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Die politische Philosophie Thomas Hobbes´

Seminararbeit 2011 21 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Thomas Hobbes
2.1. Kurzbiografie Thomas Hobbes´
2.2. Thomas Hobbes im historischen Kontext

3. Hobbes´ politische Theorie
3.1. Hobbes´ „Leviathan“
3.2. Der Naturzustand
3.3. Der Gesellschaftsvertrag und die Skizzierung des idealen Staates
3.4. Vorzüge der Monarchie und Kritik der Demokratie

4. Rezeption und Kritik
4.1. Rezeption
4.2. Kritik

5. Bewertung

Anhang

Literaturangaben

1. Einleitung

„Homo homini lupus“ – Der Mensch ist des Menschen ein Wolf.[1] Mit diesem Zitat reduzierte Thomas Hobbes Mitte des 17. Jahrhunderts den Menschen auf ein Wesen, das sich ohne eingreifende Gewalt (selbst-)zerstörerisch gegenüber seinen Mitmenschen verhält. Er schloss damit an das bereits knapp 100 Jahre vor ihm entwickelte negative Menschenbild Niccolo Macchiavellis an, der diesem von Grund auf misstraute, da dieser selbst gegenüber seinem eigenen Wohltäter undankbar sei. Auf dieser Anthropologie aufbauend entwickelte Thomes Hobbes seinerzeit in seinen politischen Schriften die politisch-philosophische Lehre vom Naturzustand, in dem eben jenes Zitat in vollster Ausprägung zutreffen würde. Dieser Zustand, so Hobbes, könne nur über den rationalistisch begründeten Abschluss eines Gesellschaftsvertrages aller Individuen untereinander und der Übertragung der Macht an eine übergeordnete Instanz – den Staat – überwunden werden.

Doch wie genau sollte ein idealer Staat aufgebaut sein? Hobbes selbst hatte einen vom Gesellschaftsvertrag ausgenommenen absoluten Monarchen vorgeschlagen, was nicht nur die Frage aufkommen ließ, wie dieser sich dann noch legitimieren ließe, sondern auch, warum Thomas Hobbes zu den ersten Aufklärern zählen darf.

Im Zentrum der folgenden Arbeit soll daher im ersten Teil zunächst die politische Theorie Thomas Hobbes´ stehen. Es soll mit Hilfe seiner philosophischen Überzeugungen dargestellt werden, wie der Naturzustand zu verstehen ist und welche praktischen Konsequenzen sich für ihn aus diesem Konstrukt ergeben, beispielsweise die strikte Ablehnung demokratischer Staatsformen und die Einrichtung einer – später „absolutistisch“ genannten – Monarchie. Im zweiten Teil der Arbeit wird dann vor allem die Rezeption und Wirkung Thomas Hobbes besprochen. Dabei soll geklärt werden, ob und inwieweit Hobbes trotz seiner heute anachronistisch wirkenden politischer Überzeugung zu den frühen Aufklärern zählt. Denn während bereits Zeitgenossen aller Couleur seine Lehre größtenteils ablehnten, zeigte sich spätestens im 18. Jahrhundert das zweite Gesicht des Denkers und dessen bleibender Einfluss. Ob gewollt oder ungewollt hat er späteren Philosophen und Staatstheoretikern nämlich Instrumente in die Hand gegeben, mit deren Hilfe die politischen Ideen der Aufklärung legitimiert werden konnten.

2. Thomas Hobbes

Bevor Hobbes´ Hauptwerk „Leviathan“ und die darin zur Ausgestaltung kommende politische Theorie vorgestellt werden, bietet es sich an, die hierfür maßgebenden biografischen Ereignisse kurz zu schildern. In einem weiteren Schritt soll ebenso der historische Kontext, ohne den seine Theorie nicht erklärbar sein wird, knapp dargestellt werden.

