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Der Alexanderzug - Das Reich in neuen Schläuchen

Hausarbeit 2011 24 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Quellenlage
2.1 Kallisthenes
2.2 Diodor
2.3 Plutarch von Chaironeia
2.4 Kleitarchos von Alexandreia
2.5 Arrian von Nikomedeia
2.5 Curtius Rufus

3. Kindheit und Jugend des Alexander III

4. Herrschaftsantritt
4.1. Die ersten Tage
4.2 Balkanzug und Niederwerfung Thebens

5. Der Alexanderzug von 334 – 330 v. Chr
5.1 Beginn des Zuges
5.2 Die Schlacht am Granikos
5.3 Der Gordische Knoten
5.4 Issos
5.5 Wandel Alexanders?
5.6 Alexander und Ägypten
5.7 Gaugamela, Babylon und Susa
5.8 Persepolis

6. Der Alexanderzug II (330 – 323)
6.1 Ekbatana
6.2 Letzte Verfolgung des Dareios
6.3 Alexanders letzten Jahre

7. Alexander und das Persertum

8. Die Sicht der Makedoner auf Alexander

9. Alexanders politische Veränderungen

10. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„The primary reason why Alexander invaded Persia was, no doubt, that he never thought of not doing it; it was his inheritance.“[1]

Alexander der Große stellt in der Geschichte der Antike eines der großen Schlaglichter dar. Ihm gelang in fast utopischer Zeitspanne die Eroberung eines riesigen Gebildes, das zur damaligen Zeit schon fast die Weltherrschaft bedeutete. Im Zuge des Hauptseminars „Griechenland und der Vordere Orient. Mythos, Epos, Geschichte in Wort und Bild“ wurde auch die Geschichte Alexanders des Großen thematisiert. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Problemstellung: „Der Alexanderzug. Das Reich in neuen Schläuchen.“ In einem ersten Abschnitt soll dazu kurz die Quellenlage skizziert werden. Anschließend soll eine Überleitung zu Alexander erfolgen, indem erst ein Abschnitt die Kindheit und die Jugend des Alexanders thematisiert. Sich dem anschließend erfolgt die Hinführung zur Entwicklung Alexanders zum Eroberer anhand einer Beschreibung seiner ersten Regentschaftsjahre. Darauf beschäftigt sich diese Arbeit genauer mit dem Persienfeldzug des Alexander. An einzelnen Stellen wird immer wieder einmal erörtert inwiefern Alexander einen Wandel hin zum Persertum vollzieht und inwieweit dies seine Herrschaftsausübung beeinflusst. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen werden die einzelnen Stationen des Feldzuges nur inhaltlich wiedergegeben, jedoch nicht bis ins letzte Detail hinterfragt. Nach Beendigung des Abspannes über den Feldzug wird Alexander genauer im Lichte seiner Hinwendung zum Persertum beleuchtet. Im Allgemeinen ist zu vermerken, dass diese Arbeit eine Grundkenntnis der Geschichte des Alexanders voraussetzt, was jedoch bei den Adressanten keinerlei Schwierigkeiten darstellen sollte. In einer knappen Schlussbetrachtung erfolgt dann der Abschluss der Arbeit.

2. Die Quellenlage

In diesem Abschnitt soll ein erster Überblick über die Quellenlage zur Thematik der Arbeit gegeben werden.

2.1 Kallisthenes

Eine der primären Quellen, die über das Leben des Alexanders berichtet, ist Kallisthenes. Er wurde 370 v. Chr. geboren und kam 343/2 an den Hof des Makedonenkönigs.[2] Seine Werke werden als königsfreundlich beschrieben. Er wurde von Alexander 334 zur Teilnahme am Zug eingeladen und ging dieser Einladung auch nach. Er verfasste die für lange Zeit einzige Monographie des Alexanderzuges, wobei er jedoch 327 zur Hinrichtung verurteilt wurde.[3]

2.2 Diodor

Die erste Darstellung über Alexanders Herrschaftszeit wurde im ersten Jahrhundert v. Chr. von Diodor verfasst. Seine „ Historische Bibliothek “ umfasst die Geschichte der Griechen und Römer von den Anfängen bis zum Jahre 60 v. Chr.[4] In seinem 17. Buch beschäftigt er sich mit der Alexandergeschichte, für die ihm als Vorlage aller Wahrscheinlichkeit nach Kleitarchos von Alexandreia diente.[5]

2.3 Plutarch von Chaironeia

Plutarch verfasste circa um 100 nach Chr. die einzige antike Darstellung Alexanders, die erhalten blieb. Sein Alexanderbild wurzelt jedoch eher in einer charakterlichen Einschätzung des „Großen“, als einer chronologischen Abhandlung . „Denn ich zeichne nicht Geschichte, sondern Lebensbilder, und hervorragende Tüchtigkeit oder Verworfenheit offenbaren sich nicht durchaus in den aufsehenerregendsten Taten, sondern oft wirft eine unbedeutende Geste oder ein gelegentlicher Ausspruch ein bezeichnenderes Licht auf einen Charakter als Schlachten mit Tausenden von Toten und die größten Heeresaufgebote und Belagerungen von Städten.“[6]

2.4 Kleitarchos von Alexandreia

Bei diesem Autor einer Alexandergeschichte liegt völlig im Dunklen, ober er am Zug teilnahm, oder nicht. Fest steht allerdings, dass er sein zeitgenössisches Alexanderwerk zwischen 315 und 305 v. Chr. verfasste.[7] Seine Art zu schreiben glich eher einem „Entertainment-Programm“, als einer realistischen Überlieferung. Wohl auch deshalb erfreute sich sein Werk in der Antike größter Beliebtheit.[8] Fest steht allerdings, dass er sein zeitgenössisches Alexanderwerk zwischen 315 und 305 v. Chr. verfasste.

