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Filmmusikanalyse zum Krimi „Tatort – Tödliches Vertrauen“

Hausarbeit 2006 11 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Handlungsstrang der Tatort-Folge „Tödliches Vertrauen“

3. Musikprotokoll

4. Analyse der Wirkungsweise der Musik

5. Resumée

6. Quellennachweis

1. Einleitung

Fernsehen gehört neben Druck und Radio zu den drei größten und wichtigsten Medien der Massenkommunikation und es ist „das wichtigste für die öffentlichen und privaten medialen Kommunikationsverhältnisse“ (Holly, W. 2004). Der Fernseher ist heutzutage ein alltägliches Medium für den Großteil der Bevölkerung. Täglich strahlen verschiedene Sender, wie ZDF, WDR, RTL und ProSieben Filme, Serien, Werbung und viele andere Sendeformate aus und versuchen möglichst hohe Einschaltquoten zu erlangen. Die Rezipienten und Rezipientinnen nehmen das was sie sehen und hören auf, fühlen sich in Situationen von Figuren ein und werden unbewusst an das Medium gebunden. Fernsehen wird generell als Bildmedium verstanden. Es ist aber „bisensuell“, denn es ist audiovisuell. Es überträgt Bilder und Töne (vgl. Holly, W. 2004). Neben Gestaltungsmöglichkeiten wie Kameraführung, Lichtdramaturgie und Farbgebung wird die Wirkung bei Serien, Filmen und Werbung auch durch die musikalischen Untermalung erzielt, denn unser Ohr will ständig so beschäftigt sein wie unser Auge.

Man unterscheidet zwischen dem Originalton, also der Atmosphäre im Film selbst, und der Filmmusik. Das Atmosphärische unterstützt die Szenerie im Film und gehört somit zur Dramaturgie. Die Filmmusik spielt eine besondere Rolle bei der Rezeption von Sendeformaten. Ihr werden grundsätzlich „überindividuelle und gleichartige Wirkungen auf ein Publikum“ (Bullerjahn, C. 2001, 59) unterstellt. Man kann mit ihr die Aufmerksamkeit der Zuschauer für sich gewinnen (Konzentration) oder sie vom Geschehen ablenken (Dekonzentration) und man kann sie mit der Musik überreden (Persuasive) und so die Wahrnehmungslenkung des Publikums übernehmen. Musik macht manche Szenen erträglicher, andere Szenen sind ohne Musik langweilig. Musik „zieht die Zuschauer in den Film rein“ (Klüppelholz, 22.06.´06).

Filmmusik gestaltet den Film. Sie wird „absichtsvoll in die Konzeption eines Films einbezogen“ (Bullerjahn, C. 2001, 59). Sie kann dramaturgische oder strukturelle Funktionen übernehmen. Bei der Bearbeitung eines Films wird der Ton beim Schnitt meist vorgezogen. Es werden musikalische Akzente gesetzt, die eine neue Handlungsstation markieren. Spannung wird gesteigert durch rhytmische Veränderungen oder abruptes Stoppen der Musik. Auch Fremdtöne, wie Handyklingeln oder Musik in einer Bar, gehören zur Dramaturgie. Diese zählen zur Atmosphäre. Soll die Aufmerksamkeit der Rezipienten und Rezipientinnen dem Dialog im Film gewidmet werden, wird der Hintergrund nicht mit Musik untermalt oder zumindest in einer sehr geringen Lautstärke, denn Sprache und Musik werden im gleichen Sinneskanal verarbeitet und können sich demnach gegenseitig stören.

Dem Durchschnittspublikum fallen diese Besonderheiten, denen sich die Filmemacher bedienen, bei der Rezeption nicht auf. Ihre Wirkung erzielen sie dennoch. Alle Töne in einem Film sind mit Hintergedanken eingeplant und erfüllen ihre Funktionen.

Meine Analyse bezieht sich auf das fiktionale Genre. Beim Krimi vermittelt die Musik zum einen viel Bewegung und Aktion und signalisiert dem Rezipienten, wenn spannende Szenen auftreten, zum anderen entwarnt sie auch mit ruhiger Musik. Sie leitet den Zuschauer durch die Geschichte.

Ich setze mich im Folgenden mit der Folge „Tödliches Vertrauen“ aus der Serie „Tatort“ auseinander. Zunächst werde ich kurz den Handlungsstrang der Folge erläutern und in einem Musikprotokoll den Verlauf der musikalischen Untermalung darlegen. Ich konzentriere mich hierfür auf die Filmmusik und gehe nicht weiter auf die atmosphärische Gestaltung ein. Daraufhin werde ich die Filmmusik analysieren und ein abschließendes Resumée geben.

