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Glücksökonomie - Wie beeinflusst das Glück unsere wirtschaftlichen Entscheidungen?

Seminararbeit 2011 24 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Glück
2.2 Ökonomie
2.3 Glücksökonomie

3 Die Entstehung des Glücks
3.1 Glückskomponenten
3.1.1 Affektive und kognitive Komponenten
3.1.2 Hedonistischer Ansatz
3.1.3 Ansatz der Eudaemonie
3.1.4 Flowtheorie

4 Wie beeinflusst das Glück unsere wirtschaftlichen Entscheidungen?
4.1 Bestandteile der Glücksökonomie
4.1.1 Geld / Einkommen
4.1.2 Arbeit
4.1.3 Freizeit & soziale Beziehungen
4.1.4 Konsum- und Investitionsverhalten
4.2 Entscheidungsfindung
4.2.1 Definition des Entscheidungsbegriffs
4.2.2 Charakteristika der Entscheidungsfindung
4.3 Beeinflussbarkeit der wirtschaftlichen Entscheidungen
4.3.1 Externe Einflüsse
4.3.2 Entscheidungen aufgrund von individuellem Nutzen
4.3.2.1 Definition Nutzen (Utilitarismus)
4.3.2.2 Entscheidungen aufgrund des Nutzens

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Glückskomponenten

Abbildung 2: Flow: The Psychology of Optimal Experience

Abbildung 3: Charakteristika der Entscheidungsfindung

Abbildung 4: Beeinflussende Attribute der Entscheidung

Zusammenfassung

Laut Theodor Leiber (2006) entscheidet ein Individuum auf der Grundlage von politischen, gesellschaftlichen und sozialen Faktoren, ob das Leben, was es führt, von Glück geprägt ist (Leiber 2006, 267ff.). Um ein Gefühl der Glückseligkeit zu erlangen, strebt ein Individuum stets nach dem Glück und vergleicht sich mit anderen Individuen, denen es schlechter oder auch besser geht. Geht es den anderen Individuen besser, so versucht das Individuum dasselbe Niveau zu erreichen. Geht es ihnen schlechter, ist der Zustand der Glückseligkeit zunächst erreicht.

Diese Seminararbeit befasst sich damit, wie ein Individuum den Zustand der Glückseligkeit erreicht, welche Rahmenbedingungen die Glückseligkeit fördern und welche ihr entgegenwir- ken. Außerdem sind die Grundlage von wirtschaftlichen Entscheidungen und die Basis, auf der sie getroffen werden - in Bezug auf das Glück - Gegenstand dieser Seminararbeit.

1 Einleitung

Jedes Individuum muss ununterbrochen Entscheidungen treffen. Meistens sind es kleine Ent- scheidungen, die zu treffen sind. Sehr häufig jedoch muss über große Investitionen nachge- dacht und zukunftgerichtet entschieden werden. Gerade die wirtschaftlichen Entscheidungen, die weit reichende Auswirkungen haben und das Leben maßgeblich beeinflussen können, sind diejenigen, die am wichtigsten und ernsthaftesten zu treffen sind. Häufig wird der Vergleich zu anderen Individuen gezogen um zu überprüfen, ob sie besser da stehen und möglicherwei- se glücklicher sind. Durch eine von Konsum und Neid geprägte Welt ist es jedoch schwierig, sich nur auf das Wesentliche, die Entscheidung an sich, zu konzentrieren. Es wird genau ge- prüft, welche Entscheidung die ‘richtige’ ist, um glücklich zu werden. Doch was bedeutet Glück? Ist das Glück ein vorübergehender Zustand, der erreicht werden kann und doch vergeht? Wie treffen wir unsere Entscheidungen so, dass wir glücklich sind? Werden unsere wirtschaftlichen Entscheidungen vom Glück beeinflusst?

