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Neue Herausforderungen für die Zeitarbeitsbranche

Stichtag 1. Mai 2011

Hausarbeit 2011 12 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Gliederung des Themas

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführende Worte

2. Ein Zugang zur Thematik der Zeitarbeit

3. Die neuen Gesetzeslagen und die Auswirkungen auf die Zeitarbeit
3.1. Das Gesetz zur Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung
3.2. Der Mindestlohn in der Zeitarbeit
3.3. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit
3.4. Die Auswirkungen auf die Zeitarbeit

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführende Worte

Keine Arbeitsform durchlebt spannendere Zeiten als die Zeitarbeitsbranche: „Erst Motor der Wirtschaft, dann Prügelknabe, jetzt schon wieder auf dem Weg nach ganz oben" (Müller 2011, S. 18). Die Zeitarbeit - auch Arbeitnehmerüberlassung oder Leiharbeit genannt - hat sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil des Arbeitsmarkts in Deutschland entwickelt (vgl. Friemel/Hautumm 2010, S. 208). Ein entscheidender Tag für die weitere Entwicklung der Zeitarbeit ist jedoch der 01.05.2011. Einerseits hat der Bundestag per Gesetz zur Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung ab Mai eine gesetzliche Lohnuntergrenze in der Zeitarbeit beschlossen (vgl. Müller 2011, S. 18). Dass nun der lang diskutierte Mindestlohn Wirklichkeit wird, hat seinen Grund, denn ebenfalls am 01.05.2011 gelten für die acht der Europäischen Union (EU) 2004 beigetretenen Staaten Mittel- und Osteuropas (MOE-Staaten) die vollständige Dienstleistungsfreiheit und Arbeitnehmerfrei­zügigkeit. Somit unterliegt kein Arbeitnehmer aus diesen EU-Ländern mehr gewissen arbeitsmarktrechtlichen Einschränkungen. War früher ein Genehmigungsprozess seitens der deutschen Regierung erforderlich, entfällt dieser künftig (vgl. Sassenhagen/Heuser 2011, S. 25). Im Kontext dieser Gesetzgebung können beispielsweise Unternehmen mit Sitz in Polen ihre Arbeiter dann auch in Deutschland beschäftigen. Jedoch schürt dies auch die Befürchtung, dass polnische, tschechische oder auch deutsche Verleiher mit Niederlassungen in diesen Ländern mit Tarifen von unter fünf Euro auf den deutschen Arbeitsmarkt drängen (vgl. Siebenhüter 2011, S. 146). „Dabei herrscht (...) in Deutschland unter den Leiharbeits­formen ein immenser Verdrängungswettbewerb, der sich nahezu ausschließlich über den Preis reguliert" (Siebenhüter 2011, S. 146). Im Allgemeinen war das Image der Zeitarbeitsbranche so schlecht wie lange nicht mehr. Berühmt für den Missbrauch der Zeitarbeit wurde im Herbst 2009 die Drogerie-Kette Schlecker (vgl. Schumacher 2010, S. 64). Dort entließ das Unternehmen tausende Mitarbeiter, um sie dann zu deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen als Zeitarbeitskräfte zu beschäftigen. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) verbot dieses Vorgehen nicht. Der Regulierungsbedarf in der Zeitarbeit wird infolgedessen politisch diskutiert, da seit der Legalisierung das Recht dieser Arbeitsform nicht zur Ruhe kommt (vgl. Schmitt-Rolfes 2011, S. 199). Die Fälle des missbräuchlichen Einsatzes der Zeitarbeitnehmer haben dem Instrument Zeitarbeit geschadet. Somit wird das Jahr 2011 nach Muschiol/Schmitt (2011) zum Jahr der Veränderungen in den Rahmenbedingungen und im Umgang mit der Zeitarbeit (vgl. Muschiol/Schmitt 2011, S. 12). Die Fälle von Missbrauch und die Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit bieten nunmehr den Anlass für die aktuelle Reform des AÜG. Aus diesem Grund beschäftige ich mich im Zuge dieser Haus­arbeit mit der Frage, ob die neuen Rahmenbedingungen in der Zeitarbeit eine Zeitenwende einleiten oder ob trotz dieser Entwicklungen mit Besorgnissen vor allem nach dem Hinter­grund der Arbeitnehmerfreizügigkeit zu rechnen ist.

Am Anfang dieser Arbeit steht zunächst eine kurze Darstellung der Grundlagen der Zeitarbeit. Dabei soll die Zeitarbeit als Instrument der Personalbeschaffung vorgestellt werden, sowie die Definition als auch die Entwicklung der Zeitarbeitsbranche. Im Anschluss daran werden die neuen Gesetzesgrundlagen vorgestellt und deren Auswirkung auf die Zeitarbeit herausgestellt. Dabei soll vor allem der Mindestlohn in der Zeitarbeit näher betrachtet werden, als auch die neuen Regelungen durch das Gesetz zur Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmer­überlassung - auch im Zusammenhang mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Nach einem kurzen Zwischenfazit über die Auswirkungen der neuen Regelungen auf die Zeitarbeit soll mit der persönlichen Ansicht in Bezug auf die Themenstellung diese Arbeit beendet werden.

2. Ein Zugang zur Thematik der Zeitarbeit

Die Arbeitnehmerüberlassung stellt das arbeitsrechtliche Instrument der kurzfristigen Personalbeschaffung bzw. des flexiblen Personaleinsatzes dar (vgl. Lembke 2010, S. 1533; vgl. auch Friedrich/Martin 2004, S. 113). „Unter dem Begriff Arbeitnehmerüberlassung ist ein durch zwei Vertragsbeziehungen gestalteter Tatbestand zu verstehen, der sich dadurch auszeichnet, dass ein Arbeitgeber (=Verleiher) einem Dritten (=Entleiher) einen oder mehrere Arbeitnehmer (=Leiharbeiter) zum Zwecke der Arbeitsleistung für einen bestimmten Zeit­raum überlässt" (Becker 1992, S. 242). Somit ist die Arbeitnehmerüberlassung durch eine Dreiecksbeziehung gekennzeichnet. Zwischen Verleiher und Zeitarbeitnehmer besteht ein Arbeitsvertrag, zwischen Leiharbeitnehmer und Entleiher hingegen meistens nicht (vgl. Hansen/ Ragnit 2011, S. 8; vgl. auch Friemel/Hautumm 2010, S. 208). Die Arbeitnehmer­überlassung wird durch das AÜG bestimmt (vgl. Ditges 2000, S. 45). Die Zeitarbeit durchlief seit ihrer Anerkennung verschiedene Stufen der Reglementierung. Am Anfang war sie durch den Gesetzgeber stark eingeschränkt, so dass ihr keine großen Auswirkungen zugeschrieben werden konnte. Sie diente lediglich dazu, Produktionsspitzen abzufedern oder Fachpersonal vorübergehend schnell und flexibel nutzen zu können. Zeitarbeit war für den Entleiher teuer, Kostenvorteile durch den Einsatz von Zeitarbeitern existierten nicht (vgl. Heuchemer/ Schielke 2011, S. 758). Seit dem Inkrafttreten der Hartz-Reform zum 01.01.2003 hat die Zeitarbeit erheblich an Bedeutung gewonnen. Durch die Reform des AÜG wurden viele Einschränkungen aufgehoben (vgl. dazu Lembke 2003, S. 98ff.).

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Details

Seiten
12
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640944293
ISBN (Buch)
9783640944057
Dateigröße
645 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v174141
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
neue herausforderungen zeitarbeitsbranche stichtag

Autor

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