2. Handlungsstrang der Tatort-Folge „Tödliches Vertrauen“

„Tatort“ ist der Krimi-Klassiker schlechthin. Über 30 Jahre werden bereits Folgen der Krimiserie gesendet. Angelaufen als Serie des ARD, wird „Tatort“ heute auf vielen verschiedenen Sendern gezeigt.

Die Folge „Tödliches Vertrauen“ wurde im Jahre 2005 produziert und am 17.04.2006 beim österreichischen Sender ORF das erste Mal ausgestrahlt. Die österreichische Tatort-Serie spielt in Wien und ermittelnder Kripobeamter ist hier Moritz Eisner.

In der genannten Folge geschieht ein Mord an dem Abteilungsleiter der Firma Ultra Light Car (ULC), Raimund Jacobi. Jacobi stand vor der Vollendung eines millionenschweren Projektes, nämlich einem weltweit neuwertigen Werkstoff für die Autoindustrie.

Raimund Jacobi, der von seinem Umfeld als Druck ausübender und autoritärer Mitarbeiter empfunden wird, rudert an einem Nachmittag auf einem Kanal und wird vom Ufer aus erschossen. Moritz Eisner von der Mordkomission BING übernimmt den Fall und beginnt seine Recherche. Er verhört Jacobis Ex-Frau, die er mit zwei Kindern und einem Schuldenberg zurückgelassen hat, sowie seine ehemalige Lebensgefährtin Frau Dr. Christine Schwarz, die von Jacobi schlecht behandelt und gedemütigt wurde. Durch seinen Tod übernimmt sie als fähigste Mitarbeiterin die Abteilungsleitung und hat dadurch, sowie auch der Vorstandsvorsitzende, als einzige Zugriff auf die geheime Datenbank der Firma. Ihr fällt jedoch auf, dass nach Jacobis Tod noch jemand anderes Zugriff auf die Datenbank hatte. Bei nächtlichen Ermittlungen im Büro wird sie niedergeschlagen.

Unterdessen spielt sich beim ULC-Vorstandsvorsitzenden Hannes Kubek ein familieninternes Drama ab. Die 16-jährige Tochter Bianca war gegen den Willen ihres Vaters mit dem ermordeten Jacobi liiert, worunter die Freundschaft von Kubek und Jacobi litt. Der Vorsitzende weiß jedoch nicht, dass seine Tochter von Jacobi schwanger ist. Ihre Mutter, die die einzige Mitwissende ist, bringt sie zu einem Arzt, der eine Abtreibung durchführen soll. Bevor die Abtreibung stattfindet versucht Bianca Selbstmord zu begehen und begibt sich hierfür auf ein Bürogebäude. Sie wird von Eisners Tochter Claudia davon abgebracht. Im Krankenhaus erfährt Kubek von der Schwangerschaft. Er gerät dadurch unter Verdacht aus Hassmotiven Jacobi ermordet zu haben.

Auch Carina Reiff gerät unter Verdacht. Die Teamcoacherin von ULC freundet sich mit Eisner an und verbringt eine Nacht bei ihm. Am Morgen stößt sie auf die Tochter und verliert ihre Sachen. Eisner findet später ein Feuerzeug mit der Aufschrift „Kobat Industries“, der Konkurrenz von ULC. Es fliegt auf, dass Kobat Industries über die ULC Daten verfügt und das Schicksal von ULC auf dem Spiel steht. Daraufhin wird auch Carina Reiff verhört.

Für weitere Ermittlungen sucht Eisner wiederholt die Firma auf. Jacobis Sekretärin hat sich Urlaub genommen. Ein Wirtschaftsinspektor verweist auf die von ihr zuletzt aufgerufene Internetseite. Es ist die Seite einer Airline. Eisner fährt zum Flughafen und findet Frau Hartl auf. Sie gesteht, die geheimen Daten an die Konkurrenz verkauft und Frau Schwarz niedergeschlagen zu haben. Den Mord an Jacobi weist sie jedoch von sich ab.

Eisner führt es zum Hause Kubek, wo er sich erhofft, Hinweise auf den Mörder zu finden. Er schaut sich in der Wohnung um und spricht Frau Kubek auf das Hobby ihres Mannes, nämlich „Jagen“, an. Ihm fällt ein Mann auf, der des Öfteren auf Fotos in der Wohnung zu sehen ist: Heinrich Beier, Chauffeur, Freund der Familie und Jagdgefährte Kubek’s. Eisner scheint den richtigen Hinweis gefunden zu haben und führt eine Durchsuchung in dessen Wohnung durch, wobei die Tatwaffe gefunden wird. Der Fall ist gelöst und Beier wird festgenommen. Als Motiv gibt er an, dass er es nicht länger mit ansehen konnte, wie Jacobi das Leben anderer zerstört.

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640906291
ISBN (Buch)
9783640906192
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v171323
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
Schlagworte
Filmmusik; Klanganalyse Tatort Musik Tatort Analyse der auditiven Untermalung

Autor

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