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Analyse und Vergleich des Aufbaus der Wörterbücher für die Grundschule „Findefix“ (2006) und „Langenscheidt Grundschulwörterbuch Deutsch“ (2005)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 13 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Relevante Begriffe der Lexikographie
1.3 Eingrenzung auf „Findefix“ und „Langenscheidt Grundschulwörterbuch Deutsch“

2. Analyse und Vergleich des Aufbaus der Wörterbücher für die Grundschule „Findefix“ (2006) und „Langenscheidt Grundschulwörterbuch Deutsch“ (2005)
2.1 Analyse und Vergleich der Vor- und Nachspanne
2.1.1 Vorspann im Findefix
2.1.2 Vorspann im Langenscheidt Grundschulwörterbuch Deutsch
2.1.3 Vergleich der Vorspanne
2.1.4 Nachspann im Findefix
2.1.5 Nachspann im Langenscheidt Grundschulwörterbuch Deutsch
2.1.6 Vergleich der Nachspanne
2.2 Analyse und Vergleich der Wörterverzeichnisse
2.2.1 Wörterverzeichnisse im Findefix
2.2.2 Wörterverzeichnis im Langenscheidt Grundschulwörterbuch Deutsch
2.2.3 Vergleich der Wörterverzeichnisse

3. Ausblick: Das Wörterbuch als Anlass zur Sprachreflexion

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen meines Hauptseminars „Wörterbücher“ im Sommersemester 2010 bei Frau Dr. Sigl beschäftigte ich mich tiefergehend für ein Referat mit dem Thema „Bauteile und Strukturen eines Wörterbuchs“. Da ich Lehramt für Grundschule studiere, möchte ich nun dieses allgemeine Wissen über die Wissensorganisation in Wörterbüchern auf meinen späteren Schulbereich anwenden, indem ich zwei Grundschulwörterbücher analysiere und vergleiche. Die genauen Ziele meiner Arbeit sollen im nächsten Punkt dargestellt werden.

1.1 Fragestellung

Der Aufbau der Wörterbücher soll unter den Schwerpunkten Wissensorganisation und Wissensvermittlung analysiert und verglichen werden. Für die Lehrkraft in der Grundschule sind diese zwei Themenschwerpunkte besonders relevant, da sie die Aufgabe hat, erstens ein geeignetes Wörterbuch für die Klasse auszuwählen und zweitens den Kindern einen sinnvollen Umgang mit Wörterbüchern beizubringen. Die Analyse und der Vergleich soll also darstellen, wie die Wörterbücher aufgebaut und welche Hinweise zur Benutzung vorhanden sind. Diese Informationen können sodann als Grundlage für die Auswahl des Wörterbuchs und für die didaktische Umsetzung der Arbeit mit einem Wörterbuch innerhalb der Klasse dienen.

1.2 Relevante Begriffe der Lexikographie

Allgemeine Begriffe der Lexikographie, die innerhalb der Analyse und des Vergleichs verwendet werden, sind zunächst zu klären.

Der Schwerpunkt Wissensorganisation umfasst die Auswahl von Stichwörtern bzw. Lemmata und den jeweils dazugehörigen Informationen, sowie „die Anordnung, Darstellung und Vernetzung bestimmter Informationsarten“ (SCHLAEFER, 2008: 76). Wissens- vermittlung hingegen bezieht sich auf den spezifischen Adressaten. Aspekte wie „Benutzer- orientierung, Textsorte, Beschreibungstext“ (ebd.) spielen hier eine Rolle. Die Organisation ist durch bestimmte Bauteile und Strukturen innerhalb eines Wörterbuchs festgelegt. Ein Wörterbuch besteht aus einer textuellen Buch- und einer textuellen Wörter- verzeichnisstruktur.

Die textuelle Buchstruktur umfasst einen Vorspann, das Wörterverzeichnis und einen Nachspann. Vor- und Nachspann beinhalten alle Informationen rund um das Wörter- verzeichnis.

Die textuelle Wörterverzeichnisstruktur kann nochmals in Mikro- und Makrostruktur aufgegliedert werden. Die Mikrostruktur innerhalb des Wörterverzeichnisses ist die Gruppe von linear geordneten Informationsangaben, die dem Lemma folgen (vgl. HAUSMANN, 1998: 340). Diese Informationen sind unterschiedlicher Art (vgl. Tab 1).

