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mTourismus

Eruierung neuer Vertriebsmöglichkeiten im Tourismus durch mobile Endgeräte

Bachelorarbeit 2011 137 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise

2 Theoretischer Teil
2.1 Definition mTourismus
2.2 Grundlagen und Konzepte des mTourismus
2.2.1 Informationsbedürfnis
2.2.2 Mobile Technologien
2.2.3 Mobile Commerce
2.2.4 Charakteristika des mTourismus
2.3 Einsatzmöglichkeiten mobiler Dienste im Tourismus
2.3.1 mTourismus in den Phasen einer Reise
2.3.2 Mobiles Internet als Informationsmedium für die Freizeit
2.3.3 Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung
2.3.4 Trends und Entwicklungen
2.4 Ausgewählte Instrumente des mTourismus
2.4.1 LBS - ortsbasierende Dienste
2.4.2 NFC - near field communication

3 Ermittlung neuer Vertriebsmöglichkeiten
3.1 Rahmenbedingungen
3.1.1 Definition von Leistung, Anbieter und Nachfrager
3.1.2 Geschichtliche Entwicklung der Vertriebswege
3.2 Informationsbedürfnis der Kunden als Voraussetzung
3.2.1 Prognostizierte Trends und aktuelle Entwicklungen
3.2.2 Identifikation der Bedürfnisse seitens der Kunden

4 Ergebnisse und Diskussion
4.1 Abgleich der Resultate der Befragungen
4.1.1 Übereinstimmungsgrad der Expertenmeinungen
4.1.2 Übereinstimmungsgrad der Resultate auf Kundenseite
4.2 Analyse der Ergebnisse
4.3 Ableitung neuer Vertriebswege
4.3.1 Die Inspirationsphase
4.3.2 Die Planungsphase
4.3.3 Die Anreisephase
4.3.4 Vor Ort

5 Fazit
5.1 Reflektion zur Vorgehensweise
5.2 Interpretation der Ergebnisse
5.3 Ausblick

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang
7.1 Interview mit Frau Barbara Neuhofer
7.2 Fragebogen mobile Dienste im Tourismus
7.3 Zeitungsartikel vom Internet zum Outernet

8 Glossar

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das „Mobile-Universum“; Quelle: Buschow/Olavarria, Mobile Research Guide 2010, S. 6

Abbildung 2: Informationsbedarf und Informationsversorgung in Anlehnung an Berthel (1975); Quelle: Hufschlag, Informationsversorgung lernender Aktuere, S. 35

Abbildung 3: Leistungsmerkmale ausgewählter M-Commerce relevanter mobiler Datenübertragungstechnologien Quelle: Schulenburg, Die Zukunft des Mobile Commerce, 2008, S. 39

Abbildung 4: Entwicklung des deutschen Mobilfunkmarktes von 1999-2009; Quelle: Bundesnetzagentur (2010), Jahresbericht 2009, S. 90

Abbildung 5: Anzahl der regelmässigen (mind. Einmal pro Quartal) UMTS Nutzer 2005 bis 2009, Quelle: Bundesnetzagentur (2010), Jahresbericht 2009, S. 93

Abbildung 6: Schnittmenge von EB und MB und EC und MC, Quelle: Broeckelmann, Konsumentenentscheidungen im Mobile Commerce, 2010, S. 13

Abbildung 7: 7-Phasenmodell der Reise nach Robert Cole, 2010, Quelle: Nitz, Mobile Apps, S. 18

Abbildung 8: Dienstleistungsorientiertes Marketingmodell im Tourismus, Quelle: Mölenbruch/Dölling/ Ritschel, Interaktive Instrumente des Kundenbindungsmanagements im mobilen Tourismus-Marketing, 2010, S. 623

Abbildung 9: Weltweite Verkaufszahlen von Smartphones nach Betriebssystem 2010 (in 1000 Einheiten), Quelle: Gartner Pressemitteilung, 2011

Abbildung 10: Beispiel Angebot Qype, Quelle: Screenshots Qype iPhone App

Abbildung 11: Screenshot der Anwendung PeakAR, Quelle: Peak.ar 2011

Abbildung 12: Screenshot Wikitude, Quelle: Wikitude im AppStore auf iTunes, 2011

Abbildung 13: Die Tourismusleistung(en), Quelle: Freyer, Tourismus, 2009, S. 136

Abbildung 14: Traditionelle Wertschöpfungsstruktur der Tourismusindustrie, Quelle: Tietz, 2007, S. 156

Abbildung 15: Vergleich des Reiseverhaltens bei Geschäfts- und UrlaubsreiseTourismus, Quelle: Freyer, 2009, S. 97

Abbildung 16: Gegenüberstellung weiblicher und männlicher Nutzer, Quelle: eigene Darstellung erweitert um Ergebnisse aus dem Berichtsband mobile Facts von AGOF, 2010

Abbildung 17: Altersstruktur - Nutzer mobilen Internets, Quelle: eigene Darstellung erweitert um Ergebnisse aus dem Berichtsband mobile Facts von AGOF, 2010

Abbildung 18: Bildungsgrad - Nutzer mobilen Internets, Quelle eigene Darstellung erweitert um Ergebnisse aus dem Berichtsband mobile Facts von AGOF, 2010

Abbildung 19: Beruf - Nutzer mobilen Internets, Quelle eigene Darstellung erweitert um Ergebnisse aus dem Berichtsband mobile Facts von AGOF, 2010

Abbildung 20: Nutzungszweck mobiles Internet, Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 21: Relevanz der angebotenen Dienste, Quelle: eigene Auswertung

Abbildung 22: Aussagen zur Nutzung von LBS, Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 23: Nutzungsverhalten/Interesse mobile Ticketing, Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 24: Kundenwünsche zur zukünftigen Nutzung, Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 25: Was touristische Services interessant macht, Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 26: zukünftige Nutzung mobiler Dienste zur Gestaltung der Reiseaktivität, Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 27: Preis- Leistungsverhälntis, Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 28: Auswertung Apps Kategorie Reisen, Quelle: eigene Darstellung basierend auf Daten aus dem Apple AppStore

Abbildung 29: Kernelemente der Reise, Quelle: Nitz, 2010, S.20

Abbildungsverzeichnis zum Anhang

Frage 1: Besitzen Sie ein Smartphone? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 1, Quelle: eigene Darstellung

Frage 2: Wie häufig nutzen Sie mobiles Internet? Quelle: eig. Darstellung Resultat aus Frage 2, Quelle: eigene Darstellung

Frage 3: Zu welchem Zweck nutzen Sie mobiles Internet? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 3, Quelle: eigene Darstellung

Frage 4: Welche der nachfolgenden mobilen Dienste erachten Sie als wertvoll für die Gestaltung Ihrer Freizeit oder Reiseaktivitäten? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 4, Quelle: eigene Darstellung

Frage 5: Welche der nachfolgenden mobilen Dienste (App's) nutzen oder kennen Sie? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 5, Quelle: eigene Darstellung

Frage 6: Welche sind Ihre "Top-3 Anwendungen" im touristischen

Zusammenhang? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 6, Quelle: eigene Darstellung

Frage 7: Durch die Nutzung von LBS..., Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 7, Quelle: eigene Darstellung

Frage 8: Suchen Sie im Vorfeld einer Reise gezielt nach App's? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 8, Quelle: eigene Darstellung

Frage 9: Wie beurteilen Sie die Wichtigkeit folgender Kennzeichen mobiler Dienste im Tourismus? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 9, Quelle: eigene Darstellung

Frage 10: Wie empfinden Sie das Angebot mobiler Dienste im touristischen Kontext? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 10, Quelle: eigene Darstellung

Frage 11: Als wie wertvoll erachten Sie die Verfügbarkeit mobiler Dienste in den Phasen einer Reise? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 11, Quelle: eigene Darstellung, 161 Teilnehmer

Frage 12: Welche Anwendungsmöglichkeiten des mobile Ticketing nutzen Sie bzw. würden Sie nutzen? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 12, Quelle: eigene Darstellung

Frage 13: Wenn ich auf Reisen bin möchte ich zukünftig gerne folgende mobilen Dienste nutzen..., Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 13, Quelle: eigene Darstellung

Frage 14: Meinungen und Erwartungen zu mobilen Diensten im Tourismus, Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 14, Resultat aus Frage 14, Quelle: eigene Darstellung

Frage 15: Wie sehen Sie zukünftig Ihren Umgang mit mobilen Diensten zur Gestaltung Ihrer Reiseaktivität? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 15, Quelle: eigene Darstellung, 153 Teilnehmer

Frage 16: Wie wurden Sie bisher auf touristische Angebote mobiler Dienste aufmerksam? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 16, Quelle: eigene Darstellung

Frage 17: Wie empfinden Sie das Preis-Leistungsverhältnis mobiler Services? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 17, Quelle: eigene Darstellung

Frage 18: Welches Geschlecht haben Sie? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 18, Quelle: eigene Darstellung

Frage 19: Wie alt sind Sie? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 19, Quelle: eigene Darstellung

Frage 20: Welchen Bildungsabschluss haben Sie? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 20, Quelle: eigene Darstellung