2.1. Kurzbiografie Thomas Hobbes´

Thomas Hobbes wurde am 5. April 1588 in Malemesbury (Südengland) als Sohn eines Landpfarrers geboren. Nach dem Besuch einer Privatschule erreichte er 1607 seinen Abschluss in Philosophie und Logik in Oxford und praktizierte daraufhin zunächst einige Jahre als Privatlehrer. Bereits während seines Studiums zwischen 1603 und 1607 stellte sich heraus, dass er mit der damaligen klassischen Philosophie und Lehre des mittelalterlichen Aristotelismus nicht konform ging. Dennoch beschränkte er sich zunächst auf seine Lehrtätigkeit.[2] Erst die großzügige finanzielle Unterstützung eines seiner Arbeitgeber, die Adelsfamilie der Cavendishs – deren Spross und späteren Graf von Devonshire, William Cavendish, er unterrichtete – ermöglichten ihm ausgedehnte Reisen und Begegnungen mit führenden Politikern und Denkern seiner Zeit. Dies hatte nachhaltigen Einfluss auf seine philosophischen Überzeugungen, die er später vor allem im „Leviathan“ zum Ausdruck bringen sollte. Zu seinen wichtigsten Bekanntschaften zählten zwischen 1629 und 1634, die Begegnungen mit Galileo Galilei, René Descartes und Petrus Gassendi.[3] Diese Treffen entfalteten bleibenden Einfluss auf sein Verständnis von Wissenschaftlichkeit: So entwickelte sich seine Überzeugung, dass nur eine logisch gültige Wissenschaft zu klaren Aussagen und Wahrheiten führen kann. In der Frage, mit welchen Begriffen und Faktoren die Wissenschaft zu hantieren habe, entschied er sich für die rationalistische Sichtweise. Er lehnte den von Empiristen vertretenen Standpunkt, nur sichtbare Beobachtungen seien als sicher und relevant einzustufen, größtenteils ab. Gemäß des von ihm vertretenen Rationalismus sollte es nur durch die reine Logik des Verstandes möglich sein, wahre Aussagen zu treffen, da diese stets überprüft werden konnten und nicht verschiedenen Betrachtungsweisen oder Umständen unterlegen waren. Diese Einstellung und Ausrichtung zur Wissenschaftlichkeit sollte zum einen grundlegend für sein literarisches Werk und seine philosophische und politische Theorie werden und zum anderen verdeutlichen, dass Thomas Hobbes damit bereits zu den frühen Aufklärern zählte.[4] Seine Begegnungen mit Galileo Galilei und die zweijährige Tätigkeit als Sekretär Francis Bacons waren indes prägend für seine anti-theologische Haltung, die man in allen seinen Werken in unterschiedlicher Deutlichkeit wahrnehmen kann.[5] Ebenso verfestigte sich in diesen Jahren seine Hang zum Positivismus.[6]

Als Anhänger der royalistischen Kräfte Englands zwangen ihn die historischen Ereignisse 1640 zur Flucht ins Exil nach Frankreich, wo er zwei Jahre lang als Privatlehrer Karls II. beschäftig war und sein erstes Werk „de cive“ verfasste. In diesem entwickelte Hobbes zum ersten mal ausführlich seine Lehre vom Naturzustand, einem Gesellschaftsvertrag und die sinnvolle Übertragung der Gewalt an einen einzelnen Herrscher. Diese Ansicht wurde in seinem 1651 veröffentlichten Hauptwerk „ Leviathan or the Matter, Forme and Power of a Commonwealth Ecclesiastical and Civil“ ausführlich weiterentwickelt. Bis zu seinem Tod am 3. Dezember 1679 verfasste Hobbes weitere Schriften, von denen als die drei wichtigsten „de corpore“ (1655), „ de homine“ (1658) und „ Behemoth or the long Parliament“ (1668) gelten.[7]

2.2. Thomas Hobbes im historischen Kontext

Nachdem im vorhergegangenen Abschnitt die bedeutendsten Ereignisse und Einwirkungen von und durch Hobbes` Biografie kurz dargestellt wurden, sollen nun noch die drei wichtigsten historischen Gegebenheiten, die Hobbes´ Menschenbild und Philosophie maßgebend beeinflussten genannt werden. Diese waren (I.) das Auftreten der ersten frühen Aufklärer, (II.) die großen Religions- und Bürgerkriege der ersten 17. Jahrhunderthälfte und (III.) die fortschreitende Erkundung und Kolonisierung Nordamerikas.

