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Kiefergelenksfunktionsstörungen – ein Beispiel für den Umgang mit chronischen Erkrankungen aus biopsychosozialer Sicht

Wissenschaftlicher Aufsatz 2011 56 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

was lange währt, macht endlich krank

ein Jeder ist seines Glückes Schmied

die ganze Welt ist ein System

was gibt dem Sinn einen Sinn?

der Apfel fällt oft weit vom Stamm

lange Leitung, kurzer Weg

Komunikation – die interaktive Toolbox

wehe, wenn die Hexe schießt

alles Psycho, oder was?

Gefühl ist alles

Lifestyle ist ein schlechter Guru

Zusammenfassung

Fazit

Literatur

Einführung

Der Mensch ist in seiner individuellen Umwelt verankert, er ist in allen Bereichen funktionell auf sie abgestimmt und je besser er sich in ihr aktiv gestaltend orientieren kann, desto höher ist seine Lebensqualität. Lebensqualität ist somit ein dynamischer Prozess, der sich über das persönliche Wohlbefinden äußert.

Dieses wird individuell nach dem Grad der Erfüllung eigener Ansprüche gewertet, als Maßstab gilt die Zufriedenheit; je höher die Zufriedenheit, desto geringer ist die Störanfälligkeit des Wohlbefindens. Eine geringe Störanfälligkeit wird daher von dem Betroffenen als gesund empfunden.

Aus konstruktivistischer Sicht ist zu trennen zwischen der ontischen, biologisch definierten Umwelt als Existenzgrundlage und der Lebenswelt, die jedes Individuum durch seine eigenen Wahrnehmungsvorgänge nach seinen kognitiven Fähigkeiten formt. Beide sind miteinander interaktiv verknüpft.

Demnach lebt jeder Organismus in seiner eigenen Umwelt als Produkt seiner von ihm konstruierten Wirklichkeit und sucht nach Konzepten, die Übereinstimmungen der Verhältnisse zwischen Lebensqualität und Umwelt zu Leistung und Gegenleistung anbieten.

Aus dieser Sicht ist die Passung der Umwelt auf die individuellen Bedürfnisse soweit Ausdruck der Gesundheit, wie ihre Gegenleistungen alle relevanten Lebensbedingungen erfüllen. Somit betreffen sie sämtliche Bereiche von Lebensführung und Lebensstil [2].

Dank dieser engen interaktiven Beziehung kann sich die Beurteilung der Gesundheit daher immer nur auf den Zustand des persönlichen Wohlbefindens innerhalb des eigenen biologischen, psychischen und sozialen Umfeldes beziehen.

Dabei besteht der Grad der eigenen Befindlichkeit als Ausdruck des psychophysischen Allgemeinzustandes.

Die Befindlichkeit bemisst sich am Vergleich zwischen den gegenwärtigen mit bereits früher erworbenen Erfahrungen und präsentiert sich als ein persönliches Lernergebnis. Daher lässt sich Befinden nicht objektiv darstellen.

Somit muss sich das Befinden nicht immer am Befund orientieren, nicht jede organpathologisch gesicherte Aussage erzeugt beim Patienten ein Krankheitsgefühl. Entsprechend prägt die Diskrepanz zwischen Befunden und subjektivem Befinden sein individuelles Krankheitsverhalten [18].

Andererseits können auch Krankheitsgefühle ohne adäquate Diagnose auftreten, weshalb solche Befindensstörungen auch als „somatoforme Störungen“ bezeichnet werden, indem sich psychisch bedingte Ursachen vornehmlich somatisch äußern.

Die hiermit möglicherweise verbundenen Verhaltensveränderungen können Gesundheitsrisiken begünstigen und Krankheiten verursachen. Entsprechend groß ist die Bedeutung des Befindens in der Krankheitsentwicklung, letztlich stehen Krankheit und Gesundheit in psychosozialen Zusammenhängen.

Den Rahmen hierzu liefert immer die Zeit, sie orientiert sich dabei jedoch nicht an der Objektivierung der Zeitberechnungen, sondern über die Intuition des Zeitverständnis, das zeitliche Abläufe als homogene, kontinuierliche, dynamische Veränderung interpretiert.

Hierdurch erhalten bestehende Befindlichkeiten den Bezug zu Gegenwart und Vergangenheit, Wahrnehmung und Bewusstsein, Gedächtnis und Erinnerung.

Im Zeitempfinden wird die längere Dauer eines Zustandes gerne mit Beständigkeit gleichgesetzt und, im Bedürfnis, durch Langfristigkeit Sicherheit zu erlangen, als solide bezeichnet.

An dieser Stetigkeit orientiert sich das Gesundheitsempfinden. Im Vergleich der gegenwärtigen Befindlichkeit mit der vergangenen bewertet es eine länger bestehende, durch Gewöhnung akzeptierte Verfassung als stabil und sicher. Veränderungen dagegen werden solange als negativ empfunden, bis sie ihrerseits in die Gewohnheit übernommen werden.