Frage 21: Was machen Sie beruflich? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 21, Quelle: eigene Darstellung

Frage 22: Sind Sie in der Tourismusbranche tätig? Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 22, Quelle: eigene Darstellung

Frage 23: Herkunft, Quelle: eigene Darstellung Resultat aus Frage 23, Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 30: Zeitungsartikel: Vom Internet zum Outernet, Berchtesgadener Anzeiger, Nr. 126, 2010

1 Einleitung

Die Welt wird mobil! Basierend auf den technischen Entwicklungen im Bereich der mobilen Endgeräte und der Entstehung der sogenannten neuen Medien haben sich Bedürfnisse, Einstellungen und Anforderungen vieler Menschen verändert. Dies resultiert im Wunsch, Verlangen, womöglich schon Zwang im- mer und überall das eigene Mobiltelefon bei sich zu tragen und infolgedessen ständig erreichbar zu sein. Das Medium Internet wächst weiter und vermag es wie kaum ein anderes das Bedürfnis nach Information zu decken. Ferner er- möglicht das Web 2.0 eine Plattform der sozialen Interaktion. Nur wenige neue Technologien fanden derart schnellen Zugang zum Massenmarkt. Die Kombi- nation von Mobile und Internet, beziehungsweise die Verschmelzung der ge- samten TIME Branche erscheint dementsprechend begründet. Der mobile Mensch ist ein Hauptattribut des Tourismus. Der Reisende ist mobil und benö- tigt Information. Dementsprechend erscheint der Einsatz mobiler Dienste im Tourismus durchaus plausibel, oder?

Die nachfolgenden Ausführungen sollen dem Leser einen Einblick in die noch neue Welt des mTourismus geben und Potenziale im Hinblick auf den Vertrieb touristischer Dienstleistungen mittels mobiler Endgeräte aufzeigen. Im Rahmen der Recherche zu dieser Arbeit haben viele Menschen Fragen zur Thematik beantwortet und ihre persönlichen Meinungen und Einstellungen preisgegeben. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an all jene, die ihr wertvollstes Gut - ihre Zeit geopfert haben, um das vorliegende Schriftstück durch ihre ausserordentliche Unterstützung zu einer Bachelorarbeit zu machen.

1.1 Problemstellung

Anfangs beschränkte sich der Einsatz mobiler Endgeräte überwiegend auf die geschäftliche Nutzung. Binnen kurzem wollten die Menschen auch in ihrem Pri- vatleben nicht mehr auf den Komfort dieser Geräte verzichten. Folglich hielte Mobiltelefon, Laptop, PDA, etc. Einzug in das Privatleben der Gesellschaft. Was vor noch nicht allzu langer Zeit von der breiten Masse als blasiert angesehen wurde ist heute Normalität. Der neue Leitsatz lautet: „always online, everywhere at any time“. Gestützt von einer Fülle an neuen Technologien im Bereich mobi- ler Endgeräte, in erster Linie die Entwicklung sogenannter Smartphones, haben sich die Nutzungsmöglichkeiten noch vervielfacht. Geeignete Übertragungs- technologien wie WLAN, UMTS, GPS und Bluetooth, Beschleunigungs- und Lagesensoren, Foto- und Videokamera etc. ermöglichen Smartphones eine Vielzahl neuer mobiler Services und Dienste. Telefonieren ist längst nicht mehr als Hauptfunktionalität des Gerätes anzusehen. Auch im touristischen Kontext nehmen diese Dienste und Services einen zunehmend höheren Stellenwert ein. Das Internet hat in den vergangenen Jahren bereits eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des Tourismus gespielt. Durch die einmalige Kombination von umfassenden Recherchemöglichkeiten und direkter Buchung hat sich die Bran- che zu einem starken Umsatztreiber in diesem Medium entwickelt. Betrachtet man jedoch den Entwicklungszyklus im Bereich neuer Medien, so geraten tou- ristische Unternehmen zunehmend unter Druck. Um Einnahmequellen und Marktanteile frühzeitig zu sichern, ist es von zentralem Interesse, in diesem Be- reich eine führende Rolle zu übernehmen. Bei der Kombination von mobilen Endgeräten und dem Internet besteht die Herausforderung für touristische Un- ternehmen vor allem darin, dem Kunden nicht ausschliesslich eine Anwendung oder eine Technologie anzubieten, sondern vielmehr ein umfangreiches Portfo- lio an mobilen Angeboten zur Verfügung zu stellen, um ihn in allen Phasen des Reisens zu unterstützen.1

mTourismus beschäftigt sich mit der Nutzung mobiler Dienste im Tourismus und erörtert die Fragestellung, welche Informationen wann, wie, wo und von wem benötigt oder nachgefragt werden. Im Zentrum dessen, steht die Frage welcher Zusatznutzen durch mobile touristische Dienste generiert werden kann. Die Entwicklungen auf dem mobilen Sektor erfordern ein Umdenken seitens der Tourismusindustrie. Die Errungenschaften auf diesem Gebiet müssen im Tou- rismus genutzt werden, denn Kunden erheben Anspruch, die Möglichkeit mobil an Informationen zu gelangen, nutzen zu können. Mobil abrufbare Informatio- nen werden vorausgesetzt und stellen somit einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Darüber hinaus bietet mTourismus die Chance neue Vertriebsmöglichkei- ten zu forcieren, indem das Mobiltelefon in den Mix aller umsatzbringenden Ka- näle einbezogen wird. Der Bereich mobiler Endgeräte und Medien ist weitrei- chend, jedoch liegt der Fokus in den nachfolgenden Ausführungen im Bereich der internetfähigen Mobiltelefone und Smartphones.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das „Mobile-Universum“; Quelle: Buschow/Olavarria, Mobile Research Guide 2010, S. 6

1.2 Zielsetzung

Ziel ist es, Potenziale des mTourismus für den Vertrieb touristischer Dienstleis- tungen zu eruieren. Mit dem Hintergrund der zugrundeliegenden Technologien ist erkennbar, dass der Begriff der Information im Hinblick auf mTourismus und dessen Potenziale ein wesentliches Erfolgskriterium darstellt. Demnach wird in den nachstehenden Ausführungen das Ziel verfolgt das grundsätzliche Informa- tionsbedürfnis der Kunden zu ermitteln und festzustellen in wie weit dieses be- reits erkannt ist. Anschliessend wird ermittelt, inwiefern diese Bedürfnisse durch mobile touristische Dienste bzw. Services gedeckt werden kann. Basierend auf den daraus resultierenden Ergebnissen erfolgt die Eruierung neuer Vertriebsmöglichkeiten in der Tourismusbranche und der dadurch entstehenden betriebswirtschaftlichen Potenziale.

1.3 Vorgehensweise

Im folgenden Kapitel wird in einem ersten Schritt der noch relativ unbekannte Begriff des mTourismus erläutert. Darauf erfolgt die Darstellung der relevanten Grundlagen und Konzepte des mTourismus, bestehend aus Informationsbe- dürfnis, mobile Technologien, M-Business mit Fokus auf M-Commerce sowie einer Übersicht über die Charakteristika des M-Commerce im Hinblick auf mTourismus. Hiernach werden die Einsatzmöglichkeiten mobiler Dienste im Tourismus aufgezeigt. Des Weiteren werden zwei für den Erfolg des mTouris- mus relevante Funktionalitäten und derer betriebswirtschaftlicher Potenziale im Hinblick auf neuartige Vertriebswege genauer betrachtet, hierbei handelt es sich um Location Based Services und Near Field Communication.

Der dritte Teil beginnt mit einer Definition der Leistung, der Leistungsempfänger und der Leistungsträger mit dem Ziel die Rahmenbedingungen des touristi- schen Angebots verständlich zu machen. Der nächste Abschnitt beschäftigt sich mit dem Informationsbedürfnis der Kunden als Voraussetzung für neue Vertriebswege. Das Informationsbedürfnis der Kunden ist die Basis um wert- schöpfende Dienste oder Services zu entwickeln und zu vertreiben weshalb die Identifikation der von Kunden als wertvoll empfundenen Dienste erforderlich ist. Das Vorgehen in diesem Zusammenhang stellt sich wie folgt dar: im ersten Schritt erfolgt ein Interview mit dem Bereich Tourismusforschung an der FH Salzburg/FHS Forschungsgesellschaft für Tourismus von welcher das Buch mTourism - mobile Dienste herausgegeben wurde, vertreten durch Frau Barba- ra Neuhofer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts. Hintergrund dieses Interviews ist es, den Stand der Forschung sowie Prognosen und Entwick- lungsmöglichkeiten zu ermitteln. Im zweiten Schritt gilt es von Experten aus der Praxis zu erfahren, welcher Bedeutung mTourismus in der Praxis zugesprochen wird und wie sich der aktuelle Umgang und zukünftigen Prognosen darstellen. Von übergeordnetem Interesse sind hierbei die Fragen, welche Auswirkungen der mTourismus hat, welche Kundenbedürfnisse bereits erkannt wurden und welche Möglichkeiten sich dadurch für den Vertrieb ergeben. Im Anschluss an die Präsentation der Expertenmeinungen aus der Tourismusbranche erfolgt die Befragung der Kundenseite mittels eines online Fragebogens. Die Fragestel- lung erfolgt mit dem Hintergrund, das Bedürfnis der Kunden nach mobilen Diensten im Tourismus sowie die erforderlichen Rahmenbedingungen zu ermit- teln. Folgende Thematiken werden behandelt:

