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Die Bedeutung der Kommunikation im interkulturellen Kontext im Rahmen eines international agierenden Managements

Studienarbeit 2009 30 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kommunikation
2.1 Die Bedeutung von Kommunikation
2.2 Das Kommunikationsmodell von Watzlawick
2.3 Sprache
2.4 Sprache im interkulturellen Kontext
2.5 Nichtverbale Kommunikation und deren Kulturelle Unterschiede
2.6 Para-verbale Kommunikation und deren Kulturelle Unterschiede

3. Kultur
3.1 Der Kulturbegriff
3.2 Dimensionen nationaler Kulturen nach Geert Hofstede
3.3 Das Problemgebiet der Stereotypen und des Ethnozentrismu

4. Internationales Management …
4.1 Der Managementbegriff
4.2 Internationalisierung.…
4.3 Internationales Management als Handlungsfeld des Managements
4.4 Die Berücksichtigung des Fremden Umfeld als Kernproblem des Internationalen Managements.
4.5 Anforderungen an den Globalen Manager…

5. Möglichkeiten der Problembewältigung von interkulturellen Kommunikationsproblemen im Internationalen Management
5.1 Was wird unter interkultureller Kompetenz verstanden?
5.2 Möglichkeiten zur Aneignung interkultureller Kompetenz
5.2.1 Interkulturelles Training
5.2.2 Coaching

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ein besonderes Kennzeichen der Globalisierung liegt in der ständig anwachsenden Anzahl von Unternehmen mit internationaler Ausrichtung. Nicht nur größere Unternehmen, sondern auch immer mittelständischen Unternehmen erkennen die Wettbewerbsvorteile in der Internationalen Ausrichtung. Dies führt zur einer Verschärfung des internationalen Wettbewerbs, welches mit hohen Anforderungen an global ausgerichtete Unternehmen einhergeht.

Vor diesem Hintergrund erweist sich die Internationale Kommunikation als wichtige Aufgabe um Internationale Interaktionsbeziehungen aufzubauen sowie auch zu pflegen. Die vorliegende Hausarbeit behandelt den Themenkomplex „Managementtechniken“. Fokussiert wird in diesem Kontext die Bedeutung der Kommunikation im interkulturellen Kontext im Rahmen eines Internationalen agierenden Managements.

Die vorliegende Hausarbeit behandelt den Themenkomplex „Gesprächstechniken“.

Fokussiert wird in diesem Kontext die Erarbeitung einer Handlungsrichtlinie für Führungskräfte zur Vorbereitung und Durchführung von Kundengesprächen im Rahmen einer effektiven Kundenakquisition.

Von der These ausgehend, dass Interkulturelle Kommunikation im Rahmen global agierender Manager im Hinblick auf Internationalen Unternehmenserfolg in der heutigen durch Wettbewerbsdruck und Globalisierung geprägten Zeit eine zwingende Notwendigkeit darstellt, besteht das erste Anliegen dieser Schriftarbeit darin, der Fragestellung nachzugehen, welche Bedeutung die interkulturelle Kommunikation im Rahmen des internationalen Management hat. Um dies schrittweise zu realisieren, werden in der schriftlichen Ausarbeitung auf die Begriffe des Internationalen Management, der Kommunikation sowie der Kultur eingegangen und die Problemfelder in diesen Bereichen aufgegriffen. Nachdem die Bedeutung der Kommunikation im interkulturellen Kontext für das Internationale Management klar geworden ist, besteht das zweite Anliegen der schriftlichen Ausarbeitung darin ein Lösungskonzept zu erarbeiten, um das interkulturelle Kommunikationsproblem des Internationalen Managements nachzugehen.

2.Interkulturelle Kommunikation

2.1 Die Bedeutung von Kommunikation

Die Kommunikation ist ein wissenschaftliches Gebiet, welches aufgrund seiner umfangreichen wissenschaftlichen Bedeutung nicht mit einigen Worten sich erklären lässt. Deswegen liegt es im Interesse dieser schriftlichen Ausarbeitung nur die wesentlichen Aspekte der Kommunikation anzusprechen, die für diese wissenschaftliche Ausarbeitung von Relevanz sind. In der klassischen Kommunikation unterscheidet man zwischen einem einseitigen und einem mehrseitigen Kommunikationsprozess. Im Sinne der Einwegkommunikation gibt es auf der einen Seite einen Sender, der die Nachricht encodiert, d. h Inhalte in Symbole, Zeichen und Sprache verschlüsselt. Auf der anderen Seite existiert ein Empfänger, der die gesendete Nachricht decodiert, d.h entschlüsselt. Verständigungsschwierigkeiten können entstehen, wenn die Nachricht unvollständig - z. B im Falle eines Lärms oder Rauschens beim Empfänger angekommen ist. In der Zweiwegkommunikation kann der Sender gleichzeitig Empfänger sein und umgekehrt. Die Zweigwegkommunikation versteht sich als Interaktion, d.h einem wechselbezogenen Ablauf zwischen Sender und Empfänger.1

