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Referat zum Thema: "Widerstand gegen den Nationalsozialismus"

Zwischen Leben retten und Leben riskieren

Referat (Ausarbeitung) 2010 16 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Widerstand

3. Gründe für den Widerstand

4. Widerstand im Alltag

5. Kirchlicher Widerstand

6. Bürgerlicher Widerstand
6.1. Die Weiße Rose
6.2. Georg Elsner: Attentat im Bürgerbräukeller
6.3. Die Gruppe Baum
6.4. Der Rote Kapelle
6.5. Der Solf-Kreis
6.6. Der Kreisauer Kreis
6.7. Der Goerdeler Kreis

7. Widerstand der Jugend – Edelweißpiraten

8. Militärischer Widerstand
8.1. Das Umfeld von Wilhelm Canaris
8.2. Widerstand im Offizierskorps
8.3. Der 20. Juli 1944 – Das Stauffenbergattentat

9. Widerstand in den besetzten Gebieten
9.1. Polen
9.2. Dänemark
9.3. Frankreich

10. Resümee

11. Quellen

1. Einleitung:

„In einem Land, in dem man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“[i], dies ist ein Zitat von Heinrich Heine, einem der bedeuteten Autoren und Schriftstellern in Deutschland mit jüdischen Wurzeln. Das Zitat zeigt, dass eben nicht nur Juden in ihrer Geschichte unerwünscht waren, sondern auch Intellektuelle, die einem Regime gefährlich werden könnten. Sie stehen oftmals kritisch gesellschaftlichen Zuständen gegenüber, doch solche Kritik war zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland absolut unerwünscht. Die Gefahr beseitigte man, indem man sie ihrer Waffen entledigt, den Büchern, und letztendlich verbrannte man auch sie aus purem Hass, da durch ihren kritischen Ideen die ganzen Vorhaben des Regimes scheitern können.

„Mich hat der Teufelsdreck, der sich Nationalsozialismus nennt, den Hass gelehrt. Zum ersten Mal in meinem Leben den wirklichen, tiefen, unauslöschlichen, tödlichen Hass.“[ii], dies waren die Worte von Thomas Mann am 08. November 1945 in London. Thomas Mann war ein deutscher Autor und Erzähler, der Anfang der 30er Jahre die Deutschen vor die Gefahr des Faschismus warnte. Das Zitat zeigt, dass er hasserfüllt war und sich dem Staat widersetzte indem er Radiosendungen, den „Deutschen Hörer“ produzierte.

Trotz des Engagements gegen den Nationalsozialismus den die beiden Autoren zeigen, gab es doch nur sehr wenige, die sich gegen das NS-Regime auflehnten, das heißt nicht, dass viele mit dem System zufrieden waren. Ein großer Teil wurde von der SA (Sturmabteilung) und der SS (Schutzstaffel) eingeschüchtert und leisteten, wenn überhaupt nur passiven Widerstand. Viele fassten aber den Mut und riskierten ihr Leben, um aktiv gegen Judendeportation, Diktatur und Meinungseinschränkung zu protestieren.

Im folgenden Referat möchten wir auf die zahlreichen Widerstandbewegungen gegen das Dritte Reich eingehen, ihre Organisation näher erläutern und deren Einfluss bzw. Erfolge darstellen. Widerstand gegen den Nationalsozialismus – zwischen Leben retten und Leben riskieren.

2. Definition Widerstand:

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Widerstand erkennen, den aktiven und den passiven. Beide Formen werden von überzeugten Oppositionellen getragen, die entscheidend auf die Meinungsbildung in der Bevölkerung Einfluss nehmen, um so weitere Mitstreiter zu werben. Die Aktionen müssen dabei nicht zwangsläufig immer im gesetzlichen Rahmen liegen, besonders durch gesetzwidrige Aktivitäten lässt sich die Forderung einen erheblichen Nachdruck verleihen.

Der deutsche Historiker und Politwissenschaftler Klaus Schönhoven definierte den Widerstand im Nationalsozialismus wie folgt:

„Widerstand [gegen die NS-Diktatur] ist eine Provokation, welche die Toleranzschwelle des nationalsozialistischen Regimes unter den jeweils gegebenen Umständen bewusst überschreitet mit einer Handlungsperspektive, die auf eine Schädigung oder Liquidation des Herrschaftssystems abzielt.“[iii]

Der passive Widerstand zeichnet sich dadurch aus, dass hier keine Gewalt angewandt wird oder Gesetze gebrochen werden. Er beschreibt keine Handlung im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr das Unterlassen bzw. absichtliche verzögerte Ausführung. Am konkreten Beispiel äußert sich der passive Widerstand, indem die Produzenten ihre Arbeit verlangsamen, Defekte vorgetäuscht werden oder durch Abwesenheit sich Arbeitsabläufe in die Länge ziehen.

Das Gegenteil stellt der aktive Widerstand dar, bei dem lautstark und mit Methoden, wie der Demonstration, dem Streik und anderen, eindringlich auf ein Missfallen eingegangen wird. Große Massen mobilisieren sich dabei in der Öffentlichkeit, stellen Forderungen und versuchen sie durchzusetzen, in einigen Fällen wurde dies zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland auch gewaltsam versucht, wie das Stauffenbergattentat zeigt.

