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Megacities als Problemfeld der gegenwärtigen Urbanisierung in Entwicklungsländern

Seminararbeit 2006 17 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

INHALT

1. Einleitung

2. Definition und Entwicklung von Megacities
2.1. Definition einer Megacity
2.2. Entstehung und Enwicklung

3. Probleme in Entwicklungsländern
3.1. Soziale und strukturelle Probleme
3.1.1. Funktionale Primacy
3.1.2. Vermögensgefälle und Segregation
3.1.3. Beschäftigungsmangel und informeller Sektor
3.1.4. Marginalsiedlungen (Squattersiedlungen und Slums)
3.1.5 Verkehr
3.1.6. Gesundheitsprobleme
3.2. Umweltprobleme
3.2.1. Trink- und Abwasser
3.2.2. Luftverschmutzung
3.2.3. Müllentsorgung

4. Problemlösungsansätze

5. Probleme und Lösungsansätze einer Megastadt am Beispiel der Indonesischen Hauptstadt Jakarta

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. EINLEITUNG

Megacities in Entwicklungsländern unterliegen heute immer noch einem hohen dynamischem Wachstum. Durch enorme Probleme, welche sich strukturell, sozial sowie ökologisch bemerkbar machen rücken sie immer wieder in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Durch die hohe Bevölkerungsdichte treten Probleme und Umstände auf, die man sich als Bewohner Europas nur schwer vorstellen kann. Im Folgenden soll nun auf einige dieser Probleme eingegangen werden, um die Ausmaße der Problematik darzustellen.

2. DEFINITION UND ENTWICKLUNG VON MEGACITIES

2.1. DEFINITION EINER MEGACITY

In der wissenschaftlichen Literatur bezeichnet der Begriff Megacity oder Megastadt die größte Form urbaner Agglomeration, wobei die Autoren sich uneinig sind ab welcher Bevölkerungszahl vom genannten Begriff gesprochen werden kann. Einige Autoren fassen Großstädte ab 5 Millionen (Mio.). Einwohner schon als Megacity auf, andere ziehen die Untergrenze bei 8 Mio.. MERTINS (1992) und die UN sprechen von Megacities ab der Schwelle von 10 Mio. Einwohnern. Einig sind sich die Autoren jedoch größtenteils beim Kriterium der Bevölkerungsdichte, die BRONGER (1996) auf 2000 Einw./km² festlegte. Zudem ist ein weiteres Kriterium seiner Definition die monozentrische Struktur und eine enorme, oft unkontrollierte Flächenausdehnung. (Das Ruhrgebiet zum Beispiel [z.B.], welches eine polyzentrische Struktur aufweist, die anderen Kriterien jedoch erfüllt, fällt nicht in die Kategorie Megacity) Auffällig ist, dass sich der Begriff ´Megacity´ fast ausschließlich auf urbane Agglomerationen in Schwellen- beziehungsweise (bzw.) Entwicklungsländern bezieht. Zwar gibt es auch in Industrieländern Großagglomerationen mit den Merkmalen einer Megacity, diese werden jedoch aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung in der Literatur meist als Global City benannt.

2.2. ENTSTEHUNG UND ENWICKLUNG

„Streng genommen sind Megastädte keine auf das Zeitalter der Moderne und Postmoderne zu begrenzenden siedlungsgeographischen Erscheinungsformen. In Relation zur jeweiligen territorialen Gesamtbevölkerung hat es bereits in Antike und Mittelalter sehr große Städte gegeben.“ (ZEHNER 2001, S. 185) Das bedeutet, dass der Begriff Megacity jeweils auch im Verhältnis zur Gesamtweltbevölkerung, zu einer bestimmten Zeit, gesehen werden kann. Dies waren jedoch Einzelphänomene von kurzer Dauer wie beispielsweise Babylon.