Die Klassische Kommunikation wird insbesondere durch das Kommunikationsmodell von Shanon und Weaver (1949) dargestellt. Dieses Modell geht von der Annahme aus, dass eine Kommunikation nur dann reibungslos verläuft, wenn zwischen gesendeter und empfangener Nachricht möglichst geringe Abweichungen bestehen. Die Bedeutung der Nachricht und die auszulösende Reaktion beim Empfänger durch die Nachricht fallen hier nicht in die Betrachtung. Ein weiteres Kommunikationsmodell welches die Sichtweise von Shanon und Weaver erweitert, ist das Modell der interpersonalen Kommunikation von Theis (Theis 1992:S.266). Das Modell geht von der Annahme aus, dass nicht nur externe Faktoren den Kommunikationsverlauf beeinträchtigen können. Störfaktoren können auch beim Empfänger oder Sender liegen. Der Wahrnehmungsumfang des Empfängers kann beispielsweise durch soziokulturelle, kulturelle oder psychokulturelle Faktoren beeinflusst werden, auf die im Folgenden noch eingegangen wird2. Abgesehen von der Kommunikation, die rein auf verbaler Ebene erfolgt, erfolgt die Kommunikation ebenso auf nonverbaler Ebene. Darunter fallen die Körpersprache, die Körperhaltung sowie alle sonstigen paralinguistischen Kommunikationsweisen (wie z.B Tonfall, Lachen, Seufzen, Sprechgeschwindigkeit, Sprechpausen etc). Auch an dieser Stelle gilt es auf kulturelle Unterschiede zu verweisen, auf die im Einzelnen noch eingegangen wird3.

2.2 Das Kommunikationsmodell von Watzlawick

Watzlawick unterscheidet in seinem Modell die Kommunikation in fünf sogenannte pragmatische Axiome, das heißt Erkenntnisse, die auf Tatsachen beruhen bzw. auf einzelne Erfahrungen zurückzuführen sind.

Im ersten Axiom geht Watzlawick auf die Unmöglichkeit eines Menschen nicht nicht zu kommunizieren ein. Hier kommt Watzlwick auf die Erkenntnis, dass jedes geäußerte Verhalten, sei sie in Form eines direkten Handels, Nichthandelns, Sprechens oder Schweigens eine Absicht impliziert etwas mitzuteilen. Die Unmöglichkeit des Nichtkommunizierens zeigt sich insbesondere darin, dass durch die oben genannten Formen des Verhaltes andere beeinflusst werden können. Durch das geäußerte Verhalten erfolgt eine Reaktion, sodass zwangsweise eine Kommunikation stattfindet. Watzlawick führt hierzu das Beispiel eines Mannes in einem überfüllten Wartesaal an, der ständig auf dem Boden starrt oder mit geschlossenen Augen dasitzt. Dieser signalisiert mit seinem Verhalten, dass er sich nicht auf eine Diskussion einlassen möchte. Die anderen Personen im Wartesaal reagieren dementsprechend, in dem sie den Mann nicht ansprechen. Sie erkennen, dass dieser wenig gesprächig ist4.

Im zweiten Pragmatischen Axiom geht Watzlawick auf die Inhalts- und Beziehungsaspekte der Kommunikation ein. Hier geht es darum dass der Sender einer Nachricht, neben der Mitteilung der Nachricht beabsichtigt beim Empfänger ein bestimmtes Verständnis der Nachricht zu erzielen. Dieses Verständnis soll Aufschluss darüber verleihen, wie der Sender seine Beziehung zum Empfänger subjektiv empfindet. Zur Verdeutlichung führt Watzlawick das Beispiel einer Frau A, die auf die Halskette der Frau B zeigt. Hier drückt die Frau A mit der Art, wie sie die Frage stellt, sowie mit ihrer Tonlage und Mimik entweder Freundlichkeit, Eifersucht oder eine sonstige Einstellung zur Frau B aus. Die Frau B kann die Definition der Beziehung akzeptieren oder ablehnen. Weiterhin gilt es anzumerken, dass der Inhaltsaspekt sowie der Beziehungsaspekt je nach Art der Beziehung hinsichtlich ihrer Bedeutungen für die Kommunikation unterschiedlich in den Vordergrund geraten. Man unterscheidet hier zwischen guten und schlechten Beziehungen.