- Nutzung und Nutzungszweck von mobilem Internet;
- Verwendung mobiler Dienste für die Freizeit- und Reisegestaltung;
- Bekanntheit und Verbreitung reisespezifischer Apps;
- Einstellung zu LBS (location based services);
- Beurteilung der Wichtigkeit verschiedener Kennzeichen mobiler Dienste;
- Angebotsbeurteilung touristischer Services;
- Bekanntheit, Akzeptanz und Nachfrage von mobile Ticketing;
- Zukunftsaussichten und Erwartungen an mobile Services im Tourismus,

Ergänzend zu den Aussagen der Teilnehmer ist es ebenso von Interesse das Kundenverhalten zu ermitteln. Dies erfolgt über eine Auswertung der Kategorie Reisen im AppStore von Apple über einen Zeitraum von 40 Tagen. Die Ergeb- nisse und Resultate der aus dem theoretischen und methodischen Teil stam- menden Erkenntnisse werden im vierten Teil der Thesis ausgearbeitet und dis- kutiert. Hierbei erfolgt zum einen eine Gegenüberstellung der Einschätzungen und Aussagen der Vertreter aus Forschung und Praxis. Zum anderen erfolgt ein Abgleich der Ergebnisse aus dem Fragebogen zur Nutzung mobiler touristi- scher Dienste und der Auswertungsergebnisse der effektiven Nutzung dieser Dienste. Im Anschluss daran werden die Prognosen der Experten aus Theorie und Praxis den effektiven Kundenbedürfnissen gegenübergestellt und analy- siert. Basierend auf den Erkenntnissen erfolgt die Eruierung neuer Vertriebswe- ge anhand der Kernelemente einer Reise sowie deren Interpretation und Ein- schätzung.

Der fünfte Teil der Bachelorarbeit umfasst die Reflektion der Vorgehensweise, die Interpretation der Ergebnisse und liefert abschliessend einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des mTourismus anhand der persönlichen Einschätzung des Verfassers.

2 Theoretischer Teil

2.1 Definition mTourismus

Der Begriff mTourismus oder mTourism leitet sich ab aus der englischen Wort- kombination „mobile & tourism“ und beschreibt die Unterstützung und Versor- gung des Touristen in allen Phasen einer Reise unter der Verwendung drahtlo- ser Informations- und Kommunikationstechnologien und mobiler Endgeräte2. Die Entwicklung neuer mobiler digitaler Dienste erweitert die Vielfalt touristi- scher Angebote auf noch nie da gewesene Weise und hat einen nicht unwe- sentlichen Einfluss auf die touristische Wertschöpfungskette. Die Bedingungen für erfolgreiche Anwendungen im mTourismus sind heute besser denn je, wenn auch die enorme Dynamik des Marktes vielfältige Risiken für touristische Unter- nehmen darstellt. Location-based.Services, Handy-Navigations-Lösungen für Fussgänger, Radfahrer, Wanderer und Skitourengeher, sowie mobile Commu- nities mit verschiedensten Anwendungen sind längst keine Spielereien mehr sondern gehören mittlerweile für viele Menschen zum Alltag. Der Tourismus ist geprägt durch Mobilität und alleine schon deshalb ist der Tourismussektor für eine Verknüpfung mit mobilen Diensten bzw. M-Business prädestiniert. mTou- rismus umfasst diese Verknüpfung und deren betriebswirtschaftliche Auswir- kungen.

2.2 Grundlagen und Konzepte des mTourismus

2.2.1 Informationsbedürfnis

„Information is the lifeblood of travel industry“3, was bedeutet: Informationen sind der Lebenssaft der Reisebranche. Das Informationsbedürfnis ist der zentrale Begriff, wenn es um mobile Dienste im Tourismus geht. Wichtig ist hierbei die Abgrenzung der unterschiedlichen Formen von Informationen, beziehungsweise das Verständnis des Informationsbegriffs. Die Information an sich besteht aus folgenden unterschiedlichen Teilmengen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Informationsbedarf und Informationsversorgung in Anlehnung an Berthel (1975); Quelle: Hufschlag, Informationsversorgung lernender Aktuere, S. 35

Das Informationsangebot entspricht den zur Verfügung stehenden Informatio- nen. Das (subjektive) Informationsbedürfnis umfasst alle Informationen, die der Entscheidungsträger haben möchte. Der (objektive) Informationsbedarf be- schreibt jene Informationen, welche zur Lösung der Problemstellung benötigt werden. Die Informationsnachfrage bezeichnet jene Menge an Informationen, welche tatsächlich nachgefragt wird und umfasst eine Teilmenge aus Informati- onsangebot, -bedürfnis und -bedarf. Die Mengen von Informationsbedarf und - nachfrage ist generell nicht deckungsgleich, da einerseits Daten bereitgestellt werden die nicht nachgefragt und andererseits ein Teil der Nachfrage nicht durch entsprechende Daten gedeckt werden. Berthel, bezeichnet diese Situati- on als „(…) Mangel im Überfluss (…)4. In der beschriebenen Konzeption stellt der Informationsbedarf den Schwerpunkt dar. Wenn die Informationsnachfrage vollständig durch das Informationsangebot befriedigt wird und gleichzeitig dem auf das Entscheidungsproblem bezogen objektiven Informationsbedarf ent- spricht, bedeutet dies nach dem dargestellten Schema, dass der Entschei- dungsträger über alle relevanten Daten und somit eine hinreichende Entschei- dungsgrundlage verfügt. Der theoretische Idealzustand wäre erreicht wenn In- formationsangebot, -nachfrage und -bedarf deckungsgleich sind.5 Krcmar, sieht daher das Ziel des Informationsmanagement, in der Herstellung eines solchen informationswirtschaftlichen Gleichgewichts durch Ermittlung des objektiven In- formationsbedarfs und entsprechende Beeinflussung von Angebot und Nach- frage6. Die Auswirkungen auf Kaufentscheidungen im Tourismus stellen sich folgendermassen dar: Entwickelt ein Konsument einen Kaufwunsch, beginnt er mit der Sammlung relevanter Informationen zum Gegenstand der Begierde. Hierbei definiert er Kriterien, welche für die persönliche Kaufentscheidung wich- tig sind. Um Produkte vergleichbar zu machen, werden die gesammelten Infor- mationen strukturiert und zugeordnet und dienen dann als Grundlage der Mei- nungsbildung und Kaufentscheidung.7 Dies bedeutet, dass aus einer Reihe von vorhandenen Informationen (Informationsangebot) die für den jeweiligen Be- trachter als wichtig erachteten (subjektives Informationsbedürfnis) und notwen- digen (objektiver Informationsbedarf) die Informationsnachfrage entsteht.

2.2.2 Mobile Technologien

Durch die Einführung von sogenannten Flatrates und Volumentarifen hat sich die Mobiltelefonie in Deutschland, Österreich und der Schweiz vervielfacht. Zwei Drittel der deutschen Bevölkerung geben sogar an, sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen zu können8. Grundlage dafür sind die zahlreichen Fortschritte in den Mobilfunktechnologien.

