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Reaktionen der Devisenmärkte auf temporäre Schocks

Seminararbeit 2010 21 Seiten

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik

Leseprobe

Inhalt

1. Hinführung

2. Theorie
2.1 Theoretische Erklärungsansätze auf den Devisenmärkten
2.2 Theoretische Erklärungsansätze zu temporären Schocks
2.3 Literaturvergleich zum Thema

3. Hypothesen
3.1 Der Euro reagiert auf temporäre Schocks
3.2 Der Euro gewinnt gegenüber dem Dollar nach einer Pleite einer Großbank wie Lehman Brothers
3.3 Der Euro verliert gegenüber anderen Währungen (GB Pfund, Japanischer Yen, US Dollar) nach der Herabstufung eines Eurolandes (Griechenland) durch Ratingagenturen

4. Methodik

5. Empirie
5.1 Überprüfen der Hypothese , Der Euro reagiert auf temporäre Schocks'
5.2 Überprüfen der Hypothese ,Der Euro gewinnt gegenüber dem Dollar nach einer Pleite einer Großbank wie Lehman Brothers'
5.3 Überprüfen der Hypothese ,Der Euro verliert gegenüber anderen Währungen (GB Pfund, Japanischer Yen, US Dollar) nach der Herabstufung eines Eurolandes (Griechenland) durch Ratingagenturen'

6. Fazit

7. Anhang
7.1 Verwendeter R-Code
7.2 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Die drei betrachteten Währungen über die gesamte Zeit

Abbildung 2: Die Währungen in der Zeit um die beiden Schocks

Abbildung 3: US-Dollar um die Insolvenz von Lehman Brothers

Abbildung 4: Die Währungen um die Herabstufung Griechenlands

1. Hinführung

Auf den weltweiten Devisenmärkten gibt es fast täglich große Schwankungen. Hierfür gibt es eine Vielzahl an möglichen Einflussfaktoren und auch scheinbar irrationale Beweggründe.

Zumindest in der Theorie lassen sich jedoch die zukünftigen Wechselkurse klar anhand von Gesetzmäßigkeiten vorhersagen. Diese Arbeit möchte nun überprü­fen, ob diese Vorhersagen auch empirisch haltbar sind. Dazu werden Hypothesen aufgestellt, die aufgrund der geltenden Gesetze für die Devisenmärkte plausibel erscheinen und diese mithilfe realer Wechselkursdaten empirisch überprüft. Im Speziellen wird auf temporäre Schocks eingegangen.

2. Theorie

Bevor im Anschluss die konkreten Hypothesen und damit die Arbeitsgrundlage für diese Arbeit aufgestellt werden folgt nun ein theoretischer Teil sowie eine Übersicht über die Theorie zum Thema.

2.1 Theoretische Erklärungsansätze auf den Devisenmärkten

,Angebot und Nachfrage bestimmen die Märkte', so lernen es nicht nur Studenten der Wirtschaftswissenschaften. Selbstverständlich gilt auch am Devisenmarkt: Eine erhöhte Nachfrage nach einer Währung verteuert diese, und lässt folglich ihren nominalen Kurs (Et) im Verhältnis zu anderen Währungen steigen. Da Devi­senmärkte zwingend international betrachtet werden müssen, spielen hier (unter­schiedliche) nationale Zinsniveaus (it) und Preisentwicklungen (Pt) die entschei­denden Rollen. Es gelten folgende Zusammenhänge:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[1]

Daher ist ein Anstieg des Wechselkurses theoretisch die Konsequenz aus einem Anstieg des Verhältnisses aus ausländischem und inländischem Preisniveau oder des Verhältnisses aus inländischem und ausländischem Zinsniveau.

Allgemein gilt es zusätzlich zu diesen theoretisch hergeleiteten Formeln noch ein paar Besonderheiten zu beachten. So gibt es einige spezielle Strukturmerkmale, die Devisenmärkte von anderen Assetklassen unterscheiden.

Devisenmärkte weisen eine dezentrale Struktur auf, da der kontinuierliche Handel mit Währungen anders als beispielsweise Aktienmärkte nicht nur an einer Börse organisiert wird. Hieraus resultiert zwangsläufig, dass bei Devisen, anders als bei anderen Kapitalmärkten, keine einheitlichen Marktpreise festgestellt werden kön­nen und außerdem der Handelsprozess intransparent abläuft.

Aufgrund geringer Regulierungsdichte gibt es keine Offenlegungspflichten, wo­raus ein Mangel an Informationen über Preissetzung, Handelsvolumen und - part­ner vorliegt. Diese Charakteristika implizieren, dass die traditionelle Annahme von homogen informierten Marktakteuren als unzutreffend angesehen werden kann.[2]

Es ist also unklar, ob die theoretisch abgeleiteten Kursvorhersagen wirklich ein­treffen. Selbst wenn alle Modelle und Theorien eine bestimmte Richtung plausibel erscheinen lassen, könnte es aufgrund der oben genannten Unwägbarkeiten anders kommen, als erwartet.