Bei harmonischen bzw. gut laufenden Beziehungen fällt der Beziehungsaspekt eher in die geringe Betrachtung, wohingegen der Inhaltsaspekt mehr an Bedeutung gewinnt. Schlecht laufende Beziehungen dagegen richten ihre Aufmerksamkeit viel stärker auf den Beziehungsaspekt, wohingegen der Inhaltsaspekt in der Beziehung eher untertaucht.

Im dritten pragmatischen Axiom geht Watzlawick auf die Interpunktion von Ereignisfolgen ein. Unter diesem Axiom bezieht sich Watzlawick auf das wechselhafte Verhalten zweier Kommunikationspartner. Diese Erkenntnis begründet Watzlawick damit, dass ein bestimmtes Verhalten e]ines Kommunikationspartners ein Reiz für den anderen Kommunikationspartner darstellt ein bestimmtes Verhalten auszulösen. Hierauf folgt wieder ein bestimmtes Verhalten des anderen. So stellt jedes ausgelöste Verhalten gleichzeitig einen Reiz sowie eine Reaktion im Interaktionsprozess dar. Im Bereich der Interpunktion von Ereignisfolgen können auch Unstimmigkeiten entstehen. Watzlawick verdeutlicht dies anhand eines bekannten Eheproblems, in dem ein Mann eine passive zurückgezogene Haltung gegenüber der Frau zeigt, während die Frau ständig herummäkelt. Aus Sicht des Ehemannes wird sein Verhalten als Reaktion verstanden, der genervten Ehefrau aus dem Weg zu gehen. Das Verhalten des Ehemannes wird aus Sicht der Ehefrau missverstanden, in dem sie das Zurückziehen des Ehemannes als eine Art Vernachlässigung bzw. geringer Aufmerksamkeit versteht. Somit betrachtet sie das Verhalten des Ehemannes ihr gegenüber als Ursache für ihr genervtes Verhalten. Das Beispiel zeigt, dass Interaktionsabläufe auf beiden Seiten unterschiedlich verstanden werden können. Das Misslingen solcher Interaktionen ist darauf zurückzuführen, dass die Fähigkeit seitens beider Interaktionspartner fehlt über die eigentliche Definition der Beziehung sich im Klaren zu sein5. Im vierten pragmatischen Axiom geht Watzlwick auf die digitale und analoge Kommunikation ein. Hier erklärt Watzlwick, dass beide Kommunikationsformen eine Ausdrucksmöglichkeit für Objekte darstellen können. Watzlawick beschreibt die digitale Kommunikationsmöglichkeit als Ausdrucksform, in der Namen und Wörter für die Beschreibung von Objekten rein zufällig ausgewählt werden. Für die zufällige Auswahl gibt es keinerlei Begründung, weswegen bestimmte Wörter eine Beziehung zu einem Objekt darstellen sollen. In der sprachlichen Kommunikation besteht lediglich ein Konsens in der Beziehung zwischen Wort und Objekt. Bei der analogen Kommunikation erbietet sich dagegen die Möglichkeit eine Ähnlichkeitsbeziehung zum beschreibenden Gegenstand aufzubauen. Dies wird bewirkt in dem man sich der Zeichensprache bedient bzw. bestimmte Ausdrucksgebärden verwendet um eine bestimmte Beziehung zu einem Objekt zu beschreiben. Eine weitere Begleiterscheinung der analogen Kommunikationsweise ist die Gestik, die eine weitere Unterstützende Rolle in der Beschreibung spielt6.