3. Gründe für den Widerstand

Abgesehen von individuellen Abneigungen und differenzierten politischen Überzeugungen, gibt es eine Vielzahl von Gründen, die alle Widerstandsaktivisten teilen. Allem voran steht die Forderung zur freien Meinungsäußerung, damit verbunden zur Pressefreiheit, die zur Zeit des Nationalsozialismus nicht bestand, im Gegenteil, sämtliche veröffentlichen Werke und Zeitschriften unterlagen einer strengen Zensur. Darunter fielen beispielsweise kommunistische, pazifistische, jüdische und andere regimekritische Druckerzeugnisse. Viel schlimmer als die Abschaffung der eigenen freien Meinung ist das Aufzwängen der Meinung des Regimes und damit verbunden die Verbreitung der NS-Ideologie. Die vermehrte Kontrolle des Staates ist ein weiterer Grund für den Widerstand, da man sich zu jeder Zeit von Staatsspitzeln, sowie Trupps der SA und SS beobachtet fühlte. Zudem engagierten sich viele Bürger freiwillig für die Rettung der Juden. Diese Menschen bewiesen ein hohes Maß an Humanität und ziviler Courage. Das bekannteste Beispiel ist der Fall der Anne Frank. Diejenigen, die die nationalsozialistische Bewegung nicht mittragen konnten, bzw. nicht mittragen wollten, waren auch strikt gegen die Kriegspolitik, die Nazideutschland offensichtlich verfolgte, die mit dem Einmarsch ins Ruhrgebiet deutlich wurde bzw. mit der Ausrichtung der Wirtschaft auf einen Krieg.

Eine Widerstandsbewegung, die einheitlich gegen die Nationalsozialisten kämpfte gab es dabei nicht, da der Kampf gegen das Regime durch unterschiedliche Motive und auf unterschiedliche Weisen bestritten wurde.

4. Widerstand im Alltag

Im Alltag gab es nur wenige Fälle, in denen echte Zivilcourage gezeigt wurde, sich Menschen dem Regime widersetzen oder verweigerten. Der häufigste Widerstand war der Widerstand durch Abwesenheit oder durch verzögerte Ausführung der Anordnung oder sogar das Nichtbefolgen. Bestes Beispiel war die Abwesenheit einiger Professoren bei den Bücherverbrennungen im Mai 1933.

Es gab Eltern, die ihre Kinder davon abhielten in die HJ einzutreten, dabei hatte dies natürlich Konsequenzen: Den Eltern drohten hohe Geld- und Haftstrafen und den Kindern drohte die Nichtzulassung für bestimmte Berufe, Schulen und Betriebe. Sie durften keine Ehrenämter bekleiden und waren sozial geächtet.

Es gab Soldaten, die sich weigerten an Kriegsverbrechen teilzunehmen, Menschen, die aus Ehrfurcht vor dem Leben und aus Abscheu gegen den Nationalsozialismus Juden und Zwangsarbeiter bei sich versteckten und versorgten, und Gefängnisbeamte, die, um Häftlinge vor dem Abtransport zu bewahren Akten „verlegten“, und somit den Prozess verlangsamten und sabotierten.

5. Kirchlicher Widerstand - Die Bekennende Kirche

Die „Bekennende Kirche“ war eine Organisation, die der protestantischen Kirche entsprang und die von Eugen Weschke, Herbert Goltzen und Günter Jacob im September 1933 unter dem Namen „Pfarrernotbund“ gegründet wurde. Diese akzeptierten die geplante Gleichschaltung von Lehre und Organisation nicht, damit verbunden auch den Arierparagraph, das heißt, sie setzten sich einer Verbindung der Ideologie des Nationalsozialismus mit der evangelischen Kirche entgegen. Des Weiteren akzeptierten sie die vom Staat eingesetzten Kirchenleiter nicht und wählten die für sie rechtmäßige Kirchenleiter, den Reichsbruderrat, am 20. Oktober 1934 in Berlin-Dahlem. Bekannte Angehörige der Bekennenden Kirche warenMartin Niemöller, der Landesbischof von Württemberg Theophil Wurm (1868-1963) undDietrich Bonhoeffer. Diese Organisation zerbrach durch ein Kompromiss der Deutschen Christen mit dem gemäßigten Flügel der BK im Frühjahr 1936. Daraufhin wählte der radikale Flügel der BK eine neue Kirchenleitung am 12. März 1936. Im Mai 1936 wurde eine Denkschrift an Hitler verfasst, die die Verhaftung von bekennenden Geistlichen, aber auch die Existenz vonKonzentrationslagern, den Terror derGeheimen Staatspolizeiund den Antisemitismus anprangerte. 1938 verhalf das „Büro Pfarrer Grüber“ mehreren evangelischen Christen mit jüdischer Herkunft zur Flucht. Grüber wurde 1940 verhaftet. Auf Grund mehrerer Publikationen von staatsfeindlichen Schriften im In- und Ausland wurden massiv Anhänger der BK verfolgt und verhaftet.

[...]


[i] Zitat aus Heinrich Heines Tragödie „Almansor“ (1821, erschienen 1823) de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung#Heinrich-Heine-Zitat

[ii] Zitat aus Thomas Manns Erklärung vom 8. November 1945 in BBC London www.quotez.net/german/nationalsozialismus.htm

[iii] Zitat von Klaus Schönhoven de.wikipedia.org/wiki/Widerstand_gegen_den_Nationalsozialismus#Definition_von_.E2.80.9EWiderstand.E2.80.9C_w.C3.A4hrend_des_Nationalsozialismus

Details

Seiten
16
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640959099
ISBN (Buch)
9783640959198
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172505
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Gymnasium, Calbe (Saale)
Note
1,0
Schlagworte
Widerstand gegen den Nationalsozialismus Nationalsozialismus Widerstand

Autor

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