Krankwerden und Kranksein sind somit individuelle Interpretationsprozesse mit Bedeutungszuweisungen und Erklärungsmodellen [19].

Tatsächlich kann ein Gesundheitszustand nicht stabil sein, denn im Moment der Beobachtung entspricht er lediglich einem Zustand zu einer gewissen Zeit zwischen zwei Situationen. Daher ist er auch nicht wiederholbar, als nicht-stetige Zustandsänderung innerhalb eines dynamischen Systems unterliegt er einem ständigen Wandel.

Gerade in der Dynamik liegt das Prinzip der stufenweisen Gesundung. Demnach müsste der Kranke so lange Stufen von Gesundung erleben, bis er seinem Empfinden nach den Rest des Nicht-Gesunden akzeptieren kann.

Daher ist es dem Betroffenen auch nicht möglich, seinen eigenen Gesundheitszustand autark einzuschätzen. Schließlich ist er kein außenstehender Beobachter, sondern selber Bestandteil der Gesamtsituation, was auch für die üblichen rationalen und emotionalen Komponenten der Urteilsbildung gilt.

Verstand und Vernunft basieren auf dem begrifflichem Erkennen subjektiver Erfahrungen während eines Zeitpunktes und werden auf andere Zeitpunkte übertragen.

Diese Überlegungen vollzieht der Mensch nicht, für ihn hat seine Lebenswelt Wirklichkeitscharakter. Daher interessiert ihn nur sein Wohlbefinden innerhalb dieser Lebenswelt.

Hierzu vergleicht und wertet er sensorische Eindrücke auf der kognitiven Ebene. Die Kernempfindung seiner persönlichen Gesundheit orientiert sich ausschließlich an seiner Zufriedenheit nach seinen eigenen Wichtungsfaktoren.

Beurteilungen aus rein medizinischer Sicht über allgemeingültig vorgegebene, objektive, physiologische Parameter können daher das individuelle Wohlgefühl nicht erfassen und werden als uninteressant empfunden.

Umgekehrt verhält es sich bei Kurzzeiterkrankungen, im akut- und intensivmedizinischen Bereich.

Hier ist die Klassifikation nosologisch klar definiert, der Pathomechanismus zeitlich überschaubar, ebenso das Krankheitsgefühl. Dessen Intensität allerdings unterliegt wiederum der subjektiven Bewertung des Patienten.

Aber auch die Umwelt urteilt über den Kranken, indem sie nutzentheoretische Bewertungen von Krankheiten auf ihr soziales System trifft. Übernimmt der Kranke diese in seine Selbsteinschätzung, kann es sich wiederum auf seine psychosozialen Komponenten auswirken und sein Wohlbefinden beeinträchtigen.

Je länger eine Krankheit anhält, desto größer wird der Druck auf das soziale System des Kranken und letztlich dadurch wieder auf ihn selber. Hieraus können weitere Symptome resultieren, auf der seelischen wie auf der somatischen Ebene in Folge psychischer Auseinandersetzung mit seiner Umwelt.

Auch die Symptomenkomplexe von Kiefergelenksdysfunktionen können mit solchen Inkompatibilitäten in Beziehung stehen [17].

Langzeiterkrankungen wirken sich auf Lebensperspektiven aus und können sämtliche Bereiche der Lebensführung beeinflussen. Es hängt von den einzelnen Betroffenen ab, ihren passenden Lösungsweg zu finden, zu stärken und zu halten und hiernach die eigene Umwelt kreativ zu gestalten.

was lange währt, macht endlich krank

Das Morbiditätsspektrum hat sich in den westlichen Industrienationen während der letzten 150 Jahre entscheidend gewandelt, die praktische Umsetzung neuer Erkenntnisse über Krankheitstheorien hatte zu stetigen Verbesserungen der präventiven, kurativen und auch rehabilitativen Medizin geführt. Dadurch wurden zwar infektionsbedingte Krankheiten zurückgedrängt und die gesundheitliche Infrastruktur insgesamt verbessert. Jedoch konnten sich stattdessen funktionelle und organische Gesundheitsstörungen und Krankheitszustände mit Verschiebungen in den chronisch-degenerativen Bereich etablieren.

Für die Betroffenen bedeutet dies einen Wechsel von kurzzeitigen zu langfristigen Beeinträchtigungen ihres Wohlbefindens, von heftigem Leiden mit möglichem finalem Ausgang zu einer schleppenden Phase möglichen Siechtums.

Generell ist die Geschichte chronischer Erkrankungen innerhalb der Medizin noch ziemlich jung, traditionell war der Faktor Zeit entweder heilend oder lebenslimitierend. Die Erfahrung, dass Zeit Krankheiten fördern kann, ist neu. Überhaupt ist die Medizin auf Charakter und Verlaufsmuster von Langzeiterkrankungen nicht vorbereitet, sodass Heilungserfolge eher selten sind. Medizinische Klassifikationen bestehen erst seit 1855 [20].

