Lade Inhalt...

Die Grundprinzipien der politischen Theorie von John Locke

Hausarbeit 2009 13 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Leben und Wirken John Lockes im zeitgenössischen Geschehen

II. Politische Theorie
1. Mensch im Naturzustand
1.1 Naturzustand
1.2 Naturrecht
1.3 Eigentum im Naturzustand
2. Bildung einer politischen Gesellschaft
2.1 Gründe für die Entstehung einer politischen Gesellschaft
2.2 Entstehung einer politischen Gesellschaft
2.3 Form des Staates

III. Auseinandersetzung mit Lockes Theorie
1. Kritik
2. Diskussion um den politischen Locke

Literaturverzeichnis

I. Leben und Wirken John Lockes im zeitgenössischen Geschehen

John Locke kam am 29. August 1632 als Sohn eines Anwalts in Wrington, Grafschaft Somerset, zur Welt und entstammte einer puritanischen und wohlhabenden Bürgerfamilie. Zehn Jahre nach seiner Geburt brach der Englische Bürgerkrieg aus, der sieben Jahre später mit der Schaffung einer Republik in England endete. Mit der Aufnahme an der angesehenen Westminster School begann für den 14-jährigenLocke „die gediegenste Ausbildung […], die England damals bieten konnte“ (Euchner 1974; S.1). Ab 1652 studierte er am Christ-Church-College in Oxford Medizin, Naturwissenschaften, Logik sowiedie klassischen Sprachen (vgl. Pfetsch F. R. 2003, S. 154) und wurde 1658 Mitglied des Lehrkörpers des Colleges. Mit dem Beginn der Restauration der Monarchie 1660 entstandenerste politische Schriften von Locke. 1663/64 vollendete Locke seinen „Essay on the Law of Nature“.In dieser Abhandlung legte er die „natürliche Regeln“ des menschlichen Verhaltens dar, die es dem Menschen ermöglichen, das Gute zu erkennen.1666 wurde er Arzt und Sekretär von Anthony Ashley, dem späteren Graf von Shaftesbury. Diese Begegnung führte zu einer lebenslangen Freundschaft zwischen den zwei Männern und hatte starken Einfluss auf das Leben von John Locke.Vier Jahre nachdem Locke Mitglied der Royal Society wurde, wurde Shaftesbury 1672 für ein Jahr Lordkanzler. 1674 erwarb Locke den Baccalaureus der Medizin.

Ein Jahr später brach er auf Grund einer Erkrankung der Atemwege zu einer vierjährigen Erholungsreise nach Frankreich auf. In dieser Zeit machte er viele Bekanntschaften mit bedeutsamen Gelehrten, sodass diese Reise mehr zu einer Studienreise wurde. Als Locke 1679 wieder nach England zurückkehrte, hatte sich Graf von Shaftesbury von seiner Gefangenschaft im Tower 1677 erholt und wurde Präsident des Staatsrates.Der Graf wurde jedoch 1682 zur Flucht nach Holland gezwungen, als seine Vorbereitungen für eine Rebellion gegen die vorherrschende Regierung aufgedeckt wurden. Auch Locke, der als Vertrauter des Grafen galt, wurde überwacht und so folgte er seinem Freund Shaftesbury ins Exil.In Holland war Locke sehr produktiv undschrieb zahlreiche seiner heute noch bekannten Werke.

Ein Jahr nach der erfolgreichen Revolution in England 1688, die Wilhelm von Oranien zu König Wilhelm dem III. machte, kehrte Locke nach England zurück. Locke lehnte aus gesundheitlichen Gründenden Großteil der ihm angebotenen politischen Ämter ab. Im Jahr seiner Rückkehr veröffentlichte er anonym mit „Two Treatises on Government“ eine Staatstheorie, die grundlegenden Einfluss auf die Verfassungsstaaten des 18. und 19. Jahrhunderts hatte. Im selben Jahr erschienen „Epistola de Tolerantia“, ein Werk in dem Locke sich für eine Trennung von Staat und Kirche aussprach, und „Essay Concerning Human Understanding“. Im letztgenannten Werk, stellt Locke die Behauptung auf, dass nichts im Verstand wäre, was nicht vorher im Sinne gewesen sei. 1691 zog sich der „immer kränklicher werdende“ (Euchner 1974; S.4) Locke auf den Landsitz von Lady Masham in Oates zurück, um sich seinen Studien zu widmen. Die Idee eines Zinssatzes, der frei von gesetzlichen Regelungen ist und nur durch den freien Markt gebildet wird, legte Locke in seinem 1692 erschienenen Werk „Some Considerations of the Consequences of the Lowering of Interest and Raising the Value of Money“ nieder.1693 erschien das in England über Jahrhunderte wichtigste Werk über Bildung „Some Thoughts Concerning Education“. In „The Reasonableness of Christianity“ beschrieb Locke 1695 was es bedeutet christlich zu leben. Am 28. Oktober 1704 starb John Locke auf dem Landsitz von Lady Masham.(vgl. Bode 2001 S.23-27 / Euchner I 2007, S.15 / Euchner II 1974 S.1-4 / Pfetsch 2003, S.152-156 / Specht 1989, S. 10- 30)

