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Akteure auf staatlicher und überstaatlicher Ebene und ihr Vorgehen gegen Cyber-Mobbing

Seminararbeit 2011 24 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
Begriffsklärung
2.1 Was ist ein Akteur?
2.1.2 Was ist ein politischer Akteur?

3.Staatliche und überstaatliche Akteure
3.1 Staatliche Akteure
3.1.2 Akteure auf Bundesebene
3.1.3 Akteure auf Landesebene
3.2 Überstaatliche Akteure
3.2.2 Akteure auf europäischer Ebene
3.2.3 Akteure auf globaler Ebene

4 Schlussteil

5 Literaturverzeichnis und Quellenangaben

1 Einleitung

Der 14-jährige Hamed Nastoh stürzt sich im März 2000 von der Pattullo Bridge in Kanada. Vor dem Selbstmord hinterlässt er seinen Eltern einen fünfseitigen Abschiedsbrief. Resigniert beklagt sich der Teenager im Brief über Bullying durch Mitschüler und sogar Freunde. Er bittet seine Mutter an Schulen über Mobbing und dessen Konsequenzen aufzuklären und so Verzweiflungstaten wie die seine zu verhindern. (Vancouver - News & Features. Fatal Bridges)

August 2010 - Die Angst grassiert in Kolumbien: Auf Facebook wurde eine Todesliste mit 80 Namen von Teenagern veröffentlicht. Bereits drei Jugendliche, deren Namen auf dieser Liste standen, sind in der Stadt Puerto Asis getötet worden. Die Regierung ordnete inzwischen eine Untersuchung an, um herauszufinden, wer hinter den Listen steht. Die meisten auf der Liste Genannten sind unter 18 Jahre alt. Sie wurden ultimativ aufgefordert, den Ort zu verlassen. („Todesliste auf Facebook wird Wirklichkeit“, 2010)

Eine Selbstmordserie unter homosexuellen Teenagern entsetzt viele Menschen in den USA. Mehrere Jugendliche nahmen sich in den vergangenen Monaten das Leben, nachdem sie zuvor im Internet von Schulkameraden und Kommilitonen wegen ihrer sexuellen Orientierung gemobbt wurden. Im September diesen Jahres wurde der Leichnam des 18-jährigen Tyler Clementi aus dem Hudson gezogen. Zwei seiner Kommilitonen sollen ihn zuvor heimlich beim Sex mit einem Jungen gefilmt und das Video dann ins Internet gestellt haben. („Ellen DeGeneres kämpft gegen Cybermobbing“, 2010)

Betrachtet man genannte Beispiele, so scheint Mobbing mittlerweile an der Tagesordnung zu stehen. Die Rede ist hierbei jedoch nicht von kleinen Neckereien und harmlosen Streitigkeiten. Immer öfter wird die psychische Belastung der Opfer aufgrund aggressiven Bullyings so groß, dass enorme Konsequenzen folgen.

Das Internet vervielfacht zusätzlich die Möglichkeiten der „Mobber“. Denn den Tätern sind im World Wide Web nahezu keine Grenzen gesetzt. Sie handeln häufig anonym und belästigen das Opfer wann es ihnen passt. Denn anders als beim gewöhnlichen Mobbing in der Schule, können sich die Opfer nach Schulschluss nicht zu Hause verkriechen. Auch dort sind sie den Belästigungen ihrer Peiniger rund um die Uhr ausgesetzt. (Fawzi, 2009, S.34)

Fawzi (2009) nennt hierzu beispielhaft Zahlen:

Eine Studie, die Mobbing in Internetchats untersucht, kommt zu dem Ergebnis, dass 34 Prozent der befragten Jugendlichen schon einmal andere beleidigt, beschimpft, geärgert u.ä. haben. 15 Prozent geben an, andere im Chat erpresst oder bedroht zu haben. (S.43)

Cyber-Mobbing entwickelt sich in unserer mediatisierten Gesellschaft erkennbar zu einem mehr und mehr ernst zunehmenden Thema. Doch wer sollte sich nun zuständig fühlen? Was können die politischen Akteure gegen Cyber-Bullying unternehmen, bzw. was leisten sie bereits?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen ist zunächst eine Definition des Akteurs und speziell des politischen Akteurs nötig. Es folgt die Aufteilung in nationale, europäische und globale Akteure, ihre Aufgabengebiete und Beispiele dafür, in welchem Maße sie sich bereits gegen Cyber-Mobbing einsetzen. Abschließend Fazit und Bewertung der Ergebnisse.

2 Hauptteil

Begriffsklärung

2.1 Was ist ein Akteur?

Jarren & Donges (2006) definieren den Akteur wie folgt:

Als Akteur bezeichnet man bestimmte soziale Rollenträger. Wichtig ist, dass ein Akteur sein eigenes Rollenbild klar definieren kann (Selbstbeschreibung) und außerdem auch von anderen Personen als ein solcher anerkannt wird (Fremdbeschreibung). Das macht Akteure zu vorrangig stellvertretend handelnden Personen, die meist im Auftrag von sozialen Gruppen oder einzelnen Organisationen agieren und über die Fähigkeit und Bereitschaft verfügen, gezielt auf ihre soziale Umwelt einzuwirken.