Die herkömmlichen 4 Gesichtspunkte samt Subkategorien zur klassifizierenden Zuordnung gemäß dem ICD-Katalog können Langzeiterkrankungen nicht ausreichend erfassen.

Chronische Erkrankungen gab es auch früher, nur waren sie durch vorherrschende akute Krankheiten überlagert.

Sie sind häufig symptomatisch unklar. Zudem entziehen sich Pathogenese, Ätiologie, Verlauf und Prognose weitgehend den in der Behandlung von Kurzzeiterkrankungen bewährten Schemata, weshalb sich deren Strategien bislang therapeutisch nicht als sinnvoll erweisen. Die gebräuchlichen monoaxialen und monohierarchischen Merkmale des ICD-10 Kataloges lassen sich hier nicht anwenden.

Daher liegt die Problematik chronischer Erkrankungen vor allem im Fehlen kausaler Therapieansätze zur Behandlung heterogener Ätiologien und komplexer Muster, weshalb Chronifizierung der Medizin häufig als Kompetenzdefizit angelastet wird.

Nach Auffassung systemtheroretischer Modelle ist der herkömmliche systematische dichotome Blickwinkel nicht ausreichend, um die Komplexität chronischer Erkrankungen zu erfassen.

Im Unterschied zu nosologisch und epidemiologisch klar definierten Krankheiten ist die Historie chronischer Erkrankungen multidimensional, sie werden also von verschiedenen Faktoren ausgelöst. Demnach überfordert die Problematik dieser Multikausalitäten die Gesundheitssysteme der Industrienationen und gefährdet deren medizinische Grundversorgung.

Daher fordert die WHO (Weltgesundheitsorganisation) eine starke medizinische Primärversorgung, da eine zunehmende Fragmentierung der Gesundheitsversorgung zu beobachten sei.

Auf der Suche nach Effizienz in Therapie, Pflege und Rehabilitation würden viele Gesundheitssysteme derzeit von einer kurzfristigen Maßnahme zur nächsten driften. Zudem fehle häufig ein Bewusstsein zur Vorbereitung auf die anstehenden Herausforderungen, weshalb Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sich stärker einbringen müssen. Die WHO fordert deshalb alle Staaten dazu auf, ihren Gesundheitssystemen anstelle einer „Business as usual“ -Einstellung eine stärkere „Primary Health Care“ -Orientierung (PHC) zu geben. So könnte sich eine Chance bieten, das Recht auf gleiche Gesundheitschancen für alle Menschen weltweit umzusetzen [21].

Dies soll eine allgemeingültige „Internationale Klassifikation für die medizinische Grundversorgung“ (ICPC) unterstützen, über die der Gesundheitszustand der Bevölkerung und die Leistungen der medizinischen Primärversorgung erfasst werden sollen.

Hierfür werden die Gründe für die Kontakte zwischen kranken und gesunden Personen und Gesundheitseinrichtungen (Reasons for Encounter), die Diagnosen bzw. medizinischen Probleme und die Maßnahmen während des Behandlungsprozesses dokumentiert. Die ICPC ist an Komplexität der bestehenden Dokumentation über den Diagnoseschlüssel ICD (International Classification of Diseases) überlegen. Dieser teilt lediglich bestimmten Diagnosegruppierungen Hauptdiagnosen zu, um dann mit Hilfe der restlichen ICD-Diagnosen Fallschweren zu berechnen [22].

Die anstehenden Korrekturen des medizinischen Terrains entsprechen denen der bisher gültigen demographischen Voraussagen. Durch den Wegfall lebensbedrohender Infektionen haben sich die Lebenserwartungen zwar deutlich verlängert, allerdings konnten die Gesundheitsprognosen durch die Verschiebung des Krankheitsspektrums in die Chronifizierung bislang nicht aufwertet werden.

Aus therapeutischer Sicht hat die zunehmende Technisierung der Medizin der Behandlung chronischer und chronifizierender Erkrankungen bislang keine Vorteile gebracht, im Gegensatz zur Akut- und Intensivmedizin.

Nach dem Bericht des Sachverständigenrates von 2002 liegt der Anteil von chronisch Kranken an der Bevölkerung bei 40 Prozent. Von diesen sind 16 Prozent multimorbid, indem mehr als 2 Diagnosen auf das jeweilige Symptomenspektrum zutreffen. Die Hälfte aller stationär und ambulant Behandelten sind chronisch krank. Chronische Krankheiten nehmen Dreiviertel der Gesundheitskosten in Anspruch [23].

Das Steigen der Lebenserwartung ist bereits durch die Sterberegister [24] belegt, spekulativ sind dagegen die Folgen der zu erwartenden vorausberechneten Alterspyramide auf den Gesundheitsindex. Die voraussichtliche gesundheitliche Qualität der verlängerten Lebenszeit ist aus medizin-soziologischer Sicht noch imaginär.

