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Die Geschichte des Ebolavirus

Hausarbeit 2011 13 Seiten

Medizin - Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Klinisches Erscheinungsbild

3. Geschichte des Ebolavirus

4. Ebolavirus als möglicher Verursacher anderer Pandemien der Vergangenheit

5. Die Suche nach dem Wirt

6. Filoviridae als Biowaffe

7. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Als das Ebolavirus 1989 in Reston, Virginia unter Versuchsaffen ausbrach und damit erstmalig außerhalb der fernen Tropengebiete Afrikas, war die Aufmerksamkeit der westlichen Welt wie nie zuvor diesem neuen geheimnisvollen Virus gewidmet.

1994 erschien Richard Prestons Bestseller „The Hot Zone“ der in ergreifender Weise als Tatsachenthriller die verheerenden Auswirkungen dieses Virus beschreibt. Ein Jahr später, 1995, erschien der Film „Outbreak – lautlose Killer“ mit Dustin Hoffmann, der überall in den Kinos eindrücklich fiktiv nachzeichnete, wie eine Ebola Epidemie in den USA aussehen könnte. Als dann 1995 auch noch erneut eine Ebola Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ausbrach und von 325 Infizierten 81% Todesopfer forderte, wurde Ebola im internationalen Rampenlicht als grauenvolle

Krankheit bekannt[1]. Es lohnt sich deshalb, einen historischen Rückblick auf die bisherigen Auswirkungen dieses Virus zu werfen, um ein realistisches Bild von der Gefahr und dem Ausmaß dieser Krankheit zu bekommen.

Ebola gehört in die Familie der Filoviridae. Es gibt nur zwei bekannte Gattungen dieser Familie: Das Ebolavirus und das Marburgvirus[2]. Der Name dieser Virusfamilie, Filoviridae (filo, lat.: Faden), trägt dem äußeren Erscheinungsbild Rechnung, da das Ebola- und das Marburgvirus äußerlich eine fadenartige Form haben.

Ebola und Marburgviren und das damit zusammenhängende Hämorrhagische Fieber konnten bisher nur oberflächlich erforscht werden, was unter anderem auch damit zusammenhängt, dass es weltweit nur sehr wenige Laboratorien gibt, in denen überhaupt mit diesen Viren gearbeitet werden darf. In den USA gibt es beispielsweise nur acht und in Deutschland gab es bis 2010 nur zwei Laboratorien, in den en an Erregern der Sicherheitsstufe 4 (Biosafety Level 4, BSL 4) geforscht werden darf[3].

In der vorliegenden Arbeit soll es schwerpunktartig um das Ebolavirus gehen, da es in der Vergangenheit wesentlich häufiger als das Marburgvirus aufgetreten und deshalb gründlicher untersucht worden ist. Der Name dieses Virus ist historisch dem Fluss Ebola zuzuweisen, der durch Yambuku (Demokratischen Republik Kongo) fließt. Dort ist 1976 die erste Epidemie des bis dahin unbekannten Virus beobachtet worden.

2. Klinisches Erscheinungsbild

Das Ebolavirus verursacht ein hämorrhagisches Fieber mit einer Letalität von bis zu 90% und gehört damit zu den tödlichsten Krankheiten die es gibt[4]. Man konnte bisher noch keinen erfolgreichen Impfstoff entwickeln und es gibt auch keine speziellen

Therapiemöglichkeiten[5]. Die Inkubationszeit wird sehr unterschiedlich angegeben. Generell kann man sagen, dass sie von mindestens 3 bis maximal 21 Tagen andauern kann, sich jedoch meistens im Bereich von 4 – 10 Tagen befindet[6].

Klinische Symptome sind vor allem stark auftretendes Fieber das höher als 38,5°C ist, Kopfschmerzen, Diarrhö und einige Tage nach Auftreten der ersten Symptome kommt es vermehrt zu inneren und äußeren Blutungen, die dann schließlich meistens in der zweiten Krankheitswoche zu schockbedingtem Tod führen[7].