2.2.2.1 Mobilfunknetze 1G, 2G, 3G, 4G

Das mobile Telefonieren selbst ist noch eine junge Technologie, in Deutschland startete das sogenannte „A-Netz“ im Jahr 1958 als erstes kommerzielles Mobil- funknetz. Allerdings erreichte der Mobilfunk der ersten Generation mit seinem A-Netz und den analogen nachfolgenden B-Netz und C-Netz aufgrund der sehr hohen Verbindungsgebühren und Gerätepreise keine nennenswerte Verbrei- tung9. Durch die Abschaltung der Mobilfunknetze der ersten Generation beruht heute die Mehrheit der operierenden Mobilfunknetze auf dem digitalen „Global System for Mobile Communication“ (GSM). GSM ist das am weitesten verbrei- tete Mobilfunknetz der zweiten Generation und ist wie alle Mobilfunksysteme dieser Generation auf die Sprachübertragung ausgerichtet. Das rasante Wachs- tum der Datendienste erforderte eine Erweiterung des GSM um neue Daten- dienste. Das herkömmliche GSM Netz hatte im Hinblick auf die Datendienste zwei wesentliche Nachteile, so liegt die Bandbreite von GSM bei maximal 9,6 kbits/s, was für viele Anwendungen nicht ausreichend ist und die Datendienste basieren auf kanalvermittelter Übertragung, es werden also Gebühren für die Dauer der Übertragung anstatt der Menge der übertragenen Daten erhoben. Durch die Aufrüstung der GSM Netze zum Übertragungsstandard HSCSD und somit der Bündelung mehrerer Kanäle, sollen die Kapazitäten zur mobilen Da- tenübertragung erheblich erhöht werden.10 Durch die rasante Intensivierung der Internetnutzung wuchs auch das Bewusstsein der Mobilfunkbranche. Die 1998 von Ericsson vorgestellte General Packet Radio Services-Technik (GPRS) wur- de 2001 in Deutschland eingeführt und stellt eine Erweiterung des GSM-Netzes dar. GPRS ist auch heute noch neben EDGE der Standard bei fast allen Han- dys, auch bei UMTS fähigen Geräte wird auf GPRS oder EDGE zurückgegrif- fen, sofern UMTS nicht verfügbar ist. EDGE, Enhanced Data Rates for GSM Evolution, beschreibt eine erneute Weiterentwicklung des GSM-Standards, um eine schneller und stabilere Datenübertragung zu gewährleisten.11 Das Univer- sal Mobile Telecommunications System, besser als UMTS bekannt, stellt den Schritt zur dritten Generation der Mobilfunktechnik dar und zielt auf die Verfüg- barkeit schneller Datendienste ab. Wie bei GSM existieren auch bei UMTS technische Erweiterungen des Standards, die noch höhere Datenempfangs- (HSDPA) und Senderaten (HSUPA) ermöglichen. UMTS ermöglicht erstmals Übertragungsraten (bis zu 7.2 Mbit/s) welche für zahlreiche tourismusrelevante Applikationen notwendig sind12. Während sich diese Art der 3G-Protokolle weltweit verbreiten, werden bereits die Mobilfunknetze der vierten Generation (4G) auf Basis der LTE (Long-Term-Evolution) Technik entwickelt, welche dem Nutzer Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s ermöglichen.13 Die genannten Mobil- funktechnologien stellen jedoch nur einige der wichtigsten technischen Varian- ten mobiler Datenübertragung dar, die als Basis für den Erfolg und die massen- taugliche Nutzung gelten. Zahlreiche weitere Funktechnologien existieren und können situativ eingesetzt werden bzw. die genannten Mobilfunktechnologien unterstützen. Besonders hervorzuheben ist hier die nachfolgend vorgestellte Technologie des WLAN, da diese dem Nutzer mobiler Endgeräte den Daten- austausch ausserhalb des eigenen Mobilfunknetzes ermöglicht, was vor allem unterwegs eine wichtige Rolle spielt.

2.2.2.2 WLAN - Wireless Local Area Network

Das Wireless Local Area Network ist mittlerweile so weit verbreitet, dass vieler- orts wie beispielsweise an Flughäfen, bei McDonalds, in Hotels, in Messezen- tren, in Cafes, bei Starbucks oder in Seminarräumen kommerzielle Hotspots zur Verfügung stehen. Immer mehr Mobiltelefone und Smartphones verfügen mitt- lerweile auch über ein WLAN-Modul und ermöglichen so dem Nutzer den Ein- stieg ins Internet.14 Dies stellt in erster Linie für Reisende einen grossen Vorteil dar, wenn sie nicht die Möglichkeit haben auf das Netzwerk ihres Mobilfunkan- bieters zuzugreifen und verhindern möchten, dass z.B. im Ausland teure Ro- aming-Gebühren anfallen. Auch für die Übertragung grösserer Datenmengen ist WLAN derzeit noch die bessere und schnellere Alternative, im Vergleich zur Übertragung via 3G Technologie.

2.2.2.3 GPS - Global Position System

GPS stellt die Basis für die Generierung ortsbezogener Dienste dar. Die Positi- onsbestimmung eines mobilen Endgerätes erfolgt bei dieser Technologie über einen eingebauten Satellitenempfänger und erlaubt eine genaue Ortung mit ei- ner Abweichung von wenigen Metern vom tatsächlichen Standort.15 Diese Art der Satellitennavigation wird bereits seit Jahren erfolgreich im Tourismus einge- setzt. Insbesondere in Destinationen, in denen Naturerlebnisse und Outdoor- Sportarten ein zentrales Element darstellen. Aber auch für Städte- und Studien- reisen können GPS basierte Routing- und Mapping-Funktionen einen klaren Mehrwert liefern.16 Ein deutlicher Vorteil eines im Mobiltelefon integrierten GPS- Moduls liegt darin, dass kein zusätzliches Gerät für die Lokalisierung und den Abruf von persönlichen POIs benötigt wird.17 Während im Jahr 1999 auf GPS basierende Funktionen wie Stauumfahrungshilfen, Navigation für Fussgänger oder der Notrufnutzung grösstenteils Zukunftsvisionen waren, so sind diese heute bereits Standard. Das Selbe gilt auch für die Möglichkeit der Handy- Besitzer immer zu wissen wo genau sie sich gerade befinden. GPS lokalisiert den Benutzer auf jedem Punkt der Erde und verknüpft die Position mit aktuellen Informationen, die via Mobilfunk oder WLAN eingespielt werden.18

2.2.2.4 RFID und NFC

RFID und NFC sind drahtlose Kommunikationstechniken, welche einen einfa- chen Austausch von Daten ermöglichen. Eingesetzt werden diese im Rahmen der Informationsübermittlung, z.B. um Werbebotschaften oder URLs von Plaka- ten oder aus Zeitschriften, oder auch zur Realisierung mobiler Bezahlverfahren. Dazu werden NFC- bzw. RFID Chips in mobile Endgeräte integriert und bei- spielsweise in Plakate eingedruckt oder in andere Objekte integriert. Auf den Chips werden Informationen hinterlegt, diese können mit geeigneten Lesegerä- ten ausgelesen werden.19 Die RFID Technologie basiert auf der automatischen Erkennung und Identifikation über elektromagnetische Wellen. In ihrer Entstehung diente diese Technologie als Sekundärradarsystem im zweiten Weltkrieg zur Freund-Feind Erkennung von Flugzeugen, Panzern etc. Heutzutage wird diese Technologie bei elektronischen Zutrittskontrollsystemen, Skipässen, elektronischem Ticketing, Kreditkarten, etc. eingesetzt.20

Untenstehende Grafik liefert einen Überblick über die wichtigsten Übertragungs- technologien aus dem mobilen Bereich sowie derer Datenrate und Reichweite.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Leistungsmerkmale ausgewählter M-Commerce relevanter mobiler Datenübertra- gungstechnologien Quelle: Schulenburg, Die Zukunft des Mobile Commerce, 2008, S. 39

2.2.2.5 Die Bedeutung der mobilen Technologien für den mTourismus

Im Bereich der mobilen Technologien und deren Anwendung und Umsetzung stösst man auf unterschiedliche Unternehmen aus verschiedenen Branchen als Weichensteller für den Erfolg des mTourismus. Dazu zählen die Technologie- und Infrastrukturhersteller, indem sie mit der Hard- und Software zur Übertra- gungs- und Vermittlungstechnik sowie den Betriebssystemen die Grundlage für Netzwerke und Plattformen schaffen. Insbesondere die technischen Innovatio- nen und Entwicklungen wie GPRS, EDGE, und UMTS welche als Fundament des M-Commerce gelten, gehören zu diesem Bereich. Auch die Hersteller der Endgeräte sind ein wichtiger Erfolgsfaktor, denn sie liefern das persönliche Ein- trittsportal für den Nutzer. Einfache Handhabbarkeit, die Möglichkeit auch kom- plexe Zusammenhänge mit ihren Browsern gut darstellen zu können sowie eine ausreichende Batterieleistung sind nur einige der Schlüsselfaktoren um mobile touristische Dienste für den Endnutzer interessant zu machen. Die Netz- und Plattformbetreiber mit ihren Kernkompetenzen in den Bereichen Payment, Kun- denprofilierung, Lokalisierung sowie Netz- und Plattformbetrieb liefern einerseits den Kundenstamm aus dem Sprachgeschäft welches den Ausgangsmarkt für die Kundenansprache darstellt sowie auch das Kundenprofil der Nutzer mobiler Dienste. Die Generierung des Mehrwerts und Weckung des Kundenbedürfnis- ses nach schneller, ortsunabhängiger Information und Unterstützung liegt bei den Content & Service Anbietern. Sie sammeln und bündeln Inhalte und berei- ten diese entsprechend ihrer Zielgruppen auf.21 Die Kernkompetenz touristi- scher Leistungserbringer liegt klar nicht in den genannten Bereichen weshalb der Einkauf von Know-How als erfolgsentscheidend bezeichnet werden kann.

2.2.3 Mobile Commerce

Wertschöpfend werden diese Technologien allerdings erst in Verbindung mit M- Commerce, was zum nächsten Abschnitt der Arbeit führt. Nachfolgende Eckda- ten der Entwicklung aus dem Mobilfunkmarkt lassen erkennen, aus welchem Grund m-Commerce als potenzialträchtige Variante des Vertriebes zu sehen ist.

