Lade Inhalt...

Der römische Limes an der Donau unter Kaiser Hadrian

Hausarbeit 2009 12 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Die römische Donaugrenze
2.1 Maßnahmen unter Kaiser Hadrian
2.2 Die Germanen an der Donau

3. Der Limes an der Donau
3.1 Die Konzeption und derAufbau des Limes
3.2 Die Grenztruppen und ihre Aufgaben

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Arbeit soll es darum gehen, einen Blick auf die Donaugrenze zur Zeit Kaiser Hadrians zu werfen. Das Verhältnis der Römer zu den Germanen war zu dieser Zeit sowohl von Konflikten wie auch von friedlicher Koexistenz geprägt. Kriege genauso wie Handel und Bündnisse waren wichtige Elemente des Lebens an der Grenze. Doch was waren die genauen Gründe für diese wechselhaften Beziehungen? Warum gelang es nicht, den Frieden dauerhaft sicherzustellen?

Ein weiterer relevanter Punkt ist die Organisation und der Aufbau des Limes an der Donau. Wie gelang es den Römern, eine derart lange Grenzlinie effektiv zu sichern? Welche Rolle spielten die dort stationierten Truppen und wie waren deren Lebensbedingungen?

Kaiser Hadrian, der an vielen Grenzen wichtige Neuerungen einführte, veranlasste auch am Donaulimes einige Maßnahmen zum besseren Schutz und zu einer effektiveren Kontrolle der Donaugrenze. Wie sahen diese aus und wie ist deren Wirksamkeit zu beurteilen? Wie könnte die deutliche Abgrenzung zwischen römischer Provinz und barbarischem Ausland auf die germanischen Stämme gewirkt haben?

Um diese Fragen zu beantworten habe ich verschiedene Quellen und Literatur zu Rate gezogen. Was die Maßnahmen unter Kaiser Hadrian betrifft sind besonders die Historia Augusta und die Romrede des Aelius Aristides wichtig. Aber auch der „Vegetius" des Flavius Renatus und die „Germania" des Tacitus sind interessant. Die „Germania" habe ich verwendet, um das Germanenbild der Römer zu beleuchten. Dieses ist insofern von Bedeutung, als dass es die Konzeption des Limes sowie die Grenzpolitik zu verstehen hilft. Man muss dabei freilich beachten, dass es sich ausschließlich um römische Quellen handelt und daher lediglich eine einseitige Sicht auf die Verhältnisse an der Donaugrenze im Allgemeinen und auf die Germanen im Speziellen möglich ist. Daher habe ich zusätzlich Sekundärliterarur verwendet (siehe Literaturverzeichnis). Dort werden auch die Ergebnisse archäologischer Funde berücksichtigt. Dadurch lässt sich ein vielfältigeres Bild des Lebens an der Donau zeichnen.

2. Die römische Donaugrenze

Zur Zeit Kaiser Hadrians war die Donau nicht nur als Handelsweg bedeutend1, sondern stellte auch die nördliche Grenze der Provinzen Noricum, Panno-nien und Moesien zum barbarischen Germanien dar2. Wie im Folgenden zu sehen sein wird, wies diese Grenze verschiedene topographische Besonderheiten auf, die bei Planung und Bau der Grenzanlagen bedacht werden mussten3. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Römer zur damaligen Zeit den Begriff der Grenze anders verstanden als dies in der heutigen Zeit der Fall ist. Für sie erfolgte die Grenzziehung nicht primär unter militärischen und politischen Prämissen. Vielmehr war es wichtig einzugrenzen, wo die Bewohner Steuern zu zahlen hatten4. Dennoch war es aus militärischer Sicht wichtig, Verteidigungsanlagen an dafür günstigen Standorten zu errichten.