Hierzu gibt es gibt zwei konkurrierende Theorien, die „Kompressionsthese“ und die „Medikalisierungsthese“ mit ihren Weiterentwicklungen.

Gemäß der „Kompressionsthese“ werden die zusätzlichen Jahre prospektiv in überwiegend guter Gesundheit verbracht. Erst kurz vor dem Tod tritt eine Krankheitsphase auf, die sich jedoch durch eine sich kontinuierlich verbessernde Medizin weiter verkürzen wird [25].

Die „Medikalisierungsthese“ geht von einer Morbiditätsexpansion aus. Demnach werden die gewonnenen zusätzlichen Jahre hauptsächlich in Krankheit verbracht, gehen also auch weiterhin mit einer gleichbleibenden Inzidenz bei chronischen Krankheiten einher.

Die Menschen müssten folglich immer mehr Lebensjahre bei eingeschränkter Gesundheit verbringen und entsprechend das Gesundheitssystem immer mehr chronisch kranke Menschen versorgen. Damit sind die Menschen im Durchschnitt länger krank, sodass letztlich der Gesundheitszustand der Bevölkerung umgekehrt proportional zum Fortschritt in der Medizin sinkt [26].

Generell unterscheiden sich die Therapieziele der Patienten nach Alter, sozialer Stellung und den aus ihrer Umwelt sich ableitenden persönlichen Präferenzen.

Für junge Menschen steht die Wiederherstellung ihrer gewohnten Normalität mit der Beseitigung der mit der Krankheit entstandenen Defizite im Vordergrund.

Alte Patienten legen mehr Wert auf ihr Wohlbefinden und den Erhalt ihrer Lebensqualität und Identität innerhalb ihres gewohnten Lebensraumes [27].

Mit den Veränderungen der Krankheitsspektren, der demographisch bedingten Verschiebung der Generationsabstände und den daraus langfristig resultierenden sozialen Auswirkungen wird die Umsetzung der Therapieziele mit den bisher zur Verfügung stehenden Mitteln allerdings schwierig.

Da jeder Betroffene seine eigene Krankheit lebt, kann es für die Behandlung chronischer Krankheiten kein allgemein verbindliches Procedere geben. Eine Heilung ist durch die Multikausalität meistens nicht möglich, stattdessen müssen durch möglichst individuell ausgerichtete Konzepte die verschiedenen verursachenden Ebenen erfasst werden, um bedrohte oder funktionsgeminderte Fähigkeiten zu stabilisieren bzw. wiederzugewinnen.

Für die Behandlung chronischer Krankheiten muss die herkömmliche Sichtweise nach vorwiegend pathogenetischen Maßgaben um eine psychosomatisch und psychosozial ausgerichtete Medizin erweitert werden.

Gibt man den bei Kiefergelenksfunktionsstörungen auftretenden Beschwerdebildern eine chronische Identität, gelten auch hierfür multifaktorielle Kausalitäten [17].

ein Jeder ist seines Glückes Schmied

Nur der Mensch ist vernunftfähig und dadurch imstande, sein unmittelbares Schicksal umweltbewusst aktiv und kreativ mitzugestalten. Sein Verständnis von Wahrnehmung und Logik ermöglicht ihm, nicht nur seinen unmittelbaren Lebensraum kognitiv zu bewerten, sondern zusätzlich eine ihm nach seinen Kriterien objektiv scheinende Welt als die für alles Leben verbindliche biologische Existenzgrundlage bewusst zu erkennen und einzuordnen.

Allein mit der Kategorisierung in ein Ökosystem [28] sowie in einen evolutionären Raum natürlicher Selektion [29] nimmt er bereits entwicklungsbestimmenden und gestalterischen Einfluss. Indem er seinen eigenen Lebensraum innerhalb dieses biologischen Systems passgerecht einrichtet und erhält, kann er seine Selbstbestimmung festigen.

Seinen emotionalen Bezug findet er in der Reflexion.

Alle anderen Lebewesen nutzen für ihre spezifische Umwelt die Ressourcen dieser Welt ausschließlich nach dem genetischen Bauplan.

Dieser legt alle ihre charakteristischen Erbeigenschaften und Eigenarten fest und steuert ihren Lebensprozess nach den Merkmalen ihrer jeweiligen artspezifischen Bedürfnisse. Diese Umwelt kann je nach taxonomischer Klassifizierung sehr begrenzt sein, mit zunehmender Reichhaltigkeit der Umwelt, wächst auch die Komplexität seiner Lebewesen. Da es sie nach seinen Bedürfnissen, Gewohnheiten und Tätigkeiten immer wieder neu gestaltet, stehen Lebewesen und Umwelt in einem interaktiven Verhältnis, in dem sie sich gegenseitig bedingen.

