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Ermittlung der aktuellen Anforderungen an den Genehmigungsprozess zur Durchführung einer klinischen Prüfung für Medizinprodukte in Deutschland als Teil der Produktentwicklung

Projektarbeit 2011 42 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anlagenverzeichnis

Verzeichnis der EG-Richtlinien, Gesetze, Rechtsverordnungen und Verwaltungsanweisungen

1 Einführung
1.1 Thematischer Überblick
1.2 Eingrenzung und Zielsetzung der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Eingruppierung der klinischen Prüfung in den Entwicklungsprozess
2.2 Begriffsabgrenzung und -definition

3 Ermittlung der Ausgangssituation
3.1 Beschreibung des zu bewertenden Produktes
3.2 Ermittlung der beteiligten Parteien und Zuständigkeiten
3.3 Vorgesehene Probanden
3.4 Befreiung von der Genehmigungspflicht

4 Ermittlung der Anforderungen
4.1 Allgemeine Anforderungen und rechtliche Grundlagen
4.2 Anforderungen aus dem MPG
4.3 Anforderungen aus der MPKPV
4.4 Zusätzliche Forderungen der Bundesoberbehörde

5 Genehmigungsfristen allgemein
5.1 Fristen bei der Ethik-Kommission
5.2 Fristen bei der Bundesoberbehörde

6 Darstellung des Gesamtablaufs des Genehmigungsprozesses

7 Zusammenfassung und Fazit

8 Weiteres Vorgehen

Literaturverzeichnis

Anlage 1 – Beteiligte Parteien und Zuständigkeiten

Anlage 2 – Ermittelte Anforderungen aus dem MPG

Anlage 3 – Ermittelte Anforderungen aus der MPKPV

Anlage 4 – Gesamtablauf des Genehmigungsprozesses als Flussdiagramm

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

1 Eingruppierung der klinischen Prüfung in den Entwicklungsprozess

2 Klinische Bewertung

3 Beteiligte Parteien zur Beantragung einer klinischen Prüfung

4 Gesamtablauf des Genehmigungsprozesses als Flussdiagramm

Tabellenverzeichnis

1 Beteiligte Parteien und Zuständigkeiten

2 Anforderungen aus dem MPG

3 Anforderungen aus der MPKPV

Anlagenverzeichnis

1 Beteiligte Parteien und Zuständigkeiten

2 Ermittelte Anforderungen aus dem MPG

3 Ermittelte Anforderungen aus der MPKPV

4 Gesamtablauf des Genehmigungsprozesses als Flussdiagramm

Verzeichnis der EG-Richtlinien, Gesetze, Rechtsverordnungen und Verwaltungsanweisungen

93/42/EWG (1993): Richtlinie 93/42/EWG des Rates vom 14. Juni 1993 über Medizinprodukte vom 12.07.1993 i. d. F. v. 05.09.2007. Amtsblatt 1993: L 169, S. 0001 – 0043

2003/32/EG (2003): RICHTLINIE 2003/32/EG DER KOMMISSIONvom 23. April 2003mit genauen Spezifikationen bezüglich der in der Richtlinie 93/42/EWG des Rates festgelegtenAnforderungen an unter Verwendung von Gewebe tierischen Ursprungs hergestellteMedizinprodukte i. d. F. v. 23.04.2003. Amtsblatt 2003: L 105/18

2007/47/EG (2007): RICHTLINIE 2007/47/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATESvom 5. September 2007 zur Änderung der Richtlinien 90/385/EWG des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften derMitgliedstaaten über aktive implantierbare medizinische Geräte und 93/42/EWG des Rates überMedizinprodukte sowie der Richtlinie 98/8/EG über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkteni. d. F. v. 05.09.2007. Amtsblatt 2007: L 247/21

MPG (1994): Gesetz über Medizinprodukte (Medizinproduktegesetz – MPG) vom 02.08.1994 i. d. F. v. 24.07.2010. BGBl. 2002 I: 3146

MPKPV (2010): Verordnung über klinische Prüfungen von Medizinprodukten i. d. F. v. 10.05.2010. BGBl. 2010 I: 555

