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Die Leistungsorientierte Haushaltswirtschaft Niedersachsen

Kosten- und Leistungsrechnung

Seminararbeit 2011 15 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung

2 Begriffsbestimmungen
2.1 Doppik
2.2 Kameralistik

3 Die Leistungsorientierte Haushaltswirtschaft Niedersachsen
3.1 Produktbildung
3.2 Budgetierung
3.3 Zielvereinbarung
3.4 Kosten- und Leistungsrechnung
3.5 Kennzahlen
3.6 Berichtswesen
3.7 Benchmarking

4 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 3.1 - Elemente der Leistungsorientierten Haushaltswirtschaft

Abbildung 3.2 - Elemente des Berichtswesens

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die öffentlichen Haushalte von Bund, Länder und Kommunen befinden sich seit einigen Jahren in zunehmend dramatischen Notlagen, die durch teils erhebliche Haushaltsdefizite und die damit einhergehende Reduzierung poli- tischer Handlungsspielräume gekennzeichnet sind. Zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und zur outputorientierten Steuerung des Verwal- tungshandelns werden daher verstärkt die aus der privaten Wirtschaft be- kannten, innovativen Werkzeuge, wie die Kosten- und Leistungsrechnung oder das Controlling, auf den öffentlichen Sektor übertragen, um damit das interne Rechnungswesen anforderungsgerecht neu zu gestalten. Das Ergeb- nis dieser Veränderungsprozesse ist für das Land Niedersachsen das ausdif- ferenzierte Konzept für die Leistungsorientierte Haushaltswirtschaft Nieder- sachsen.

1.2 Zielsetzung

Mit dieser Abhandlung soll das Konzept für die Leistungsorientierte Haus- haltswirtschaft Niedersachsen in einer zusammenfassenden Darstellung be- schrieben werden. Es soll ein Überblick über die einzelnen Elemente des neuen Steuerungsmodells gegeben werden, welcher als Grundlage für eine vertiefende Vorstellung einzelner Elemente des Konzeptes in weiteren Ab- handlungen dienen soll.

1.3 Gang der Untersuchung

Es werden zunächst die aus der Sicht des Verfassers zentralen Begriffe in- haltlich bestimmt. Dazu wird auf Literatur zur Buchführung und Kosten- und Leistungsrechnung zurückgegriffen. Im Anschluss wird unter Rückgriff auf die Veröffentlichungen des Niedersächsischen Finanzministeriums die Leis- tungsorientierte Haushaltswirtschaft Niedersachsen mit den wesentlichen Komponenten vorgestellt.

2 Begriffsbestimmungen

2.1 Doppik

Mit dem Begriff Doppik wird die kaufmännische doppelte Buchführung bezeichnet, welche die Ermittlung der Gewinne und Verluste aus der kaufmännischen Tätigkeit und die Erfassung der Vermögenswerte und Schulden zum Ziel hat.1 Im Zentrum dieses Rechnungssystems steht die Maximierung des Gewinns.2 Kennzeichnend für die doppelte Buchführung sind der Jahresabschluss mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung.

2.2 Kameralistik

Das kamerale Rechnungssystem hat dagegen die Aufgabe der Gegenüber- stellung der geplanten zu den tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben zu erfüllen.3 Die Kameralistik ist somit eine Geld- bzw. Finanz- und Verlaufs- rechnung, die über den Grund und die Höhe von Einnahmen sowie den Zweck und die Höhe von Ausgaben berichtet.4 Im Gegensatz zur doppelten Buchführung werden keine Vermögenswerte und Schulden erfasst, so dass beispielsweise keine Aussage über den tatsächlichen Schuldenstand getrof- fen werden kann.5 Sie ist traditionell das Rechnungssystem der öffentlichen Verwaltungen und erfasst weder die Art und Weise von Verwaltungsleistun- gen noch den Ressourcenverbrauch.6