In Analogie zur digitalen und analogen Informationstechnologie macht Watzlwick darauf aufmerksam dass in der zwischenmenschlichen Kommunikation der digitale Aspekt im Gegensatz zum analogen viel umfangreicher und abstrakter gehalten wird. Der digitale Aspekt beinhaltet beispielsweise viele elementare Wörter, die sich aufgrund des Grades ihrer Abstraktion nicht analog beschreiben lassen. Weiterhin gilt anzumerken, dass die analoge Kommunikationsweise viele widersprüchliche Bedeutungen in sich trägt. Zur Verdeutlichung verwendet Watzlawick hierzu das Beispiel von Tränen und Lächeln an. Hier erklärt er, das Tränen einerseits den Ausdruck des Schmerzes andererseits den Ausdruck von Freude verleihen können. Durch das Lächeln kann Sympathie sowohl auch Verachtung empfunden werden.7. Einen weiteren Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, ist, dass in bestimmten Fällen die Übersetzung der analogen Kommunikation in die digitale Kommunikation Probleme aufwerfen kann. Zur Erklärung dieses Problems führt Watzlwick das Beispiel einer vorehelichen Beziehung an, die durch Heirat zu einer gesetzlich geregelten Ehe wird. Durch den Heiratsakt können neue Fragen hinsichtlich der Definition der neuen Beziehung entstehen. So können fragen hinsichtlich der Dauer und Gebundenheit der Beziehung entstehen. Das zeigt, dass die Digitalisierung Einfluss auf eine bisher analog erlebte Beziehung haben kann8.

2.3 Sprache

Sprache als Form der verbalen Kommunikation ist der elementare Bestandteil der zwischenmenschlichen Kommunikation.

In der Literatur ist überwiegend eine einheitliche definitorische Bedeutung zur Sprache vorzufinden. „Helmut E. Lück definiert die Sprache als begrenztes System von Zeichen, mit dem eine -im Prinzip unendliche Vielzahl von Aussagen möglich ist“( Helmut E. Lück, 1993, S.51). Ähnlich definiert M.v Lewinski die Sprache als „symbolhaft vedichtetes System“(M.v.Lewinski, 2006, S.89). Jedoch erweitert er zur weiteren Erklärung die Sprache um die Kognition, auf die die Entwicklung der Sprache zurückzuführen ist. „Nach M.v. Lewinski ist die Sprache eine Transformationein bzw. ein Ausdruck gedanklichen Begreifens wahrgenommen Lebenssachverhalte“(M.v.Lewinski, 2006, S.90). Durch die Aussage von Lewinski lässt sich feststellen, dass die Sprache nicht lediglich als System von symbolischen Zeichen aufgefasst werden kann, sondern ebenso sich aus erlebten Tatsachen, Erkenntnissen und Erfahrungen in der Umwelt entwickelt hat. Die Inhalte der gewonnenen Erkenntnisse aus der Umwelt werden dann im Rahmen der zwischenmenschlichen Kommunikation austauschbar. In der Sprache wird die Umwelt des Menschen kategorial erfasst. Die Kategoriale Erfassung erfolgt über das Innere Befinden des Menschen beispielsweise in Form von Vorstellung über die wahrnehmbaren Sacherverhalte in der Außenwelt des Menschen. Die gebildete Kategorie zur Erfassung eines bestimmten Lebenachverhalts repräsentiert einen Ausschnitt an erlangten Erfahrungen und Erkenntnissen. Diesen Kategorien werden Begriffe zugewiesen, die die Kriterien zur Abgrenzung von anderen Begrifflichkeiten erfüllen sollen9. Zu Berücksichtigen ist, dass neben der rein physischen Kategorisierung von Lebensgegebenheiten auch eine psychische Kategorisierung möglich ist. Dies erweitert den Umfang der Sprachlichen Kommunikation. So kann eine Kategorisierung auf der Grundlage nichttatsächlicher Gegebenheiten stattfinden. Ein Beispiel dieser Art der Kategorialen Erfassung, welche im Bewusstsein des Menschen stattfindet, ist die Vorstellungen über realitätsferne Gegebenheiten. Diese spielen sich in der Phantasie des Menschen ab. Darunter fallen Utopien, sittliche und rechtliche Normen sowie religiöse Überzeugungen. Diese Punkte sind räumlich und zeitlich nicht erfassbar. Die Sprache bereitet ebenfalls die Möglichkeit über den Bedeutungsinhalt verwendeter Begrifflichkeiten für die Kategorisierungen von Lebenssachverhalten zu kommunizieren. Dies erfolgt unter der Voraussetzung, dass ein breites engverknüpft koordinierendes Netz an Begrifflichkeiten besteht. Diese Möglichkeit verhilft dazu neue Hinsichten über Lebensgegebenheiten zu generieren ohne sich mit diesen auseinandergesetzt zu haben. Somit können Menschen von Erfahrungen und Erkenntnisse anderer Gebrauch machen, in dem bereits vorhandene Hinsichten über Lebenachverhalte zu Eigen gemacht werden. Somit wird das Denken und Verstehen anderer selbst angewendet. Ein Beispiel welches an dieser Stelle zu erwähnen gilt, ist das Kommunizieren über die aus Erfahrungen entwickelten Bedürfnisse. Erkennt der Mensch im Rahmen seiner sprachlichen Kommunikation, dass dieses Bedürfnis ein tatsächliches Bedürfnis darstellt, so können diese Bedürfnisse auf eigene projiziert werden. Die sprachliche Kommunikation kann also dazu dienen, Probleme zu beseitigen, worin eine Unfähigkeit des Menschen besteht eigene Defizite erkennen10.

