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Benchmarking von Krankenhäusern: Methoden und Instrumente, Informationswert und Anwendungsgrenzen

Seminararbeit 2011 30 Seiten

BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung, Social Media

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Benchmarking
2.1. Definition von Benchmarking
2.2. Auslöser des Benchmarking
2.3. Entstehungsgeschichte und Zielsetzung des Benchmarking
2.4. Vorgehensweise und Methoden des Benchmarking
2.5. Benchmarkingprozess
2.6. Anwendungen des Benchmarking
2.7. Arten des Benchmarking
2.7.1 Internes Benchmarking
2.7.2 Externes Benchmarking
2.7.2.1 Wettbewerbsorientiertes Benchmarking
2.7.2.2 Funktionales Benchmarking
2.7.2.3 Generisches Benchmarking
2.8. Zeitanteile eines Benchmarkingprojektes

3. Benchmarking im Krankenhaus
3.1. Wettbewerb im Krankenhaus
3.2. Benchmarkingprojekte im Krankenhaus
3.3. Internes und Externes Benchmarking im Krankenhaus
3.4. Praxisbeispiel Südtirol
3.5. Möglichkeiten und Anwendungsgrenzen im Krankenhaus
3.6. Neue Anforderungen an die Krankenhausführung

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

In Zukunft wird für Krankenhäuser die medizinische Versorgung nicht mehr im Vordergrund stehen. Das Gesundheitswesen im deutschsprachigen Raum steht vor großen Veränderungen. Es wird immer wichtiger, ein effektives Management zu implementieren und sich streng an wirtschaftlichen Vorgaben zu orientieren, um überhaupt noch wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Schere zwischen medizinischem Bedarf und den zur Verfügung stehenden Mitteln geht immer weiter auseinander, die Kosten explodieren, der Reformdruck auf die Krankenhäuser nimmt stetig zu. Die neuen Rahmenbedingungen für Krankenhäuser werden sich so verschärfen, dass es kaum mehr einen finanziellen Spielraum für die Leistungserbringer geben wird. Zukünftig wird nur noch der wirtschaftliche Bestand des Unternehmens, der in der Vergangenheit durch das Prinzip der Kostendeckung gesichert war, im Vordergrund stehen. Das Ziel wird sein, die Kosten zu senken und die Qualität der Leistungen aber stetig zu verbessern. Folglich müssen Rationalisierungsreserven gefunden und die ungünstigen Auswirkungen des ökonomischen Drucks reduziert werden. Die Antwort auf die derzeitige Dynamik im Gesundheitswesen: Das Benchmarking! Es hat sich schon seit Jahren im Wettbewerb der Industrie bewährt und gewinnt immer mehr an Bedeutung auch für den Krankenhausbereich. Es ist ein Instrument, das sich für jede Branche anwenden lässt und flexibel einsetzbar ist. Benchmarking wird für ein Krankenhausmanagement in Zukunft nahezu unumgänglich werden, da die Deregulierung des Gesundheitswesens durch die jeweiligen Gesetzgeber sukzessive vorangetrieben wird. Das moderne Krankenhaus der Zukunft muss sich auf kommende Veränderungen einstellen und neue Marktbedingungen erkennen, um besser als die Konkurrenz und für alle weiteren Marktveränderungen gerüstet zu sein. Die vorliegende Seminararbeit soll zeigen, was Benchmarking ist und was es überhaupt – speziell im Krankenhaus - leisten kann. Für diese Arbeit wurde eine umfangreiche Literaturrecherche betrieben. Im ersten Teil der Arbeit wird beschrieben, was Benchmarking bedeutet und welche Vorgehensweisen und Methoden es gibt. Zudem werden verschiedene Arten des Benchmarking beschrieben. Im zweiten Teil der Arbeit wird das Benchmarking im Krankenhaus erläutert und auf die Möglichkeiten und Anwendungsgrenzen im Krankenhaus eingegangen.