Megacities im engeren Sinne entstanden erst ab dem Zeitalter der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Da der Industrialisierungsprozess in den Entwicklungsländern erst später einsetzte, beschränkte sich die Ausbildung von Megacities anfangs auf Europa, Nordamerika und Japan. In den Entwicklungsländern formten sich Megacities erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Unterschied liegt aber darin, dass in den Entwicklungsländern das Wachstum viel dynamischer vonstatten gegangen ist als in Industrieländern. (Vgl. ZEHNER 2001, S. 186)

Auch die Anzahl der Megacities stieg seit dem Zweiten Weltkrieg enorm. Gab es in den 1950ern nur 4 Städte mit mehr als 5 Mio. Einwohnern, waren es 1985, 28 und im Jahre 2000 39 Städte. Abhängig von den verschiedenen oben aufgeführten Definitionen gibt es heute 16, 24 oder 39 Megacities, von denen sich zwei drittel in Entwicklungsländern befinden (siehe Karte 1). Für 2015 wird die Zahl 60 prognostiziert. Fast alle neuen Megacities werden in Entwicklungsländern entstehen. (vgl. KRAAS 2001, S. 9)

Auffällig an Karte 1 ist auch, dass der Groteil der neuen Megacities im Südostasiatischen Raum lokalisiert seien wird. Ursache hierfür könnte der enorme Bevölkerungszuwachs in dieser Region sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 1: Vergleichender Überblick über Megacities im Jahre 2000 und im Jahre 2015 Aus: KRAAS 2003, S. 8

3. PROBLEME IN ENTWICKLUNGSLÄNDERN

„Die Megastädte in Entwicklungsländern unterliegen einer Vielzahl spezifischer Probleme mit auffälligen Gemeinsamkeiten. Vorsicht ist geboten vor pauschalvisierenden Aussagen, denn in Megastädten existieren nicht zu vernachlässigende deutliche Unterschiede hinsichtlich der infrastrukturellen Ausstattung, den wirtschaftlichen Entwicklungsstand, der sozialen Polarisierung oder der politischen Führung und Regierbarkeit.“ (KRAAS 2001, S. 19)

Bei Betrachtung der enormen Bevölkerungszahlen, Bevölkerungsdichte und der flächenmäßigen Ausdehnung in den Megacities in Entwicklungsländern, liegt das Auftreten verschiedenster Probleme nahe. Zu den Hauptproblemen in Megacities zählen Platz- bzw. Beschäftigungsmangel, Segregation und die daraus resultierende Kriminalität. Versorgung, Entsorgung, sowie die daraus resultierenden Umweltprobleme.

Die heutigen Probleme der Megacities in Entwicklungsländern hängen aber auch damit zusammen, dass die Ausgangsbedingungen andere waren als in den Industrieländern. Neben dem schnellen Wachstum der Megacities kamen noch zusätzlich Probleme dazu, welche die Industrieländer bereits vor „Einsetzten der Metropolisierung bewältigt hatten: politische Stabilität, Unabhängigkeit, relative wirtschaftliche Stabilität, befriedigender Lebensstandard, sowie eine flexible und zugleich geordnete Sozialstruktur.“ (BRONGER 1997a, s2)

So herrschte in vielen Entwicklungsländern während der Zeit der extremen Metropolisierung politische Unruhen oder teilweise auch Militärdiktaturen. Auch in Asien hatten viele Entwicklungsländer, wie z.B. Indien, noch mit den Problemen der Entkolonialisierung zu kämpfen und mussten erst einmal das politische Gleichgewicht im Land wiederherstellen.

3.1. SOZIALE UND STRUKTURELLE PROBLEME

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges und dem damit zeitgleich verbundenen Ende der Kolonialherrschaft setzte auch in den Entwicklungsländern der Prozess der Urbanisierung ein. Gründe dafür waren intensive Industrialisierung und die damit verbundene Urbanisierung, hauptsächlich der ärmeren Bevölkerungsschichten, in die sich entwickelnden Metropolen. Mit dem zunehmenden Strom von Landflüchtigen treten folgende Probleme auf:

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640923434
ISBN (Buch)
9783640923038
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172410
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
1,7
Schlagworte
megacities problemfeld urbanisierung entwicklungsländern

Autor

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