Diese Fragen werden in der Seminararbeit beantwortet. In den folgenden Kapiteln werden zunächst Begrifflichkeiten bezüglich der Glücksökonomie definiert. Im Folgenden soll auf die Entstehung von Glück und auf die Glückskomponenten eingegangen werden. Im weiteren Verlauf der Seminararbeit wird beschrieben, welche Bestandteile auf das Glück und die Glücksökonomie einwirken und wie das Glück unsere wirtschaftlichen Entscheidungen beein- flusst.

2 Definitionen

2.1 Glück

Glück kann in subjektives und objektives Glück unterteilt werden. Schaaff (1991) beschreibt das objektive Glück als Ä[…] Glück, das man hat […]“ (Schaaff 1991, 106). Als Besitzer einer Glücksressource wie z.B. Erfolg, Reichtum und Gesundheit wird das Glück als zufällig auf- tretendes Ereignis beschrieben, welches man weiter ausbauen und längerfristig erhalten kann. Das subjektive Glück beschreibt laut Schaaff (1991) den Zustand des glücklich Seins. Der Fokus liegt auf dem Glücksempfinden der Menschen, welches als befristet und vergänglich gilt (Schaaff 1991, 106ff.). Britische Psychologen haben zudem eine Formel für das Glück entwickelt. Sie besagt, dass das Glück die Summe aus allen persönlichen Eigenschaften ist. Zu diesen Eigenschaften zählen unter anderem Lebenseinstellung, Existenz - sowohl soziale Beziehungen als auch finanzielle Sicherheit - und höhere Werte. Unter höheren Werten wer- den beispielsweise der Sinn des Lebens und ein gewisses Selbstwertgefühl verstanden. Dies alles wird subjektiv durch das Individuum erfahren (Enkelmann 2003, 41). Da Individuen nach dem Zustand der vollen und dauerhaften Glückseligkeit streben, wird als ihr häufigstes Lebensziel das Streben nach Glück genannt (Schaaff 1991, 106 ff.). Das Gefühl der Glück- seligkeit beschreibt eine Empfindung subjektiver Art. Somit beschreibt sie die reine Wahr- nehmung des Glücks (Wagner 2004, 16). Im deutschen Sprachraum ist es schwierig das Glück klar von der Glückseligkeit zu unterscheiden, da diese beiden Begriffe häufig synonym genutzt werden. Im englischen Sprachraum hingegen wird bei dem Begriff Glück in ‚lucky’ - Glück haben und ‚happy’ - glücklich sein unterschieden.

2.2 Ökonomie

ÄÖkonomie ist die Kunst, das Beste aus unserem Leben zu ma- chen.“

(George Bernhard Shaw)

Der Begriff Ökonomie, der synonym mit Wirtschaft zu verwenden ist, beschreibt die Bereit- stellung von und den Umgang mit Gütern, die aus knappen Ressourcen bestehen (Rothengatter/Schaffer 2006, 4). Der Bereich der Ökonomie, der den meisten Bezug zu dieser Ausarbeitung hat, ist der der neoklassischen Ökonomie von Adam Smith. Sie vertritt das Bild des Homo Oeconomicus, einem Individuum, das ein stark eigennütziges Verhalten aufweist. Der Homo Oeconomicus entscheidet sich stets rational für die Alternative, die seinen Nutzen und Gewinn maximiert. Hierbei strebt er danach, das bestmögliche Ergebnis mit geringem Mitteleinsatz zu erzielen (Rogall 2008, 53). Im Allgemeinen wird nach einem stetigen Wachs- tum der individuellen Ökonomie und nach einer nachhaltigen, zukunftsweisenden Entwick- lung gestrebt. Die individuelle Ökonomie umfasst die gesamten verfügbaren Ressourcen eines Individuums, wie beispielsweise Zeit und Geld. So ist das individuelle Ziel der Menschheit, durch gutes Wirtschaften mit erreichbaren Ressourcen die eigene Existenz sichern zu können (Rogall 2008, 145).