Grundsätzlich ist jedes Individuum Mittelpunkt seiner eigenen Umwelt, in der es seine ganz spezifische Wirklichkeit lebt nach seiner eigenen Zeitlichkeit, Räumlichkeit und Beweglichkeit.

Maßgeblich für die Qualität der Lebensgestaltung ist folglich die Ausstattung der aktuellen Umwelt. Jedoch nicht als strukturelle Einheit, sondern als ein Konstrukt aus der Gesamtheit der vom jeweiligen Lebewesen sinnlich wahrgenommenen Phänomene und der praktischen Umsetzung ihrer Relationen [30].

Demnach teilt sich die Welt aller Lebewesen in zwei völlig unterschiedliche Hälften, in die „Innenwelt“, die sich aus den „Merk-„ und „Wirkorganen“ ergibt, und in die „Wirkungswelt“, auf die die „Bewegungsorgane“ einwirken.

Die Merkorgane nehmen Merkmale aus der Außenwelt rezeptorisch auf und prägen dadurch die „Merkwelt“, die sich somit allein aus der Organisation der Sinnesorgane und des ZNS (Zentralnervensystems) ergibt.

Die Wirkorgane übertragen deren affektorische Reize in effektorische Reaktionen, um dadurch die periphere Antwort der Bewegungsorgane zu initiieren [31] [32].

Merk- und Wirkorgane sind durch „Steuerorgane“ verbunden, die jene Nervenzentren enthalten, deren Fortsätze sich vom Merk- zum Wirkorgan erstrecken.

Die „Bewegungsorgane“ wiederum reagieren als motorische Äußerung auf die Merk- und Wirkorgane, und prägen die Wirkungswelt.

Die Orientierung in der Außenwelt resultiert aus Gedächtnisleistungen der Innenwelt, die je nach dem biologischem Entwicklungsstand des Lebewesens die kognitive Ebene erfassen. Deshalb ist für vernunftgesteuerte Lebewesen die klassische Reiz-Reaktion-Beziehung nicht ausreichend, sondern muss erweitert werden, indem zwischen die vom Reiz ausgelösten afferenten und efferenten Impulse die kognitive Verarbeitung zwischengeschaltet wird.

Mit „kognitiver Verarbeitung“ sind Fähigkeiten des Gehirns gemeint, wie z.B. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Beurteilen [33]. Hierfür sind Gedächtnisleistungen erforderlich.

Das Gedächtnis entsteht mit den wiederholten Reizen der Merkorgane. Diese bewirken koordinierte Aktivitäten von Neuronenpopulationen primär in dem Areal im Gehirn, das den jeweiligen Stimulus repräsentiert. Dadurch kann das Gedächtnis je nach Art und Anzahl der Reize in mehreren Strukturen gespeichert sein.

Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Engramme neutraler Realitäten, sondern um subjektive Rekonstruktionen, die als ein Konstrukt aus der mentalen Verknüpfung von Geist und Bewusstsein entstanden sind.

Die Enkodierungen von Gedächtnisleistungen bewirken Lernvorgänge, die sich auf das Verhalten und die Positionierung in der „Funktionswelt“ auswirken.

Somit bestimmen zwar Merkwelt und Wirkungswelt die persönliche Funktionswelt, jedoch sind das planmäßige Zusammenfassen von Wahrnehmungsprozessen und deren Umsetzung genetisch festgelegt und damit auch Art und Umfang der Funktionswelt.

Die jeweilige Umwelt bietet also jedem Lebewesen seinen individuell modifizierten Ausschnitt der Außenwelt, in dem sich nur das befindet, was seine Sinnes- und Bewegungsorgane für seine spezifischen Bedürfnisse auswählen und interpretieren, und ist somit rein subjektiv. Daher müssen für das Überleben grundsätzliche Übereinstimmungen in diesen beiden Welten bestehen.

Indem die jeweilige Umwelt sehr spezifisch ausgerichtet ist, kann ein Außenseiter, der einem anderen genetischen Muster entspricht, das System einer für ihn fremden Umwelt nicht verstehen [34].

Grundsätzlich ist die Außenwelt für jedes Lebewesen Geber und Empfänger zugleich, indem sie einerseits seinen Sinnesorganen ihre Merkmale liefert, andererseits die Impressionen seiner Effektoren erhält. Ohne Außenwelt lässt sich keine passende Umwelt gestalten.

Jede Charakterisierung ist situativ geprägt, indem die Unterscheidung der eigenen Umwelt vom umgebenden Milieu primär einer Wertung in unmittelbaren und mittelbaren Nutzen entspricht. Sie hängt also von der individuellen mentalen Struktur des Beobachters ab. Diese wiederum ist geprägt von der Anzahl und Tiefe seiner sinnlichen Erfahrungen, die er miteinander ins Verhältnis setzt und zu einem Gesamtergebnis führt.

Zwangsläufig muss daher alles Beobachtbare in einem fundamentalen Zusammenhang mit dem Beobachter stehen, wodurch beobachtendes Subjekt und beobachtetes Objekt einander interaktiv verbunden sind.

