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Die Bilanzierung und Bewertung von Schulden auf Basis der internationalen Standards nach IAS/IFRS im Vergleich zum deutschen Handelsrecht

Studienarbeit 2011 26 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Internationalisierung der Rechnungslegung
2.1 IAS/IFRS Rechnungslegung
2.2 Vor- und Nachteile der IAS/IFRS Rechnungslegung
2.3 Das deutsche Handelsrecht
2.4 Vor- und Nachteile der Rechnungslegung nach deutschem Handelsrecht
2.5 Die maßgeblichen Unterschiede der Rechnungslegungssysteme

3. Bilanzierung und Bewertung der Schulden nach IAS/IFRS
3.1 Rückstellungen
3.2 Sonstige Schulden
3.2.1 Abgegrenzte Schulden
3.2.2 Verbindlichkeiten
3.2.2.1 Finanzielle Verbindlichkeiten
3.2.2.2 Sonstige Verbindlichkeiten

4. Bilanzierung und Bewertung der Schulden nach deutschem Handelsrecht
4.1 Verbindlichkeiten
4.2 Rückstellungen
4.2.1 Ungewisse Verbindlichkeitsrückstellungen
4.2.2 Drohverlustrückstellungen
4.2.3 Aufwandsrückstellungen

5. Vergleich der Rechnungslegungssysteme in Bezug auf Schulden
5.1 Rückstellungen
5.2 Verbindlichkeiten

6. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

II Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Aufbau der IAS/IFRS Rechnungslegung

Abb. 2: Vor- und Nachteile IAS/IFRS

Abb. 3: Vor- und Nachteile des deutschen Handelsrechts

Abb. 4: Die Rechnungslegungssysteme im Vergleich

Abb. 5: Definition Schulden nach IAS/IFRS Rechnungslegung

Abb. 6: Ansatzpflichten und Ansatzverbote bei Rückstellungen

Abb. 7: Definition Schulden nach dem deutschen Handelsrecht

Tab. 1: Rückstellungsarten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Mit der Internationalisierung der Rechnungslegung gewannen internationale Rechnungslegungssysteme zunehmend an Bedeutung. In dieser Ausarbeitung werden die International Accounting Standards bzw. International Financial Reproting Standards und das deutsche Handelsrecht thematisiert. Dabei wird insbesondere auf die Bilanzierung und Bewertung von Schulden eingegangen.

Das Ziel dieser Studienarbeit besteht darin, die Unterschiede der IAS/IFRS Rechnungslegung gegenüber des deutschem Handelsrechts in Bezug auf die Bilanzierung und Bewertung von Schulden aufzuzeigen.

Zunächst wird im zweiten Abschnitt die Entwicklung der Rechnungslegung kurz darge- stellt. Nachfolgend wird auf die Entstehung und den Aufbau der Rechnungslegung nach IAS/IFRS (Abschnitt 2.1) erläutert und deren Vorteile und Nachteile (Abschnitt 2.2) aufgeführt. Im folgenden Abschnitt 2.3 werden die wesentlichen Grundsätze und Be- wertungsprinzipien des deutschen Handelsrechts definiert. Danach werden im Abschnitt

2.4 die jeweiligen Vorteile und Nachteile der Rechnungslegung nach dem deutschen Handelsrecht aufgeführt. Im Anschluss daran werden die maßgeblichen Unterschiede der beiden Rechnungslegungssysteme gegenübergestellt. Nachdem im zweiten Abschnitt die Rechnungslegungssysteme grundlegend erläutert wurden, wird nun im dritten Abschnitt die Bilanzierung und Bewertung der Schulden nach der IAS/IFRS Rechnungslegung behandelt. Darauffolgend wird im vierten Abschnitt auf die Bilanzierung und Bewertung der Schulden nach handelsrechtlichen Vorschriften eingegangen. Abschließend wird im fünften Abschnitt ein Vergleich der Rechnungssysteme in Bezug auf die Bilanzierung und Bewertung von Schulden vorgenommen.

2. Internationalisierung der Rechnungslegung

Durch die fortschreitende Globalisierung und der daraus resultierenden Internationali- sierung der Absatz- und Beschaffungsmärkte nutzten deutsche Unternehmen zu- nehmend internationale Kapitalmärkte für Finanzierungen. Dies führte zur Notwendig- keit einer einheitlichen Handhabung der Rechnungslegung, die sich von 1998 bis 2005 entwickelte[1].

Am 24. April 1998 ist das Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz in Kraft getre 1998 ten. Es ermöglicht deutschen börsennotierten Unternehmen ihren Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungen, die IAS oder den amerikanischen US-GAAP, zu erstellen. Daraufhin folgte die Einführung des § 292 a HGB, wonach Unternehmen, die einen Konzernabschluss nach internationaler Rechnungslegung erstellen, von der Erstellung eines Konzernabschlusses nach den Vorschriften des HGB befreit sind.