2.2.3.1 Entwicklung des Mobilfunkmarktes

Die Anzahl der Teilnehmer am Mobilfunkmarkt ist in den vergangen Jahren stark angewachsen, wie die nachfolgende Darstellung erkennen lässt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Entwicklung des deutschen Mobilfunkmarktes von 1999-2009; Quelle: Bundesnetzagentur (2010), Jahresbericht 2009, S. 90

Anhand der Abbildung 4 kann ein steigender Trend zur mobilen Kommunikation identifiziert werden. Im Jahr 2009 entfallen im Schnitt auf jeden deutschen Bür- ger 1,3 SIM Karten. Mit dem konstanten Ausbau der 3G Netze ist auch die Nut- zung des mobilen Breitbands um ein vielfaches gestiegen. Gemäss der Bun- desnetzagentur waren zum Jahresende 2009, ca. 26 Mio. UMTS-Geräte in deutschen Mobilfunknetzen registriert. Die Zahl der regelmässigen Nutzer des mobilen Internets stieg rasant an. Ende 2009 nutzten in Deutschland bereits 19 Mio. Mobilfunkteilnehmer regelmässig den mobilen Zugang zum Internet.22

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Anzahl der regelmässigen (mind. Einmal pro Quartal) UMTS Nutzer 2005 bis 2009, Bundesnetzagentur (2010), Jahresbericht 2009, S. 93

Mobiltelefone eröffnen neue Möglichkeiten der Kommunikation. In den vergan- genen Jahren haben mobile Endgeräte, allen voran Smartphones nicht nur das soziale Miteinander verändert, sondern auch eine wichtige Rolle in der Revolu- tion von Produktion, Handel und der Lieferung von Dienstleistungen gespielt.23

2.2.3.2 Begriffserklärung - mobile Commerce

Als mobile Commerce im weiteren Sinne werden jegliche Arten wirtschaftlicher Tätigkeiten auf mobiler elektronischer Basis verstanden. Das Grundverständnis der Begriffe Electronic Business und Electronic Commerce sind notwendige Voraussetzungen auf dem Weg zur Definition des Mobile Business und schlussendlich des Mobile Commerce.

Electronic Business, auch E-Business genannt, bedeutet den Einsatz elektroni- scher Informations- und Kommunikationstechnologien zur Abwicklung und Un- terstützung von Wertschöpfungsprozessen in Unternehmen und umfasst somit Beschaffungsprozesse, Produktion, Administration sowie auch Vertriebs- und Kundenmanagementprozesse.24 Electronic Commerce oder E-Commerce be- schreibt einen Unterbereich des EB, bei welchem der Fokus ausschliesslich auf der digitalen Anbahnung, Aushandlung und/oder Abwicklung von Transaktionen zwischen Wirtschaftssubjekten im Internet liegt. Transaktionen können hierbei in allen Kombinationen zwischen den Konsumenten, Unternehmen und öffentli- chen Organisationen stattfinden.25

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Schnittmenge von EB und MB und EC und MC, Broeckelmann, Konsumentenentscheidungen im Mobile Commerce, 2010, S. 13

Mobile Business oder M-Business bezeichnet die Erweiterung des Electronic Business um die mobile Komponente. MB ist die durch den Einsatz mobiler elektronischer IuK-Technologien, gestützte Abwicklung und Unterstützung von Wertschöpfungsprozessen.26 Mobile Commerce oder M-Commerce, bezeichnet wiederum eine Unterkategorie des M-Business und erweitert den EC um die mobile Komponente. Dies bedeutet, dass MC die digitale Anbahnung, Aushand- lung und/oder Abwicklung - zwischen Wirtschaftssubjekten in mobilen Netz- werken über mobile Endgeräte umfasst. Mobile Commerce schafft somit direkt oder indirekt einen realen Wert. Als Transaktionspartner können hierbei, wie auch im E-Commerce, alle Marktteilnehmer genannt werden.27

2.2.3.3 Vorteile des mobile Commerce

Anhand der Abbildung der Schnittmenge von EB, EC, MB und MC kann festge- stellt werden, dass MB sowie auch MC in weiten Teilen als Erweiterung oder als Spezialfall des Electronic Business und des Electronic Commerce gesehen werden kann. Bei Mobile Business und Mobile Commerce finden Geschäftspro- zesse bzw. Transaktionen in mobilen Netzwerken oder auf mobilen Endgeräten statt und nicht wie im regulären EB und EC in kabelgebundenen Netzwerken oder auf stationären Endgeräten. MB und MC verfügen im Vergleich zum EB und EC über die Besonderheiten der Ortsunabhängigkeit, der ständigen Er- reichbarkeit des Nutzers, die Personalisierung des Geräts, die Interaktivität des Mediums sowie der Lokalisierbarkeit28. Im Gegensatz zum konventionellen EC verfügt der mobile elektronische Handel über eine Reihe von Vorteilen. Als er- heblicher Vorteil zeichnet sich die Orts- und Zeitunabhängigkeit aus. Mobile Endgeräte stellen dem Nutzer frei, an welchem Ort und zu welcher Zeit er seine Geschäftsabläufe tätigt. Infolge dessen wird es dem Nutzer ermöglicht Informa- tionen in Echtzeit abzurufen bzw. zu erhalten, was wiederum zu erhöhter Flexi- bilität und der Reduzierung von Planungsprozessen und Zeitverlusten führt. Ein weiterer Vorteil des M-Commerce liegt in der Erreichbarkeit. Der Nutzer kann jederzeit und überall von möglichen Geschäftspartnern erreicht werden. Erfolg- versprechend ist auch die Möglichkeit der Lokalisierung und der dadurch ent- standenen neuen Serviceleistungen. So besteht für den Konsumenten die Mög- lichkeit, sich über seine unmittelbare Umgebung informieren zu können. Die Personalisierbarkeit stellt aufgrund der persönlichen Rufnummer eines Mobil- funkteilnehmers und der ständigen Nutzung des mobilen Endgerätes in allen Lebensbereichen einen klaren Vorteil im Gegensatz zum EC dar. Mobile End- geräte haben im Vergleich zu den meisten PCs ein begrenztes Anwendungs- feld, jedoch sind ihre technischen Komponenten auf die Bedürfnisse dieser An- wendungsfelder zugeschnitten und die Bedienung ist vergleichsweise einfach und bequem während das Gerät handlich ist. Daraus resultiert ein wesentlicher Vorteil im Bereich der Bequemlichkeit. Von grosser Bedeutung für den mobilen Handel ist die sofortige Verfügbarkeit. Im Gegensatz zu stationären Geräten sind mobile Endgeräte bei Bedarf sofort zur Hand und das Hochfahren der Endgeräte ist seltener und mit weniger Zeitverlust verbunden. Ein weiterer Vor- teil liegt in der Sicherheit des MC im Vergleich zum EC, gemeint sind hierbei insbesondere die mobilen Sicherheitstechnologien in der Form der SSL- Technologie, die innerhalb eines geschlossenen Ende-zu-Ende-Systems ge- nutzt werden, sowie die SIM- und Smart-Card, welche eine begrenzte Schnitt- stelle nach aussen haben und die Möglichkeit der Authentifizierung von Perso- nen bieten.29

2.2.3.4 Risiken des Mobile Commerce

Ein erhebliches Risiko im M-Commerce birgt der Datenschutz. In einer weltwei- ten Vernetzung von Datenverarbeitungsanlagen haben innerstaatliche Ent- scheidungen und Regelungen keine Durchsetzungskraft und leiden an einem Vollzugsdefizit. Personenbezogene Daten können durch die globale Vernetzung der Datenverarbeitungssysteme unproblematisch in eine Vielzahl von Ländern transportiert und abgespeichert werden. Dies wird besonders dann zu einem Risiko, wenn das Empfängerland über ein niedriges Datenschutzniveau verfügt. Deutlich tritt die Gefährdung des Datenschutzrechtes des Nutzers durch die gewandelte Technik zu Tage. M-Commerce bedingt es, dass der Umfang der anfallenden Daten stark ansteigt, während gleichzeitig die Übersichtlichkeit der Datenverarbeitung sinkt. Die verwendeten Infrastrukturen der Mobilkommunika- tionsnetze und des Internets haben zur Folge, dass umfassende teilweise per- sonenbezogene Datenmengen durch private Dienstanbieter gespeichert und verarbeitet werden können. Die Trennung geschäftlicher und privater sowie kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung der Endgeräte und Netze wird dadurch aufgehoben, was zu einer Aufweichung der Datenverarbeitung aus verschiedenen Sachzusammenhängen führen kann. Die Transparenz von Da- tenschutzbestimmungen oder -erklärungen leidet unter der Handlichkeit der Endgeräte. Auch die Ortung und Peilbarkeit stellt ein Gefährdungspotenzial für den Nutzer dar, da Bewegungsprofile und genaue Bewegungsmuster des Nut- zers abgebildet werden können. Die Auswirkungen auf das Selbstbestimmungs- recht des Betroffenen durch die Personalisierbarkeit stellen ebenfalls ein erheb- liches Risiko dar. Durch die Entstehung von Nutzerprofilen bei externen Diens- tanbietern können Kaufvorlieben, Terminkalenderdaten, Aufenthaltsinformatio- nen etc. abgelegt werden, auf die unter Umständen Dritte zugreifen könnten.30

2.2.4 Charakteristika des mTourismus

Die Charakteristika bzw. Kennzeichen sind weitestgehend mit den Vorteilen des mCommerce deckungsgleich, finden jedoch an dieser Stelle Betrachtung unter dem Hintergrund der Auswirkungen auf den Tourismus. Typische Charakteristika des mTourismus bzw. der mobilen Dienste im Tourismus sind Personalisierung, Lokalisierung, Ortsunabhängigkeit, Sicherheitsidentifizierbarkeit, Convenience sowie Kostengünstigkeit:31

Die Personalisierung steht in diesem Zusammenhang für die Generierung eines auf den Kunden abgestimmten Angebots zur Verbesserung der Kommunikationsbasis mit dem Ziel, eine engere Kundenbeziehung und folglich eine erhöhte Akzeptanz zu schaffen. Das Reiseerlebnis kann auf den jeweiligen Kunden einfach abgestimmt werden.

