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Implementierung eines ERP-Systems

Darstellung der Chancen und Risiken sowie der Implementierungsschritte am Beispiel des Unternehmens Cisco Systems Inc.

Hausarbeit 2010 23 Seiten

Informationswissenschaften, Informationsmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung und Aufbau der Arbeit

2. Portrait des Unternehmens Cisco

3. Enterprise Resource Planning (ERP)

4. ERP-Einführung bei Cisco
4.1.Motive der ERP-Einführung und strategische Bedeutung
4.2.Positive Implementierungsschritte
4.3.Schwachstellen bei der Implementierung
4.4.Bewertung des Erfolgs dieses Projektes

5. Erfolgsfaktoren für ERP-Projekte

6. Fazit

II. Quellenangabe

a) Literaturverzeichnis

b) Internetquellen

c) Online-Datenbanken

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung und Aufbau der Arbeit

Unternehmen sind einem beständigen Wandel der gesamtwirtschaftlichen Situation ausgesetzt. Steigender Kostenoptimierungsdruck zwingt die Unternehmen so die Prozessabläuft zu optimieren. Das immaterielle Gut „Wissen“ wird inzwischen als vierter Produktionsfaktor, neben den klassischen Produktionsfaktoren1 wie Boden, Arbeit und Kapital, angesehen. Daher ist ein reibungsloser Ablauf der internen Kom- munikation von strategischer Bedeutung. Aus diesem Ursprung heraus entwickelte sich das Informationsmanagement. Hierbei besteht das größte Problem nicht in der Speicherung der ständig wachsenden Datenmengen, sondern in dem Wiederauffin- den und dem Weiterverarbeiten dieser Daten und Informationen. Um diese Informa- tionen innerhalb der Organisation für alle relevanten Stellen verfügbar zu machen, ist eine Vernetzung notwendig. Und diese Vernetzung übernimmt eine leistungsfähige Software, z.B. ein Enterprise Resource Planning System (ERP).

Im zweiten Teil der vorliegenden Arbeit wird das Unternehmen Cisco dargestellt. Der dritte Teil beschäftigt sich mit ERP-Systemen im Allgemeinen, bevor der vierte Teil dann die Synthese zwischen dem zweiten und dritten Teil darstellt. In diesem Teil wird die Notwendigkeit von ERP-Systemen für Cisco beschrieben und anschließend werden positive wie negative Implementierungsschritte erörtert, bevor am Ende dann der Erfolg dieses Projektes bewertet wird. Der fünfte Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit den Erfolgsfaktoren für ERP-Projekte im Allgemeinen und das sechste Kapi- tel beinhaltet ein Fazit.

2. Portrait des Unternehmens Cisco

Das Unternehmen Cisco wurde durch Wissenschaftler der Universität Stanford im Jahre 1984 gegründet. Das Ziel war es, die Vernetzung von Computern zu vereinfa- chen und sie effektiver zu nutzen. Mittlerweile geht es laut Herstellerangaben „um ein Netzwerk, das Menschen verbindet“. Es sind über 66.000 Mitarbeiter für Cisco tätig und auch in Deutschland gibt es sieben Niederlassungen mit über 850 Beschäftigten.

Cisco legt sehr viel Wert auf die Unternehmenskultur. So ist auf der Homepage z.B. zu lesen: „Von anderen Unternehmen unterscheidet sich Cisco vor allem durch die Art und Weise, wie Teams zusammenarbeiten. Damit ist es gelungen, eine Kultur zu etablieren, die Eigeninitiative und Teamgeist gleichermaßen fördert. Flache Hierar- chien, Transparenz und gegenseitiges Vertrauen prägen bei Cisco das Bild. Statt einer autokratisch geführten Belegschaft formiert sich bei Cisco eine multinationale Mitarbeiter-Community, in der Ideen ungehindert ausgetauscht und die besten davon schnell zu marktreifen Lösungen weiterentwickelt werden.“ (Cisco, 2009).