Tabelle 1: Informationen in der Mikrostruktur (Vgl. HAUSMANN, 1998: 341fff.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zur Beschreibung eines Artikels hinsichtlich der Mikrostruktur werden einerseits die Lemmakonstituente, welche häufig Silbenstruktur, Intonation, sowie die orthografische Normalform angibt, und andererseits die Beschreibungskonstituente, die auf Form und Bedeutung des Lemmas eingeht, analysiert (vgl. SCHLAEFER, 2008: 84). Im Prozess der Lemmatisierung werden Buchungskonventionen festgelegt, die bestimmen, in welcher Form flektierbare Wortarten angegeben werden.

Die Art der Anordnung und Gruppierung der Stichwörter sind Merkmale der Makrostruktur. Die Makrostruktur ist somit die Menge aller Lemmata und legt deren Ordnung fest (vgl. HAUSMANN, 1998: 336). Die Anordnung der Stichwörter kann glatt-, nischen oder nestalphabetisch erfolgen. Bei einer glattalphabetischen Anordnung sind alle Stichwörter mit erstem Buchstaben linksbündig entlang einer gedachten vertikalen Linie angeordnet. Eine streng-alphabetische Gruppierung von Lemmata, die semantisch nicht unbedingt zusammen- hängen, nennt man nischenalphabetisch und eine Gruppierung von Lemmata, die die Regeln der streng-alphabetischen Anordnung erweitert, um morphosemantische Verbindungen zwischen Wörter darzustellen, ist definiert als nestalphabetisch. Außerdem unterscheidet man hinsichtlich der Gruppierung zwischen Listen- und Clusterbildung.

Bei einer Listenbildung wird jedes neue Sublemma in einer neuen Zeile platziert, während bei einer Clusterbildung die Sublemmata direkt aufeinander folgen (vgl. HAUSMANN, 1998: 336f.).

Neben Mikro- und Makrostruktur ist noch die Zugriffsstruktur zu nennen. Diese kann monoakzessiv sein, wenn es nur einen Suchpfad innerhalb des Wörterbuchs gibt, oder polyakzessiv, wenn mehr als ein definierter Suchpfad vorhanden ist. Ein Wörterbuch mit einem Register hat z. B. eine polyakzessive Zugriffsstruktur. Beinhaltet das Wörter- verzeichnis ein Daumenregister am äußeren rechten Rand des Buches oder/und Leitelemente im oberen Bereich der Seite, welche identisch sind mit dem ersten oder letzten Lemma, dann besitzt das Wörterbuch eine Schnellzugriffsstruktur (vgl. HAUSMANN, 1998: 337ff.).

Die Verwendung von Wörterbüchern für den Laien erfolgt meistens aufgrund von Sprachproduktion oder Sprachinterpretation als Anlass. Das Wörterbuch wird notwendig bei der Frage nach einer korrekten Schreibweise eines Wortes bzw. wenn man sich einer Bedeutung eines Wortes nicht sicher ist (vgl. SCHLAEFER, 2008: 122). Wie ein Wörterbuch benutzt werden soll, wird normalerweise innerhalb des Vorspanns durch Hinweise zum Gebrauch erklärt. Die Benutzung von Wörterbüchern im Grundschulbereich wird zudem erleichtert durch Illustrationen. Diese dienen der Veranschaulichung bzw. dem benutzer- gerechten Umgang.

1.3 Eingrenzung auf „Findefix“ und „Langenscheidt Grundschulwörterbuch Deutsch“

Die zwei Wörterbücher können innerhalb der Wörterbuchtypen zu dem Grundwortschatz- Wörterbuch zugeordnet werden und aufgrund der Benutzungsziele, als Lerner- bzw. Schüler- wörterbuch bezeichnet werden. Die Wörterbücher sind abgesehen von einem integrierten Bild-Wörterbuch Französisch im Findefix einsprachig, wobei dieses innerhalb der folgenden Analyse nicht genauer betrachtet wird (vgl. SCHLAEFER, 2008: 108). Findefix und Langenscheidt Grundschulwörterbuch Deutsch sind deshalb interessant für einen Vergleich, da sie zwar beide für den Grundschulbereich konzipiert sind, allerdings das Langenscheidt Wörterbuch im Gegensatz zum Findefix als ein Wörterbuch für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache gedacht ist.

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Details

Seiten
13
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640936069
ISBN (Buch)
9783640936045
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173303
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Deutsche Philologie
Note
2,0
Schlagworte
analyse vergleich aufbaus wörterbücher grundschule grundschulwörterbuch deutsch“

Autor

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Titel: Analyse und Vergleich des Aufbaus der Wörterbücher für die Grundschule „Findefix“ (2006) und „Langenscheidt Grundschulwörterbuch Deutsch“ (2005)