Ein Akteur hat Interessen, welche er auf Basis bestimmter Orientierungen (z.B. Wertehaltungen, soziale Einstellungen) verfolgt. Zum Erreichen dieser Interessen und Ziele sind sowohl eine strategische Handlungsweise, als auch die Bündelung von Ressourcen nötig. Ressourcen können dem Akteur beispielweise in Form von Mitgliedern, Unterstützern, Geld, Personal, Einfluss und Macht vorliegen. (S.54-55)

2.2 Was ist ein politischer Akteur?

Was hebt den politischen Akteur von der allgemeinen Definition ab? Schulz (2008) führt hierzu aus:

Politische Akteure handeln in einer politischen Rolle. Das heißt, sie beteiligen sich daran, allgemein verbindliche Entscheidungen über die Verteilung von Macht oder Ressourcen herbeizuführen oder durchzusetzen. Typische politische Akteure sind Parteien, Parlamente, Regierungen, Staaten, supranationale Organisationen und ihre jeweiligen Mitglieder bzw. Repräsentanten.

Des Weiteren handeln Interessengruppen und soziale Bewegungen in politischen Rollen. Außerdem zählen selbstverständlich auch Individuen in ihren Rollen als Staatsbürger und Wähler zu den typischen politischen Akteuren. (S.16)

3.Staatliche und Überstaatliche Akteure

3.1 Staatliche Akteure

Aufgrund der Vielzahl und Vielfalt kommunikationspolitisch tätigen Personen und Institutionen, fällt es schwer, diese typologisch einzuordnen (Tonnemacher, 2003, S.73). Folgende Darstellung verzichtet daher auf den Versuch einer weiteren Typologisierung und folgt vielmehr einer Reihung der politischen Akteure, geteilt in Legislative, Exekutive und Justiz und zwar auf den Ebenen Bund und Länder. (Die Kommunalebene wird hierbei vernachlässigt, da sie uns in unsere Fragestellung nicht weiterhilft.) Eingestreute Beispiele aus der Realität versuchen eine Verbindung zwischen den einzelnen Akteuren und ihre Bemühungen, das Problem des Cyber- Bullying zu bekämpfen, herzustellen.

3.1.2 Akteure auf Bundesebene

Bundestag

Der Deutsche Bundestag mit Sitz in Berlin ist das Parlament der Bundesrepublik Deutschland. Im Rahmen der Gewaltenteilung in einer Demokratie, stellt das Parlament die gesetzgebende Gewalt im Staat dar, die sogenannte Legislative. Außerdem hat der Bundestag das Recht inne, die obersten Repräsentanten der Exekutive und Judikative zu wählen und mit Hilfe eines Haushaltsplans über die Finanz- und Ausgabenpolitik des Staates zu bestimmen.

Der größte Teil der parlamentarischen Aufgaben wird in Ausschüssen erledigt. Da es keinen konkreten Ausschuss für Medien gibt und auch ein Bundesminister für Kommunikation in der Exekutive fehlt, werden Medienfragen in verschiedenen anderen Ausschüssen erörtert. Beispielsweise im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, dem Ausschuss für Kultur und Medien, dem Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder dem Unterausschuss Neue Medien. (Tonnemacher, 2003, S.75-76)

Wie sich der Bundestag eigentlich mit dem Thema Cyber-Mobbing befassen könnte beziehungsweise sollte, führt Fawzi (2009) wie folgt aus:

Auch der Gesetzgeber hat sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Eine gesetzlich Definition von Cyber-Mobbing, sowie Bestimmungen für eine rechtliche Handhabung des Themas ist notwendig. Ähnlich dem Anti-Stalking Gesetz könnte der Gesetzgeber sich des Cyber-Mobbings annehmen und einen entsprechenden Strafbestand schaffen. Insgesamt gilt es die Rechte der Opfer im Internet zu stärken. Eine Möglichkeit wäre, den Plattformbetreiber selbst schadensersatzpflichtig gegenüber den Opfern zu machen, wenn sie Bild- oder Schriftmaterial einstellen, das Straftatbestände verletzt und trotz entsprechender Aufforderung dieses Material nicht sofort entfernen. Des Weiteren ist eine Stärkung des Jugendmedienschutzes unerlässlich. (S.120)

Bundesregierung

Die Exekutive, die sogenannte vollziehende Gewalt, teilt sich auf Bundesebene in Bundesregierung und öffentliche Verwaltung. Ihr ist in erster Linie die Ausführung der Gesetze anvertraut. Der Bundeskanzler erklärt in seinem jeweiligen Regierungsprogramm die Ziele und Absichten für die laufende Periode (Ein Abschnitt sei hierbei auch Medien und Kommunikation gewidmet.). Entsprechend diesem Programm agiert dann die Regierung, fasst Beschlüsse und teilt die Arbeit in den einzelnen Ministerien auf. (Tonnemacher, 2003, S.76)

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Details

Seiten
24
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640940509
ISBN (Buch)
9783640940301
Dateigröße
593 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173732
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – IfKW
Note
1,7
Schlagworte
Cybermobbing staatliche Akteure gegen Cybermobbing politischer Akteur überstaatliche Akteure Internet Mobbing Naila Fawzi Safer Internet Day Gewalt und Cybermobbing im Web 2.0

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Titel: Akteure auf staatlicher und überstaatlicher Ebene und ihr Vorgehen gegen Cyber-Mobbing