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Theaterbau des Globe Theatre

Seminararbeit 2007 20 Seiten

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Prolog

2 Das Elisabethanische Zeitalter

3 Masques

4 Public Theatre vs. Private Theatre

5 Die Shakespearebühne

6 Die Geschichte des Globe Theatre

7 Die Architektur

8 Der Zuschauerraum

9 Die Bühne

10 Die Lichtverhältnisse

11 Epilog

12 Bibliographie
12.1 Bildquellen
12.2 Internetquellen

Theaterbau im Elisabethanischen Zeitalter am Beispiel des Globe Theatre´ s

1 Prolog

Diese Abschlussarbeit des Proseminars „Bild-und Raumanalyse“ soll zur Vertiefung des Referatsthemas „Shakespearebühne/ Elisabethanisches Theater“ beitragen mit dem Hauptaugenmerk auf das damalige Verständnis von Theaterbauten und deren architektonische Umsetzung am Beispiel des „Globe Theatre´ s“.

Vorab werde ich kurz auf die gesellschaftspolitischen Umstände am Ende des 16. Jahrhunderts eingehen, um die Problematiken bei der Etablierung von festen Theaterhäusern näher zu erläutern.

2 Das Elisabethanische Zeitalter

Die Theaterkultur des Elisabethanischen Zeitalter prägte das Theaterverständnis der westlichen Welt bis zum heutigen Tag. Beginnend mit der Regentschaft von Königin Elisabeth I. vom Jahre 1558 bis 1603, darauffolgend Jakob I (James 1603-1625) und Karl I. (Charles 1625-1645), setzte sich allen Zensuren zu Trotz, eine Theaterform durch, die heute als selbstverständlich gilt: Ein festes Theaterhaus mit einem festen Ensemble.

Verglichen mit dem Mittelalter, hatte das Theater auch weiterhin, im s.g. Elisabethanischen Zeitalter, Schwierigkeiten sich zwischen Verboten und Zensuren seitens der Kirche durchzusetzen.

Es gab zu Beginn Elisabeths Regimes zwei traditionelle Arten von Theatergruppen, eine bestehend aus erwachsenen Männern und eine aus Schuljungen, die vor allem Weihnachtsstücke aufführten. Die Gruppen ergänzten sich, indem zum Beispiel die Knaben, aufgrund ihres schmalen Körperbaus und der hohen Stimme, weibliche Rollen, wie die der Julia in Shakespeare´ s „Romeo und Julia“ übernahmen.

Die Truppen gingen auf Tournee in englische Großstädte, da es bis dato keine festen Theaterhäuser gab. Es wurde überall aufgetreten: Am Hofe, auf öffentlichen Plätzen, und sehr häufig in Höfen von Gasthäusern.

Patronen der Truppen waren Lords, unlizenzierte Truppen wurden als „Rogues Vagabonds and Sturdy Beggars“ bezeichnet. 1

Jedoch sprachen sich die staatlichen Behörden durch die „Prohibition 1559“ gegen öffentliche Theateraktivitäten aus, da sie Plätze versperrten und die Bürger dazu brachten nicht mehr regelmäßig den Sonntagsgottesdienst zu besuchen. Alternativ durften aber Kneipenbesitzer, nachdem die Stücke auf Inhalt geprüft und zensiert worden waren, Lizenzen erhalten Theaterstücke innerhalb deren Räumlichkeiten aufführen zu lassen. 2

Außerdem nahmen sich auch Unternehmer, wie zum Beispiel James Burbage, finanziell dieses Problems an und ließen 1567 das RED LION östlich von London, außerhalb der Stadtgrenze und damit auch außerhalb der Gerichtsbarkeit, bauen. Diese lukrative Idee einer eigenen Spielstätte brachte dem Eigentümer mehr Geld ein, da direkt am Eingang Eintrittspreise verlangt worden sind, an Stelle des traditionellen Geldeinsammelns mit Bettelhüten in der Menschenmenge. 3

Überlieferungen zur Folge, gab es im Red Lion eine große Bühne umgeben von Galerien und einen Turm mit zusätzlicher Ebene.