2.3 Glücksökonomie

Die Glücksökonomie ist eine ökonomische Theorie. Ähnlich wie die neoklassische Ökonomie besagt sie, dass Menschen die rational denken, ihre Kosten und Nutzen gegenüberstellen, um dann eine Entscheidung zu ihrem Nutzen zu treffen. Dabei werden häufig ökonomische Vorteile überbewertet und ökonomische Nachteile zunächst außer Acht gelassen (Horbach 2008, 45). In Punkt 4.3.2.2 wird dies noch genauer untersucht. Die Glücksökonomie ist im Bereich der Mikroökonomie angesiedelt. Sie beschäftigt sich mit dem menschlichen Verhal- ten und misst das subjektive Wohlergehen einzelner Individuen, um daraus eine globale Glückstheorie abbilden zu können. Dadurch können globale Glücksfaktoren wie das ‚Gross National Happiness‘ (siehe Punkt 5) gebildet, gemessen und weiter entwickelt werden (An- dresen 2009, 179).

Laut Andresen (2009) ist es allerdings schwierig, das Glück generell ökonomisch zu betrachten, da der Mensch wie eine Black Box zu betrachten ist, in die man nicht hineinsehen kann und dessen Gefühle nicht ergründet werden können (Andresen 2009, 179).

3 Die Entstehung des Glücks

3.1 Glückskomponenten

Verschiedene Komponenten des Glücks sind relevant für die Entstehung. Dazu gehören die so genannten affektiven und kognitiven Komponenten, auf die im weiteren Verlauf dieses Kapitels eingegangen wird. Außerdem werden der Ansatz der Eudaemonie sowie der hedonistische Ansatz untersucht und das Flow-Erleben wird beschrieben. Die Abbildung 1 verschafft einen kurzen Überblick über die Glückskomponenten und ihren Zusammenhang:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Glückskomponenten

Vgl. Andresen 2009, 173

3.1.1 Affektive und kognitive Komponenten

Zum Verständnis des subjektiven Wohlergehens und der Entstehung des Glücks, ist ein klares Verständnis von Ä[…] Glück im engeren Sinne […]“ (Andresen 2009, 168) notwendig. Die- ses umfasst sowohl eine affektive als auch eine kognitive Komponente, wobei erstere der kognitiven Komponente voran geht. Die affektive Komponente spiegelt die positiven und negativen Stimmungen wieder (Andresen 2009, 168). Laut Mayring (1994) stellt die affektive Komponente das aktuelle Glücksempfinden, auch ‚state’ genannt, dar. Durch dieses Glücks- empfinden erleben Individuen abwechselnd glückliche und unglückliche Momente (Mayring 1994, 51ff.).

Die kognitive Komponente beschreibt Mayring (1994) als biographisch entwickeltes Lebens- glück, das eine Persönlichkeitseigenschaft, ‚trait’ genannt, darstellt und eine langfristige Wir- kung hat. Diese Komponente zeigt sich deutlich bei Menschen, die dazu neigen, ihre Welt positiv und voller Glück zu betrachten (Mayring 1994, 51ff.). Laut Andresen (2009) hat die kognitive Komponente zudem einen Einfluss auf das subjektive Wohlergehen und die Le- bensbedingungen des einzelnen Individuums. Sie zielen darauf ab eine vollkommene Lebens- zufriedenheit und ein vollkommenes Lebensglück zu erreichen. Beide Komponenten treten bei Individuen auf, nur ist eine der beiden immer stärker ausgeprägt, als die andere (Andresen 2009, 169).

