Lade Inhalt...

Geschichte der Evaluationsforschung und Evaluationspraxis im internationalen Überblick

Seminararbeit 2008 17 Seiten

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zur Begriffsklärung und Definition von „Evaluation“

2. Theorien und Methoden in der Evaluationsforschung

3. Zur internationalen Entwicklung der Evaluationsforschung
3.1. Evaluationsforschung und -Praxis in den USA
3.2. Evaluationsforschung und -Praxis in Europa
3.3. Evaluationsforschung und -Praxis in Deutschland

Zusammenfassung

Einleitung

Die folgende Seminararbeit wird die Geschichte der Evaluationsforschung, sowie der internationale Evaluationspraxis näher beleuchten. Die Arbeit soll einen grundlegenden Überblick zur Thematik darstellen. Um ein besseres Verständnis zu erzielen, wird zunächst auf den Begriff „Evaluation“ näher eingegangen, wobei die Perspektiven diverser Wissenschaftler präsentiert werden. Der zweite Teil der Arbeit wird sich mit Theorien und Methoden in der Evaluationsforschung auseinandersetzen, wobei vor allem die historische Entwicklung von Paradigmen im Vordergrund steht. Der Hauptteil der Arbeit fokussiert sich auf drei regionale Bereiche, in Bezug auf die Etablierung der Evaluation. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den USA und Europa. Weiters wird auf die Entwicklung der Disziplin spezifisch in Deutschland eingegangen.

1. Zur Begriffsklärung und Definition von „Evaluation“

Als Teilgebiet der angewandten Sozialforschung möchte die Evaluationsforschung zu einer Lösung gesellschaftspolitischer Probleme mit praxisnahem Hintergrund beitragen, wobei sie gezielt versucht systematische Grundlagen für außerwissenschaftliche Entscheidungsprozesse vorzubringen. Es bestehen einige wesentliche Unterschiede zwischen der Grundlagenforschung und der Evaluationsforschung. Zum einen ist die Evaluationsforschung eben intendiert einen Nutzen im praktischen Gebrauch darzustellen, und hat weiters meist einen Auftraggeber, welcher gewisse Ziele verfolgt. Dies hat natürlich zur Folge, dass sich die Evaluation an extern gesetzten Zielen zu orientieren hat.

„Die Definition und Präzisierung ihrer Fragestellungen richtet sich an außerwissenschaftlichen Erkenntnisinteressen und Verwertungskontexten aus“ (Kromrey 2003: 96f.)

Weiters unterscheidet sich die Evaluationsforschung von der Grundlagenforschung, indem Evaluationen stets mit Bewertungen verbunden sind, wobei die Beurteilungskriterien meist aus dem zu evaluierenden Programm selbst abgeleitet werden. Trotz einiger Unterschiede finden sich auch Gemeinsamkeiten, wie in etwa im Hinblick auf die Auswahl des Untersuchungsgegenstandes sowie der Verwendung von Datenerhebungs- und Analysemethoden zur Identifizierung von Wirkungen und der Bearbeitung der Kausalitätsfrage.

Auf Grund der großen Diversität an Zielen, Erkenntnis- und Verwertungsinteressen, existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen von „Evaluation“. Gegenstände einer Evaluation können beispielsweise Personen, Organisationen, Reformen, Maßnahmen, Projekte, Gesetze, oder Evaluationen selbst sein. Mertens (1998: 219) bringt folgende Begriffsbestimmung vor:

„Evaluation is the systematic investigation of the merit or worth of an object (program) for the purpose of reducing uncertainty in decision making.“

(Mertens 1998)

Während sich die Evaluationsforschung mit drei Phasen des politischen Prozesses beschäftigen kann, ist es ihr möglich dabei drei diverse Analyseperspektiven einzunehmen, welche im Folgenden näher erläutert werden. Als erste Phase kann jene der „Programmentwicklung“ bezeichnet werden. Sobald wie möglich sollen bereits negative Auswirkungen des Programms bzw. der Maßnahme abgewogen und erkannt werden. Hierbei spricht man zum Beispiel von „ex-ante“- „input“- oder „preformative evaluations“ (cf. Scriven 1991). Es geht hierbei um eine Konzeptualisierung und Entwicklung des Programms, wobei der Evaluationsforschung die Aufgabe zukommt „die materiellen, personellen, institutionellen, finanziellen, theoretischen Rahmen- bzw. Eingangsbedingungen eines Programms“ zu untersuchen um ein qualitatives Programmdesign zu ermöglichen (Brandstädter 1990: 217). Kontroll- und Beratungsfunktionen übernimmt die Evaluationsforschung während der Implementationsphase und Informationen über Programmverlauf- und ergebnisse welche gesammelt werden dienen als Hilfen bei der Entscheidung für die Durchführung des Programms. Hierbei wird natürlich durch ein frühzeitiges Erkennen negativer Aspekte und etwaiger früher Korrekturen eine Adaption des Programmdesigns ermöglicht. Evaluationen in diesem Bereich verfolgen ähnliche Zielsetzungen wie die Implementationsforschung und beschäftigen sich mit derselben Phase des politischen Prozesses, wobei derartige Evaluationen als „Begleitforschung“ oder „formative Evaluationen“ bezeichnet werden. Nach Abschluss einer Programmausführung hat die Evaluation die Aufgabe möglichst holistisch jene Effekte zu erfassen und zu evaluieren, welche durch das Programm ausgelöst wurden, sowie diesbezüglich Zusammenhänge aufzudecken (cf. Wottowa/Thierau 1998, Scriven 1991). Diese Untersuchungen werden als „summative Evaluationen“ bezeichnet und normalerweise „ex-post“ durchgeführt (cf. Stockmann 2006).

2. Theorien und Methoden in der Evaluationsforschung

Die Geschichte der Evaluationsforschung kann nicht ohne die historische Entwicklung von Paradigmen und den mit ihnen verbundenen Methoden beschrieben werden. Im Folgenden finden sich hierzu einige Ausführungen.

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640925445
ISBN (Buch)
9783640925506
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172598
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1
Schlagworte
geschichte evaluationsforschung evaluationspraxis

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Geschichte der Evaluationsforschung und Evaluationspraxis im internationalen Überblick