Da ein Beobachter jedoch nicht absichtslos sein kann, subjektiviert er das Objekt seiner Beobachtung, womit er dessen Beschaffenheit verändert. Erst wenn mehrere Beobachter unabhängig voneinander zu denselben Ergebnissen kommen, lassen sich diese Übereinstimmungen konsensuell vereinbaren. Da aber auch mehrere Beobachter sinnlich geprägt sind bzw. sie ihre Untersuchungen aus ähnlichen Blickwinkeln angehen, ist eine absolute Objektivität ebenso unmöglich wie ein absichtsloses Beobachten.

Allerdings lassen sich die Ergebnisse durch verschiedene Wahrnehmungs-Positionen systematisieren. Bei einer Anzahl von mindestens drei Beobachtern ist der erste Beobachter mit seinem eigenen Standpunkt unmittelbar assoziiert, der zweite dissoziiert sich von seinem eigenen Erleben und assoziiert sich mit dem ersten Beobachter, um so die Situation aus dessen Perspektive wahrzunehmen. Der dritte schließlich bemüht sich, den Standpunkt eines außenstehenden, unbeteiligten Beobachters einzunehmen und ein ihm fremdes System zu analysieren. In seiner Distanz zu den beiden ersten Beobachtern befindet er sich damit in einer Meta-Position und kommt daher mit seiner Aussage der Neutralität am nächsten [35].

Die Beobachtungen sind gegenstandsorientiert und erfassen alle Bereiche der Außenwelt. Diese gilt als stofflich und somit verifizierbare Realität, und als universale Zusammenfassung der substanziellen Lebensvoraussetzungen. Entsprechend liefert sie die für die Lebenswelten aller Lebewesen existentiellen Ausstattungen. Diese gelten in ihrer Stofflichkeit zwar ebenfalls als real und authentisch, aus philosophischer Sicht ist die Beurteilung der Beschaffenheit der realen Welt jedoch hypothetisch, indem gewisse Strukturen als vorhanden vorausgesetzt werden und nach diesen Vorgaben überprüft werden.

Als objektiv zählt daher letztlich die Tendenz, Beobachtetes sachlich zu beurteilen und die Ergebnisse zu naturwissenschaftlich logisch belegten Daten oder Fakten ins Verhältnis zu setzen.

Da alle Lebewesen jedoch nur das für sie materiell Verstoffwechselbare oder existentiell Nutzbare werten, müssen für das Überleben in der Außen-Welt grundsätzliche Übereinstimmungen in der objektiven und der subjektiven Welt bestehen.

Innerhalb ihrer Umwelt finden Lebewesen ihre Identität in sozialen Gruppen und definieren sich über soziale Kontakte [36]. Identifikationsstörungen können sich somatisch manifestieren. Die Auswirkungen psychischer Krisen können je nach vorhandenen Ressourcen und gewonnenen Erfahrungen unterschiedlich kognitiv wahrgenommen und verarbeitet werden.

Unterstellt man Kiefergelenksdysfunktionssymptomatiken psychosomatische Beziehungen, können sich dort psychosoziale Krisen als Ausdruck von Passungsdefiziten äußern [17].

die ganze Welt ist ein System

Jedes Leben besteht im Rahmen von selbstständigem Stoffwechsel, Wachstum und Fortpflanzung in seiner überlebenssichernden Umgebung. Dies gilt vom Ein- bis zum Vielzeller. Entsprechend unterliegt jeder Lebensverlauf innerhalb seiner Umwelt genetisch geprägten Vorgaben. Zum markanten Einzelfall wird er erst mit der wachsenden biologischen Qualifikation eines Lebewesens und dem entsprechenden Anspruch, in der praktischen Umsetzung seines Blickwinkels auf seinen Lebensraum.

Hierbei wird zwischen „biologischer Umwelt“ und „sozialrelevanter Umgebung“ unterschieden, beides erfolgt nach systemischen Modellvorstellungen.

Der Systembegriff entstand aus der Beobachterwarte, um scheinbar sinnlosen Abläufen von Vorgängen geregelte Sinnzusammenhänge zuzuordnen. Da jedoch jeder Beobachter seinen eigenen Blickwinkel hat, gilt dies auch für sein Wahrnehmungsvermögen, es konstruiert seine ihm passende Realität. Zudem ist jeder Beobachter durch seine Verhaltensweisen selber ein System. Daher gibt es kein fixes Modell, nach dem ein bestimmtes Ergebnis verbindlich berechenbar ist.

Entsprechend lässt sich der Systembegriff nicht endgültig abschließen, sondern lediglich Merkmale angeben, die ihn in ihrer Gesamtheit beschreiben. Generell bestehen Systeme aus mehreren untereinander wechselwirksamen Elementen, die in sinngerichtetem Zusammenhang stehen und ein nach außen abgeschlossenes Netzwerk bilden.

