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Der Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius

Hausarbeit 2006 24 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Thema, Fragestellung und Eingrenzung
1.2. Quellenlage und Forschungsstand

2. Vorgeschichte des Bürgerkrieges
2.1. Das erste Triumvirat
2.2. Die Erneuerung des Triumvirats und der Anfang vom Ende der Republik

3. Der Bürgerkrieg
3.1. Caesar in Italien
3.2. Der Weg nach Pharsalos

4. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung des Bürgerkrieges zwischen Caesar und Pompeius

5. Quellen und Literaturverzeichnis
5.1. Quellen
5.2. Literatur

1. Einleitung

1.1. Thema, Fragestellung, Eingrenzung

Am 9. August 48 v. Chr. wurde Pompeius von seinen optimatischen Verbündeten zu einer Entscheidungsschlacht bei Pharsalos gedrängt. Diese Schlacht sollte den Bürgerkrieg, der seit 49. v. Chr. zwischen Caesar und Pompeius herrschte entscheiden.

In dieser Hausarbeit soll der Weg vom Beginn des Bürgerkrieges bis zur entscheidende Schlacht bei Pharsalos betrachtet werden. Da sich diese Arbeit vor allem auf den direkten Konflikt zwischen Caesar und Pompeius bezieht, wird der Feldzug in Spanien, sowie die Ereignisse nach dem Tod des Pompeius, weitestgehend ausgeblendet und nur insoweit erwähnt wie es für das Verständnis der Abläufe der Auseinandersetzung von Bedeutung ist. Um den Bürgerkrieg in seiner Gesamtheit verstehen zu können, wird dem Kapitel zum Bürgerkrieg eine Betrachtung der Ereignisse, die zu diesem Krieg führten, vorausgeschickt. So soll in dieser Arbeit mit dem Thema „Der Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius“ die Entwicklung und der Verlauf des Krieges bis zum Tod des Pompeius dargestellt werden.

Die einleitende Betrachtung wird sich vor allem mit der Entwicklung zum Bürgerkrieg hin beschäftigen. Dabei werden vor allem die Ereignisse betrachtet die zum ersten Triumvirat führten. Die Heimkehr Pompeius und Caesars und deren gemeinsame Interessenpolitik werden für diese Zeit ausschlaggebend sein. Mit der Einbindung Crassus wird es zum ersten Triumvirat im Jahre 60 v. Chr. kommen, welches in den darauf folgenden Jahren die Politik in Rom bestimmen wird. Jedoch werden hier, durch das beginnende Auseinanderbrechen dieses Bündnisses, die Grundsteine für den folgenden Bürgerkrieg gelegt.

Der Schwerpunkt der Arbeit wird auf dem Bruch des Bündnisses zwischen Pompeius und Caesar und dem darauf folgenden Krieg zwischen den beiden liegen. Konnte im Jahre 56 v. Chr. das Triumvirat noch einmal erneuert werden, werden die Risse mit dem Tod Julias der Tochter Caesars und Gemahlin des Pompeius 54 v. Chr. und dem Tod Crassus 53 v. Chr., bei Carrhae, zusehend größer.

Durch die optimatische Einflussnahme auf Pompeius und die immer stärker werdenden Interessen- und Machtkonflikte zwischen den beiden Männern kommt es 50 v. Chr. zum endgültigen Bruch.

Das anschließende Kapitel befasst sich mit dem Krieg in Italien. Mit der Überschreitung des Rubikon am 11.1. 49 v. Chr. beginnt die kriegerische Auseinandersetzung. Nachdem Pompeius Rom aufgegeben und sich mit dem Großteil des Senats nach Griechenland abgesetzt hatte, versuchte Caesar die Lage in Rom zu ordnen, um sich dann der Bedrohung im Westen, Spanien, zuwenden zu können. Mit der erfolgreichen Vernichtung der westlichen Bedrohung konnte Caesar sich endlich wieder Pompeius widmen. Während er in Rom darauf wartete, nach Griechenland übersetzen zu können, wurde er in Rom zum Diktator ernannt. Als Diktator nahm er sich des Problems der Schulden und Finanzlage in Rom an, verlieh an treue Provinzen das Bürgerrecht und gab nach elf Tagen seine Diktatur wieder ab.