DIMDIV (2002): Verordnung über das datenbankgestützte Informationssystem über Medizinprodukte des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI-Verordnung - DIMDIV) i. d. F. v. 10.05.2010. BGBl. 2010 I: 542

Verwaltungsvorschrift des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG): Bekanntmachung gemäß § 2 Abs.3 der Verordnung über das datenbankgestützte Informationssystem des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI-Verordnung) zu den Modalitäten der Durchführung der Anzeigen nach §§ 20, 24, 25 und 30 des Medizinproduktegesetzes vom 23.06.2003. BAnz. Nr. 118 2003: 13869

1 Einführung

1.1 Thematischer Überblick

Medizintechnologien gehören neben den Arzneimitteln zu den wichtigsten Lebensrettern in der medizinischen Versorgung. Sie helfen Ärzten und anderem medizinischem Fachpersonal z. B. Krankheiten zu erkennen und zu behandeln und Verletzungen und Behinderungen zu lindern oder zu kompensieren.

Während die Hauptwirkung von Arzneimittel auf den menschlichen Körper durch pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkung erreicht wird, wirken Medizinprodukte hauptsächlich physikalisch und mechanisch. Die Bandbreite an Medizinprodukten ist groß: Beispiele sind Beatmungsgeräte, Urinbeutel, chirurgische Instrumente, Implantate, Multifunktionsmonitore, etc.

Der Gesamtumsatz der produzierenden Medizintechnikunternehmen 2009 in Deutschland lag bei 18,8 Milliarden Euro (vgl. Bundesverband Medizintechnologie 2010: 4).

Um Medizinprodukte gegen andere Produkte (z. B. Arzneimittel, persönlicher Schutzausrüstung, Kosmetika, etc.) abzugrenzen, ist eine genaueDefinition des Begriffes notwendig. Hierzu wird der § 3 Abs. 1 des Medizinproduktegesetzes (MPG) herangezogen:

„Medizinprodukte sind alle einzeln oder miteinander verbunden verwendeten Instrumente, Apparate, Vorrichtungen, Software, Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen oder andere Gegenstände einschließlich der vom Hersteller speziell zur Anwendung für diagnostische oder therapeutische Zwecke bestimmten und für ein einwandfreies Funktionieren des Medizinproduktes eingesetzten Software, die vom Hersteller zur Anwendung für Menschen mittels ihrer Funktionen zum Zwecke

a) der Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten,
b) der Erkennung, Überwachung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen,
c) der Untersuchung, der Ersetzung oder der Veränderung des anatomischen Aufbaus oder eines physiologischen Vorgangs oder
d) der Empfängnisregelung

zu dienen bestimmt sind und deren bestimmungsgemäße Hauptwirkung im oder am menschlichen Körper weder durch pharmakologisch oder immunologisch wirkende Mittel noch durch Metabolismus erreicht wird, deren Wirkungsweise aber durch solche Mittel unterstützt werden kann“ (§ 3 Abs. 1 MPG).

Die Entwicklung von Medizinprodukten ist ein komplexer und langwieriger Prozess, bei der verschiedene Aspekte berücksichtigt werden müssen. Hierzu gehört natürlich an erster Stelle die Patienten- und Anwendersicherheit.

Bereits kleine Fehler können schwerwiegende Folgen, wie z. B. die gesundheitliche Beeinträchtigung oder den Tod von Patienten bedeuten. Fehler in der Verpackung von sterilen Medizinprodukten können z. B. zu einer erhöhten Verkeimung führen, was vor allem bei Implantaten oder invasiv[1] zur Anwendung kommenden Produkten kritisch wäre. Programmierfehler in der Software zur Steuerung von Beatmungsgeräten wiederum könnten zum plötzlichen Ausfall des Gerätes, und damit zur Unterversorgung eines oder mehrerer Patienten mit dem lebenswichtigen Sauerstoff führen.

Weitere Aspekte die bei der Entwicklung eines Medizinproduktes berücksichtigt werden müssen sind wirtschaftliche, qualitative und regulatorische Aspekte.

Zu den regulatorischen Aspekten gehört die Konformitätsbewertung: Bevor ein neues Medizinprodukt in den Verkehr gebracht werden darf, muss dieses im Rahmen der Produktentwicklung zuerst ein Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen, welches mit der Ausstellung der Konformitätserklärung und der CE-Kennzeichnung des Produktes abschließt.