Brandes et al. äußern sich folgendermaßen zur Unternehmenskultur: „Bei Cisco wur- de die Internetrevolution von Anfang an als etwas verstanden, das einen noch nie dagewesenen Nutzen und neue Möglichkeiten für Kunden, Investoren, Ecosystem- Partner und die Mitarbeiter schaffen kann und vor allem den unbeschränkten Zugang zu Information und Bildung -unabhängig von der sozialen oder hierarchischen Stel- lung- gewährleistet. Diese Werte, die bei der Gründung von Cisco System wichtig waren, spielen noch heute eine tragende Rolle in der Unternehmenskultur und haben einen maßgeblichen Anteil am Erfolg des Unternehmens. Sie sind Bestandteil der Kultur geworden und damit Grundlage für die wirtschaftliche Entscheidungen bei Cisco“ (Brandes et al., 2005, S. 161).

Die Aufnahme in den Dow Jones (im Jahre 2009) belegt die gute Unternehmensentwicklung in den vergangenen Jahren. Im Juni 2009 wurde das Unternehmen mit etwa 114 Milliarden Dollar bewertet. Im Rahmen des Internetboom Mitte der 1990er Jahre war Cisco mit einem Börsenwert von 555 Milliarden Dollar sogar kurzzeitig das teuerste Unternehmen der Welt (Grundmann, 2009).

Auch für die Zukunft ist das Unternehmen gut gerüstet, da es die Produktpalette ständig erweitert und Marktentwicklungen anpasst. So bestehen die Bemühungen, vom reinen Switch- und Router-Hersteller zu einem Anbieter für alle Netzwerk-, Internet- und Multimediabereiche zu werden. So setzt das Unternehmen nicht nur auf organisches Wachstum, sondern auch auf Zukäufe. Die jüngste Übernahme fand Ende Dezember 2009 statt.2 Der Konzern verbuchte zwar im dritten Quartal 2009 einen weiteren Gewinneinbruch aber er konnte die Erwartungen übertreffen und verkündete bereits das Ende der Krise (Kuri, 2009).

3. Enterprise Resource Planning (ERP)

Bevor nun konkret auf das Enterprise Resource Planning eingegangen wird, setzt sich der folgende Abschnitt mit Begriffsdefinitionen auseinander.

Mauth beschreibt ERP-Systeme folgendermaßen: „Als ERP-System bezeichnet man heute ein Informationssystem, das Geschäftsprozesse und Geschäftsregeln sowohl innerhalb der Hauptfunktionsbereiche eines Unternehmens, als auch über die Berei- che hinweg abbildet und teilweise oder ganz automatisiert.“ (Mauth, 1998, S. 7-13)

Tadjer sagt diesbezüglich: „Im Idealfall stellt sich ein ERP-System nach außen als ein unternehmensweites Informationssystem mit einer Datenbank und einer durchgängigen einheitlichen Benutzeroberfläche dar.“ (Tadjer, 1998)

Pietsch et al. geben eine Definition ab, wie sie auch in dieser Ausarbeitung verwendet wird: „Ein ideales ERP-System ist eine Software, die alle Daten aller Unternehmensbereiche verwaltet und alle Kernfunktionen des Unternehmens in integrierter Form abbildet, so dass das maximale Potential zur Umsetzung des Unternehmens in der Erreichung seiner Ziele ausgeschöpft wird.“ (Pietsch, 2007, S. 125).

Eine weitere ausführliche Definition liefert Nekolar: „Unter ERP-System wird eine Software Architektur verstanden, welche den Informationsfluss zwischen allen Funk- tionsbereichen innerhalb eines Unternehmens wie Produktion, Logistik, Personalwe- sen, Finanzwesen etc. ermöglicht. Dieses ERP-System wird zumeist über eine Client Server Architektur innerhalb des ganzen Unternehmens zur Verfügung gestellt. ERP- Systeme sind zumeist Datenbankbasierend und konsolidieren alle Unternehmensin- formationen, welche durch Interaktion mit anderen Anwendungen zur Verfügung ge- stellt werden, innerhalb eines einzigen Systems.“ (Nekolar, 2003, S. 51).