(I.) Während die eigentliche Frühaufklärung zum Ende des 17. Jahrhunderts einsetze, stellten bereits im 16. Jahrhundert einige Denker philosophische, politische oder theologische Dogmata infrage. So wurden beispielsweise die antiken, bis dato geltenden, aristotelischen Überzeugungen vom Menschen als „zoon politikon“ und die Transzendentalität aller Dinge angezweifelt. Dem Menschen als sozialen, politischen (Lebe-)Wesen `Mensch` wurde der grundsätzlich undankbare und misstrauische Mensch (so zum Beispiel von N. Macchiavelli) entgegengesetzt. Die Transzendentalität aller Entitäten wurde durch den aufkommenden Empirismus (Galileo) und zumindest zum Teil durch den Rationalismus (Descartes) grundsätzlich infrage gestellt. Auch Thomas Hobbes dachte nicht mehr in den antiken Kategorien Platons und Aristoteles´, sondern übernahm vor allem die rationalistische Überzeugung, welche er dann – kombiniert mit einem negativen Menschenbild – in „Leviathan“ zu einer philosophisch begründeten politischen Theorie über den Naturzustand und dessen Überwindung verband. Dabei schien sich die negative Betrachtungsweise des Menschseins vor allem durch die (II.) historischen Ereignisse im 17. Jahrhundert zu bestätigen, von denen die sich ausbreitende Reformationsbewegung, der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) und der englische Bürgerkrieg (1642-1649) Hobbes zu seinen Lebzeiten nachhaltig beeindrucken mussten. Vor allem der erbittert geführte große Religionskrieg, dem fast ein Drittel der europäischen Bevölkerung zum Opfer fiel, war für Hobbes´ Menschenbild mit Sicherheit prägend. Seine Gedanken über den Menschen und dessen scheinbar inhärenten Drang zu Gewalt und Krieg kombinierte er letztlich mit den immer häufiger überlieferten (III.) Berichten über die Ureinwohner Nordamerikas zu seiner Lehre vom Naturzustand. Zwar betonte er in all seinen Werken, dass der von ihm entwickelte Naturzustand rein fiktiv sei[8], doch sah er in den kleinen und seiner Meinung nach weitestgehend ungeordneten Gemeinschaften der Indianer eine Art Musterbeispiel für das Leben im Naturzustand. Diesen, für alle Menschen letztlich unheilbringenden Zustand gelte es zu überwinden. Seine Überlegungen zum tatsächlichen Erreichen dieses Ziels sollten daher im Zentrum seines literarischen Gesamtwerks stehen, dessen Kern das Staatsmodell in „Leviathan“ bildet.

3. Hobbes politische Theorie

3.1. Hobbes´ „Leviathan“

Der ideale Staat wird in Hobbes´ 1651 erschienenen politischen Hauptwerk „ Leviathan or the Matter, Forme and Power of a Commonwealth Ecclesiastical and Civil“ entwickelt. Dieses besteht seinerseits aus vier Büchern: “Vom Menschen” (I), “Vom Staat” (II), “Vom christlichen Staat” (III) und “Vom Reich der Finsternis” (IV).[9] Für die politische Lehre – und somit im Zentrum dieser Arbeit – sind vor allem die ersten beiden Bücher wegweisend. In ihnen wird diese Theorie sukzessive – strikt logisch nacheinander geordnet – entwickelt. Hobbes beginnt mit seiner Menschenkonzeption, beschreibt ausgehend von dieser den ´Naturzustand´, um dann mittels der Vertragstheorie seine Lehre vom Staat zu erklären und zu rechtfertigen.

Der Name „Leviathan“ ist dabei aus der Bibel bzw. der jüdisch-christlich Mythologie entlehnt.[10] Es handelt sich bei dem Wesen Leviathan um eine Art unbesiegbares bzw. allmächtiges Wasserungeheuer, was Hobbes dazu veranlasste, diese Allmacht analog auch in sein Staatsmodell (an den Fürsten) zu übertragen. Dies zeigt sich in beeindruckender Weise schon anhand der Ausarbeitung des Titelbildes (siehe Anhang), dessen Gestaltung im Prinzip bereits den Inhalt des Werkes wiedergibt.

