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Zur Bedeutung der Gesundheitswissenschaft für die Pflege am Beispiel der Prävention

von Katja Richter (Autor)

Hausarbeit 2011 23 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gesundheitswissenschaften/ Public Health
2.1 Definition von Gesundheit und Krankheit
2.2 Medizin und Gesundheitswissenschaft im Vergleich
2.3 Pflegewissenschaft

3 Prävention in Abgrenzung zur Gesundheitsförderung
3.1 Prävention nach dem Zeitpunkt
3.1.1 Primärprävention
3.1.2 Sekundärprävention
3.1.3 Tertiärprävention
3.2 Prävention nach der Zielgröße
3.2.1 Verhaltensprävention
3.2.2 Verhältnisprävention
3.3 Prävention nach der Methode
3.3.1 Präventivmedizin
3.3.2 Gesundheitsaufklärung und –beratung
3.3.3 Gesundheitserziehung und –bildung
3.3.4 Gesundheitsselbsthilfe und Gesundheitspolitik

4 Gewaltprävention in der Pflege
4.1 Definition von Gewalt
4.2 Einteilung der Gewalt
4.3 Phasen der Gewalteskalation
4.4 Ursachen der Gewalt
4.5 Professionell gegenüber Gewalt
4.6 Wie kann man präventiv tätig werden, um Gewalt zu verhindern

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abb.1: Das Selbstverständnis von Old Public Health,

New Public Health und Health Science/

Gesundheitswissenschaften. Quelle: Hurrelmann 1998, S.31

Abb. 2: Medizin und Gesundheitswissenschaften im Vergleich

Quelle: Willig 2005, S.21 [Eigene Darstellung]

Abb. 3: Unterschiede zwischen Prävention und Gesundheitsförderung

Quelle: Willig 2005, S.28 [Eigene Darstellung]

Abb. 4: Zusammenhang zwischen den Handlungsfeldern der

Gesundheitspädagogik in der Prävention und Gesundheitsförderung

Quelle: Hartmann/ Siebert 2008, S.7

Abb. 5: Einteilung der Gewalt in Gewaltformen. Quelle: Theunert 2000,

S.61 [Eigene Darstellung]

1 Einleitung

Nach dem ICN-Ethikkodex haben Pflegende vier grundlegende Aufgaben: Gesundheit zu fördern, Krankheit zu verhüten, Gesundheit wiederherzustellen und Leiden zu lindern.

Demzufolge ist die Pflege unabdingbar, denn es wird immer ein universeller Bedarf an Pflegende für alle Bereiche des Gesundheitswesens geben. Das Gesundheitswesen in Deutschland befindet sich in einer schwierigen Situation, denn mit seinen aktuellen Problemen und Zukunftsaussichten ist es ein Dauerbrenner in der politischen Arena. Die Berufsgruppe der Pflege muss sich im täglichen Leben mit vielen verschiedenen Situationen auseinandersetzen und darauf richtig reagieren. Außerdem stehen sie einer sehr hohen Belastung entgegen (Personalmangel, schlechte Arbeitsbedingungen, hoher Krankheitsstand). In diesem Sinne soll untersucht werden, welchen Einfluss die Gesundheitswissenschaft auf die Pflege hat. Dies wird am Beispiel der Prävention verdeutlicht. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Gesundheitswissenschaft im Vergleich zu anderen Disziplinen, wie der Pflegewissenschaft. Anschließend wird die Prävention von der Gesundheitsförderung abgegrenzt und es wird vertieft auf das Thema der Prävention eingegangen.

Gewalt in der Pflege ist immer noch ein großes Tabuthema in unserer heutigen Gesellschaft. Wer ist nicht überrascht und zugleich schockiert, wenn über Gewaltverbrechen in der Pflege berichtet wird. Aber was für die Allgemeinheit gilt, gilt auch für den Bereich des Gesundheitswesens. Beim Aufeinandertreffen von Pflegenden und Gepflegten kann es unter Umständen zu verschiedenen Gewaltformen kommen. Deshalb soll im letzten Kapitel verdeutlicht werden, welche Ursachen Gewalt haben können und wie man sich ihnen stellen kann.