Mit der CE-Kennzeichnung dokumentiert der Hersteller auf seinen Produkten die lückenlose Konformität mit den gesetzlichen Bestimmungen und den Bestimmungen aller relevanten EG-Richtlinien (vgl. Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller 2008: 1).

Weiterhin erlaubt die rechtmäßige Anbringung des CE-Kennzeichens den Vertrieb der Produkte im gesamten europäischen Wirtschaftsraum.

Zur Entwicklung von Medizinprodukten sind in Deutschland daher vor allem auch die Anforderungen des Medizinproduktegesetzes (MPG) und der europäischen Richtlinie 93/42/EWG über Medizinprodukte (MDD)[2] zu berücksichtigen, sowie diverse Normen.

1.2 Eingrenzung und Zielsetzung der Arbeit

Diese Arbeit beschäftigt sich vorwiegend mit einem regulatorischen Aspekt der Produktentwicklung: der klinischen Prüfung als Teil des Konformitätsbewertungsverfahrens.

Derzeit befindet sich ein neuartiges Medizinprodukt in der Entwicklung, dass in Kürze einer klinischen Prüfung unterzogen werden soll. Es handelt sich dabei um ein blutstillendes Implantat, welches intraoperativ an einem Organ eingesetzt wird, um Blutungen schnell und effektiv unter Kontrolle zu bekommen.

Da die Entwicklung des Produktes in den USA erfolgt, wird die klinische Prüfung auch durch die zuständige Niederlassung in den USA begleitet. Die Prüfung wird in Form einer multizentrischen Prüfung durchgeführt, und ist somit nicht auf ein einzelnes Prüfungszentrum beschränkt. Die europäischen Prüfzentren werden in Deutschland, Österreich und Belgien liegen.

Hierbei ist es notwendig, die rechtlichen Anforderungen dieses komplexen Prozesses zur Beantragung einer klinischen Prüfung in diesen Ländern vorab zu ermitteln, um aufgrund dieser Basis den Zeitplan der Entwicklung entsprechend anzupassen, und die Personalkosten sowie den Aufwand hierfür abschätzen zu können.

Diese Arbeit wird sich speziell mit der Ermittlung der Anforderungen an den Genehmigungsprozess einer solchen klinischen Prüfung in Deutschland beschäftigen. Es gilt dabei jedoch zu beachten, dass sich die Regularien in Europa, seit dem 21. März 2010 geändert haben, da zu diesem Zeitpunkt die Umsetzung der Richtlinie 2007/47/EG in nationales Recht erfolgte (vgl. Schorn 2010: 26). Auch Deutschland hat diese Richtlinie zum 21. März 2010 umgesetzt (vgl. Abel 2010: 2).

Ziel dieser Arbeit ist es daher, eine ausreichende Informationsbasis zu schaffen, damit die Beantragung der klinischen Prüfung in Deutschland reibungslos von statten gehen kann, und die eigentliche Prüfung ohne größere Verzögerungen starten kann.

Zuerst wird sich die Arbeit kurz mit der Einordnung der klinischen Prüfung in den Produktentwicklungsprozess und mit einigen Begriffsdefinitionenbefassen, um dem Leser ein Gesamtbild vermitteln zu können und das Verständnis zu erleichtern.

Anschließend wird die Ausgangssituation in Bezug auf das Produkt kurz beschrieben und die beteiligten Parteien ermittelt.

Im nächsten Teil wird sich die Arbeit dann damit befassen, die spezifischen Anforderungen fürdie Beantragung und Genehmigung einer klinischen Prüfung in Deutschland zu ermitteln und zusammenzustellen.

Damit ausreichende Informationen vorliegen, um das weitere Vorgehen festzulegen und den reellen Zeitbedarf berücksichtigen zu können, müssen zuletzt auch noch die Beantragungs- und Genehmigungsfristen ermittelt werden.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Eingruppierung der klinischen Prüfung in den Entwicklungsprozess

Die Produktentwicklung ist in verschiedene Phasen gegliedert, die jedoch nicht zwangsweise nacheinander, sondern auch überlappend stattfinden können. Es handelt sich hierbei z. B. um die Phasen Konzept, Konstruktion, Tests, Aufbau Produktion, etc. (vgl. Przywara, Adelmeyer 2008: 42).