2. Benchmarking

Unter diesem Punkt wird das Benchmarking in Grundzügen dargestellt. Das Benchmarking ist ein branchenunabhängiges Instrument, daher können die grundlegenden Aspekte problemlos auf den Krankenhausbereich transferiert werden.

2.1. Definition von Benchmarking

Benchmarking bezeichnet eine vergleichende Analyse mit einem festgelegten Referenzwert und ist ursprünglich auf das Wort „Benchmark“ zurückzuführen. Das Wort Benchmark ist eine Zusammensetzung aus den englischen Begriffen bench und mark. Der Begriff tauchte auch in der Holzbearbeitung auf. Mit einer geschlagenen Marke auf einer Werkbank, die zur Längenmessung diente, wurde sichergestellt, dass z.B. beim Herstellen von Stuhlbeinen alle Beine gleich lang wurden. Ein Benchmark ist ein Richtwert, an dem man sich orientieren kann.

Benchmarking ist nicht nur ein Begriff, es beschreibt eine Methode, um sich an den besten Unternehmen zu orientieren und zu messen. Man findet in der Literatur viele Definitionen zu dem Thema Benchmarking. Einer der ersten, der sich damit auseinandersetzte, war Robert C. Camp. Seine Definition lautet: „Benchmarking ist der kontinuierliche Prozess, Produkte, Dienstleistungen und Praktiken zu messen gegen den stärksten Mitbewerber oder die Firmen, die als Industrieführer angesehen werden.“[1]

Ein weiteres Zitat von Mühlstein und Schuhmann veranschaulicht sehr schön, was mit Benchmarking gemeint ist. Es lautet: „Benchmarking ist ein kontinuierlicher Prozess, bei dem Produkte, Dienstleistungen und insbesondere Prozesse und Methoden betrieblicher Funktionen über mehrere Unternehmen hinweg verglichen werden. Dabei sollen die Unterschiede zu anderen Unternehmen offen gelegt werden, die Ursachen für die Unterschiede und die Möglichkeiten der Verbesserung aufgezeigt sowie wettbewerbsorientierte Zielvorgaben ermittelt werden. Der Vergleich findet dabei mit Unternehmen statt, die die zu untersuchende Methode oder den Prozess hervorragend beherrschen. Diese Unternehmen werden dabei oft als Klassenbeste bezeichnet.“[2]

2.2. Auslöser des Benchmarking

Voraussetzung, um Benchmarking wirksam anwenden zu können, ist eine Unternehmensphilosophie, die vom Grundsatz her zulässt, dass das Unternehmen Veränderungen gegenüber aufgeschlossen ist. Dies bezieht sich insbesondere auf die Bereitschaft, aus Praktiken anderer Unternehmer lernen zu wollen, nachdem die eigenen Objekte kritisch betrachtet wurden.[3]

Das bedeutet, dass alle im Krankenhaus tätigen Personen, ihr Handeln in Frage stellen und gegebenenfalls bereit sein müssen, gewohnte Abläufe zu verändern, wenn sichergestellt ist, dass es eine bessere, effizientere Lösung gibt. „Der Betriebsvergleich ist kein Denkersatz für ideenlose Manager …, sondern Anstoß zu einem zielgerichteten Dialog zwischen Hierarchieebenen, Unternehmen und Berufsgruppen.“[4]

Was kann so ein Auslöser für ein Benchmarking sein:

- Qualität verbessern
- Kostensenkung
- Arbeitsabläufe optimieren
- Führungswechsel
- Betriebliche Veränderungen
- Überprüfung gegenwärtiger Strategien
- Konkurrenzdruck/Krisen

In den genannten Beispielen bietet sich mit Hilfe des Benchmarking eine Möglichkeit, sich auf neue Rahmenbedingungen einzustellen.[5]

