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Der Konstantinsbogen in Rom. Eine Darstellung der verschiedenen Bildelemente unter Berücksichtigung des historischen Kontextes

Hausarbeit 2010 11 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext

3. Der Konstantinsbogen im Rom
3.1 Wiedergabe des optischen Eindrucks
3.2 Die Inschrift
3.3 Das heidnische Bildprogramm
3.4 Das Konstantin Fries

4. Der Konstantinsbogen ein Triumphbogen?

5. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Seminararbeit wird sich mit dem Konstantinsbogen in Rom beschäftigen, der zu Ehren Konstantins erbaut wurde, um an seinen Sieg vor der Milvischen Brücke, gegen seinen Rivalen Maxentius, zu gedenken.

Um den architektonischen Aufbau und das prägnante Bildprogramm des Bogens verstehen zu können, benötigt es einer historischen Einordnung, mit der sich die Arbeit zuallererst befassen wird, sowie einer Beschreibung der einzelnen Bau- und Bildelemente. Dabei soll auf die historischen Ereignisse kurz vor dem Bau des Konstantinsbogen eingegangen werden. Und auch die Grundlagen für die Errichtung des Bogen werden an dieser Stelle skizziert. Anschließend soll auf den architektonischen Aufbau des kunstvoll gestalteten Bogens Bezug genommen werden. Dazu wird eine teilweise ausführliche Beschreibung einzelner Bildmotive unerlässlich sein.

Auch der Standort in Rom, an der Via Sacra und der Via Triumphalis ist von großer Bedeutung.

Nach der genauen Betrachtung der einzelnen Reliefs, werden sich diese leichter in das Gesamt-Konzept, Konstantinsbogen, einfügen lassen und dem Verständnis dieser Konstruktion auf die Sprünge helfen.

Zudem soll die Fragen geklärt werden, ob es sich bei dem Konstantinsbogen, um einen Triumphbogen handelt und was dieser Bogen eigentlich darstellen möchte.

2. Der historische Kontext

Der Konstantinsbogen wurde 312, anlässlich des zehnjährigen Regierungsjahres Konstantins, sowie der Ereignisse im Oktober des selben Jahres gebaut. Fertiggestellt wurde er am 25. Juli 315 und sowohl vom Senat als auch vom Volk geweiht.

Am 28. Oktober 312 gelang es Konstantin, einen Sieg vor den Mauern Roms, vor der Milvischen Brücke, gegen seinen Rivalen Maxentius einzufahren.

Am 29. Oktober des selben Jahres, einen Tag nach seinem Sieg gegen Maxentius, war es Konstantin möglich in Rom einziehen und den Bau des Konstantinsbogen in Auftrag zu geben.

Dem voraus geht die, wie sie in den Quellen genannt wird, „christliche Vision Konstantins. Er soll zu einem nicht bestimmbaren1 oder in der Nacht, vom 27. Oktober auf den 28. Oktober 3122, eine Vision gehabt haben, die ihm unter dem Zeichen eines Gottes, dem Christogramm, den Sieg über Maxentius brachte. Die ersten Quellen der christlichen Vision stellen Eusebius und Lactantius dar. Obwohl das Werk Lactantius zu Lebzeiten Konstantins entstand, ist davon auszugehen, dass es sich um eine christliche Rezeption der Vision handelt. Die Fragen um die Vision und das Jahr 312 als Zäsur im Leben Konstantins bleiben daher offen. Zudem wird diese Vision die von einem Gott berichtet, als der christliche Gott verstanden, was zur Folge hat, das Konstantin bereits vor dem 28. Oktober 312 an einen christlichen Gott geglaubt haben muss.

Diese Ereignisse, die „christliche Vision“, die historisch der Schlacht vor der Milvischen Brücke voraus geht und der Sieg über Maxentius, sowie der Einzug nach Rom, waren letztendlich der Grundstein für den Bau des Konstantinsbogen.

Der Konstantinsbogen befindet sich in Rom, an prominenter Stelle. Er steht im Kolosseumstal in der Nähe des Forum Romanum, an der Via Sacra und der Via Triumphalis. Die Via Sacra, zu deutsch, die heilige Straße, war in der Antike der Hautweg vom Kapitol in Richtung Kolosseum. Auch die Triumphzüge der Feldherren vollzogen sich auf dieser Straße. Heute ist sie touristisch überlaufen, da sie an alle wichtigen und bedeutenden Bauwerke der antiken Welt vorbei führt. In unmittelbaren Nähe des Konstantinsbogen befindet sich wie bereits erwähnt, das Kolosseum und das Kapitol, sowie der Circus Maximus und der Palatin.

Bei Baubeginn wurde der Bogen auf die sich zuvor nördlich befindende Nero Statue hin ausgerichtet. Nero ließ seine Statue zu seiner Regierungszeit, von 54 n. Chr. bis 68 n. Chr., errichteten, um an den Koloss von Rhodos zu erinnern.