Durch die Verbindung der Lokalisierungsfunktion und Daten der personalisierten Informationsversorgung entstehen komplett neue Möglichkeiten in der angebotenen Servicequalität. Der Reisende hat die Möglichkeit sich unmittelbar während seiner Reise über seine jeweilige Umgebung zu informieren und die für sich relevanten ortsabhängigen Informationen abrufen.

Ortsunabhängigkeit beschreibt die Möglichkeit der Nutzer, orts- und zeitunabhängig Informationen abzurufen sowie Transaktionen tätigen zu können. Reisende haben somit die Möglichkeit während ihres Aufenthalts in einer fremden Umgebung mittels gewohnter Medien oder Geräte die gewünschten bzw. benötigten Informationen abzurufen oder Transaktionen durchzuführen.

Mobile Endgeräte bieten im Vergleich zu dem herkömmlichen Internet aufgrund ihrer eindeutigen Identifikation des Nutzers über die SIM-Karte eine verbesserte Sicherheit. Sie haben das Potenzial um z.B. als elektronische Brieftasche für den Touristen zu fungieren.

In Verbindung mit Convenience stehen die einfache Bedienung sowie der Kostenvorteil im Vergleich zum herkömmlichen PC. Dies führt zu einer geringeren Nutzungs-Hemmschwelle.

In puncto Kostengünstigkeit herrscht derzeit rege Bewegung auf dem Markt. Einerseits sinken derzeit sowohl die Kosten für die Geräte als auch die Verbin- dungskosten, wobei der Trend hin zu transparenten Flatrates geht. Im Hinblick auf den Tourismus kommt den Roaming-Gebühren eine besondere Bedeutung zu. Hier kommt es künftig zu einer Entschärfung zugunsten der Verbraucher. So wurden die Obergrenzen innerhalb der EU bereits neu überarbeitet und re- guliert was dazu führt, dass bereits bis Juni 2011 die Kosten für Roaming sin- ken sollen und die Transparenz erhöht wird. Des Weiteren verfolgt die EU- Kommission das Ziel bis zum Jahr 2015 die Abschaffung von Roaming- Gebühren innerhalb der EU.32 Auch Mobilfunkanbieter reagieren auf das stei- gende Bedürfnis nach mobilem und bezahlbarem Internetzugang im Ausland. Im Rahmen dessen hat Vodafone bereits im Herbst 2010 eine Daten-Flatrate für Privatkunden im Ausland eingeführt. Die Deutsche Telekom präsentierte auf dem Mobile World Congress in Barcelona ein neues Tarifsystem bei welchem Kunden ab1,95 EUR/Tag innerhalb der EU das mobile Internet nutzen können. Für 14,95 EUR gibt es eine Wochenflatrate mit uneingeschränktem Datenvolu- men.33 Die hohen Kosten für Daten-Roaming stellen bis dato eine grosse Hemmschwelle für die Nutzung mobiler touristischer Dienste auf Auslandsrei- sen dar.

2.3 Einsatzmöglichkeiten mobiler Dienste im Tourismus

Wie bereits zu Beginn erwähnt ist es von immenser Bedeutung dem Kunden mehr als eine Anwendung oder eine Technologie zur Verfügung zu stellen. Vielmehr ist es wichtig den Kunden in allen Phasen seiner Reise durch personalisierte und auf ihn zugeschnittene Angebote in seiner Mobilität und Flexibilität zu unterstützen und sein Informationsbedürfnis zu befriedigen. Die Erwartungshaltung des Kunden sowie dessen Informationsbedürfnis beziehen sich hierbei auf die folgenden Phasen einer Reise:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: 7-Phasenmodell der Reise nach Robert Cole, 2010, Nitz, Mobile Apps, S. 18

Die Bereiche des aufgezeigten 7-Phasenmodells spiegeln sich in nachfolgen- dem dienstleistungsorientierten Marketingmodell des Tourismus welches die Potenzialphase, die Prozessphase sowie die Ergebnisphase umfasst, wieder.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Dienstleistungsorientiertes Marketingmodell im Tourismus, Quelle: Mölen- bruch/Dölling/ Ritschel, Interaktive Instrumente des Kundenbindungsmanagements im mobilen Tourismus-Marketing, 2010, S. 62

2.3.1 mTourismus in den Phasen einer Reise

In der Potenzialphase steht die Bereitschaft und Fähigkeit zur Erbringung einer möglichen Dienstleistung im Vordergrund. Im Besonderen sind dies Angebote der Inspiration, der Reisevorbereitung und Beratung sowie auch die Bereitstel- lung und Sicherung der Verfügbarkeit von Kapazitäten. Die Buchung bzw. Re- servierung einer touristischen Dienstleistung stellt das Ergebnis der Potenzial- phase dar. Diese stark informationsfokussierte Phase, erfolgt zumeist am Hei- matort des Kunden. Im Anschluss daran folgt die Prozessphase, diese lässt sich überwiegend durch diejenigen Leistungen charakterisieren, welche unmit- telbar mit der eigentlichen Reisedurchführung zusammenhängen. Insbesondere diese Phase ist von grossem Interesse im Hinblick für das mobile Tourismus- Marketing, da sie „unterwegs“ erfolgt. Der zentrale Faktor ist hierbei die Erhal- tung des unmittelbaren Kontaktes zwischen Konsument und Produzent, um dem Reisenden in die Leistungserstellung zu integrieren. Der Fokus dieser Phase liegt klar bei der Interaktion. In der Ergebnisphase ist der Kunde wieder an seinen Heimatort zurückgekehrt. In dieser Phase ist es wichtig, dem Kunden eine Möglichkeit zu geben, die Leistungsergebnisse sowie die Auswertung der Reise zu kommunizieren um letztendlich die Zufriedenheit des Gastes zu do- kumentieren.34 Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten mobiler Technologien bieten unzählige Ansätze für eine elektronische Initiierung und Abwicklung von Geschäftsprozessen. Mobile Anwendungen ermöglichen den ortsungebundenen Zugang zu Informationen und eröffnen damit Chancen einer interaktiven Verknüpfung von realer und virtueller Welt.35

2.3.2 Mobiles Internet als Informationsmedium für die Freizeit

Die mobile Vernetzung steigt in allen Lebensbereichen. Gemäss der Studie „YOC Mobile Indikator 1/2010“ geben 74 Prozent der Befragten Nutzer von mo- bilem Internet an, sich das Mobiltelefon nicht mehr aus der Freizeitgestaltung wegdenken zu können.36 Das mobile Endgerät entwickelt sich zum unverzicht- baren Begleiter in der Freizeit. Der Wunsch des Menschen nach optimaler Nut- zung der persönlichen Freizeit spielt hierbei eine wichtige Rolle. So werden un- befriedigende Freizeitaktivitäten oder aufwändige Freizeitrecherchen als Geld- oder Zeitverschwendung angesehen welche ein Gefühl der Unzufriedenheit zur Folge haben. Umso wichtiger ist es gerade mobilen Nutzern im Freizeitbereich, welche zumeist noch weniger Zeit und Geduld als stationäre Anwender aufwei- sen, die Möglichkeit zu bieten, schnell an qualitativ hochwertige und zielgerich- tete Informationen zu gelangen. Das Bedürfnis nach Ad-hoc-Informationen mit Bezug auf das „Hier und Jetzt“ des Nutzers ist bei der mobilen Informationsbe- schaffung wesentlich höher als im stationären Fall. Zudem ist das mobile Infor- mationsbedürfnis nicht mit der einmaligen Informationsbeschaffung gestillt, sondern beschreibt einen fortlaufenden Prozess, welcher sich mit dem zeitli- chen, situativen, räumlichen und sozialem Wandel von Subjekt bzw. Objekt konstant verändert. Dienste bzw. Informationen erfordern eine kontextsensitive Filterung um einen mobilen Mehrwert darzustellen. So ist die Bedeutung be- stimmte Kontextausprägungen wie z.B. Wetter, Ort und Zeit zu berücksichtigen, um dem Nutzer für ihn relevante Daten zur Verfügung zu stellen und ihn nicht mit unbrauchbaren Informationen, z.B. den Hinweis auf ein naheliegendes Frei- bad im Winter bei Schneefall zu überfluten.37 Mobiles Internet bietet im Gegensatz zu anderen Informationsmedien die Möglichkeit die genannten Anforderungen zu erfüllen und verfügt daher über eine hohe Relevanz als wichtiges Medium zur Freizeitplanung und -gestaltung.

