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Andreas Gryphius - Tränen des Vaterlandes: Interpretation

Essay 2011 4 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Interpretation des Gedichtes:

„Thränen des Vaterlandes“

von: Genevieve Mulack

Das Sonett „Thränen des Vaterlandes“, welches von Andreas Gryphius im Jahre 1636 geschrieben wurde handelt vom 30-jährigen Krieg und seinen gravierenden Folgen für die Bevölkerung. Die Arbeitshypothese des Barockgedichts wird ist, dass die Menschen nicht nur materielle Schäden zutragen hatten, wie die Zerstörung von Gebäuden (vgl.Z.5; Z.6) und gesundheitliche wie die Pest (vgl. Z.13) sondern auch menschliche Verluste (vgl. Z.11) und Raub des Glaubens (vgl. Z.14).

In den Quartetten wird der Status des Krieges beschrieben und in der ersten Strophe die Kriegshandlungen und ihre Folgen. Vorräte sind aufgebraucht (vgl.Z.4) und das Land ist von Soldaten besetzt (vgl. Z. 1). Weitere konkrete Beispiele werden in der zweiten Strophe genannt. Frauen werden vergewaltigt (vgl. Z.7) und Gebäude nieder gebrannt (vgl. Z.5). Seuchen treten auf (vgl. Z.8) und der Glaube geht verloren (vgl. Z. 5). Die Terzette handeln von den Auswirkungen. Der Inhalt der 3. Strophe ist, dass der Krieg bereits 18 Jahre dauert (vg. Z.10) und viele Menschen schon ihr Leben lassen mussten (vgl. Z. 11). In der vierten Strophe jedoch wird beschrieben, was schlimmer als all dies ist.

Die Quartette sind in einem reinen umarmenden Reim und in dem Metrum Jambus verfasst (vgl. Z.1, 4, 5, 8), der in beiden Strophen auf die gleichen Silben endet. Bei der ersten und letzten Zeile handelt es sich jeweils immer um eine klingende Kadenz (vgl. Z.1, 4, 5, 8), bei der zweiten und dritten Zeile hingegen immer um eine stumpfe (vgl. Z.2, 3, 6, 7). Diese Gemeinsamkeiten unterstreichen, dass diese beiden Strophen zusammen gehören.

In der ersten Strophe wird ein Angriff beschrieben, da die Leute in dem Gedicht „nun mehr denn ganz verheeret“ sind (vgl. Z.1). Dies könnte dafür stehen, dass alles von Soldaten besetzt ist. Man hört Kriegstrompeten (vgl. Z.3), angriffslustige Völker (vgl. Z.2) und donnernde Kanonen (vgl. Z.3). Die Schwerter sind bereits mit Blut verschmiert (vgl. Z.3) und Schweiß, Fleiß und Vorräte gehen dem Ende zu (vgl. Z.4).

Man bemerkt, dass die Menschen keine Lust, mehr haben den Krieg weiter zuführen, dies wird durch die Klimax deutlich, in der es darum geht, dass die Menschen „ganz, je mehr denn ganz veheeret“ sind (Zitat siehe Z.1). Durch die Klimax wird die schon fast ironisch wirkende Steigerung erst richtig deutlich. In der ersten Strophe wird dem Leser vermittelt, dass im Krieg Stress und Lärm herrscht und es keine ruhige Minute mehr gibt, dies geschieht durch die vorkommenden Parallelismen, der „rasenden Posaun“ und „der donnernden Carthaun“ (vgl. Z.2, Z.3) wird, dass. Dass es sich im Krieg für die Bevölkerung auch um harte Arbeit handelt wird mit einem Binnenreim von „Schweiß“ und „Fleiß“ betont (vgl. Z.4). Die vielen Adjektive in gerade dieser Strophe, wie „frech“, „fett“, „rasend“ und „donnernd“ (vgl. Z.3, Z.4) zeigen die Motivation des Krieges und der Angreifer. Doch haben die Menschen nicht nur keine Kraft und Motivation mehr, sondern auch fast keine Lebensmittel (vgl. Z.4.) um weiter zu kämpfen.

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Details

Seiten
4
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640947492
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173716
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
Schlagworte
andreas gryphius tränen vaterlandes interpretation

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Titel: Andreas Gryphius - Tränen des Vaterlandes: Interpretation