Um dieses richtig interpretieren zu können, muss man zunächst die untere Hälfte betrachten. In deren Mitte befindet sich der Buchtitel. Links und rechts davon werden die fünf verschiedenen weltlichen und geistlichen, konfliktuellen Mächte aufgeführt.[11] Diese Konflikte sollen nun überwunden werden, was in Form des Leviathans, des Fürsten, geschieht. Dieser steht in der oberen Bildhälfte über allem. Nur er vermag es, so Hobbes, die Landschaft und die Menschen zu befrieden, was durch Landschaftsidylle und die geordnete Stadt symbolisiert wird. Alles muss daher letztlich auf ihn ausgerichtet sein, weshalb sein Körper aus ihm zugewandten Menschen besteht. Über der weltlich konfliktuellen Sphäre hält er ein mächtiges Schwert, um diese zu befrieden bzw. die Harmonie aufrechtzuerhalten, über der geistlichen Sphäre wacht sein Bischofsstab. Er ist also der intelligible, allmächtige monarchische Kopf des aus Untertanen bestehenden heilbringenden Staates – Der Leviathan.[12] Dies verdeutlicht nicht zuletzt der Schriftzug, den man auf der Höhe seiner Krone lesen kann: „Non est potestas Super Terram quae Comparateur ei“ - „Es gibt keine Gewalt auf Erden, die seiner vergleichbar wäre“ (Bibelzitat, Iob 41, 24).[13]

Um verstehen zu können, warum Hobbes diese streng monarchische Konzeption seines Idealstaates gewählt hat, soll in den nächsten Abschnitten Schritt für Schritt die für Hobbes logische Entwicklung vom Naturzustand über den Abschluss eines Gesellschaftsvertrages hin zur Errichtung seines Staatsmodells nachvollzogen werden. Im letzten Abschnitt dieses Kapitels soll dann noch dargelegt werden, warum Hobbes andere Staatsformen, etwa die Demokratie, ablehnte.

3.2. Der Naturzustand

Grundlegend für die Konzeption des Naturzustands ist das Menschenbild, das diesem zugrunde liegt, woraus sich dann die Legitimation eines starken Herrschers herleiten lässt. Der Mensch sei, so die Kernaussage der ersten zehn Kapitel, ein hauptsächlich nach Selbsterhaltung und Lustgewinn strebendes Wesen. Alles andere sei bloßes Mittel hierzu, wodurch das Vorhanden sein eines letzten Zieles oder höchsten Gutes („summum bonum“) von Hobbes verneint wird. Wenn man diesen Grundgedanken über die Beschaffenheit des Menschen in einen fiktiven Zustand überträgt, in dem es keine regelnde Macht oder Instanzen gibt – den Naturzustand – ergibt sich eine ausweglose Lage, aus der sich die Menschen nicht ohne regelnde Instanzen befreien können. Dies schließt Thomas Hobbes aus drei weiteren Prämissen[14]:

1. Alle Menschen sind körperlich und geistig ähnlich ausgestattet. Es gibt keine unüberbrückbaren Unterschiede, da man sich nötigenfalls in Allianzen zusammenschließen und somit Nachteile ausgleichen könnte.
2. Alle Menschen haben dieselben Rechte auf alles. (Naturrecht)
3. Zwischen allen Menschen herrscht Misstrauen, Konkurrenz und Ruhmsucht.[15]

Daraus folgt für Hobbes die Konklusion, dass es im Naturzustand unweigerlich zum Konflikt kommt. Dieser würde dann bis zur Zerstörung oder Unterwerfung des anderen geführt werden. Es käme also zum „Krieg aller gegen alle“[16], einem Zustand völliger Anomie, Chaos und Anarchie, in dem schier endlose Gewalt herrsche, solange es keine einschränkende Macht gibt. Eine der vielen unhaltbaren Zweitfolgen sei letztlich die Verrohung des Menschen, der keinen Künsten, Wissenschaften oder gesellschaftlichen Freuden mehr nachgehen könnte. Als Beleg für sein negatives Menschenbild führt er, obgleich er sich als Rationalist verstand, empirische Beobachtungen an. So würden sich auch in scheinbar friedlichen Zeiten die Menschen aus Furcht und Schutz vor anderen Begleiter suchen, Türen und Schlösser verschließen und sich mit Waffen versorgen. Auch die damaligen Monarchen stünden sich alle feindlich gegenüber, denn auch im Frieden würden sie mittels Spionage, Sabotage und Allianzbildungen faktisch mit- und gegeneinander Krieg führen. Auch zeige das Elend der amerikanischen Ureinwohner, welche Folgen das Leben ohne geordnete Regierung haben muss, nämlich Armut, Elend und Unsicherheit.[17]