Folgen soll eine Betrachtung des Feldzuges in Griechenland, der Schlacht bei Pharsalos und dem Tod Pompeius. Nachdem Caesar es geschafft hatte seine Truppen nach Griechenland zu transportieren, wäre er fasst bei Dyrrachium vernichtet worden. Da das Glück jedoch auf seiner Seite stand, konnte er sich geordnet zurückziehen. Die Siegeszuversicht der Optimaten veranlasste sie dazu, Pompeius zu einer Entscheidungsschlacht zu drängen. Diese fand am 9. August 48 v. Chr. bei Pharsalos statt. Mit der vernichtenden Niederlage des pompeianischen Heeres wurde der Krieg zugunsten Caesars gewendet. Pompeius floh daraufhin nach Ägypten, wo er sich Unterstützung für die Weiterführung des Krieges erhoffte. Der König, Ptolemaios XIII., von Ägypten sah sich, durch die Niederlage Pompeius, in der Situation Ägypten aus diesem Krieg heraushalten zu wollen und ließ Pompeius töten. Mit der Übergabe des Kopfes Pompeius und dessen Siegelring an Caesar war der Konflikt zwischen Pompeius und Caesar beendet. Der Bürgerkrieg konnte jedoch erst im Jahre 45 v. Chr. in Spanien endgültig beendet werden. Danach stieg Caesar zum Alleinherrscher auf.

Da mit dem Tod Pompeius der direkte Konflikt zwischen den beiden beendet ist, wird diese Arbeit, dessen Schwerpunkt auf diesem Konflikt liegt, damit ihr Ende finden.

Im letzten Kapitel soll eine abschließende Betrachtung die zusammengetragenen Erkenntnisse noch einmal zusammenfassen und so die Arbeit zum Abschluss bringen.

1.2. Quellenlage und Forschungsstand

Als Basis für diese Arbeit diente das Werk von Karl Christ.[1] Zusammen mit dem Werk von Ernst Baltrusch[2] bieten sie einen guten Überblick über die Zeit Pompeius und Caesars. Diese geben vor allem eine gute Übersicht über den Forschungsstand, die einschlägige Literatur und die Quellen die sich auf die damaligen Ereignisse beziehen. Da es aus der Zeit des Bürgerkrieges direkte Überlieferungen gibt, Caesars Bürgerkrieg[3] und Ciceros Briefwechsel[4], können die Geschehnisse sehr gut nachvollzogen werden. Vor allem, weil mit diesen beiden zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen gegeben werden. Da aber die beiden direkt an den Handlungen beteiligt waren, kann diesen Quellen eine gewisse Subjektivität nicht abgesprochen werden. Daher werden vor allem die Quellen von Appian[5], Plutarch[6] und Cassius Dio[7] als Grundlage für diese Arbeit herangezogen, auch wenn mit Plutarch im 1./2. Jahrhundert n. Chr. und Appian im 2. Jahrhundert n. Chr. und Cassius Dio 3. Jahrhundert n. Chr. keine direkten Zeitzeugen vorhanden sind. So können diese jedoch mit einem gewissen Abstand die Geschehnisse des Bürgerkrieges überblicken und wiedergeben. Ergänzend werden Sueton,[8] Eutropius[9] und Lucan[10] hinzugezogen. Bei Sueton und Eutropius besteht das Problem, dass die Ereignisse nur sehr oberflächlich dargestellt werden. Lucan hingegen untermalt die Geschehnisse dichterisch, wobei dann die wahren Ereignisse aus der Dichtung herauskristallisiert werden müssen.