Die Implementierung von ERP-Software (Enterprise Resource Planning), d.h. die Einrichtung umfassender elektronischer Informationssysteme, hat den Zweck, dass ein Unternehmen ein abteilungsübergreifendes Informationspool bildet und alle da- rauf zugreifen können. So wird die interne Kommunikation erleichtert. Es werden also Informationen über den Zustand und die Aktivitäten der verschiedenen Teile der Or- ganisation gesammelt. Diese werden gleichzeitig an andere Stellen des Unterneh- mens transferiert, welche von diesen profitieren können. Notwendig ist also eine um- fangreiche Integration aller Stufen der Wertschöpfungskette in diesen Prozess. Den ERP-Systemen ging ein Evolutionsprozess von Informationsverarbeitungssys- temen voraus. In den 1960er Jahren war der Anwendungszweck von Informationsve- rarbeitungssystemen im Bereich der Produktion auf Systeme beschränkt, die zur Verwaltung der Bestände eingesetzt wurden. Diese wurden in den 1970er Jahren weiterentwickelt und der Schwerpunkt dieser Systeme ging durch das Material Re- quirement Planning (MRP) Konzept auf die Planung von Sekundärbedarfen über, die durch Stücklistenauflösung mittels des MRP Konzepts aus den Primärbedarf ermittelt wurden. In den 1980er Jahren wurde dann das MRP Konzept erweitert, da nun die Planungs- und Steuerungsproblematik in den Gesamtzusammenhang einer Logistik- kette eingebunden wurde (Scheer, 1989, S. 37).

Aus der Erkenntnis, dass nicht nur die Produktion einer genauen Planung und Steue- rung bedarf, sondern sämtliche Ressourcen, entwickelten sich dann (Anfang der 90er Jahre) die ERP-Systeme. Neben dem Bereich der Produktion wurden unter an- derem auch die Bereiche der Personalplanung und -entwicklung, des Finanzwesens, sowie des Projekt Management in einem integrierten Informationsverarbeitungssys- tem unterstützt.

Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel, im Fachjargon auch Integration genannt, der bereichsübergreifenden Aufgaben durch eine zentrale Datenbank, welche darauf abzielt Datenredundanzen (mehrmaliges vorkommen identischer Daten) zu eliminieren und abteilungsübergreifende Geschäftsprozesse zu unterstützen.

Jedoch beinhaltet die Einführung von ERP keine Erfolgsgarantie, sondern es geht mit ihr auch ein Risiko des Scheiterns einher. Neben dem Kapitalaufwand erfordert eine erfolgreiche ERP-Einführung oft eine komplette Umstrukturierung der Geschäftsprozesse (Business Reengineering) und eine vorhergehende Bewertung des Unternehmens (Gronau, 2008).

[...]


1 Die Volkswirtschaftslehre unterscheidet die Produktionsfaktoren Boden, Kapital und geistige und körperliche Arbeit (Martiny, Klotz, 1989). Die Betriebswirtschaftslehre unterscheidet in Elementarfaktoren (objektbezogene Arbeitsleistung, Betriebsmittel und Werkstoffe) und in dispositive Faktoren (Planung, Organisation und Kontrolle) (Gutenberg, 1979).

2 Nach Zustimmung der US-Kartellbehörde darf Cisco das Unternehmen Starent Networks zu einem Kaufpreis von rund 2,9 Milliarden Dollar übernehmen. Starent ist nach Richards-Zeta Building Intelligence (Gebäudevernetzung), Pure Digital Technologies (Mini-Camcorder), Tidal Software (An- wendungssteuerung) und Tandberg (Videokonferenz-Systeme) ein weiterer Cisco-Einkauf im Jahr 2009, mit dem der weltweit führende Netzwerk- und Carrier-Ausrüster sein Portfolio komplettieren will.

Details

Seiten
23
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640933815
ISBN (Buch)
9783640933624
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173187
Institution / Hochschule
Hochschule Darmstadt
Note
1,3
Schlagworte
ERP Cisco Implementierung Enterprise Resource Planning Information Management Informationsmanagement Hochschule Darmstadt ERP-System Cisco-Systems Inc.

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