2002 Die Wahlmöglichkeit zwischen den verschiedenen Rechnungslegungsstrategien

führte zu einer unzureichenden Vergleichbarkeit der einzelnen Konzernab- schlüsse. Aufgrund dessen wurde vom Europäischem Parlament eine „IAS Ver- ordnung“ erlassen. Die IAS Verordnung beinhaltet die Verpflichtung von bör- sennotierten europäischen Unternehmen die internationalen Rechnungslegungs- standards nach den IFRS ab dem Jahr 2005 für ihre Konzernabschlüsse anzu- wenden. Die europäischen Mitgliedsstaaten können wahlweise auch nicht bör- sennotierte Unternehmen zur neuen Rechnungslegung verpflichten. 2005 Der Konzernabschluss nach den IAS wird für die börsennotierten europäischen Unternehmen verpflichtend. Durch das Inkrafttreten der IAS Verordnung soll eine höhere Transparenz und eine internationale bessere Vergleichbarkeit der Konzernabschlüsse geschaffen werden[2].

2.1 IAS/IFRS Rechnungslegung

Die IAS/IFRS Rechnungslegung wird vom International Accounting Standards Board verabschiedet. Das IASB wurde 1973 von Wirtschaftsprüfern und Rechnungslegern in

London gegründet. Der Aufbau der IAS/IFRS Rechnungslegung stellt sich wie folgt dar[3]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Aufbau der IAS/IFRS Rechnungslegung Quelle: In Anlehnung an Buchholz (2008), S. 7.

Das Framework ist das Rahmenkonzept der Rechnungslegung. Es beinhaltet die Ziele und Grundsätze. Dazu gehören die Zielsetzung von Jahresabschlüssen, das Kapitalerhaltungskonzept, die qualitativen Rechnungslegungsmerkmale, sowie der Ansatz und die Bewertung der Abschlusselemente. Die Angaben des Frameworks sind jedoch nicht verbindlich, sondern können ergänzend angewendet werden.

Die Bilanzierung der speziellen Sachverhalte wird durch die IAS und IFRS geregelt. Diese sind im Gegensatz zum Framework verbindlich anzuwenden. Jeder Standard be- steht aus einer allgemeinen Beschreibung der Ziele, Angaben für welchen Posten der Standard gilt, Ansatz und Bewertung und der Zeitpunkt der verbindlichen Anwendung. Die Interpretations wurden ursprünglich vom Standing Interpretations Committee ent- wickelt. Das SIC wurde jedoch vom International Financial Reporting Interpretations Committee abgelöst. Die Aufgabe des SIC und IFRIC ist es, bei Regelungslücken die Standards zu ergänzen[4].

Der Grundsatz der Unternehmensfortführung und die periodengerechte Erfolgsab- grenzung bilden die wichtigsten Grundsätze dieser Rechnungslegung. Der Grundsatz der Unternehmensfortführung beinhaltet, dass die Fortführung der Geschäftstätigkeit vorauszusetzen ist. Der Grundsatz der periodengerechten Erfolgsabgrenzung schreibt vor, dass bei der erfolgswirksamen Erfassung von Geschäftsvorfällen die wirtschaft- liche Zugehörigkeit in Form von Erträgen oder Aufwendungen berücksichtigt wird[5].

2.2 Vor- und Nachteile der IAS/IFRS Rechnungslegung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Vor- und Nachteile IAS/IFRS

Quelle: In Anlehnung an Ballwieser (2006), S. 211 ff.

Ein wesentlicher Vorteil der Rechnungslegung nach IAS/IFRS besteht in der Einzelfallbezogenheit. Diese detaillierten Vorschriften ermöglichen, einzelne Sachverhalte genau zu regeln. Desweiteren wird durch realistische Darstellung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens ein Schutz der Anleger angestrebt. Eine klare Bilanzierungsregelung und die Einschränkung von Wahlrechten ermöglichen eine realistische Darstellung des tatsächlichen Betriebsvermögens[6].

Ein grundlegender Nachteil besteht darin, dass sich die Standards und das Rahmen- konzept widersprechen. Ein Beispiel hierfür sind die Ansatzbedingungen von Rück- stellungen. Gemäß Rahmenkonzept ist es ausreichend, wenn eine Verbindlichkeit die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses beinhaltet. Die IAS 37 hingegen schreibt neben der Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses ebenso die Existenz einer ge- genwärtigen Verpflichtung vor. Einen weiteren Nachteil stellt das andauernde Akzep- tanz- und Durchsetzungsproblem dar. Dies resultiert u.a. aus dem Mehraufwand, der bei einer Rechnungslegung nach IAS/IFRS entsteht. Zudem besteht eine höhere Fehleranfälligkeit als bei anderen Rechnungslegungssystemen. Dies geht aus der Komplexität und den unzähligen Pflichten der Berichtserstattung hervor[7].