2.1 Maßnahmen unter Kaiser Hadrian

Die unter Kaiser Hadrian durchgeführten Maßnahmen zur Sicherung der nördlichen Grenze waren eine Umsetzung der Pläne Trajans5. Diesen lag die Einsicht zugrunde, dass das römische Reich die Grenzen seiner Expansion erreicht hatte6. Daher sollten die vorhandenen Grenzen gesichert werden. Unter Kaiser Hadrian wurden zu diesem Zweck an jenen Stellen, an denen die Grenze nicht von der Donau oder anderen natürliche Hindernisse gebildet wurde, Palisaden errichtet7. Zudem lies er die Limesstraße mit Steinen pflastern8. Dies gewährleistete, dass die römischen Legionen schneller marschieren und damit einfallende Armeen frühzeitiger abfangen konnten. Die vorhandenen Holzforts wurden durch Steinforts ersetzen9. Diese waren sowohl widerstandsfähiger gegen Naturgewalten als auch gegen mögliche Angriffe durch die Germanen. Kaiser Hadrian setzte außerdem, wie auch schon seine Vorgänger, die Praxis des Klientelkönigtums fort10. Die Römer setzten in den an die eigene Provinz angrenzenden Königreichen ausgesuchte und Rom freundlich gesinnte Herrscher ein, um so eine Pufferzone zu feindlichen Stämmen zu schaffen11. Auf diese Art konnte der Frieden freilich immer nur so lange aufrecht erhalten werden, wie die Dynastie des Klientelkönigs an der Macht war. Kam es zu einem Wechsel der Dynastie, konnte es durchaus wieder zu Konflikten mit den Römern kommen12 Zusätzlich zu den militärischen Maßnahmen sorgte Hadrian auch für die weitere Kultivierung13 und Besiedlung14 der Donauprovinzen. Zusätzlich wurde die Ansiedlung von benötigten Fachkräften, zum Beispiel Handwerkern, von Kaiser Hadrian veranlasst15.

2.2 Die Germanen an der Donau

Die Germanen aus römischer Sicht hat Tacitus in seiner „Germania" umfangreich beschrieben. Diese Sicht ist wenig positiv. Der römische Geschichtsschreiber beschreibt die Germanen vor allem als Krieger. Diese würden lieber Kriege führen und plündern als ein friedliches aber arbeitsreiches Leben zu führen16. Auch gebe es weder größere Ansiedlungen noch besonders aufwendige Architektur17.

[...]


1 Klee, Margot: Grenzen des Imperiums. Leben am römischen Limes, vgl. S.61.

2 Festus, Brev. 8,1.

3 Klee, Margot: Grenzen des Imperiums. Leben am römischen Limes, vgl. S.61.

4 Meyer-Zwiffelhoffer, Eckhard: Imperium Romanum. Geschichte der römischen Provinzen. Vgl. S. 61.

5 The Danube frontier from Vespasian to Marcus Aurelius. vgl. S. 109.

6 Bringmann, Klaus: Römische Geschichte. Von den Anfangen bis zur Spätantike. vgl. S. 73.

7 Spartianus, Aelius: HA Hadr. 12,6.

8 The Danube frontier from Vespasian to Marcus Aurelius. vgl. S. 107.

9 Ebd. vgl. S. 107.

10 Spartianus, Aelius: HA, 12,7.

11 The Danube frontier from Vespasian to Marcus Aurelius. vgl. S. 102.

12 Ebd. vgl. S. 102.

13 Die Romrede des Aelius Spartianus. vgl. Abschn. 101.

14 Ebd. vgl. Abschn. 81.

15 Ebd. vgl. Abschn. 81.

16 Tacitus, Publius Cornelius: Germania 14/15.

17 Ebd. 16.

Details

Seiten
12
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640920976
ISBN (Buch)
9783640921157
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172273
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig – Historisches Seminar
Note
2.0
Schlagworte
Römer Donaugrenze Limes Rom Hadrian Kaiser

Autor

Zurück

Titel: Der römische Limes an der Donau unter Kaiser Hadrian