2 Gesundheitswissenschaften/Public Health

Es war ein langer Weg bis sich die Gesundheitswissenschaften in Deutschland etabliert haben. Die Gesundheitswissenschaften „befassen sich mit den körperlichen, psychischen und gesellschaftlichen Bedingungen von Gesundheit und Krankheit.“ ( Vgl. Hurrelmann 1998, S.17) Von Public Health zur Gesundheitswissenschaft – oder den wissenschaftlichen Bereichen von Old Public Health, New Public Health und Health Science/Gesundheitswissenschaften. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abb. 1: Das Selbstverständnis von Old Public Health, New Public Health und Health Science/ Gesundheitswissenschaften (Vgl. Hurrelmann 1998, S. 31)

Public Health wird definiert als „…Wissenschaft und die Praxis der Verhütung von Krankheit, der Lebensverlängerung und der Förderung seelischer und körperlicher Gesundheit… .“ (Vgl.Willig 2005, S. 22)

Old Public Health, die sich auf vier wichtige Bezugswissenschaften bezieht:

- Mikrobiologie, Lehre von den krankmachenden Kleinstlebewesen
- Epidemiologie, Lehre von der Verbreitung von Krankheiten
- Hygiene, Lehre vom Gesundheitsschutz
- Prävention, die Vorbeugung (Vgl. Willig 2005, S.22)

Mit diesen wissenschaftlichen Maßnahmen sollten gesundheitlich unterversorgte Bevölkerungsgruppen und sozial gefährdete Gruppen (z. B. Alleinerziehende, Menschen mit niedrigem Bildungsniveau, Behinderte) angesprochen werden.

Der Adressatenkreis von New Public Health hat sich erweitert und spricht nun alle Bevölkerungsgruppen an. Das Aufgabengebiet von Public Health hat sich mit der Zeit vergrößert und es wurden weitere Bereiche hinzugezählt:

- Umwelthygiene und Ökologie, um zu untersuchen, wie Umweltbedingungen krank machen können, und wie Umweltschutz zur Gesundheit beiträgt
- Sozialhygiene, um zu erforschen, wie das Zusammenleben von Menschen mit dem Auftreten von Krankheiten zusammenhängt, und wie menschliches Miteinander gesundheitsfördernd gestaltet werden kann
- Forschung über Gesundheits- und Versorgungssysteme (Gesundheitsökonomie), um zu untersuchen, welche Möglichkeiten und Grenzen Gesundheitssysteme und Systeme sozialer Sicherung haben, und ob die Systeme effektiv und effizient arbeiten (Vgl. Willig 2005, S. 23)

Der Begriff Health Sciences hat sich etabliert und enthält „die wesentlichen Schwerpunktgebiete von Old und New Public Health.“

2.1 Definition von Gesundheit und Krankheit

Wann ein Mensch gesund oder krank ist wird stark beeinflusst von der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die WHO beschreibt Gesundheit als ein „Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ Gesundsein hängt nicht allein vom Wohlbefinden ab, sondern es muss ein inneres Gleichgewicht in jedem Menschen herrschen.

Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und muss Körper, Geist und Seele in Einklang bringen, d.h. sich auch mit den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Anforderungen der Mitmenschen und der Umwelt auseinander setzen. „Die medizinische Versorgung trägt mit ihren präventiven Leistungen (z.B. Impfungen) sowie ihrer kurativen Möglichkeiten zum Gesundheitszustand der Bevölkerung bei.“ (Vgl. Gutzwiller/Paccaud 2007, S.14) Krankheit wird oft als Gegenteil von Gesundheit gesehen, jedoch bedeutet Krankheit nicht „das vollständige Fehlen von Gesundheit, sondern das Überwiegen der beeinträchtigenden Faktoren, die vom Kranken zurzeit nicht ausgeglichen werden können.“ (Vgl. Menche 2004, S. 9)