2.3.3 Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung

So vielfältig die Einsatzmöglichkeiten mobiler Dienste im Tourismus sind, so zahlreich sind auch die dadurch entstehenden Herausforderungen. Das touristi- sche Unternehmen bewegt sich als Content-Provider ausserhalb seiner Kern- kompetenzen, weshalb es von enormer Wichtigkeit ist diese zu kennen und einschätzen zu können. Generell lassen sich diese Herausforderungen in markt- und unternehmensbezogene Herausforderungen kategorisieren. Auf Markt- und Produktseite gelten umfassende Kenntnis und Verständnis der Nut- zerbedürfnisse und des Nutzerverhaltens, konzeptionelles Know-how zur Ent- wicklung von zielgruppengerechten Produktlösungen und das Eingehen von strategischen Kooperationen als grösste Herausforderungen. Des Weiteren fal- len auch vermarktungsrelevante Herausforderungen wie die Kenntnis und Be- herrschung der Vermarktungskanäle und -mechanismen, die Vermeidung einer zu grossen Abhängigkeit von Plattformen Dritter sowie die Berücksichtigung der technologischen Anforderungen mobiler Endgeräte in diese Kategorie. Die un- ternehmensinternen Herausforderungen basieren auf technologischen und or- ganisatorischen Herausforderungen. Technologische Herausforderung sind u.a. die technische Komplexität, die Beherrschung der Technologien und Prozesse zur Standardisierung der Produkte, die Distribution von Inhalten und Services, die Vernetzung und die Entwicklungskompetenz zur fortlaufenden Anpassung der Produkte und Lösungen an Kundenbedürfnisse. Organisatorische Heraus- forderungen liegen vor allem in der Etablierung einer innovationsfreudigen Un- ternehmenskultur und neuer flexibler Organisationsmodelle, dem Aufbau von Kompetenzen und der Integration von Mobile Publishing-Aktivitäten in die be- stehenden Prozesse.38 Ferner müssen touristische Unternehmen erkennen, dass der elektrifizierte, mobile Tourist von morgen andere Anforderungen an den Dienstleister stellt. Der Kunde wird immer selbstständiger und agiert zunehmend wie ein Geschäftspartner. Sozusagen wie ein mobiles OnlineReisebüro in eigener Sache.39

2.3.4 Trends und Entwicklungen

Noch vor nicht allzu langer Zeit lag die primäre Nutzung von mobilen Endgerä- ten in der Telefonie (z.B. Handys) und des Organisierens (z.B. PDA). Durch die Markteinführung von Smartphones haben sich mobile Endgeräte sozusagen zu Schweizermessern der Informationsgesellschaft40 verwandelt. Das Mobiltelefon hat sich zu einem Smartphone entwickelt. Ein Smartphone verbindet die Funk- tionalität eines PDAs mit der eines Mobiltelefons. Wesentliche Unterschiede von Smartphones im Gegensatz zu den herkömmlichen Mobiltelefonen liegen darin, dass diese über ein echtes Betriebssystem und eine standardisierte Pro- grammierschnittstelle verfügen. Zu den gebräuchlichsten Smartphones zählen das iPhone von Apple, BlackBerrys von RIM, auf Windows Mobile basierende Geräte sowie Geräte auf der Basis von Android.41 Den grössten Umbruch auf dem Markt der Mobilebranche brachte Apple mit seiner zweiten Generation des iPhone in Jahr 2008, welcher durch den Launch von Android und gPhone im Jahr 2009 und der Lancierung der dritten und vierten iPhone Generation noch verstärkt wurde. So stieg die Anzahl der verkauften Smartphones von 172‘376 Tausend im Jahr 2009 auf 296‘647 Tausend im Jahr 2010 wobei das am stärks- ten vertretene Betriebssystem das Symbian darstellt. Letzteres wird überwie- gend von Nokia verwendet. Wie die nachfolgende Abbildung zeigt, ist das am stärksten wachsende Betriebssystem Android. Dieses Betriebssystem wird von einer Vielzahl von Herstellern wie, Samsung, HTC, Motorola, Sony Ericsson, Google u.a. eingesetzt.42

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Weltweite Verkaufszahlen von Smartphones nach Betriebssystem 2010 (in 1000 Einheiten), Quelle: Gartner Pressemitteilung, 2011

Smartphones grenzen sich insbesondere durch das Merkmal der Ubiquität von anderen Gerätegattungen ab. Mittlerweile ist das Smartphone ein täglicher Begleiter und fester Bestandteil des Alltags. Ihr Nutzungszweck reicht längst über einfaches telefonieren und abrufen von Emails hinaus, sie dienen zunehmend der Nutzung des mobilen Internets und mobiler Applikationen. Dadurch ermöglichen sie Content-Providern den direkten Zugang zum potentiellen Kunden sowie die Möglichkeit der Entwicklung von neuen, situationsgerechten Angeboten unter der Einbeziehung des räumlichen Kontexts.43

Neben bereits beschriebenen Hard- und Softwarentwicklungen haben auch die sogenannten Application Stores einen wesentlichen Einfluss auf den Markt. Als Application Stores werden zentralisierte Plattformen für den Vertrieb von mobi- len Anwendungen bezeichnet. Sie stellen einen zentralen Zugriffspunkt für den Endkunden dar, indem dieser nach neuen Anwendungen für sein Endgerät sucht, diese herunterladen und installieren kann. Die Vorreiterrolle gebührt auf diesem Gebiet Apple mit dem Anfang 2008 gestarteten AppStore44. Am 22. Ja- nuar 2011 gab Apple bekannt, dass bereits über 10 Milliarden Apps herunterge- laden wurden. Der AppStore umfasst mittlerweile mehr als 350‘000 Apps wel- che dem Endnutzer in über 90 Ländern weltweit zum herunterladen zur Verfü- gung stehen.45

2.4 Ausgewählte Instrumente des mTourismus

Eine tragende Rolle im Hinblick auf die Entwicklung und den Erfolg mobiler tou- ristischer Anwendungen kommen den Charakteristika der Lokalisierbarkeit und der Ortsungebundenheit zu. Im Hinblick darauf folgt nun der Blick auf zwei hier- für massgebliche Technologien sowie deren Einsatz im Rahmen des mTouris- mus.

2.4.1 LBS - ortsbasierende Dienste

Location Based Services gelten als viel versprechende Dienste mit touristischem Kontext und bieten ortsbezogene Informationen und Services, wobei sich die übertragene Information auf die geographische Lage des Endgeräts ausrichtet. Als Basis für die Lokalisierung dient das eingeschaltete Mobiltelefon welches mittels GPS, Cellular Triangulation oder Time of Arrival-Messung geortet wird. Dadurch hat der Nutzer die Möglichkeit, Informationen bzw. Applikationen auf seinem mobilen Endgerät abzurufen, welche auf seinen aktuellen Aufenthaltsort abgestimmt sind. Insbesondere seit der Einführung der Smartphones der neuen Generation wie dem iPhone oder dem G1 erfreuen sich ortsbezogene Applikationen immer grösserer Beliebtheit.46

2.4.1.1 LBS Anwendungen im Tourismus

Als klassisches Beispiel zur Anwendung von LBS im Tourismus wird von Tom Alby folgendes Beispiel genannt: Ein Tourist braucht nach einer langen Sight- seeing-Tour in London eine Pause und möchte gerne im nächsten Starbucks einen Kaffee trinken. Er holt sein Mobiltelefon hervor und sucht auf einer Kar- tenapplikation nach Starbucks. Innerhalb von Sekunden werden alle Starbucks in der Nähe angezeigt. Eine weitere Möglichkeit wäre, wenn der Tourist zufällig an einem Starbucks vorbeikommt, dass er via Bluetooth eine Nachricht auf sein Handy erhält, welche ihn auf ein Angebot (z.B. x Prozent Rabatt) aufmerksam macht. Ein weiteres typisches Beispiel für die Anwendung von LBS im touristi- schen Zusammenhang sind Routenplaner mit integrierten Informationen zur näheren Umgebung, wie z.B. Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels, etc. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Navigationsgeräten liegt nicht nur darin, dass durch die Verfügbarkeit solcher Dienste auf dem mobilen Endgerät kein zusätzliches Navigationsgerät mehr benötigt wird, sondern auch in den erwei- terten Funktionen und Möglichkeiten. Nutzer können POI’s in ihrer Umgebung nicht nur suchen sondern sich auch darüber informieren, z.B. indem sie auf Bewertungen anderer Nutzer zurückgreifen. Ein gutes Beispiel für solche Diens- te stellt Qype dar. Qype verfügt über Daten zu Restaurants, Hotels, Sehens- würdigkeiten, etc. und bietet neben Lokalisierungs- und Routenplanungsfunkti- onen, auch Informationen über Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Sonderaktionen wie z.B. Gutscheine sowie Bewertungen, Beiträge, Bilder und die Gelegenheit sich „einzuchecken“ und so seine Aktivitäten mit anderen Usern zu teilen.47