2. Vorgeschichte des Bürgerkrieges

2.1. Das erste Triumvirat

Um die Ereignisse, die zum Bürgerkrieg führen sollten, voll erfassen zu können, muss die Auseinandersetzung mit der Vorgeschichte im Jahre 62 v. Chr., zwei Jahre vor dem Ersten Triumvirat, beginnen. Im Dezember 62 v. Chr. kehrte Pompeius mit seinem Heer aus dem Osten des Reiches nach Italien zurück. Er hatte in sechs Jahren die kilikischen Seeräuber ausgeschaltet, Mithradates VI. niedergeworfen und eine neue Verwaltungsorganisation entworfen, die den römischen Einfluss im Nahen Osten garantierte. Im darauf folgenden Jahr kam es Pompeius darauf an die Versorgung seiner Veteranen durch den Staat sichern zu lassen. Durch das Agrargesetz des Volkstribun Lucius Flavius, Sachwalter des Pompeius, sollte den Veteranen Land zugewiesen werden, um so ihre Absicherung zu gewährleisten. Dieser Antrag wurde jedoch durch den Senat abgelehnt. Als auch die Festnahme des Konsuls Metellus Celer durch Lucius Flavius keinen Erfolg und den Senat damit noch mehr auf die Seite Celers brachte, der vehement gegen das Agrargesetz des Flavius war, sah Pompeius ein, auf diesem Weg nicht zum gewünschten Erfolg zu kommen und zog sich vorläufig resignierend von diesem Projekt zurück.[11]

Im Jahre 60 v. Chr. kehrte Caesar aus Spanien zurück und stellte sich zur Wahl für das Konsulat des darauf folgenden Jahres. Die Optimaten unter der Führung Catos versuchten diese Wahl zu verhindern. Nachdem sich abzeichnete, dass das Konsulat Caesars nicht zu verhindern war, betrieben sie mit Hilfe gewaltiger Geldsummen Anstrengungen, Marcus Calpurnius Bibulus, Caesar als zweiten Konsul zur Seite zu stellen. Gleichzeitig berief man sich auf das Gesetz des C. Gracchus, die Konsularprovinzen schon vor der Wahl festzulegen und erteilte Caesar als Amtstätigkeit, sich um die Walddistrikte und Saumpfade Italiens zu kümmern. Caesar, der diese Provokation verstand, wandte sich in dieser Situation an Pompeius und bot ihm an, ihn zu unterstützen. Pompeius, durch die Nobilität zurückgewiesen, sah seine einzige Möglichkeit in der Annahme dieses Angebots.[12]

Als dritten mächtigen Mann holte Caesar Crassus ins Boot, was jedoch einiges Verhandlungsgeschick von Seiten Caesars benötigte, denn Crassus und Pompeius hatten sich seit 70 v. Chr. immer weiter von einander distanziert.[13] Durch den Eid „in der Politik nichts zu unternehmen, was einer der drei missbillige“ wurde so das Triumvirat begründet.[14]

Für Asinius Pollio, einen römischen Politiker und Geschichtsschreiber, lag in diesem Bündnis der Drei die Wurzel des zehn Jahre später folgenden Bürgerkampfes des Volkes in Rom.[15]

So konnte Caesar in seinem Konsulat 59 v. Chr. nicht nur die Forderungen Pompeius durchsetzen, Versorgung der Veteranen, Bestätigung der östlichen Reichsordnung usw., sondern auch die Basis für seine militärische Kommandogewalt legen. Denn durch den Volksbeschluss, lex Vatinia, wurden Caesar die Provinzen Gallia Cisalpina und Illyricum übertragen. Durch einen von Pompeius eingebrachten Senatsbeschluss wurde noch die Provinz Gallia Narbonensis hinzugefügt. Damit hatte Caesar seine militärische Operationsbasis, mit Gallia Cisalpina, direkt im nördlichen Teil Italiens. Dort wusste er die Bevölkerung hinter sich, da er bereits zehn Jahre zuvor sich für die Ausdehnung des vollen Bürgerrechts auf diese Provinz ausgesprochen hatte und konnte so auf diesen Rekrutierungspool zurückgreifen, der im Bürgerkrieg noch von Bedeutung werden sollte.[16]

Zugleich schaffte sich Caesar durch die Missachtung der Traditionen und das Übergehen des Senates, bei Verabschiedungen von Gesetzen, Feinde im Senat. So kam es zu einer offenen Opposition gegen Caesar und immer mehr Senatoren blieben den Senatssitzungen fern und folgten dem Beispiel Ciceros, der aufs Land gezogen war.