Hadrian ließ die Nero Statue allerdings versetzen und wandelte sie in ein Sol Invictus um.3

Der Konstantinsbogen gehört zu den am besten erhaltenen, zählt jedoch auch zu den jüngsten seiner Art. Zudem ist er der letzte, in Rom, errichtete.

3. Der Konstantinsbogen in Rom

3.1 Wiedergabe des optischen Eindrucks

Der Konstantinsbogen ist 20m hoch, 25m breit und 7m tief. Er ist in der Horizontalen zweigeschossig gegliedert, in Korpus und Attika.

In der Senkrechten ist der Bogen dreigliedrig, was durch die drei Tore mit Rundbögen zum einen, zum anderen durch die Kolossalordnung der Säulen zu erkennen ist. Die Säulen sind korinthischer Ordnung, welche auch am Mars oder Apoll Tempel verwendet wurden. Einige Säulen und auch Reliefs wurden extra angefertigt. Jedoch wurden für den Bau des Konstantinsbogen etliche Spolien verwendet,4 wie einige Reliefs, Skulpturen und Medaillons, deutlich zeigen. Über den Rundbögen erstreckt sich das Konstantin Fries. Über dem Fries wurden auf der Nord- und Südseite jeweils vier Medaillons angebracht, auf West- und Ostseite jeweils ein Medaillon.

Die acht Kolossalsäulen wurden mit großen Sockel versehen. Die Sockel werden von den Victorien mit Trophäen und Gefangenen geziert. An den Seiteneingängen zeigen sie Flussgötter, an dem Mitteleingang die Siegesgöttinen und zwei personifizierte Jahreszeiten. An den beiden Hauptseiten tragen die Säulen auf ihren Kapitellen je eine Statue, die bis zur Attika hinauf reichen. Die Attika beinhaltet die prominente Inschrift auf Nord- und Südseite, die von zwei kleinen Reliefs, sowie den Statuen, flankiert wird. Auch die Bogendurchgänge sind von innen mit Reliefs verziert, der mittlere Bogendurchgang zeigt ein Trajan Relief, welches an die Daker-Kämpfe erinnert.

3.2 Die Inschrift

Das wohl am bedeutendste Bildelemente stellt die Inschrift dar. Sie ziert die Attika, in lateinischer Schrift.

Der Hauptteil der Schrift befindet sich auf der Nord- und Südseite des Bogens, kleinere Teile sind auch auf der Ost- und Westseite zu sehen.

Leider ist diese nicht mehr vollständig erhalten und nur noch in Fragmenten zu sehen. Zudem gibt sie großen Anlass zum Diskurs, da sie doch einige Termini enthält, die sich nicht ganz einfach in den historischen Kontext der Ereignisse, Konstantins, einfügen lassen. Und auch unter Verwendung der Inschrift fällt ein Zusammenhang mit der Person Konstantin schwer. Die Inschrift, in Fragmenten, lautet:

„ IMP CAES FL CONSTANTINO MAXIMO P F AUGUSTO S P Q R

QUOD INSTINCTU DIVINITATIS MENTIS MAGNITUDINE CUM EXERCITU SUO TAM DE TYRANNO QUAM DE OMNI EIUS FACTIONE UNO TEMPORE IUSTIS REM PUBLICAM ULTUS EST ARMIS ARCUM TRIUMPHIS INSIGNEM DICAVIT “ 5

Übersetzt bedeutet dies:

„ Dem Kaiser Flavius Constantinus Maximus, dem frommen und glücklichen Augustus, haben Senat und Volk von Rom, weil er durch göttliche Eingebung und Gr öß e des Geistes mit seinem Heer sowohl am Tyrannen als auch all seinen Anhängern zur selben Zeit den Staat mit gerechten Waffen rächte, diesen Triumphbogen gewidmet. “ 6

Das auffällige daran ist der Terminus instinctu divinitatis, durch Eingebung einer Gottheit. Da Konstantin sich eindeutig im Jahre 312, öffentlich, dem christlichen Gott hingegeben hat, liegt die Fragen nahe, warum dieser Terminus die Attika ziert.

[...]


1 Eusebius von Caesarea: De Vita Constantini, Turnhout 2007, 1,27-32.

2 Lucius Caecilius Firmianus: De mortibus persecutorum, Turnhout 2003, 44,1-9.

3 Historia Augusta: Hadrian, XIX, 12-13

4 http://www.rome101.com/Topics/ArchConstantine/, (10.10.2010).

5 http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinsbogen (11.10.2010).

6 Ebd. (11.10.2010).

Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640911073
ISBN (Buch)
9783640908998
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v171525
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,7
Schlagworte
konstantinsbogen eine darstellung bildelemente berücksichtigung kontextes

Autor

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Titel: Der Konstantinsbogen in Rom. Eine Darstellung der verschiedenen Bildelemente unter Berücksichtigung des historischen  Kontextes