II. Politische Theorie

1. Mensch im Naturzustand

1.1 Naturzustand

Um die „politische Macht richtig zu verstehen und sie auf ihren Ursprung zurückzuführen“ (Locke 1986, S. 99) entwickelte John Locke den Naturzustand. Dieser Zustand ist das Ergebnis seinerlangjährigenÜberlegungen über Staatsformen,wobei der Philosophnicht nur von der theoretischen, sondern auch von der historischen Bedeutung seiner normativen Reflexionen überzeugt ist. Er beschrieb den „state of nature“ als das Zusammenleben der Menschen ohne eine politisch übergeordnete Gewalt. Der Friede in dieser vorstaatlichen Gemeinschaft wurde nur durch die Vernunft jedes einzelnen und das „law of nature“ gesichert (vgl. Sprute 2006, S.202-204).

Kennzeichnend für diesenfriedlichen Naturzustand war der Zustand der Gleichheit und Freiheit.Im Gegensatz zu Aristoteles betonte Locke die Gleichheit aller Menschen und die daraus resultierenden Bestimmungen. Von Natur aus gab es keine Rangordnung unter den Menschen und eine Überlegenheit des einen über den anderen war ebenfalls nicht möglich, da alle Menschen von Gott gleich geschaffen wurden. So besaßenalle Menschen annähernd gleiche Fähigkeiten und der Zustand der Gleichheit wurdedarüber hinauszu einem Zustand der wechselseitigen Macht und Rechtsprechung.Aus dieser Wesensgleichheit ließ sich die Maxime für das menschliche Handeln ableiten: Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.(vgl. Locke 1977, S. 201-202/§4-5)

Aus der Gleichheit der Menschen ergab sich der Zustand vollkommener Freiheit im „state of nature“. Da alle Menschen gleichrangig waren, konnte der einzelne über seine Person und seinen Besitz vollkommen selbständig und frei entscheiden. „Obgleich dies ein Zustand der Freiheit […] [war], so […] [war] es doch kein Zustand der Zügellosigkeit“ (Locke 1977, S.203/§6).Das Eigentum, die Freiheit und die Gesundheit eines anderen sowie die eigene Gesundheit durften nicht verletzt oder beschädigt werden, da alle Menschen Geschöpfe Gottes waren und als solche sein Eigentum.Es herrschte das „law of nature“, welchesim Naturzustandeinen Rechtsraum schaffte. Die vollkommene Freiheit eines anderen durfte verletzt werden, wenn „an einem Verbrecher Gerechtigkeit geübt werden soll[te]“ (Locke 1977, S.203/§6). Mit dem Naturgesetz sollte die Freiheit nicht eingeschränkt, sondern gesichert werden, da der einzelne durch die Bestimmungen vor der Willkür des anderen geschützt wurde und erst soeine vollkommen freie Entfaltung möglich war. Locke betonteebenfalls die Vernunft der Menschen, die ein Leben voller gegenseitigem Misstrauen vermied und Wahrheit und Vertrauen zwischen den Menschen ermöglichte.(vgl. Locke 1977, S.203/§6 / Euchner 1979, S.192-194)

[...]

Details

Seiten
13
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640932757
ISBN (Buch)
9783640933044
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173030
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,0
Schlagworte
John Locke

Autor

Zurück

Titel: Die Grundprinzipien der politischen Theorie von John Locke