[...]


[1] Christ, Karl: Krise und Untergang der Römischen Republik, Darmstadt 1979.

[2] Baltrusch, Ernst: Caesar und Pompeius. Darmstadt 2004

[3] Gaius Julius Caesar: De Bello Gallico, übersetzt und herausgegeben von Deissmann, Marieluise, Stuttgart 2004.

[4] Cicero, M. Tullius: Epistulae ad Familiares, Libri I-XVI, herausgegeben von Shackelton Bailey, D.R., Stuttgart 1988. und:

Cicero, M. Tullius: Cicero’s Letters to Atticus, Volume IV, 49 B.C., Books VII.10-X, herausgegeben von Bailey, D.R. Shackelton, Cambridge 1968.

[5] Appian: The Civil Wars, Book II, in: Appian’s Roman History, übersetzt von White, Horace, London 1964.

[6] Plutarch: Marcus Crassus, in: Plutarch V, Ausgewählte Biographien, übersetzt von Eyth, Eduard, 2.Auflage, Berlin 1910. und:

Plutarch: Plutarch’s Lives VII, übersetzt von Perrin, Bernadotte, London 1949. und:

Plutarch: Römische Heldenleben, übersetzt und herausgegeben von Ar, Wilhelm, Leipzig 1934.

[7] Cassius Dio: Dio’s Roman History III, übersetzt von Cary, Earnest, London 1969.

Cassius Dio: Dio’s Roman History IV, übersetzt von Cary, Earnest, London 1961

[8] Sueton: Julius Caesar, in: Kaiserbiographien über Berühmte Männer, übersetzt von Stahr, Adolf, herausgegeben von Hering, Wolfgang, Berlin/Weimar 1965.

[9] Eutropius: Kurze Geschichte Roms seit Gründung (753 v. Chr. – 364 n. Chr.), herausgegeben von Müller, Friedhelm L., Stuttgart 1995.

[10] Lucan: Der Bürgerkrieg, übersetzt von Luck, Georg, Berlin 1985.

[11] Christ, Karl: Der Zusammenbruch des sullanischen Systems und der Aufstieg des Pompeius, in: Krise und Untergang der Römischen Republik, S. 285ff.

[12] Meyer, Eduard: Das Principat des Pompjus, in: Caesars Monarchie und das Principat des Pompejus, S. 58f.

[13] Cassius Dio: Book XXXVII, 56, S. 191.

[14] Christ, Karl: Der Zusammenbruch des sullanischen Systems und der Aufstieg des Pompeius, S. 289.

[15] An Pollio (Motum ex Metello consule civicum): Wie sich zum Bürgerkampf das Volk erhoben, Des Krieges Gründe, wechselvolles Toben, Des Krieges Fehler und des Krieges Lehren, Fortunas Spiel, was jene drei erstrebt, Die sich zur Macht vereint, wie an den Wehren Noch ungesühntes Blut der Bürger klebt: Das alles will dein großes Werk erwecken. Fürwahr, du wagst, dir hoch dein Ziel zu stecken! Gefahren birgt dein Fuß des wilden Feuers Glühen, Das unter trügerischer Asche lebt?, in: Die Oden des Horaz in deutscher Sprache 10. Tausend (Hrsg.) Hundhausen, Vincenz, Berlin 1916, S. 69. vgl.: Plutarch’s Lives VII. Caesar XIII, S. 473.: „For it was not, as most men supposed, the quarrel between Caesar and Pompeis that brought on the civil wars, but rather their friendship, since they worked together fort he overthrow of the aristocracy in the first place, and then, when this had been accomplished, they quarrelled with one another.“

[16] Heuss, Alfred: Die Römische Revolution (133-33 v. Chr.), in: Römische Geschichte, S. 201.

Details

Seiten
24
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640942237
ISBN (Buch)
9783640941995
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173926
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,0
Schlagworte
Pompeius Caesar Crassus Pharsalos Triumvirat Cato Cicero Optimaten Rubikon Dyrrachium Milde von Corfinium Milo Clodius Ahenobarbus

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