Das Konformitätsbewertungsverfahren ist bei Medizinprodukten vor allemein wichtiger Teil der Entwicklungsphasen Konstruktion und Tests. Es beginnt nachdem festgestellt wurde, aufgrund welcher Richtlinie das Verfahren erfolgen soll, und muss vor der CE-Kennzeichnung des Produktes abgeschlossen werden (vgl. Wurlitzer 2008: 12).

Ein Teil des Konformitätsbewertungsverfahrens ist die klinische Bewertung, die aus einer Sammlung von klinischen Daten und deren Analyse und Auswertung besteht.

Klinische Daten wiederum setzen sich aus Literaturquellen und/oder den Ergebnissen klinischer Prüfungen zusammen (vgl. Böckmann, Frankenberger 2009: 414;Bundesverband Medizintechnologie 2005: 4).

Auf der nächsten Seite wird die Eingruppierung der klinischen Prüfungen in den komplexen Entwicklungsprozess eines Medizinproduktes noch einmal grafisch dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Eingruppierung der klinischen Prüfung in den Entwicklungsprozess (eigene Darstellung)

2.2 Begriffsabgrenzung und -definition

An dieser Stelle sollen die Begriffe „klinische Bewertung“, „klinische Daten“ und „klinische Prüfung“ noch einmal näher definiert und beschrieben werden.

Das Medizinproduktegesetz schreibt zum Thema klinische Bewertung und Daten: „Die Eignung von Medizinprodukten für den vorgesehenen Verwendungszweck ist durch eine klinische Bewertung anhand von klinischen Daten … zu belegen …“ (s. § 19 Abs. 1 MPG).

Etwas ausführlicher fällt die Beschreibung des Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed) in Bezug auf diese Begrifflichkeiten aus: „Unter klinischer Bewertung versteht man die auf klinischen Daten basierende medizinisch-wissenschaftliche Nutzen-Risiko-Beurteilung eines Medizinproduktes oder seiner Produktfamilie/-kategorie hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Sicherheit einschließlich unerwünschter Nebenwirkungen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch“ (Bundesverband Medizintechnologie 2005: 3).

EineweiterewichtigeumfassendeDefinitionhierzufindetsich in der europäischenLeitlinie zum ThemaklinischeBewertung (engl. clinical evaluation): „Clinical evaluation is the assessment and analysis of clinical data pertaining to a medical device in order to verify the clinical safety and performance of the device. … It is first performed during the conformity assessment process leading to the marketing of a medical device and then repeated periodically as new clinical safety and performance information about the device is obtained during its use. This information is fedinto the ongoing risk analysis and may result in changes to the Instructions for Use” (MEDDEV 12.09: 4).

Es gibt hauptsächlich zwei wissenschaftlich und rechtlich anerkannte Methoden klinische Daten für eine klinische Bewertung zusammenzustellen. Die erste Methode ist die Literaturrecherche, und dieZweite die Durchführung klinischer Prüfungen (vgl. MEDDEV 12.10: 3, FORUM 2006: 13). Letztere wird vornehmlich dann gewählt, wenn es bisher keine vergleichbaren Medizinprodukte am Markt gibt, für die bereits eine ausreichende Literaturbasis existiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Klinische Bewertung (vgl. Wachenhausen2007: 15)

Eine klinische Prüfung wird definiert als geplante systematische Anwendung eines Medizinproduktes an Patienten oder Versuchspersonen (vgl. DIN EN ISO 14155-1 11.09: 11).

Die europäischeLeitlinie zum ThemaklinischePrüfung (engl.clinical investigation) definiert den Begriffwiefolgt: “Any systematic investigation or study in or on one or more human subjects, undertaken to assess the safety and/or performance of a medical device” (MEDDEV 12.10: 5).