3 Die Leistungsorientierte Haushaltswirtschaft Niedersachsen

Unter dem Druck der Konsolidierung des öffentlichen Haushalts entwickelte das Land Niedersachsen seit dem Jahr 2000 ein umfassendes Konzept für die Einführung einer modernen Haushaltswirtschaft.7 Die Aufstellung und Ausweisung der einzelnen Haushaltstitel sollte nunmehr im Rahmen einer erweiterten Kameralistik outputorientiert8 erfolgen.9 Im Rahmen eines Leis- tungsplans, dessen Grundlage eine Kosten- und Leistungsrechnung bildet, werden die einzelnen Produkte10 der Verwaltung und die damit verbundenen Kosten aufgeführt.11 Über eine Haushaltsüberleitungsrechnung werden Kos- ten- und Leistungsrechnung und Haushalt verknüpft.12 Der wesentliche Cha- rakter des niedersächsischen Reformansatzes besteht aber auch in der Er- weiterung der bestehenden kameralen Elemente und der besonderen Rege- lungen für Landesbetriebe um moderne Steuerungsinstrumente.13 Dazu zäh- len insbesondere die Einführung von Produkthaushalten und innovativen Controllinginstrumenten mit dem Ziel der Übertragung von Fach- und Res- sourcenverantwortung auf die dezentralen Budgeteinheiten.14 Die damit transparent und quantifizierbar gewordenen Ziele werden mittels realistischer Zielvereinbarungen entlang der Hierarchie der Landesverwaltung fixiert, so dass den nachgeordneten Bereichen eine umfängliche Erfolgsverantwortung gegeben wird mit der Folge, dass sich das Berichtswesen auf die relevanten Zielabweichungen konzentrieren kann.15 Als entscheidende Grundlagen die- nen dabei eine an den Regeln der Kosten- und Leistungsrechnung orientierte Plan- und Ist-Kostenrechnung sowie die Bestimmung geeigneter Kennzah- len.16 Die haushalterischen Komponenten können darüber hinaus für die Aufgabenkritik und die strategische Zielplanung erweitert werden um Evaluationen, Benchmarkings und den Einsatz privatwirtschaftlicher Managementsysteme.17

Die folgende Abbildung zeigt die wichtigsten Instrumente für die Leistungsorientierte Haushaltswirtschaft Niedersachsen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.1 - Elemente der Leistungsorientierten Haushaltswirtschaft

[...]


1 Vgl. Raupach, Björn/Stangenberg, Katrin: Doppik in der öffentlichen Verwaltung - Grundlagen, Verfahrensweisen, Einsatzgebiete, 1. Auflage, Wiesbaden, 2006, Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler / GWV Fachverlage GmbH, S. 3.

2 Vgl. Raupach/Stangenberg, a. a. O., S. 3.

3 Vgl. Raupach/Stangenberg, a. a. O., S. 3.

4 Vgl. Raupach/Stangenberg, a. a. O., S. 3.

5 Vgl. Raupach/Stangenberg, a. a. O., S. 4.

6Vgl. Niedersächsisches Finanzministerium: LoHN - Steuerungskonzept, Version 2.0, Online im Internet, Abgerufen am 27.05.2011, Von http://www.mf.niedersachsen.de/download/1502, S. 11.

7 Vgl. Niedersächsisches Finanzministerium: LoHN - Steuerungskonzept, a. a. O., S. 8.

8 Outputorientierung ist die Ausrichtung an der Menge und dem Wert der erstellten Leistung.

9 Vgl. Niedersächsisches Finanzministerium: LoHN - Steuerungskonzept, a. a. O., S. 11.

10 Als Produkt wird das von der Verwaltungseinheit erstellte Ergebnis eines Leistungserstel- lungsprozesses bezeichnet und ist damit zugleich Kostenträger in der Kostenrechnung und Messgröße im Rahmen der Budgetierung.

11 Vgl. Niedersächsisches Finanzministerium: LoHN - Steuerungskonzept, a. a. O., S. 11.

12 Vgl. Niedersächsisches Finanzministerium: LoHN - Steuerungskonzept, a. a. O., S. 11.

13 Vgl. Niedersächsisches Finanzministerium: LoHN - Steuerungskonzept, a. a. O., S. 8.

14 Vgl. Niedersächsisches Finanzministerium: LoHN - Steuerungskonzept, a. a. O., S. 8.

15 Vgl. Niedersächsisches Finanzministerium: LoHN - Steuerungskonzept, a. a. O., S. 8.

16 Vgl. Niedersächsisches Finanzministerium: LoHN - Steuerungskonzept, a. a. O., S. 8/9.

17 Vgl. Niedersächsisches Finanzministerium: LoHN - Steuerungskonzept, a. a. O., S. 9.

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