Da sich einige dieser Merkmale zu verschiedenen Anlässen immer wieder beobachten lassen und gemeinsame Gesetzmäßigkeiten aufweisen, lassen sie sich als allgemeine Prinzipien in unterschiedlichen Bereichen anwenden.

Aus dieser Warte ist die Systemtheorie als eine bezugsübergreifende Metatheorie zu betrachten, wonach ein System zwar eine Einheit darstellt, diese sich aber als ein Konstrukt aus Elementen zusammensetzt, die ihrerseits wiederum als Subsysteme auftreten, die auch wieder aus Subsystemen bestehen und sofort.

In der Biologie lässt sich dies fraktalisiert bis in die einzelnen Zellen fortsetzen.

Betrachtet daher man einen lebenden Organismus als eine fast unbegrenzte Menge von Subsystemen bis in den innerzellulären Bereich, besteht im Verhältnis zur Anzahl seiner Elemente eine Übersummation. Zudem stehen die Elemente untereinander in Wechselwirkungsbeziehungen, woraus sich Konstellationen ergeben, die nicht ausschließlich auf die Eigenschaften der einzelnen Elemente reduzierbar sind. Demnach entstehen Systeme nicht in linearer Folge von Teilvorgängen, sondern in emergenter Ordnung nicht vorhersagbarer Qualität. Indem sie ihre Elemente immer wieder modifizieren, modulieren und differenzieren, befinden sie sich in ständiger Dynamik. Befindet sich ein biologisches System im Stillstand existiert es nicht mehr.

Je nach Art des Systems entwickeln sich „abgeschlossene Systeme“ in Richtung wachsender Unordnung oder können in „offenen Systemen“ aus der Unordnung geordnete Strukturen entstehen.

Die Begriffe „offen“ oder „geschlossen“ beziehen sich hierbei auf die Kommunikation mit der Umwelt.

Lebende Systeme sind demnach operational geschlossen und regeln sich autonom. Sie können zwar auf Einflüsse durch die Umwelt reagieren, jedoch nur gemäß ihrer strukturspezifischen Eigenarten. Ebenso können Systeme auch untereinander interagieren, wenn sie über Rückkopplungsmechanismen verfügen, sodass die Folgen eines vorangegangenen Ereignis auf das weitere Geschehen rückwirken. Sie sind dann sowohl von ihrer eigenen internen Regelung als auch von ihren gegenseitigen Wechselwirkungsbeziehungen abhängig.

Systemische Prinzipien regeln auch das menschliche Zusammenleben; indem sie die Belange der Umwelt vor allem auf der Kommunikationsebene und somit in der Kognition identifizieren, ereignen sie sich eher zwischen und nicht in den betroffenen Personen [37].

Was gibt dem Sinn einen Sinn?

„Kommunikation“ ist die interpretatorische Umsetzung von „Information“. Dies ermöglicht zwischen den kommunizierenden Partnern zwar einen grundsätzlichen Konsens, aber impliziert keine deckungsgleiche Übereinstimmung, da jeder Informationstransfer in der Interpretationenvarianz der Kommunikationspartner mehrere Selektionsmöglichkeiten bietet.

Entsprechend besteht das Abstimmen auf ein gemeinsames Verhalten in Abhängigkeit der unterschiedlichen Verständnisansätze einer gemeinsamen Thematik und ist daher nicht determinierbar. Hierfür lässt sich lediglich ein gemeinsamer Sinnhorizont nutzen, was schwierig sein kann, da jeder Kommunikationspartner seinen eigenen Sinnhorizont hat. Deshalb ist Kommunikation eine Annäherung an begriffliche Zusammenhänge durch sich in ihrem Verlauf ergebende Anschlussvorstellungen. Dadurch unterliegt die Kommunikation immer einer gewissen Zufälligkeit und kann daher keinem kausallinearen Verlauf folgen.

Diese Kontingenz betrifft die gesamte Umwelt, sodass sie dem System als zufällige Abfolge von Ereignissen erscheint.

Somit gilt dies auch für soziale Systeme. Allerdings sind sie von vornherein im Rahmen ihrer bisherigen Entwicklung in ihrer Form festgelegt und können daher nicht in freier Organisation fungieren. Ihre Strukturen stehen in Wechselwirkungsbeziehungen zu weiteren Systemen, vor allem in der Auseinandersetzung mit den psychischen Systemen der betroffenen Menschen. Jedoch können die hiermit verbundenen Kommunikationen keine Strukturen bestimmen. Hierzu wäre das Anschließen des Verhaltens eines Kommunikationspartners an das des anderen notwendig, was jedoch durch die unterschiedlichen Sinnhorizonte verhindert wird.

Jede Kommunikation verläuft wechselseitig in einer „Sender-Empfängerbeziehung“, ihre Grundlage ist die jeweilige Information.