Mit den gewonnenen Daten einer klinischen Prüfung sollen letztendlich:

- die Eignung und Sicherheit des Medizinproduktes belegt werden,
- unerwünschte Wirkungen beurteilt werden sowie
- die Annehmbarkeit des in den Grundlegenden Anforderungen der Richtlinie 93/42/EWG genannten Nutzen-/Risiko-Verhältnisses bewertet werden

(vgl. Böckmann, Frankenberger 2009: 416 f.).

3 Ermittlung der Ausgangssituation

3.1 Beschreibung des zu bewertenden Produktes

Das Medizinprodukt, welches sich derzeit in der Entwicklung befindet und in Kürze einer klinischen Prüfung unterzogen werden soll, ist ein Stoff/Medium der zur Blutstillung an einem inneren Organ eingesetzt werden soll. Aufgrund dieses geplanten Anwendungsortes wird es als Implantat eingestuft. Der blutstillende Stoff kommt steril während Operationen zur Anwendung.

Auf weitere Produktdetails und Details zur geplanten Durchführung der klinischen Prüfung kann in dieser Arbeit leider nicht eingegangen werden, da sie der Geheimhaltung unterliegen.

An dieser Stelle sei außerdem erwähnt, dass sich das Produkt bereits in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Entwicklung befindet. Anderenfalls dürfte eine klinische Prüfung an Menschen selbstverständlich nicht durchgeführt werden.

Die Durchführung einer klinischen Prüfung unterliegt weiterhin strikten ethischen Grundsätzen und strengen Regularien, wie diese Arbeit im Folgenden weiter darlegen wird.

3.2 Ermittlung der beteiligten Parteien und Zuständigkeiten

Es sollen hier die beteiligten Parteien als Basis für die nachfolgenden Evaluierungsschritte ermittelt werden, um später einen reibungslosen Ablauf der Beantragung zu garantieren.

Bezüglich der beteiligten Personengruppen muss zwischen internen und externen Parteien unterschieden werden. Da die internen Personengruppen bereits weitgehend bekannt sind, wird insbesondere auf die korrekte Darstellung der externen Parteien und deren Zuständigkeitsbeschreibung wert gelegt. Der Begriff „beteiligte Parteien“ soll sich hier jedoch nur auf den Bereich der Beantragung und Durchführung der klinischen Prüfung in Deutschland beziehen, nicht jedoch auf den gesamten Entwicklungsprozess.

Eine Liste aller beteiligten Parteien mit entsprechenden Zuständigkeitsbeschreibungen ist der Arbeit in Anlage 1 beigefügt. Nachfolgend eine grafische Aufstellung der beteiligten Parteien als groben Überblick:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Beteiligte Parteien zur Beantragung einer klinischen Prüfung (eigene Darstellung)

3.3 Vorgesehene Probanden

Der Kreis der Patienten, an denen die klinische Prüfung durchgeführt werden soll (nachfolgend „Probanden“ genannt), soll hier definiert werden, um dies in die nachfolgende Anforderungsanalyse mit einfließen lassen zu können. Dies ist wichtig, da für bestimmte Personenkreise besondere Anforderungen zu beachten sind.

Die Probanden müssen folgende (nicht abschließende) Voraussetzungen erfüllen:

- die Person ist mindestens 18 Jahre alt (Geschlecht egal)
- die Geschäftsfähigkeit der Person istnicht beschränkt
- keine Schwangere oder stillende Person
- nach Aufklärung willigt die Person freiwillig in die Teilnahme ein
- die Person ist für einen nicht-notfallmäßigen chirurgischen Eingriff an dem entsprechenden Organ vorgesehen, an dem das Medizinprodukt eingesetzt werden soll

Weitere Anforderungen bzw. Ausschlusskriterien werden noch durch die Prüferfestgelegt.

[...]


[1] In den Körper eindringend (vgl. Artikel I. Nr. 1.2 des Anhang IX der Richtlinie 93/42/EWG).

[2] Die Richtlinien 90/385/EWG über aktive implantierbare medizinische Geräte (AIMDD) und 98/79/EG über In-vitro-Diagnostika (IVDD) sind für den betrachteten Produktbereich dieser Arbeit nicht relevant.

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Titel: Ermittlung der aktuellen Anforderungen an den Genehmigungsprozess zur Durchführung einer klinischen Prüfung für Medizinprodukte in Deutschland als Teil der Produktentwicklung