2.3 Das deutsche Handelsrecht

Das deutsche Handelsrecht ist im dritten Buch des Handelsgesetzbuches unter der Über- schrift „Handelsbücher“ zu finden. Es orientiert sich an das Bilanzrichtliniengesetz vom 12. Dezember 1985, indem verschiedene Bilanzrechtnormen enthalten sind[8]. Bei der Erstellung einer Bilanz sind stets die Prinzipien der Bilanzwahrheit und der Bilanzklarheit zu berücksichtigen. Demnach soll die Bilanz ein gerechtes, zutreffendes und nachvollziehbares Bild des Unternehmens zum Stichtag aufzeigen[9].

Im Handelsrecht werden Bilanzen aufgrund verschiedener Anlässe erstellt. Es wird zwischen einer ordentlichen Bilanz und einer außerordentlichen Bilanz unterschieden. Eine ordentliche Bilanz wird in regelmäßigen Zeitabständen bzw. Geschäftsjahren erstellt. Sie bildet die Grundlage für alle anderen Bilanzarten. Eine außerordentliche Bilanz hingegen wird nur zu besonderen Anlässen erstellt. Dies könnte z.B. ein Insolvenzverfahren oder eine Verschmelzung sein. Es besteht eine Aufstellungspflicht der ordentlichen Bilanz für alle Unternehmen in Deutschland[10].

Die Bewertung der einzelnen Bilanzpositionen erfolgt nach dem allgemein geltenden Vorsichtsprinzip. Dieses umfasst das Realisationsprinzip und das Imparitätsprinzip. Das Realisationsprinzip schreibt vor, dass eine Ausweisung von Gewinnen nur erfolgen kann, wenn diese am Bilanzstichtag bereits realisiert sind. Nach dem Imparitätsprinzip ist es verpflichtend, noch nicht realisierte Verluste auszuweisen[11].

2.4 Vor- und Nachteile der Rechnungslegung nach deutschem Handelsrecht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Vor- und Nachteile des deutschen Handelsrechts

Quelle: In Anlehnung an Haunerdinger/Probst (2004), S. 29 f.

Der Gläubigerschutz ist ein wesentlicher Vorteil der handelsrechtlichen Rechnungslegung. Dieser wird durch das Anwenden des Vorsichtsprinzips erreicht. Unternehmen können bei ihrer Gewinnermittlung die Gewinne erst als solche ausweisen, wenn diese bereits am Bilanzstichtag realisiert sind. Ein weiterer Vorteil besteht in der Allgemeingültigkeit. Dadurch kann die Rechnungslegung nach dem Handelsrecht auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Fällen angewendet werden[12].

Ein Nachteil der handelsrechtlichen Rechnungslegung ist die Möglichkeit zur Bildung von stillen Reserven und die Vielzahl an Wahlrechten. Aufgrund dessen ist eine Model- lierung der Bilanz möglich. Dies kann den Informationsgehalt der Bilanz in Frage stel- len[13].

2.5 Die maßgeblichen Unterschiede der Rechnungslegungssysteme

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Die Rechnungssysteme im Vergleich

Quelle: In Anlehnung an Haunerdinger/Probst (2004), S. 29 ff.

[...]


[1] Vgl. Wengel (2007), S. 1.

[2] Vgl. Born (2001), S. V f. 2

[3] Vgl. Born (2001), S. 2.

[4] Vgl. Buchholz (2008), S.7 ff. 3

[5] Vgl. Wengel (2007), S. 11 f.

[6] Vgl. Ballwieser (2006), S. 211 f. 4

[7] Vgl. Ballwieser (2006), S. 223 ff.

[8] Vgl. Federmann (2000), S. IX.

[9] Vgl. Born (2001), S. 20.

[10] Vgl. Federmann (2000), S. 32.

[11] Vgl. Haunerdinger/Probst (2004), S. 35. 5

[12] Vgl. Haunerdinger/Prost (2004), S. 29 f.

[13] Vgl. Eggloff (2001), S. 11. 6

Details

Seiten
26
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640911677
ISBN (Buch)
9783640909933
Dateigröße
725 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v171618
Institution / Hochschule
Fachhochschule Nordhausen
Note
1,7
Schlagworte
bilanzierung bewertung schulden basis standards ias/ifrs vergleich handelsrecht

Autor

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