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Fotoanalyse in der beruflichen Bildung

Seminararbeit 2009 14 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Ausdrucksmöglichkeiten eines Fotos

3. Einsatz von Fotos im Unterricht der Gestaltungstechnik
3.1 Analyse
3.2 Unterrichtsentwurf
3.3 Artikulationsschema
3.4 Tafelbilder
3.5 Intentionen des Unterrichtsentwurfs
3.6 Einordnung des Unterrichtsentwurfs in das Lernfeld

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Bilder machen den Unterricht lebendig. Sie vertiefen das Gehörte und motivieren zu neuen Sichtweisen. Daher ist es für Lehrer unumgänglich, sich mit dem Medium der Fotografie auseinander zu setzen und selbiges in den eigenen Unterricht zu implizieren.

Doch Fotografie ist schon lange nicht mehr nur ein Abbild der Realität. Die Interpretation ist abhängig vom Kontext, von der Kombination mit Text und der Beobachtungsperspektive. Hinzu kommt, dass die Fotografie wie kein anderes Medium starken Manipulationsmöglichkeiten unterliegt und keinesfalls mehr als ein Darstellungsmittel der Realität gesehen werden kann.

“Diese angenommene Nähe einer Fotografie zur vergangenen Realität, ihr scheinbarer Abbildungscharakter, die Behauptung des Authentischen auf der einen, die Einmischung der subjektiven Betrachtung bei jedem Blick auf die Aufnahme auf der anderen Seite, macht sie zu einem schillernden Medium und zu einer schwierigen Quelle.“

(Pilarczyk/Mietzner, 21)

Aber es ist auch gerade diese Möglichkeit zur Manipulation oder zur sinnverändernden Kombination mit weiteren Elementen wie Text, die den Einsatz von Fotografien besonders im Unterricht der beruflichen Fachrichtung Gestaltungstechnik interessant macht.

Im Folgenden werde ich auf die Ausdrucksmöglichkeiten der Fotografie, insbesondere durch die Kombination von Text und Bild eingehen und an einem Beispiel erörtern. Daraufhin werde ich einen Unterrichtsentwurf darstellen, der sich genau dieser Kombination von Fotografien mit Texten und dem dadurch neu entstandenen Sinnzusammenhang anhand einer Werbekampagne annährt und die SchülerInnen in eine Lernfeldthematik einführen will. Dies geschieht anhand des Lernfeldes 2, „Medienprodukte typografisch gestalten“, im ersten Lehrjahr des Ausbildungsberufes der MediengestalterInnen für Digital- und Printmedien.

2. Ausdrucksmöglichkeiten eines Fotos

Das Medium der Fotografie bietet unendliche viele Möglichkeiten zum Einsatz im Unterricht. Besonders in der Gestaltungstechnik, die den Fokus auf Medien, Kommunikation und Werbung setzt, ist der Einsatz von Fotomaterial unumgänglich.

So weit das Einsatzfeld auch ist, bedarf der Umgang mit Fotografie aber einer besonderen Vorsicht, da eine fotografische Aufnahme oft vielschichtig ist und diversen Interpretationen eine Basis bietet. So gibt es nicht nur unterschiedliche Beobachtungsperspektiven gegenüber einer Fotografie, die das Foto selbst schwer greifbar machen, insbesondere im Bereich der Werbung ist die Kommunikation durch die Kombination einer Fotografie mit einem Text typisch und oft sinnverändernd in der Hinsicht, dass die Addition eines Textes eine Fotografie in einen völlig neuen Zusammenhang stellen kann. „Das Herzstück der Werbung ist die Text/Bild Kommunikation [...]“ (Grebe, 45).

Abbildung 1 zeigt eine Gruppe von Kindern, die auf einer gepflasterten Straße stehen. Die Kinder stehen in einer Gruppe zusammen und scheinen gerade ihre Freizeit gemeinsam zu verbringen. Möglicher Ort der Aufnahme mag ein Spielplatz sein oder ein Innenhof in einem Wohnkomplex. Die dargestellten jungen Menschen scheinen sorglos und glücklich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

(Pilarczyk / Mietzner. 21)

Durch die Kombination der Fotografie mit Text, kann eine solche Aufnahme in einen völlig neuen Kontext gebracht werden. Das Motiv wurde von der Wochenzeitung „Die Zeit“ als ein Titelbild zum Thema der doppelten Staatsbürgerschaft verwendet (Abbildung 2). Der besondere Fokus liegt in diesem Kontext auf den Migrationshintergründen der abgebildeten Kinder.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2

(Pilarczyk / Mietzner. 22)

So wird folglich ein ganz besonderer Aspekt der Fotografie aufgegriffen und für den jeweiligen Zusammenhang in dem das Motiv verwendet wird benutzt. Es erfolgt eine Perspektivänderung. In Abbildung 2 erhält der Betrachter automatisch die Perspektive der Person oder Institution, die es für den jeweiligen Zweck, hier die doppelte Staatsbürgerschaft, verwendet. Der ursprüngliche Zusammenhang in dem die Aufnahme entstanden ist, ist für den Betrachter nicht mehr rekonstruierbar.

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640935338
ISBN (Buch)
9783640935154
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173375
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Institut für berufliche Lehrerbildung
Note
1,7
Schlagworte
fotoanalyse bildung

Autor

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Titel: Fotoanalyse in der beruflichen Bildung