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Grundzüge der preußischen Außen- und Reichspolitik unter Friedrich Wilhelm I. von Preußen

Seminararbeit 2006 11 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Außenpolitik
2.1 Allgemeine Tendenzen
2.2 Das Verhältnis zu ausgewählten europäischen Staaten

3 Reichspolitik - Rivalität zwischen Kaiser und König

4 Resümee

1 Einleitung

Ziel dieser Arbeit ist die Herausarbeitung der Grundzüge der preußischen Außen- und Reichspolitik unter König Friedrich Wilhelm I während seiner Regierungszeit von 1713 bis 1740. Im Bereich der Außenpolitik beschäftigt sich diese Arbeit hauptsächlich mit allgemeinen Tendenzen, aber auch die Beziehungen zu ausgewählten Staaten werden untersucht. Besonderes Interesse gilt dabei der Fragestellung, welche Determinanten Friedrich Wilhelm bei seinen außenpolitischen Entscheidungen beeinflussten und welche Zielsetzung er verfolgte. Im Bereich der Reichspolitik wird primär die Beziehung des Königs zum deutschen Kaiser beleuchtet, ihr Wandel im Zeitlauf und die Gründe, da dies die Reichspolitik Friedrich Wilhelms I entscheidend prägte. Übergreifend ist natürlich auch Friedrich Wilhelms „Vermächtnis“ von Interesse: Welche seiner Ziele konnte er verwirklichen, welche nicht? Wie veränderte sich das Territorium des preußischen Staates unter seiner Herrschaft und wie die Beziehung zu anderen Staaten?

2 Außenpolitik

2.1 Allgemeine Tendenzen

Die bekannteste Eigenschaft Friedrich Wilhelms I - wie schon sein Beiname „Der Soldatenkönig“ zeigt - ist sein Militarismus. Aus Angst, Spielball der europäischen Großmächte zu werden, baute er die preußische Armee massiv aus und ordnete seine gesamte Wirtschafts-, - Finanz-, Heeres- und Bevölkerungspolitik dem Ziel unter, die Grundlage für ein wachsendes Gewicht in der internationalen Arena zu schaffen. Dabei sah der König sich jedoch weder als Feldherrn noch als Diplomaten. Auf dem diplomatischen Parkett fühlte er sich unwohl, das gezierte und teilweise speichelleckerische Gehabe fand seine Verachtung.1 Und trotz seines militärischen Gebaren und des Ausbaus des Heeres war er nach Meinung Erbes „mit der friedfertigste König gewesen, den die preußische Geschichte kennt“.2 Er sah die Armee zwar als das „entscheidende Mittel territorialer Vergrößerung“3 und als Druckmittel, jedoch unter der Prämisse einer „risikoarme Eingliederung […] in das einigermaßen ausbalancierte europäische Mächtesystem“4. Sein Pietismus hielt in vor Angriffskriegen ab, er warnte er seinen Nachfolger davor, „ungerechte Kriege“5 zu beginnen.

Daneben war der Aufbau der Armee, v.a. das Sammeln seiner „langen Kerls“6 auch eine persönliche Marotte des Königs. Diese brachte ihn zunehmend in Konflikt mit seinen Nachbarn, die sich durch seine latente Aggression mehr und mehr bedroht fühlten, der König bezeichnete dies als „jalousie“.7 Hinzu kam, dass die Bevölkerungsarmut Brandenburg- Preußens das Armeewachstum bald an die Grenzen brachte und die Werber deshalb auch außerhalb des Staatsgebietes Soldaten rekrutierten, oft unter Zwang. Dies war zwar eine während des gesamten 18. Jahrhunderts gängige Praxis, während der Regierungszeit Friedrich Wilhelms I führten die rüden Werbemethoden aber verstärkt in I zu Konflikten mit Bayern, Holland, England und Frankreich.8

Auf der anderen Seite machte das starke und schlagkräftige Heer Preußen natürlich auch zu einem attraktiven Bundesgenossen bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Dies nützte Friedrich Wilhelm I jedoch nur in geringem Maße aus. Er zielte zwar auf eine „Abrundung“ des preußischen Besitzes um ein „ökonomisch und politisch abgerundetes Gemeinwesen“9 zu schaffen. Hierbei bediente er sich jedoch nicht militärischer Mittel, sondern versuchte, das Domänenland durch den Aufkauf adeliger Güter systematisch zu erweitern. Außerdem wollte der König nicht in Streitereien verwickelt werden, von denen er sich keinen Vorteil versprach. Es gab keine Macht, die sich „als einzig-dauerhafter Bündnispartner angeboten hätte, keine, die nicht zugleich von der Absicht erfüllt gewesen wäre, Preußens neue Kräfte zu nutzen, und die es damit in Kalamitäten mit anderen Staaten hätte verwickeln können.“10

[...]


1 Vgl. Heinz Kathe: Der Soldatenkönig. Friedrich Wilhelm I., 1688-1740, König in Preußen. Eine Biographie. Berlin 1976. S.113.

2 Michael Erbe: Deutsche Geschichte 1713-1790. Dualismus und Aufgeklärter Absolutismus. Stuttgart 1985. S. 156; Kathe (1976). S. 117 urteilt jedoch abweichend, dass es bei den Zeitgenossen Friedrichs „eine hberschätzung des defensiven Elements“ gegeben habe.

3 Kathe (1976). S.120.

4 Ebd. S. 119.

5 Ebd. S. 116.

6 Über 2000 Mann zählende Leibgarde des Kaisers, die vornehmlich aus - für damalige Zeit sehr großen - jungen Männern bestand, die alle mind. 1,80 Meter maßen. Dies war für viele gleichbedeutend mit Gesundheit und Staatlichkeit. Vgl. Wolfgang Venohr. Der Soldatenkönig. Revolutionär auf dem Thron. Frankfurt/ Main 1988. S. 139.

7 Frz.: Eifersucht.

8 Vgl. Kathe (1976). S. 119.

9 Ebd. S. 114.

10 Gerd Heinrich: Geschichte Preußens. Staat und Dynastie. Frankfurt/ Main 1981. S. 177..

Details

Seiten
11
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640926237
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172673
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Institut für Geschichte - Neuere Geschichte
Note
1,3
Schlagworte
Friedrich Wilhelm I Preußen Brandenburg das alte Reich Reichspolitik Frühe Neuzeit Ziel dieser. ? Kaiser

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