Die disseminierte intravasale Koagulopathie (von lat. disseminiert = "verstreut"; intravasal = "im Gefäß"; Koagulation = Gerinnung), kurz DIC, ist ein ganz entscheidender Faktor für den typisch qualvollen Tod von Ebola Infizierten. Die DIC bewirkt eine unkontrollierte ständige Gerinnung des Blutes in den Kapillaren mit zwei sehr unangenehmen Folgeerscheinungen. Erstens bewirkt die übermäßige Gerinnung einen Verbrauch wertvoller Gerinnungsfaktoren, deren Verlust zu erheblichen inneren und äußeren Blutungen führt. Zweitens wird durch die übermäßige Gerinnung und dem daraus resultierenden Blutverlust ein starker Volumenmangel an Blut hervorgerufen. Das Herz versucht diesem Mangel durch verstärkte Pumpleistung erfolglos entgegen zu wirken, was schließlich zu

Multiorganversagen und damit zum Tod führt[8].

3. Geschichte des Ebolavirus

Da Filoviridae eine sehr junge Erscheinung in der Menschheitsgeschichte sind, gibt es kaum Geschichtswerke zum Ebolavirus und den damit verbundenen Krankheitsausbrüchen; vielmehr ist das Virus Gegenstand naturwissenschaftlicher Forschung auf molekularer Ebene was man unschwer in wissenschaftlichen

Suchmaschinen wie PubMed erkennen kann[9]. Bei den wenigen Werken, die sich der Geschichte von Ebola widmen, findet man verschiedene Methoden der historischen Aufarbeitung. Beim aktuell umfangreichsten Werk zum Thema (Jens Kuhn, Filoviruses - A Compendium of 40 Years of Epidemiological, Clinical, and Laboratoty Studies) wird im Geschichtsteil eine historische Darstellung nach den jeweiligen Subtypen der Virusfamilie gemacht. D.h. erst werden die Ausbrüche des Marburgvirus, dann von Ebola Zaire, -Reston, -Sudan, usw. mit jeweiligen Epidemien und wichtigen historischen Momenten aufgearbeitet[10]. In einer anderen größeren

Abhandlung zu Ebola (Tara C. Smith, Ebola: deadly diseases and epidemics) erfolgt die Darstellung zwar historisch der Zeitachse, wobei jedoch eine lokale Trennung in der Darstellung zu vermerken ist. So wird dort im ersten Geschichtskapitel „Ebola in Africa“ die Geschichte des Virus in Afrika aufgearbeitet und das darauffolgende Kapitel „Ebola Hits Close to Home“ widmet sich der Situation in den USA[11].

Die folgende kurze Geschichtsdarstellung soll einen historischen Überblick wichtiger Stationen verschaffen, die sich im Gegensatz dazu ausschließlich an der Zeitachse und nicht an Subtypen oder örtlichen Differenzen orientiert.

[...]


[1] Siehe Smith, Ebola, S. 34; Beer, Characteristics of Filoviridae, S. 8.

[2] Mandell, Infectious Diseases, S. 2259.

[3] Kuhn, Filoviruses, S. 44 – 47. Mittlerweile sind bzw. werden in Deutschland noch zwei weitere Laboratorien der Sicherheitsstufe 4 in Betrieb genommen: Das Friedrich-Loefller-Institut auf der Insel Riems (2010) und das S4 Labor des Robert Koch Instituts in Berlin (Inbetriebnahme 2011). siehe: http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/GID177_moch letzter Aufruf 19.02.2011.

[4] Turkington, Encyclopedia of Infectious Diseases, S. 79.

[5] WHO, Fact sheet: Ebola haemorrhagic fever. Siehe http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs103/en/index.html letzter Aufruf: 19.02.2011.

[6] Siehe Marre, Klinische Infektiologie, S. 697; Adam, Die Infektiologie, S. 851; Smith, Ebola, S. 36.

[7] Siehe Marre, Klinische Infektiologie, S. 697.

[8] Siehe Smith, Ebola, S. 36 - 37

[9] Gibt man „Ebola“ als Stichwort bei PubMed ein, erhält man 1375 Suchergebnisse (Stand: 26.02.2011) mit fast ausschließlich molekularbiologischem Schwerpunkt.

[10] Vgl. Kuhn, Filoviruses, S. 59 – 96.

[11] Smith, Ebola, S.5 (“Table of Contents”).

Details

Seiten
13
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640920198
ISBN (Buch)
9783640920075
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v172209
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Institut für Geschichte der Medizin
Note
1,0
Schlagworte
Ebola Filoviren Filoviridae Geschichte Ebola Marburgvirus Thema Pandemie

Autor

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Titel: Die Geschichte des Ebolavirus