2.4 Sprache im interkulturellen Kontext

Wie bereits angesprochen entwickelt sich die Sprache aus den erlebten Tatsachen, Erkenntnissen und Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt. Dies liefert die Begründung, weshalb bei unterschiedlichen Kulturen die Umwelt anders wahrgenommen wird. Alle Mitglieder einer Kultur besitzen eine vergleichbare Art die Wirklichkeit ihrer umgebenen Umwelt zu interpretieren11. Treffen nun zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander, so können sprachliche interkulturelle Missverständnisse entstehen. Ein Grund für diese sprachlichen Missverständnisse liegt in dem Versuch eine kulturelle Sprache in eine andere zu übersetzen. Ein Beispiel für eine nur sinngemäß mögliche Übersetzung, wäre die Übersetzung des englischen Ausdrucks ,,to be upset``. Vorzufindende Übersetzungen für diesen Ausdruck sind bestürzt, geknickt sowie aufgeregt. Aufgrund der Tatsache dass sich Briten und Deutsche in ihrem Ausdruck von Gefühlen unterscheiden können, kann der Versuch einer solchen Übersetzung zu Missverständnissen führen. Ein weiteres Beispiel welches eine Erkenntnis für die mögliche Entstehung von Missverständnissen liefert, ist dass eine Kultur in Bezug auf ihre Lebensbedingungen mehrere Möglichkeiten des Vokabulars besitzen kann. Als Beispiel ist die Französische Kultur zu erwähnen, die weltweit für ihre Kochkunst bekannt ist. Hier ist es üblich, dass ein umfangreiches Vokabular verwendet wird, was eine Übersetzung in die eigene kulturelle Sprache erschweren kann12. Ein weiteres Problem welches an dieser Stelle zu erwähnen gilt, ist, dass in den Kulturen ein unterschiedlicher Wortschatz genutzt wird. Ein Beispiel hierfür zeigte eine Unterhaltung des ehemaligen Präsidenten Heinrich Lübke mit dem derzeitigen amerikanischen Präsidenten. Hier machte der deutsche Präsident den amerikanischen Präsidenten in einer übersetzen deutschen Umgangssprache(,,sie sind schwer auf dem Holzweg''-,,You are heavy on the woodway") auf einen Irrtum aufmerksam. Diese Bemerkung ließ die Beteiligten an der Unterhaltung mit offenen Fragen zurück. Ein weiteres kulturelles Phänomen ist in Osterreich zu bemerken. Hier ist es üblich, dass man unter vertrauten Kollegen sich eines schimpfwortähnlichen Wortschatzes bedient. Diese Art der Redensform kann in Deutschland dazu führen, dass Menschen sich trennen. In Österreich dagegen ist dies ein Zeichen um zwischenmenschliche Nähe auszudrücken13.

2.5 Nichtverbale Kommunikation und deren Kulturelle Unterschiede

Ein wichtiger Bereich der Kommunikation, der neben der sprachlichen Kommunikation nicht außer Acht gelassen werden darf ist die Nonverbale Kommunikation. In der nonverbalen Kommunikation bedient sich der Mensch verschiedener Formen nicht-sprachlicher Kommunikationsweisen. Die verschiedenen Formen nicht-sprachlicher Kommunikationen erfolgen durch die Körpersprache14.

