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Stress und Burnout am Arbeitsplatz

Motivation und Arbeitszufriedenheit

Hausarbeit 2009 18 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Begriff Stress
2.1.1 Die Entstehung von Stress
2.1.2 Arten von Stress
2.1.3 Stressreaktionen
2.1.4 Allgemeines Adaptationssyndrom
2.2 Der Begriff Burnout
2.2.1 Verbindung von Burnout und Stress
2.2.2 Definitionen, Erklärungsansätze, Burnout-Modelle
2.2.3 Vom Burnout betroffene Gruppen

3 Einflussfaktoren auf Stress und Burnout am Arbeitsplatz.
3.1 Extrinsische Einflussfaktoren.
3.1.1 Beispiel - die Ökonomisierung des Gesundheits- und Sozialwesens
3.2 Intrinsische Aspekte
3.2.1 Beispiel - das Streben nach Perfektionismus am Beispiel einer berufstätigen Mutter

4 Wie Unternehmen dem Burnout-Syndrom der Mitarbeiter vorbeugen können
4.1 Beispiel - was der direkte Vorgesetzte zur Reduktion des Burnout-Syndroms seiner Mitarbeiter leisten kann

5 Diskussion/Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das allgemeine Adaptationssyndrom

Abbildung 2: Burnout-Definitionen

Abbildung 3: Burnout-Symptomatik

1 Einleitung

Vorgenannte Hausarbeit widmet sich dem Thema Stress und Burnout am Arbeitsplatz. Über Burnout wird viel diskutiert. Oft wird der Arbeitsalltag für die Betroffenen zum Albtraum mit körperlichen, psychischen und sozialen Folgen. Namhafte Sportler wie der Skispringer Sven Hannawald oder der ehemalige Fußballprofi Sebastian Deisler werden mit dem Burnout-Syndrom in Verbindung gebracht. Die Symptome reichen von emotionaler und körperlicher Erschöpfung, Gedächtnisproblemen, Gleichgültigkeit, Schlaflosigkeit, der Überzeugung, beruflich versagt zu haben, bis hin zum Selbstmord.

Das Handelsblatt berichtet im September 2009 über die Freitode mehrerer Mitarbeiter von France Télécom, Peugeot und Renault.1

Man könnte meinen, die Erscheinung des „Ausgebranntseins“ sei neu, ein Phänomen unserer Zeit. Doch schon das Alte Testament berichtet vom Propheten Elias und seiner „Elias-Müdigkeit“, einem klassischen Burnout-Syndrom im heutigen Sinne. Selbst J.-W. v. Goethe verlässt seinen Ministersessel in Weimar und flieht nach Italien, weil er dichterisch auszutrocknen droht.2 Daneben äußert sich Wilhelm Busch in seinem Werk „Kritik des Herzens“ von 1874 poetisch zum Thema Stress: „ Wirklich, er war unentbehrlich, überall, wo was geschah, zu dem Wohle der Gemeinde, er war tätig, er war da. Schützenfest, Kasinobälle, Pferderennen, Preisgericht, Liedertafel, Spritzenprobe, ohne ihn, da ging es nicht. Ohne ihn war nichts zu machen, keine Stunde hatt' er frei. Gestern, als sie ihn begruben, war er richtig auch dabei. “3

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Stress und dem Burnout-Syndrom in der Arbeits- umwelt unserer heutigen Zeit. Es wird der Frage nachgegangen, welche Einflussfakto- ren dem gefährlichen Stress, der mitunter zum Burnout-Syndrom führen kann, zugeord- net werden können. Welche Möglichkeiten haben die Unternehmen, um dem Burnout- Syndrom ihrer Mitarbeiter entgegenzuwirken? Anhand eines frei gewählten Beispiels wird verdeutlicht, welchen Beitrag der direkte Vorgesetzte zur Reduktion des Burnouts seiner Mitarbeiter leisten kann.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Der Begriff Stress

Der Begriff Stress stammt ursprünglich aus den Ingenieurswissenschaften des engli- schen Sprachraums und befindet sich seit den 1970er Jahren in unserem Sprachge- brauch. Verbreitung findet das Wort durch den ungarisch-kanadischen Forscher Hans Seyle, den Vater der modernen Stressforschung. Hans Seyle definiert mit dem Wort Stress die Belastungen, Ärgernisse und Anstrengungen, denen Lebewesen ständig durch Hetze, Frustration, Existenzangst und vieles andere ausgesetzt sind. Kurz, Anspannun- gen, Verzerrungen und Anpassungszwänge, bei denen Lebewesen seelisch und körper- lich unter Druck stehen.4

2.1.1 Die Entstehung von Stress

Stress ist die Reaktion eines Lebewesens auf Reize, die sein Gleichgewicht stören und es von sich aus nicht ausreichend in der Lage ist, die Anforderungen zu bewältigen und die Homöostase wiederherzustellen. Solche Stimuli schließen eine weite Bandbreite von externen und internen Bedingungen ein, welche als Stressoren bezeichnet werden. Ein Stressor erfordert von einem Organismus eine Anpassungsreaktion. Ein Radfahrer, der vor einem Auto einbiegt, Zeitdruck vor einer Prüfung, eine schwere Krankheit, ein Streit mit dem Partner, ein Heiratsantrag oder die Abgabe der Steuererklärung sind lediglich ein paar Beispiele für eine Vielzahl von Stressoren.5

2.1.2 Arten von Stress

Man unterscheidet zwei Arten von Stress - Eustress und Distress. Eustress ist positiver Stress, z.B. bei einer freudigen Überraschung durch einen Lottogewinn. Distress ist negativer, belastender Stress, der das Burnout-Syndrom hervorrufen kann.6

2.1.3 Stressreaktionen

Stressverursachende Stimuli lösen Reaktionen auf unterschiedlichen Ebenen aus - phy- siologisch, auf Verhaltensebene, emotional und kognitiv.7 Bei den physiologischen Re- aktionen lassen sich akute und chronische Reaktionen unterscheiden. Akute Stressreak- tionen sind vorübergehende Erregungszustände mit klarem Anfangs- und Endmuster. Beim chronischen Stress hält die negative Erregung an und erstreckt sich über längere Zeit. Chronische Stressreaktionen werden als erstes und umfassend von Hans Seyle seit den späten 30er Jahren des letzten Jahrhunderts erforscht. Hans Seyle ist Entdecker des allgemeinen Adaptationssyndroms, eines Modells für die Beschreibung der Reaktion auf Stressoren.8 Ist man einem Stressor längere Zeit ausgesetzt, bricht die Adaption zusammen.