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Beispiel Angebot Qype, Quelle: Screenshots Qype iPhone App

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit liegt in der sogenannten erweiterten Rea- lität: der Augmented Reality. Diese erweitert die Realität um virtuelle Informati- onen und dient als universeller Zugang zu touristischen Informationen. Hierbei werden virtuelle Informationen am Display des Smartphones mit realen Objek- ten via Kamerafunktion des Gerätes verknüpft. Beispielhaft zu nennen ist hier die Anwendung „PeakAR“. Hierbei wird die Realität auf dem Smartphone Dis- play im Kameramodus des PeakAR-Apps um Daten zu Berggipfeln erweitert.48

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Screenshot der Anwendung PeakAR, Quelle: Peak.ar 2011

Eine weitere sehr bekannte und momentan die wohl umfassendste Anwendung dieser Kategorie ist Wikitude, welche im Jahr 2010 unter anderem als „Best AR Browser“ und dem „World Summit Award Mobile Content“ ausgezeichnet wur- de.49 Wikitude ist eine Augmented Reality Anwendung welche es vermag, die vom User vordefinierten, gewünschten Informationen zu Objekten und Sehens- würdigkeiten live in das Kamerabild auf dem Smartphone einzubinden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Screenshot Wikitude, Quelle: Wikitude im AppStore auf iTunes, 2011

2.4.2 NFC - near field communication

Die Near Field Communication ist eine dem RFID ähnliche, jedoch in der Leis- tung wesentlich stärkere Übertragungstechnologie, welche bewusst für den Nah- bzw. Kontaktbereich entwickelt wurde. Im Gegensatz zur RFID Technolo- gie kommen bei der NFC Technologie zwei gleichberechtigte Geräte zum Ein- satz - ein Initiator und ein Target. Jedoch können bei der NFC Technologie die Endgeräte sowohl als Sender als auch als Empfänger eingesetzt werden. Im Hinblick auf touristische Anwendungsfelder ist der Einsatz von Mobiltelefonen als Schlüssel für das Hotelzimmer oder auch für Mietautos naheliegend. Diese Technologie wird bereits von Amadeus, Air France und auf dem Flughafen Nizza angewendet um das mobile Boarding zu vereinfachen50.

2.4.2.1 NFC Anwendungen im Tourismus

Für NFC bietet sich ein grosses Potenzial für Zugriffsberechtigungen via Tele- fon. Im Besonderen für Hotelzimmertürschlösser und Fahrzeuge mit Keyless Go Funktionalität bietet sich diese Technologie an. So ist es heutzutage bei- spielsweise notwendig, den Schlüssel bei der Anreise an der Rezeption des Ho- tels oder der Autovermietung abzuholen. Zukünftig, bzw. teilweise bereits heute wird der Schlüssel via Kurzmitteilung an das NFC-Mobiltelefon direkt im An- schluss an die Buchung übermittelt. Die Übertragung erfolgt gesichert und der Schlüssel wird im Anschluss im sicheren Element des NFC-Endgeräts abgelegt, wo dieser nur von einem zugehörigen Lesegerät wieder ausgelesen werden kann. Die Zuweisung des Zimmers bzw. des Fahrzeuges zu dem versendeten Schlüssel erfolgt erst kurz vor der Nutzung. Diese Funktion geht soweit, dass die Prozesse des persönlichen Check-In und Check-out in Zukunft dadurch ab- löst werden könnten. Auch im Bereich der Informationssysteme bietet NFC er- hebliche Potenziale. Denn durch die einfache Möglichkeit der Interaktion in Form einer Berührung und die Möglichkeit multimedial aufbereitete Informatio- nen durch das mobile Endgerät darzustellen, eignet sich NFC auch für den Ein- satz für intuitive Informationsservices. So wurde bspw. auf der Ferieninsel Sylt im Jahr 2006 das Projekt Sylt Mobil durchgeführt. Im Rahmen dessen wurde ein Reiseführer auf NFC-Basis und Mobile Tagging realisiert. Allgemeine Treffpunk- te, Sehenswürdigkeiten und Restaurants wurden mit Tags versehen. Auf diesen Tags wurden URLs zu Webseiten mit weiterführenden Informationen abgelegt.

[...]


1 Vgl.: Ehrlich: Strategien für den Einstieg im m-Tourismus, 2009, S. 26

2 Vgl.:E-Click-Center: mTourismus, 2010

3 Zitat: Daniel Ritz, Harvard Business School

4 Vgl.: Berthel: Informationsbedarf, 1975, S. 28

5 Vgl.: Hufschlag: Informationsversorgung lernender Akteure; 2008, S. 34f

6 Vgl.: Krcmar: Informationsmanagement, 2003, S. 49f

7 Vgl.: Knappe/Kracklauer: Verkaufschance 2.0, 2007, S. 40

8 Vgl.: Egger/Joos: mTourism 2010, S. 15

9 Vgl.: Lehner: Mobile und drahtlose Informationssysteme, 2003, S. 27

10 Vgl.: Lehner: Mobile und drahtlose Informationssysteme, 2003, S. 40

11 Vgl.: Alby: Das mobile Web, 2008, S. 22

12 Vgl.: Alby: Das mobile Web, 2008, S. 24

13 Vgl.: Egger/Joos: mTourism, 2010, S. 16

14 Vgl.: Alby: Das mobile Web, 2008, S. 28ff

15 Vgl.: Broeckelmann: Konsumentenentscheidungen im Mobile Commerce, 2010, S. 24

16 Vgl.: Egger/Joos: mTourism, 2010 S. 16f.

17 Vgl.: Alby: Das mobile Web, 2008, S. 49

18 Vgl.: Reischl/Sundt: Die mobile Revolution, 1999, S. 36f

19 Vgl.: Schulenburg: Die Zukunft des Mobile Commerce, 2008, S. 37f

20 Vgl.: Langer/Roland: Anwendungen und Technik von Near Field Communication (NFC), 2010, S.1

21 Vgl.: Nachtmann/Trinkel: Geschäftsmodelle im M-Commerce, 2002, S. 10

22 Vgl.: Bundesnetzagentur: Jahresbericht 2009, S. 90ff

23 Vgl.: Sirilli/Evangelista: Technological Innovation in Services and Manufacturing, 1998, S. 882

24 Vgl.: Negelmann: Electronic Business, 2001, S. 391

25 Vgl.: Skiera/Spann/Diller: E-Commerce, 2001, S. 345f

26 Vgl.: Broeckelmann: Konsumentenentscheidungen im Mobile Commerce, 2010, S. 12

27 Vgl.: Broeckelmann: Konsumentenentscheidungen im Mobile Commerce, 2010, S. 13

28 Vgl.: Bauer/Reichardt/Neumann, Erfolgreiches Marketing im Mobilfunknetz, 2008, S. 111f

29 Vgl.: Ranke: M-Commerce und seine rechtsadäquate Gestaltung, 2004, S. 44ff.

30 Vgl.: Ranke: M-Commerce und seine rechtsadäquate Gestaltung, 2004, S. 48ff.

31 Vgl.: Egger/Joos: mTourism, 2010, S19f.

32 Vgl.: Europäische Kommision: Memo 10/639, 2010, S.2

33 Vgl.: weltonline: Mobilfunkanbieter senken Preise für Auslandssurfen

34 Vgl.: Möhlenbruch/Delling/Ritschel: Interaktive Instrumente des Kundenbindungsmanagements im mobilen Tourismus-Marketing, 2010, S. 62f.

35 Vgl.: Möhlenbruch/Schmieder, 2001, S. 15

36 Vgl.: YOC AG: YOC Mobile Indikator 1/2010

37 Vgl.: Angerer: Mobile kontextsensitive Dienste für die Freizeit, 2010, S. 50ff

38 Vgl.: Buschow/Olavarria: Mobile Research Guide, 2010, S. 30f

39 Vgl.: Allmeier: Die Welt in der Tasche, 2011,

40 Vgl.: Reischl/Sundt: Die mobile Revolution, 1999, S. 11

41 Vgl.: Fuchss: Mobile Computing, 2009, S. 20

42 Vgl.: Gartner: Pressemitteilung, 2011

43 Vgl.: Buschow/Olavarria: Mobile Research Guide 2010, S. 7

44 Vgl.: Göll/Lassnig/Rehrl: Location-Based Services im mToruism, 2010, S. 30f.

45 Vgl.: Apple: Pressemitteilung, 22.01.2011

46 Vgl.: Egger/Joos: mTourism, 2010, S. 21

47 Vgl.: Alby: Das mobile Web, 2008, S. 47ff

48 Vgl.: Göll/Lassnig/Rehrl: Location-Based Services im mTourism - Quo Vadis?, 2010, S. 40

49 Vgl.: Wikitude: Auszeichnungen und Awards, 2010

50 Vgl.: Egger/Joos: mTourism, 2010, S. 18

Details

Seiten
137
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656014935
ISBN (Buch)
9783656014867
Dateigröße
2.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173834
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1.3
Schlagworte
eruierung vertriebsmöglichkeiten tourismus endgeräte

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Titel: mTourismus