleihen und Derivaten mehrmals erwähnt. Diese werden hier ausführlicher behandelt und vor allem wie die besteuert werden.

2.1.1 Aktie

Die Aktie verbrieft eine Mitgliedschaft eines Gesellschafters in einer AG. Durch die Ausgabe von Aktien bringt eine AG Grundkapital ein. Der Besitzer der Aktie oder auch Aktionär genannt ist mit dem Erwerb der Aktie Eigentümer des Unternehmens und wird für seine Risikobeteiligung mit der Dividende belohnt. Diese Gewinnausschüttung hängt von der wirtschaftlichen Lage der Aktiengesellschaft ab. Laut einer Umfrage des Linzers Marktforschungsinstitutes „Spectra" halten 6% der Österreicher Aktien.[2]

[...]


[1] Brokerservice Raiffeisen OÖ: http://www.boerse-live.at/eBusmess/blive_template1/212251493524270627- NA-698101085122025837-NA-NA-NA-NA-NA.html (10.3.2011)

[2] Vgl.APA: Zwei Drittel der Österreicher gehen auf Nummer sicher, http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/branchen/zwei-drittel-der-oesterreicher-gehen-auf- nummer-sicher-457832/index.do,(20.3.2011)

Details

Seiten
20
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640946556
ISBN (Buch)
9783640946358
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v174169
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1
Schlagworte
reformen wertpapierbesteuerung privatanleger

Autor

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Titel: Reformen der Wertpapierbesteuerung für österreichische Privatanleger