Körperlicher Kontakt. Als ersten Bestandteil der nonverbalen Kommunikationsform gilt es den Körperlichen Kotakt zu erwähnen. Der Körperliche Kontakt, der in der zwischenmenschlichen Kommunikation stattfinden kann, deutet eine Art Vertrautheit zwischen den Kommunikationspartnern. In der Zwischenmenschlichen Kommunikation zwischen der Mutter und ihrem kleinen Kind, kann das Streicheln der Mutter als Zuneigung gedeutet werden. Bei einem Trainer, der seinem Sportler auf die Schulter klopft, kann dies als motivierend ausgelegt werden. Einen wichtigen Aspekt, den es in dieser Form der nonverbalen Kommunikation zu berücksichtigen gilt sind die kulturellen Unterschiede. Hierin besteht das Problem, dass bestimmte körperliche Kontakte, die in der Kommunikation einer bestimmten Kultur üblich ist von anderen Kulturen falsch interpretiert werden. So sind Beispiele das gegenseitige Küssen (Wange, Mund, Hand), das an dem Arm oder an die Schulter Halten sowie das Kneifen an die Wange typische Formen kulturspezifischer Körperkontakte, die auftreten können15.

Als Beispiel für eine Fehlinterpretation kulturspezifischer körperlicher Kontakte kann die typische Begrüßungsform zwischen russischen Männern sowie auch zwischen arabischen Männern aufgegriffen werden. In Russland ist es beispielsweise üblich, dass sich Männer in einer Begrüßung küssen, wohingegen in einigen arabischen Ländern es eine Eigenart ist, sich während der Begrüßung die Hände zu halten. Diese Art der körperlichen Kontakte können im überwiegenden Teil des Europäischen Raumes als unangenehm empfunden werden16.

Distanz. Ein weiterer Teilaspekt in der Nonverbalen Kommunikation, ist die Wahrung einer bestimmten Distanz im zwischenmenschlichen Kommunikationsprozess. So gibt es Menschen, denen man durch Haltung einer geringen Distanz zur Nahe treten kann und dies als äußerst unangenehm finden. So fassen einige Menschen das Halten einer knappen Distanz als Eingriff in ihr persönlich definiertes Territorium, und führen zu einem Unwohlsein seitens des Betroffenen. Auch in der Distanz gibt es kulturelle Unterschiede. Vergleicht man beispielsweise Südamerikaner und Südeuropäer mit Mitteleuropäern und Nordamerikanern, so lässt sich feststellen, dass die erst genannte Gruppe in Gesprächen viel dichter zusammensteht als die zweitgenannte Gruppe. Treten solche Gruppen aufeinander, so kann das kulturell geprägte Distanzverhalten der Südamerikaner beim Nordamerikaner als Bedrängnis empfunden werden17. Blickkontakt. Die Blickrichtung sowie mögliche Bewegungen in der Gesichtsmuskulatur der Augenregionen können im Rahmen zwischenmenschlicher Interaktionen wesentliche Steuerungsfunktionen erfüllen. So kann ein Blickkontakt eine Feedbackreaktion liefern und zeigt eine gewisse Aufmerksamkeit seitens des Zuhörers. Alltagsgeschehen zeigen jedoch auch, dass ein fehlender Blickkontakt seitens des Sprechers beim Sprecher Sicherheit verleihen kann. Dies zeigt sich oftmals in Form eines geringeren Stotterns. Ein fehlender Blickkontakt seitens des Zuhörer kann jedoch auch beim Sprecher zu Irritationen führen und auf andere Bereiche er Mimik, wie dem Mund lenken18.

[...]


1 Vgl. Helmut E. Lück, 1993, S.51

2 Vgl. Nicole Warthun, 2007, S.11f.

3 Vgl. Paul Watzlawick, 1996, S.51

4 Vgl. Paul Watzlawick, 1996, S.52ff

5 Vgl. Paul Watzlawick, 1996, S.53ff

6 Vgl. Paul Watzlawick, 1996, S.62ff

7 Vgl. Paul Watzlawick, 1996, S.64ff

8 Vgl. Paul Watzlawick, 1996, S.66ff

9 Vgl. M.v.Lewinski, 2006, S.94f.

10 Vgl. M.v.Lewinski, 2006, S.98f

11 Vgl: Zimbardo/Gerring (1996), S.176

12 Vgl. Christin Emrich, 2007, S.130

13 Vgl: Christin Emrich, 2007, S.134ff.

14 Vgl. M.v.Lewinski,2006, S.168

15 Vgl. Helmut E. Lück, 1993, S.58f

16 Vgl. Christin Emrich, 2007, S.140

17 Vgl. Helmut E. Lück, 1993, S.60f

18 Vgl. Helmut E. Lück, 1993, S.63f.

Details

Seiten
30
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640915156
ISBN (Buch)
9783640915231
Dateigröße
718 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v171901
Institution / Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
interkulturelle Kommunikation internationales Management Kommuikation global agierendes Management

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