2.3. Entstehungsgeschichte und Zielsetzung des Benchmarking

Im Jahre 1979 wurde das Benchmarking von der Firma Xerox als Methode zur Verbesserung betrieblicher Prozesse eingeführt. Damals wurde die komplette Wertschöpfungskette von Xerox analysiert. Das Ergebnis war erschreckend, da unglaublich viele Probleme entdeckt wurden. Xerox reagierte sofort und suchte den Vergleich mit branchenfremden Unternehmen. Das Vorhaben gelang und es ergaben sich viele Verbesserungsvorschläge mit großem Kosteneinsparungspotential. Das Benchmarking war geboren und Xerox wieder wettbewerbsfähig. Das Benchmarking ist ein kontinuierliches Verfahren, um Produkte, Dienstleistungen u.ä. gegen den größten Konkurrenten zu vergleichen. Außerdem kann das Benchmarking auch als Zielsetzungsprozess gesehen werden. Der große Unterschied zur innerbetrieblichen Zielvorgabe ist, dass das Benchmarking nicht nur messbare Zielgrößen aufzeigt, sondern auch Lösungen entwickelt, um diese Zielgrößen auch zu erreichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Formen des Benchmarking[6]

2.4. Vorgehensweise und Methoden des Benchmarking

Der Benchmarkingprozess umfasst die Erarbeitung und Implementierung von Aktionsprogrammen zur Steigerung der Effektivität und Effizienz eines Objekts. Gekennzeichnet ist dieser Prozess durch die Gewinnung und die vergleichende Analyse von Informationen über vermutete Bestimmungsfaktoren der Effizienz oder Effektivität dieses Objektes bei einem Leistungsführer. Basierend auf der Analyse des Leistungsführers werden Effizienz- oder Effektivitätsziele sowie Ideen für die Anpassungsmaßnahmen der identifizierten Objekte für die Planung und Umsetzung konkreter Maßnahmenprogramme abgeleitet. Der Benchmarkingprozess kann – wie Abbildung 2 zeigt - in die Phasen Vorbereitung, Analyse, Vergleich und Verbesserung unterteilt werden.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Ablaufphasen des Benchmarking

In der Phase der Vorbereitung erfolgt die Zielfestsetzung bei der die zu analysierenden Objekte identifiziert und deren Leistungsdimensionen vereinbart werden. In der Analysephase erfolgt die Erhebung der Daten und deren Auswertung. Anschließend erfolgt der Datenvergleich zur Identifikation der Leistungslücke. Die Bewertung erfolgt meist anhand von graphischen Darstellungen wie „Spider“ oder „Z“ Diagrammen, da die mehrdimensionalen Aspekte der Effizienz wie Kosten, Zeit und Qualität einfach dargestellt werden können. Es werden in der Literatur viele Benchmarkingprozesse beschrieben, aber alle funktionieren nach ähnlichem Muster.

[...]


[1] Camp (1994), Seite 13

[2] Mühlstein S / Schumann A (1995), Seite 6

[3] Vgl. Hentze/ Huch / Kehres (2005), Seite 194/195

[4] von Eiff (1999), Seite 11

[5] Vgl. Leibfried/ McNair (1996), Seite 42

[6] Quelle: http://www.controlling-wiki.com/de/index.php/Benchmarking - (19.02.2011)

[7] Quelle: http://www.controlling-wiki.com/de/index.php/Benchmarking - (19.02.2011)

Details

Seiten
30
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640924257
ISBN (Buch)
9783640923991
Dateigröße
881 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172496
Institution / Hochschule
Vysoká škola zdravotníctva a sociálnej práce sv. Alžbety (St. Elisabeth Universität in Bratislava) – St. Elizabeth University College of Health and Social Work in Bratislava - Management-Akademie der SanConsult Betriebsberatungsges.m.b.H. Wien
Note
Schlagworte
benchmarking krankenhäusern methoden instrumente informationswert anwendungsgrenzen

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