2.2 Theoretische Erklärungsansätze zu temporären Schocks

Außerdem werden nun noch makroökonomische Schocks angesprochen. Unter einem solchen Schock versteht man ein plötzlich auftretendes Ereignis, das zu einer Störung im gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht führt, also aggregierte Nachfrage oder aggregiertes Angebot verändert. Im Gabler Wirtschaftslexikon[3] wird außerdem folgende Definition verwendet:

„Ein Schock liegt vor, wenn exogene Einflussfaktoren eine erhebliche Änderung von Parametern oder exogenen Variablen (Variable, exogene) in einem ökonomi­schen Modell bewirken. "

Schocks können nach vielerlei Arten klassifiziert werden. Neben finanziellen vs. realen Schocks und politikbedingten vs. exogenen Schocks wird häufig zwischen temporären sowie permanenten Schocks unterschieden.

Der markante Unterschied liegt in der Möglichkeit, temporäre Schocks mit fi­nanz- und geldpoltischen Maßnahmen abfedern zu können, während temporären Schocks nur mit umfassenden strukturellen Maßnahmen gegengesteuert werden kann.

Die Auswirkungen von Insolvenzen von großen Unternehmen beispielsweise können Staaten mithilfe von Rettungspaketen abfedern, Herabstufungen durch Ratingagenturen können durch Sparanstrengungen voraussichtlich wieder rück­gängig gemacht werden. Beide Beispiele haben aber zweifellos Einfluss auf ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht.

2.3 Literaturvergleich zum Thema

Durchforstet man die Datenbanken zu Literatur zum Thema, so können Aufsätze zu Teilaspekten gefunden werden, jedoch nicht mit dem selben (oder sehr ähnli­chen) Arbeitsansatz.

Die Methodik, die später genauer beschrieben wird, baut auf dem ,Passauer Dis­kussionspapier' vom März 2006[4] auf.

Edwards und Yeyati[5] erforschten beispielsweise, wie und ob Wechselkurse und damit die Devisenmärkte Schocks ,auffangen' können, indem sie als Absorber dienen. Auch dies hat natürlich damit zu tun, inwieweit sie auf diese Schocks rea­gieren und welche Reaktionen sich ergeben Stazka[6] versuchte die Quellen für Wechselkursveränderungen herauszuarbeiten und ob diese Einflüsse temporär oder dauerhaft sind, ebenso Alexius[7] speziell für die skandinavischen Länder. Damit gehen die beiden Paper das Thema ,von hin­ten' an, sie untersuchen die Ursache, nicht die Wirkungsrichtung.

Matsumoto et. al[8] konzentrierten sich schließlich auf die Volatilität der Devisen­märkte nach Informationsschocks und die Veränderung der Geldpolitik nach Pro­duktivitätsschocks. Damit geht es einen Schritt weiter als diese Arbeit, indem es die Volatilität untersucht und vor allem aber die Konsequenzen auf die Reaktion der Devisenmärkte.

Die genannte Literatur gibt Unterstützung für Teile dieser Arbeit, eine Überbear­beitung dieses Themas kann jedoch nicht festgestellt werden.

3. Hypothesen

Es werden nun drei Hypothesen aufgestellt, die im Hauptteil der Arbeit empirisch überprüft werden sollen. Die Hypothesen beginnen allgemein, werden dann spezi­eller und untersuchen jeweils, wie sich der Euro im Vergleich zu anderen Wäh­rungen verhält.

3.1 Der Euro reagiert auf temporäre Schocks

Die erste, allgemeine Hypothese soll klar stellen, ob überhaupt Reaktionen des Euro stattfinden. Als temporäre Schocks wurden zwei Ereignisse ausgewählt, die die oben genannten Kriterien erfüllen: Die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008, sowie die erste (weitere sollten folgen) Herab- stufüng Griechenlands durch die Ratingagentur Fitch am 8. Dezember 2009. Die etwaige Reaktion wird anhand der später noch vorgestellten Methodik festgestellt.

Die Nullhypothese ist, (für Hypothese 1 wie auch für die folgenden Hypothesen), dass keine Reaktion stattfindet. Sollte man diese nicht verwerfen können, so kann Hypothese 1, aber gleichzeitig auch die Hypothesen 2 und 3 abgelehnt werden.

[...]


[1] Vgl. Blanchard, Illing (2006) S. 617 Gleichung 21.4

[2] Vgl: Sager und Taylor (2006), S. 81 - 95

[3] Gabler Wirtschaftslexikon, Artikel zu ,Schock' aufgerufen am 5.7.2010

[4] Falck, Heblich (2006)

[5] Edwards, Yeyati (2003)

[6] Stazka (2006)

[7] Alexius (2001)

[8] Matsumoto, Cova, Pisani, Rebucci (2008)

Details

Seiten
21
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640945023
ISBN (Buch)
9783640945009
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v174162
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt – Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Ingolstadt - WFI
Note
2,0
Schlagworte
reaktionen devisenmärkte schocks Programmieren mit R

Autor

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