3.1.2 Hedonistischer Ansatz

Der hedonistische Ansatz (Hedonismus = Vergnügen / Lust) beschreibt den Ansatz des sub- jektiven Wohlergehens und berücksichtigt das Glück und die Lebenszufriedenheit gleicher- maßen. Er beschränkt sich im Gegensatz zum Ansatz der Eudaemonie (siehe Punkt 3.1.3) allerdings auf die Annahme, dass Glück und das daraus resultierende und vorherrschende Ge- fühl der Freude, das einzig Gute für den Menschen ist und ein schlechtes Erlebnis das einzig Schlechte. Der hedonistische Ansatz lässt die Dinge außen vor, die möglicherweise keine große Freude bringen und keinen Spaß machen, aber trotzdem positiv zum Glücksgefühl bei- tragen (Andresen 2009, 173) können.

3.1.3 Ansatz der Eudaemonie

Der Ansatz der Eudaemonie (eudaimonía griech. für Glück) beschäftigt sich mit dem Bereich des psychologischen Wohlergehens und dazugehörend, der Glückseligkeit. Er besagt, dass das seelische Wohlbefinden den Menschen reguliert, ihn in Einklang mit sich selbst bringt und so maßgeblich zur Selbstverwirklichung beiträgt (Andresen 2009, 173). Die Selbstver- wirklichung kann die Arbeit und das Freizeitverhalten insofern beeinflussen, als dass das In- dividuum in diesen Bereichen glücklich ist und den nachfolgend, in Punkt 3.1.4 erklärten ‚Flowzustand‘, erleben kann.

3.1.4 Flowtheorie

Die Flowtheorie ist im Bereich des psychologischen Wohlergehens angesiedelt. Ä ‚Flow’ umschreibt die Fähigkeit, über sich selbst hinauszuwachsen, sich beruflich wie persönlich weiter zu entwickeln und dabei Spass zu haben.“ (Stopfel 2004, 158). Der ‚Flow’ beschreibt den Zustand des Glücks, den ein Individuum erlebt, welches sich einer Aufgabe widmet und dabei vollständig die Zeit vergisst. Das Individuum orientiert sich während des Flow-Zustandes nicht am Zweck seiner Arbeit, sondern richtet seine Aufmerksamkeit vollständig auf die Aufgabe, in der es aufgeht. Der ‚Flowzustand‘ entsteht dennoch spontan und ist nicht geplant hervorrufbar (Stopfel 2004, 159).

Seligman (2005) beschreibt den Flowzustand als eine vollständig befriedigende Art der Ar- beit, da er als Belohnung für verrichtete Arbeit angesehen wird und er nicht allein dem Zweck der materiellen Kompensation unterliegt (Seligman 2005, 278ff.). Das Individuum ver- schmilzt regelrecht mit der Tätigkeit, die es ausführt und ist deshalb glücklich, da der ‚Flowzustand‘ eingetreten ist. Tritt der Flowzustand nicht ein, liegt dies unter anderem häufig an negativen Rückmeldungen bezüglich der Arbeit, sodass das Individuum sich für ersetzbar und unwichtig hält. Zudem kann ein Gefühl der Überforderung den ‚Flowzustand‘ verhin- dern, wenn die Anforderungen den jeweiligen Qualifikationen des Individuums nicht entspre- chen, oder Zielsetzungen unklar formuliert werden (Stopfel 2004, 165). Das psychologische Wohlbefinden eines Individuums wird also maßgeblich durch den Flowzustand beeinflusst.

Die Abbildung 2 verdeutlicht den engen Flow-Bereich zwischen Langeweile und höchster Aufregung im Zusammenhang mit Fähigkeiten (Skills) und Herausforderungen (Challenges). Hierbei wird deutlich, dass der Flowbereich mit wachsenden Fähigkeiten weder größer noch kleiner wird, sondern allein die Aufgaben anspruchsvoller werden müssen, um den Flowzustand zu erreichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Flow: The Psychology of Optimal Experience

Vgl. Csikszentmihalyi 2008, 74

[...]

Details

Seiten
24
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640927487
ISBN (Buch)
9783640927296
Dateigröße
625 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172701
Institution / Hochschule
ISS International Business School of Service Management, Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
glücksökonomie glück entscheidungen

Autor

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