2.1.4 Allgemeines Adaptationssyndrom

Das allgemeine Adaptationssyndrom besteht aus den drei Phasen Alarmreaktion, Widerstandsphase und Erschöpfung.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das allgemeine Adaptationssyndrom

(Quelle: Gerring, R./Zimbardo, P.: 2008, S. 471.)

Alarmreaktionen

sind kurze Phasen physischer Erregung. Sie befähigen den Körper zu einer energischen Reaktion.10

Widerstandsphase

Es folgt eine Phase des Widerstands, der Stressor hält an. Zwar sinkt der Energielevel ab, aber der Organismus bleibt fähig, stressenden Faktoren zu widerstehen.11

Erschöpfung

Bei anhaltendem Stress werden die Ressourcen des Körpers aufgezehrt. Der Organismus geht über in einen Erschöpfungszustand. Dieser birgt Gefahren für die Gesundheit, da physiologische Akutreaktionen nicht ganz abflachen. Das Immunsystem wird durch die ununterbrochene Produktion des Hormons ACTH geschwächt. So kann die Entstehung psychosomatischer Erkrankungen recht gut erklärt werden.12

2.2 Der Begriff Burnout

2.2.1 Verbindung von Burnout und Stress

In vielen Veröffentlichungen findet man synonyme Verwendungen zu Stress und Burn- out. Stress kann als Schlüsselphänomen für Burnout und dieses als dauerhafte Stressfol- ge betrachtet werden. Weiter geht man davon aus, dass hohe Arbeitsunzufriedenheit und Stress Burnout begünstigen können. Hoher Stress alleine führt aber sicher nicht zum Ausbrennen. Überlastung und Unfähigkeit, die Stress auslösende Situation aus der Per- spektive der betroffenen Person zu bewältigen, spielen eine bedeutsame Rolle. Burnout folgt dem letzten gescheiterten Versuch, negative Stressbedingungen zu bewältigen.13

2.2.2 Definitionen, Erklärungsansätze, Burnout-Modelle

Der Begriff Burnout (dt. Ausbrennen) wurde 1974 von Herbert J. Freudenberger ge- prägt und wird heute vor allem im beruflichen Kontext verwendet. Neben dem Forscher Freudenberger, der als Initiator der wissenschaftlichen Burnout-Diskussion gilt, sind auch Christina Maslach und Susan E. Jackson bekannte Autorinnen, welche 1981 das Maslach Burnout Inventory (MBI) entwickelten, das bis heute gängigste Messinstru- ment zur Erfassung des Burnout-Syndroms. Eine einheitliche Theorie oder Definition liegt bis heute nicht vor.14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Burnout-Definitionen

(Quelle: Hedderich, I.: 2009, S. 11)

Die Verfasserin beschreibt nachfolgend das Modell des deutschen Forschers und Diplom-Psychologen Dr. Matthias Burisch. Dr. Burisch hat nach Einsicht in verschiedene Burnout-Studien eine Auflistung häufig genannter Symptome erstellt und dieses das „ Integrierende Burnout-Modell “ genannt.

Laut Dr. Burisch wird Burnout hervorgerufen durch den Verlust der Autonomie in gestörten Auseinandersetzungen des Menschen mit seiner Umwelt, sprich durch die innere Repräsentation solcher Beziehungen als gestört und die gescheiterte Bewältigung. Dr. Burisch listet in seiner Burnout-Symptomatik in der Literatur häufig genannte Symptome auf. Das Denkmodell liefert vielfältige Störungsmöglichkeiten und ist offen für Ergänzungen. Es müssen nicht alle Symptome auftreten.15

[...]


1 Vgl. Handelsblatt (23.11.2009), http://www.handelsblatt.com.

2 Vgl. Faust, V.: 2003, S. 117.

3 Vgl. Fengler, J.:2008, S. 45.

4 Vgl. Vester, F.: 1980, S. 15.

5 Vgl.Gerring, R./Zimbardo, P.: 2008, S. 468.

6 Vgl. Nitsch, J.: 1981, S. 15.

7 Vgl. Gerring, R./Zimbardo, P.: 2008, S. 468.

8 Vgl. Gerring, R./Zimbardo, P.: 2008, S. 471.

9 Vgl. Gerring, R./Zimbardo, P.: 2008, S. 471.

10 Vgl. Orth, H.: 2009, S. 81.

11 Vgl. Orth, H.: 2009, S. 81.

12 Vgl. Orth, H.: 2009, S. 81.

13 Vgl. Hedderich, I.: 2009, S. 20.

14 Vgl. Hedderich, I.: 2009, S. 13f.

15 Vgl. Burisch, M.: 1989, S. 70.

Details

Seiten
18
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640927180
ISBN (Buch)
9783640927142
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172755
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
2,3
Schlagworte
Burnout Stress Überlastung Ausgebrannt

Autor

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Titel: Stress und Burnout am Arbeitsplatz