Wie bereits angedeutet drehen sich Hobbes´ Gedanken nun darum, wie es möglich wäre, diesen Naturzustand zu verlassen, also den Krieg „aller gegen alle“ zu beenden und Frieden in die menschliche Gesellschaft zu tragen. Dieses Ziel kann nur durch das Hinzukommen einer obersten, alles regelnden Macht erreicht werden – eine Aufgabe, welche nur ein allmächtiger Herrscher zufriedenstellend übernehmen könne. Dabei stützt sich Hobbes auf die wenigen positiven Triebfedern, die der Mensch durchaus besitzt und Grundlage dafür sind, dass er den erbärmlichen Naturzustand verlassen kann und will: Die Vernunft, die Furcht vor dem Tod und das Verlangen nach Ermöglichung eines glücklichen Lebens, sowie die Hoffnung das alles auch zu erreichen[18]. Diese Eigenschaften veranlassen die Menschen nämlich ihre Situation verbessern zu wollen, was dann im Abschluss eines Gesellschaftsvertrages münden würde.[19]

Bevor diese nächste Stufe auf dem Weg zum idealen Staat dargelegt wird, sollte am Ende dieses Abschnittes und in Vorgriff auf eine der zahlreichen späteren Kritiken Hobbes die Art und Funktion des Naturzustandes kurz erläutert werden. Anders als Kritiker ihm vorwarfen, ist der Naturzustand ein rein fiktives Gedankenkonstrukt, um die Notwendigkeit eines Staates zu legitimieren. Je größer das Elend im Naturzustand gezeichnet wird, umso autoritärer konnte dadurch der einzurichtende Staat konstruiert werden. Hobbes versuchte als Rationalist sich von empirischen Beobachtungen so unabhängig wie möglich zu machen, wenngleich, wie wir oben gesehen haben, dies nicht immer konsequent umgesetzt wurde. Die Beschreibung eines tatsächlichen Naturzustandes lag ihm jedoch fern, was er in Kapitel 13 auch festhielt, in der er konstatiert, dass „es auch niemals […] eine Zeit [gab], in der ein jeder eines jeden Feind war“[20].

[...]


[1] Hobbes, Thomas: Vom Menschen, Vom Bürger, in: Elemente der Philosophie 2/3 (=Philosophische Bibliothek 158) (1994), 3. Aufl., Hamburg: Felix Meiner Verlag, S. 69. Ursprünglich stammt das Zitat von dem römischen Dichter Titus Maccius Plautus. Im Original lautet es: „lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.“ – „Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt.“, Titus Maccius Plautus Asinaria, 495, in: The Latin Library, http://www.thelatinlibrary.com/plautus/asinaria.shtml, Stand 30.3.2011.

[2] Rembold, Sandra (2007): Das Bild des Menschen als Grundlage der Ordnung: Die Beiträge von Platon, Aristoteles, Thomas Hobbes, John Locke, David Hume, Adam Smith, John Stuart Mill, Walter Eucken und Friedrich August von Hayek, Dissertation, Köln, S. 87

[3] Jacoby, Edmund (2006): 50 Klassiker Philosophen: Denker von der Antike bis heute. Hildesheim: Gerstenberg Verlag. S. 112-115, S. 115.

[4] Reese-Schäfer, Walter (2007): Klassiker der politischen Ideengeschichte: Von Platon bis Marx. München/Wien: R. Oldenbourg Verlag. S. 63-79, S. 65.

[5] Jacoby: 50 Klassiker Philosophen, S. 113.

