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Alexander der Große

Der Befreier Ägyptens: Neue Väter - Neue Städtegründung

Hausarbeit 2010 15 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Altertum

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Vorgeschichte
2.1 Ägyptens Pharaokult
2.2 Annäherung zweier Hochkulturen

3 Alexanders Wirken in Ägypten
3.1 Pharaokrönung
3.2 Gründung von Alexandreia
3.3 Aufbruch zur Oase in Siwa
3.4 Neuordnung Ägyptens

4 Schlussgedanken und Beurteilung

5 Quellen- und Literaturverzeichnis
5.1 Primärquellen
5.2 Sekundärquellen
5.3 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Auf dem Persienfeldzug gegen Dareios III machte Alexander noch eine Exkursion nach Ägypten, wo er unter anderem das berühmte Orakel in Siwa besuchte.

Napoleon sagte über diese Reise:

Was ich am meisten bewundere, ist sein politisches Gespür. Es war ein schlauer Schritt nach Siwa zu gehen. Ja, ich hätte auf der Stelle eine Pilgerfahrt nach Mekka gemacht, wenn mir das geholfen hätte, die Welt zu erobern.“

Die Meinungen über die Bedeutung und Nützlichkeit dieser Abschweifung zum „Wunderland“, unterscheidet sich in der Forschung erheblich. Es gibt welche die behaupten, es sei völlig unnütz und gefährlich, wobei andere sie als eine durchaus erforderliche Maßnahme zur Machtergreifung im mittleren Osten ansehen.1

Arrian behauptet der Auftakt nach Ägypten sei[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]2Sein [Alexanders] ursprüngliches Ziel “ gewesen.

Diese Hausarbeit befasst sich mit der Fragestellung, inwiefern die Aussage von Arrian stimmt und möchte herausfinden, ob Alexander durch gründliches Wissen über Ägypten den Abstecher dort hin geplant hatte oder ob er nur für ihn günstige Chancen weise genutzt hat.

Leider sind die Quellen über Alexanders Zeit zu ungenau und teilweise der Glaubhaftigkeit durchaus anzuzweifeln, da Alexander ein mächtiger Mann war und wusste, wie gut positive Berichte auf nachfolgende Generationen wirken. Er selbst, las die Epen des Homer mit Genuss, oft genug, dass er sie sogar teilweise auswendig konnte. Propaganda war schon immer ein Mittel der Herrschenden, um ein bestimmtes Bild unter das Volk, ja auch zu anderen Völkern zu verbreiten. Die Primärquellen sind uns, außer Münzen und sonstige Inschriften nicht erhalten. Alles was wir haben, im literarischen Bereich, sind Sekundärquellen. Außer Fragmente von Kallisthenes, finden wir als frühestes vollständig vorhandenes Geschichtswerk über Alexander die Niederschrift von Diodor, erhalten im siebzenten Buch der „Bibliothéke historiké“ aus dem ersten Jahrhundert vor Christus.

Die Geschichtsschreibung tendierte schon seit je her, zur Fokussierung auf die Sieger. Viele schreiben über große Errungenschaften von „großen“ Menschen. Wobei Berichte von solchen, immer mit Vorsicht zu genießen sind.

Trotz aller Textkritik und Bemühungen der Wahrheitsfindung in der Erforschung inmitten aller auffindbaren Quellen, schreien die Konsequenzen der Taten immer noch lauter, als jedes aufgeschriebene Wort von Historikern.

Den noch heute durch Überlieferung bekannten Taten von Alexander dem Großen, von der Ankunft in Ägypten bis hin zum Auszug und Aufmarsch zur Fortführung seines Persienfeldzuges, werden wir uns nun zuwenden.

2 Vorgeschichte

2.1 Ägyptens Pharaokult

Bevor wir verstehen können was, wie und warum Alexander so manches in Ägypten tat, müssen wir einen Einblick in die alte Geschichte dieses wundersamen Landes bekommen.

Ägypten ist ein Land, bei welchem, wie bei keinem anderen, eine tiefe Verflechtung von Religiosität und Staat vorherrscht. Dieses sieht man besonders in der Rolle und Figur des Pharaos. Seit der ersten Dynastie um ca. 3100 v. Chr. ist die Regierungsform die absolute Monarchie, mit dem Pharao als Oberhaupt.3 Als Sohn des Re ist er „ nicht nur der politisch- militärischer Anführer, sondern zugleich Garant der Nielüberschwemmung. 4 Dies zeigt uns, wie sehr eine Führung des Alltags von den Göttern durch den Pharao erwartet wird. Als Pharao ist er auch der einzige dem es erlaubt ist Opfer- und Kulthandlungen zu vollziehen. Alle nicht von ihm selbst erbrachten Handlungen, werden mit der Weiheformel „ ein Opfer, das der König gibt “ oder „ der König gibt das Opfer “ beginnend vollzogen.5

In der heutigen Forschung ist es jedoch umstritten, ob der Pharao nun als ein Sohn des Gottes Re oder nur als Diener der Götter angesehen wurde. Zum einen, liegt es schon in seinem Titel „Sohn des Re“ und nicht nur das, sie verstanden sich als genalogische Abkömmlinge des Sonnengottes. Zum anderen ist ersichtlich, dass sie durch Anbetracht ihrer Aufgaben, nur Diener der Götter waren und somit nur das Amt des Pharaos die Göttlichkeit innehatte.6 Dazu entspricht auch die Tatsache, dass die Könige erst mit Amtsantritt als Sohn des Re betitelt wurden und nicht schon seit der Geburt. Wenn doch sie als solche erzogen wurden. Auch ist die ständige Verantwortung hinsichtlich des sakralen Dienens der Könige für ihren Vater Re so stark, dass ihre Göttlichkeit dadurch eher gemindert wird, da solch eine Bürde nur den Menschen auferlegt wird.