Der Informationsvorgang erfolgt als Mitteilung über symbolische Zeichen, die von einem Sender an einen Empfänger und von diesem anschließend als eine neue Mitteilung wieder an den ursprünglichen Sender zurückübertragen werden. Für den Kommunikationsverlauf ist es daher wichtig, dass die Zeichen der Mitteilung vom Empfänger wieder zur Information decodiert werden und die Antwort wiederum in einen Code gesetzt wird, der seinerseits auch wieder vom ursprünglichen Sender entschlüsselt werden kann.

Im gezielten Kommunikationsablauf erfolgt beim Menschen die Information im Bewusstsein und äußert sich über die Sprache.

Aus semiotischer Sicht führt die Informationsverwertung durch den Empfänger zu einer „Bedeutungserteilung“, dessen Interpretation dieser wieder an den Sender zurücksendet, wodurch dieser zum Empfänger wird und seinerseits eine Bedeutungsverwertung vornimmt und so fort [38].

Da jede Information in ihrer interpretatorischen Umformung zu neuen Selektionen führt, entstehen neue wechselseitige Zufälligkeiten. Diese generieren neue Elemente und erhalten so die Dynamik des Systems.

Ähnlich verhält es sich in der Medizin.

Krankheit und Gesundheit entsprechen keinen statischen Zuständen, sondern verlaufen nichtlinear dynamisch auf einer gedachten Linie zwischen ihren qualitativ absoluten Endpunkten. Indem sie permanenten Einflüssen aus der Umwelt unterliegen, die aufbauend, störend oder blockierend sein können, bestehen sie als ein labiles, tendenziöses Übergangsfeld zu den beiden Polen.

Das Arbeitsgebiet der Medizin ist traditionell das Auffinden und Behandeln von Gesundheitsstörungen, weniger das Erzeugen von Gesundheit. Die Pathogenese beschreibt die Entstehung, Entwicklung und Verlauf einer physischen oder psychischen Erkrankung unter kausalen und formalen Bedingungen, also einen Prozess, der eine vorgefundene Gesundheit abbaut oder zerstört [39].

Der Wegfall von Krankheit bedeutet jedoch nicht zwangsläufig Gesundheit, andererseits beinhaltet Krankheit immer auch Gesundheit, so wie umgekehrt Gesundheit Krankheit. Daher muss sich ebenso wie der Krankheitsbegriff auch der Gesundheitsbegriff neu formieren.

Der Patient orientiert sich dagegen vor allem an seinem Wohlbefinden. Daher werden Krankheit und Gesundheit von Arzt und Patient unterschiedlich bewertet, der Arzt beurteilt sie im Vergleich mit klinischen und konventionellen Parametern, der Patient durch Befindlichkeitsvergleiche. Dessen hierdurch ausgelöste Gefühle sind sehr individuell und multifaktoriell, und daher nicht ausschließlich symptomatisch begründbar und auch nicht verallgemeinerbar. Somit resultieren sie nicht nur aus dem jeweiligen somatischen Krankheitsgefühl, sondern spiegeln ein emotionales Konstrukt aus den persönlichen Auswirkungen seines Krankheitsstandes.

Entsprechend wird die Gemütslage des Patienten umweltbezogen beeinflusst durch die Definitionsmacht seiner Diagnose, die Reaktion der umgebenden Gesellschaft hierauf, Verhaltensänderungen seines Sozialgefüges, die mögliche Beeinträchtigung der Passung seiner Lebenskultur.

Der Krankheitsbegriff lässt sich folglich nicht auf eine körperliche Symptomatik begrenzen, sondern muss in die Entstehung einer Erkrankung neben biologischen auch psychosoziale Faktoren miteinbeziehen. Er ist demnach als der semantische Versuch zu verstehen, gesundheitliche Unterschiede in komplexen und gesellschaftlichen Zusammenhängen zu erfassen [40].

Die Erzeugung von Gesundheit betrifft demgemäß neben der Verbesserung der individuellen körperlichen Symptomatik, auf der Verstandesebene die Erzeugung und Förderung der persönlichen Autonomie und Selbstverwirklichung in einer passenden subjektiven Umwelt [39].

Entsprechend verlaufen auch Krankheit und Gesundheit als Funktionskreise nach systemischen Aspekten, wobei ebenso das biomechanische Modell in seiner unmittelbaren Anwendung bei akuten und Intensivfällen seine Berechtigung hat wie das biosemiotische als klassisches Regelkreisprinzip in der chronischen Medizin [38].

Beide lassen sich je nach Krankheitstyp auch in der Diagnostik und Therapie von Kiefergelenksbeschwerden anwenden.

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Details

Seiten
56
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640931224
ISBN (Buch)
9783640931255
Dateigröße
717 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v173022
Note
Schlagworte
kiefergelenksfunktionsstörungen beispiel umgang erkrankungen sicht

Autor

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Titel: Kiefergelenksfunktionsstörungen – ein Beispiel für den Umgang mit chronischen Erkrankungen aus biopsychosozialer Sicht