Nachfolgende Theaterhäuser, wie zum Beispiel das Globe-, Swan-, Hope-, und Rose Theatre wurden im südlichen Teil Londons auf der Bankside errichtet und konnten daher nur mit Booten erreicht werden.4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1)

3 Masques

Jedoch gab es eine Theaterform, die besonders am Hofe sehr erwünscht und hochgelobt war, die so genannten Masques. Hierbei stand weniger der Inhalt des Stückes, als die Unterhaltung des Adels mit Tänzen der Höflinge, leichte Dialoge von professionellen Schauspielern und großartigen Dekorationen im Vordergrund. 5 Das Ende dieser Prunkveranstaltungen, die meist zu christlichen Feiertagen abgehalten worden sind, kumulierte in einen Tanz bei dem auch die Fürstengeschlechter teilnahmen. Genauer beschrieben, fand die Hochkonjunktur der Masques-Vorführungen zwischen dem St.

Thomas ´s Eve am 20.Dezember und der so genannten Twelfth Night statt. 6 Daraus lässt sich erschließlich dass, hingegen aller Verbote und Zensuren von öffentlichen Vorstellungen, der Eigenbedarf an Unterhaltung der Aristokratie doch sehr hoch war, man sich dies nur nicht wirklich eingestehen wollte.

4 Public Theatre vs. Private Theatre

Allgemein lässt sich der Unterschied zwischen „Public Theatre“ und „Private Theatre“ auf die jeweilige vom Erbauer gewünschte gesellschaftliche Relevanz des Publikums beziehen. Die Architektur des Public Theatre ähnelte mit seiner hölzernen Konstruktion und der Amphitheater ähnlichen, unbedachter Form, einer Bärenkampfarena; primär konzipiert für das Volk. Dieses konnte nämlich direkt an der Bühne stehen, im unbedachten Teil des Zuschauerraumes, und das privilegiertere Publikum nahm auf den distanzierten Logenplätzen bzw. in den so genannten „Lords´ Rooms“ Platz, die auf Seite 8 näher beschrieben werden. 7 Repräsentativ für Public Playhouses ist beispielsweise das Globe Theatre zu nennen, welches aufgrund seines hölzernen Gerüstes auch als „wooden O“ im Volksmund bekannt war. 8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2)

Der Begriff des Private Theatres lässt sich darauf zurückführen, dass bestimmte Theatertruppen in privaten Häusern Vorstellungen auf Wunsch des Hausherrn und seiner Gäste gaben. Außerdem wurden hohe Eintrittspreise verlangt, die eher für die Oberschicht erschwinglich waren. Generell waren die Private Playhouses komfortabeler eingerichtet, sowohl für die Schauspieler, als auch für das Publikum. Allein der Umstand, dass zum Beispiel das Fortune Theatre näher am Stadtkern lag, schuf einen großen Vorteil gegenüber der Public Playhouses. Richard Farrant mietet erstmals einen überdachten Raum für seine Jungen-Truppe 1576.9

[...]


1 Chambers, E. K.: The Elisabethan Stage. Vol. 2. Oxford: At The Clarendon Press 1931. In: Gurr, Andrew: The Shakespearean Stage 1574-1642. Cambridge: University Press 1970, S. 19.

2 Gurr, Andrew: The Shakespearean Stage 1574-1642. Cambridge: University Press 1970, S. 54.

3 Ebda S. 82

4 Gurr, Andrew; Ichikawa, Mariko: Staging in Shakespeare´ s Theatres. Oxford, New York u.a.: Oxford University Press 2000, S. 17.

Abb. 1) Encyclopedia Britannica: www.concise.britannica.com/ebc/art-2974 (Stand: 2.

Juli 2007)

5 Sutherland, Sarah P.: Masques in Jacobean Tragedy. New York: AMS Press, Inc. 1983, S. 16.

6 Chambers, E. K.: The Elisabethan Stage. Vol. IV. Oxford: At The Clarendon Press 1923, S. 56.

7 Gurr, Andrew: The Shakespearean Stage 1574-1642. Cambridge: University Press 1970, S. 82.

8 The Globe Theatre: The wooden O. http://www.globe-theatre.org.uk/the-wooden- o.htm (Stand: 2. Juli 2007)

Abb. 2) Ohne Autorenangabe: The Globe Theatre In: Google Earth. http://www.gearthblog.com/images/images606/globetheater.jpg (Stand: 2. Juli 2007)

9 Gurr, Andrew: The Shakespearean Stage 1574-1642. Cambridge: University Press 1970, S. 83.

Details

Seiten
20
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640902286
ISBN (Buch)
9783640902125
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v171009
Institution / Hochschule
Universität Wien – Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Note
3,0
Schlagworte
Shakespeare Globe Theatre Architektur

Autor

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Titel: Theaterbau des Globe Theatre