2.2 Medizin und Gesundheitswissenschaft im Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Medizin und Gesundheitswissenschaften im Vergleich (Vgl. Willig 2005, S.21) [Eigene Darstellung]

Mit diesem Vergleich soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Gesundheit und Krankheit mit der Salutogenese besser verstanden werden kann als mit der Pathogenese. Die Pathogenese orientiert sich am „Ursache- Wirkung- Prinzip.“ (Vgl. Menche 2004, S. 10) Dagegen entwickelte der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky das Modell der Salutogenese, bei dem besonders gesundheitsfördernde Aspekte im Vordergrund stehen.

2.3 Pflegewissenschaft

Die Pflegewissenschaft beschäftigt sich mit dem Menschen und seinem Gesundheitszustand und hat „die Aufgabe, Erfahrungen und Kenntnisse aus dem gesamten Pflegebereich mit wissenschaftlichen Methoden zu erforschen und zu bewerten. Eines ihrer Forschungsthemen ist: die Wirksamkeit von Pflegehandlungen zu prüfen, zu beweisen oder zu widerlegen.“ (Vgl. Willig 2005, S. 35) Die Pflegewissenschaften sind den Sozialwissenschaften zuzuordnen und schließt die Bereiche der Pflegepraxis, der Pflegetheorie und Pflegeforschung mit ein. „Vorrangiges Ziel der Pflegeforschung ist es, durch die Entwicklung von wissenschaftlich fundiertem Grundlagenwissen die Pflegequalität zu sichern und zu verbessern.“ (Vgl. Menche 2004, S. 31) Dabei werden bei der Pflegeforschung zwei Ansätze unterschieden: der quantitative und der qualitative Forschungsansatz. Demzufolge ist die Pflegewissenschaft eine praktische Wissenschaft, die ihre Wurzeln im US- amerikanischen Raum Anfang des 20. Jahrhunderts haben. Somit ist die Geschichte der Pflegewissenschaft noch relativ jung. Von dem Us- amerikanischen Raum ausgehend entwickelte sich die Akademisierung verschiedener Pflegestudiengänge Richtung Europa mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Erst in den 80er/90er Jahren entstanden einige Pflegestudiengänge in Deutschland. Schon daran erkennt man, dass Deutschland im internationalen Vergleich deutlich zurück hängt und einen immensen Nachholbedarf hat. Den Gegenstandsbereich der Pflegewissenschaften kann man anhand dessen beschreiben, was professionelle Pflege ausmacht.

Professionelle Pflege wird durch verschiedene Berufe ausgeübt (z. B. Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in und Altenpfleger/in). Die Professionalität ist somit durch drei Schlüsselqualifikationen gekennzeichnet:

- Fachkompetenz: Kenntnisse , Fähigkeiten und Fertigkeiten
- Sozialkompetenz: Fähigkeit zur Zusammenarbeit im Team, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Empathiefähigkeit bei gleichzeitiger Wahrung der Distanz
- Persönlichkeitskompetenz: Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, (Lern) Motivation, Kritikfähigkeit, Reflexionsfähigkeit (Vgl. Menche 2004, S. 22)

Die professionelle Pflegefachkraft hat die Verantwortung für die Planung, Durchführung und Evaluation des Pflegeprozesses. Der Pflegeprozess besteht nach Fiechter/ Meier aus sechs sich gegenseitig beeinflussenden Phasen:

- Informationssammlung
- Erkennen von Problemen und Ressourcen des Patienten
- Festlegung der Pflegeziele
- Planung der Pflegemaßnahmen
- Durchführung der Pflege
- Beurteilung der Wirkung der Pflege auf den Patienten

[...]

Details

Seiten
23
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640914234
ISBN (Buch)
9783640914517
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v171822
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
2,3
Schlagworte
Hausarbeit Gesundheitswissenschaft

Autor

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