[6] Zwar wurde der Positivismus namentlich erst durch Auguste Comte im 19. Jahrhundert bekannt. Doch bereits Thomas Hobbes und andere Gelehrte seiner Zeit vertraten ähnliche Positionen. So zum Beispiel die Überzeugung, dass es unerheblich ist, ob die einzelnen Dinge dieser Welt mit einem transzendentalen ´Ding an sich´ zusammenhängen, wie dies noch bei Platon (Ideenlehre) oder dem thomasischen Begriff der „Substanz eine Sache“ der Fall gewesen ist.

[7] In „de corpore“ verdeutlicht Hobbes seine Lehre von den (körperlichen) Substanzen und deren drei Variationen, während „de homine“ hauptsächlich die Lehre vom Menschen und dessen Dasein im Naturzustand beschreibt. „Behemoth“ ist die Beschreibung des unerträglichen Naturzustandes, der nur durch den Sieg des Gegenspielers, den Leviathan, überwunden werden kann. Wegen seiner offen zutage tretenden antitheologischen Überzeugung in „Behemoth“, wurde diese Schrift auf Wunsch Karls II. nicht veröffentlicht. Es wurde erst posthum 1682 zum ersten mal gedruckt. Siehe auch Jacoby: 50 Klassiker Philosophen, S. 115.

[8] Hobbes, Thomas: Der Leviathan, nach der ersten deutschen Übersetzung vollständig neu überarbeitet von Kai Kilian (2007). Köln: Anaconda Verlag, Kapitel 13, S. 136.

[9] Condren, Conal (2000): Thomas Hobbes (=TEAS 559). New York: Twayne Publishers, S. 115, 121.

[10] Reese-Schäfer: Klassiker der politischen Ideengeschichte S. 63.

[11] Die weltlichen und geistlichen disharmonischen Elemente werden aufgeführt durch: (I.) Festung und Kirche, (II.) Krone und Bischofshut, (III.) weltliches Geschütz und geistliches Geschütz des Bannstrahls zur Exkommunikation, (IV.) Kriegsmedia (Waffen, Fahnen) und geistliche Waffen (Dreizack des Syllogismus, das zweihörnige Dilemma, sowie die Gabeln und Forken als Zeichen des intelligenten Unterscheidens – allesamt Media für den rhetorischen „Kampf“ mit einem Gegner) und zuletzt (V.) weltliche Schlacht bzw. Gewalt und dessen Pendant: das geistliches Konzil als eine Art geistliche Schlacht. Vgl. Kersting, Wolfgang (2009): Thomas Hobbes zur Einführung. 4., aktualisierte Aufl. Hamburg: Junius Verlag, S. 38.

[12] Ebenda, S. 38f.

[13] Der hier offensichtliche Vergleich mit Gott scheint durchaus gewollt. So findet sich beispielsweise in Kapitel 17 des ersten Buches eine explizite Beschreibung des Leviathan als „sterblicher Gott“, Hobbes, Leviathan, Kap. 17, S. 177.

[14] Reese-Schäfer: Klassiker der politischen Ideengeschichte S. 67, siehe auch Rembold: Das Bild des Menschen, S. 99.

[15] Vor allem die dritte Prämisse wiederholt Hobbes oft, da sie die Grundlage seines Menschenbildes ausmacht. So schreibt er unter anderem in Kapitel 17, dass die höchste Freude des Menschen diejenige sei, dass andere nicht so viel besitzen. Hobbes, Leviathan, Kap. 17, S.174, ebenso Hobbes, Leviathan, Kap. 13, S. 135.

[16] Hobbes, Leviathan, Kap. 13, S. 135.

[17] Hobbes, Leviathan, Kap. 13, S. 133-137, ebenso Reese-Schäfer: Klassiker der politischen Ideengeschichte S. 68.

[18] Hobbes, Leviathan, Kap. 13, S. 137.

[19] Hobbes, Leviathan, Kap. 17, S. 171.

[20] Hobbes, Leviathan, Kap. 13, S. 136, ebenso Reese-Schäfer: Klassiker der politischen Ideengeschichte S. 69.

Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640937059
ISBN (Buch)
9783640937257
Dateigröße
3.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173512
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen – Institut für Politikwissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
Thomas Hobbes Thomas Hobbes politische Philosophie Philosophie Politik Leviathan Behemoth Rationalismus Gesellschaftsvertrag homo homini lupus Absolutismus Naturzustand Monarchie Kritik Demokratie

Autor

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