Hierbei sollten wir jedoch zwischen antiker polytheistischer Göttervorstellung und dem monotheistischen allmächtigen einzigen Gott differenzieren. In altertümlichen Gottesvorstellungen kam es durchaus vor, fehlbare, launische und sogar sterbliche Götter zu haben. Manchmal bekriegten sich sogar Götter gegenseitig, wobei auch jemand daran sterben und verlieren kann. Deshalb lassen die damaligen Vorstellungen eines Gottes oder des Sohnes eines solchen, einen Pharao in Gottstatus zu.

2.2 Annäherung zweier Hochkulturen

Im 7. Jahrhundert vor Christus wurde Ägypten von den Assyrern erobert. Da die Ägypter die Herrschaftsführung immer mit der Ausübung ihrer religiösen Bräuche verbanden, missfiel es ihnen, wie Assyrien sich nicht darum kümmerte, was es im neu eroberten Land so an Gebräuchen für den Herrscher gab, ja selbst der Pharaotitel wurde als nutzlos angesehen.7

Dazu im Kontrast stand die vorherige, noch nicht vergessene Fremdherrschaft durch Nubien, bei der die Legitimation der Götter eher im Vordergrund lag.8

Einen großen Vorteil hatte Ägypten jedoch durch seine Lage. Die große Entfernung, die hohen Kosten für die Beherrschung wurden den Assyrern irgendwann zu viel.9 Deshalb ließen die Assyrer Necho und seinen Sohn Psammetich I als Könige einsetzen, was zur Folge hatte, dass Ägypten nun etwas unabhängiger von den Fremdherrschern war. Dies war sowas wie ein neuer Aufschwung für die Ägypter. Nach der Zeit des Aufatmens wurde Assyrien von den Babyloniern überrannt und Ägypten machte sich unabhängig.

Schon unter Psammetich I gab es Annäherungen der Ägypter zu den Griechen.

J.H. Breasted sagt dazu folgendes: „Die immer lebhafter werdende Verbindung zwischen Ägypten und den griechischen Staaten führte bald zu beständigen und bis zu einem gewissen Grade innigen Beziehungen zwischen beiden Völkern. Den gut bezahlten griechischen Soldaten, deren überlegene Kriegskunst Psammetich einst bei seiner Eroberung des Landes verwendet hatte, folgten immer neue dienstwillige Landsleute, und durch diese sowohl wie durch die hin und her ziehenden Kaufleute und Schiffer gelangte eine stetig wachsende Fülle von Nachrichten und Sagen in das griechische Mutterland, die von der neuen und fremdartigen Welt der Ägypter erzählten“ 10

Der König Amasis, der, wie Herodot11 berichtet, den Griechen wohlwollend gesinnt war, erhielt eine positive Mittelmeerpolitik am Leben, besonders zu den Griechen. Dies endete mit dem Einmarsch der Perser unter Kambyses, welcher sich dann auch als Pharao inthronisieren lies. Herodot malt uns kein gutes Bild von Kambyses, indem er behauptet er verhöhne die ägyptischen Götter durch das Töten des Apisstieres12 (siehe Kapitel 3.1 zum Vergleich mit Alexanders Behandlung des Apisstires).

[...]


[...]


1 Schachermeyr : „ Alexander der Große “ S. 233ff.

2 Arr. An. 3, 1, 1 [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

3 Hier anzumerken ist, der Gebrauch des Titels „Pharao“ war erst seit ca. 1550 v. Chr. gängig. Pharao bedeutet wörtlich „das große Haus“, als Bezeichnung für Palast und König. Diesen Begriff verwende ich als Bezeichnung auch für die Könige vor der Zeit des Neuen Reiches, aus Gründen der Vereinfachung.

4 Klaus Koch: „Geschichte der ägyptischen Religion. Von den Pyramiden bis zu den Mysterien der Isis“ S. 51.

5 Ebd. S. 52.

6 Ebd. S. 138, S. 73f; oder siehe Jan Assmann: „ Ägypten. Theologie und Frömmigkeit einer frühen Hochkultur “. S. 20 f..

7 James Henry Breasted: „Geschichte Ägyptens”. S. 293

8 Günther Hölbl: „Geschichte des Ptolemäerreiches“. S. 2

9 Ebd. S.3

10 James Henry Breasted: „Geschichte Ägypten“. S. 305

11 Hdt. 2, 174 – 182

12 Hdt. 3, 29; Joh. Gust. Droysen: „ Geschichte Alexanders des Grossen “ S. 195f..

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640913886
ISBN (Buch)
9783640912704
Dateigröße
792 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v171786
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Histotisches Institut - Seminar für Alte Geschichte
Note
2,3
Schlagworte
Alexander der Große Alexander Ägypten Befreier Ägyptens Alexanders Städtegründungen Makedonischer Feldzug in Ägypten Makedonen und Ägypter Antike

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