2.5 Arrian von Nikomedeia

Von keinem anderen Autor wird der chronologische und militärische Bereich des Alexanderzuges so genau und lückenlos beschrieben, wie von Arrian[9]. Er orientiert sich in seinem Werk an Autoren, die selbst am Zug teilnahmen. Er strebt also danach, eine möglichst realistische Abhandlung des Zuges zu verfassen und nicht wie zu der Zeit üblich romanartige Erzählungen zu verbreiten. Aus heutiger Sicht gesehen, birgt dieses Werk jedoch auch nicht die vollkommene, unvoreingenommene Wahrheit, denn „Augenzeugenschaft und persönliche Unvoreingenommenheit reichen als Voraussetzung für die adäquate Darstellung eines historischen Gegenstandes keinesfalls aus.“[10]

2.5 Curtius Rufus

Diese Alexandergeschichte steht im Zeichen der „lateinischen Historiographie“[11]. „Die Erfahrungswelt des römischen Lesers“[12] wird effektiv genutzt um das Werk den römischen Lesern näher zu bringen und mit Moral und Rhetorik an die einzelnen Leser zu appellieren. Das Alexanderbild das Curtius vertritt ist ein gelinde gesagt negatives. Er hält sich teils eng an die Werke Kleitarchs und Diodors, überschattet alles jedoch mit sprachlichen Mitteln die es ihm erlauben, den Zahn der Zeit der römischen Bürger zu treffen. Dies mag wohl auch einer der Gründe sein, warum sein Werk in der deutschen Forschung eher weniger Anklang fand. Im Lauf der letzten Jahre hat sich das Blatt für Curtius jedoch gewendet und gerade deshalb, weil er Passagen füllt, die bei Arrian leer bleiben, wird er immer häufiger auch zur beliebten Quelle, die Alexanderforschung betreffend.[13]

3. Kindheit und Jugend des Alexander III.

Nachdem Alexander III. im Jahre 356 als Sohn des Philipp II. und der Olympias in der makedonischen Königsstadt Pella geboren wurde, erhielt er von 343 bis 340 v. Chr. Unterricht von Aristoteles.[14] Das makedonische Königreich war zu dieser Zeit eng mit dem Reich der Achaimeniden verbunden. So schloss Philipp II. 343 v.Chr. ein Freundschaftsbündnis mit dem persischen Großkönig.[15] Alexander selbst hatte Zugang zur Lektüre des Herodots und des Ktesias und konnte sich so ein Bild der Infrastruktur und der Versorgungswege des persischen Reichs machen.[16] Ebenso pflegte Alexander III. in Abwesenheit seines Vaters persische Gesandte zu empfangen und hatte so die Möglichkeit aus erster Hand allerlei über die Gepflogenheiten der Achaimeniden zu erfahren.[17]

Aber auch direkt am Hof hatte Alexander die Möglichkeit Kontakt mit der persischen Kultur zu machen. Denn es verweilte ein verbannter persischer Satrap, Artabazos, für einige Zeit am makedonischen Königshof, von dem Alexander bestens über Sitten und Trachten der Perser Bescheid wusste.[18] Einen besonderen Stellenwert in deiner Erziehung nahm wohl die Lektüre des Homers ein. Dessen Held Achilleus fungierte vermutlich als Vorbild Alexanders, herrschte doch auch eine verwandtschaftliche Verknüpfung zu diesem.[19] Auch die Herrschaftsform, unter der Alexander aufwuchs, wich teils von dem traditionell griechischen Modell[20] der Polis mit spartanischem Königtum ab. Denn Philipp II. schloss 338 v. Chr. den sogenannten Korinthischen Bund. Dieser Bund war „nichts anderes als die definitive formelle Etablierung der makedonischen Herrschaft in Griechenland“[21]. Aus dieser Vergrößerung des makedonischen Reichs heraus, musste auch der Königshof vergrößert und erweitert werden. Hierbei orientierte man sich am persischen Vorbild der Verwaltung[22], was einen weiteren persischen Einfluss für die Jugend des Alexanders bedeutete. Dietmar Kienast weist ebenso darauf hin, dass das Militärwesen zur Zeit Philipps wohl nach achaimenidischen Schema reformiert wurde.[23]

4. Herrschaftsantritt

Ab diesem Abschnitt wird Alexander nun als legitimer Herrscher beschrieben.

4.1. Die ersten Tage

336 v. Chr. wird Philipp ermordet und Alexander übernimmt dessen Nachfolge. In Aigai ließ er seinen Vater beisetzen und veranlasste die Klärung der Ermordung.[24] Die innere Herrschaftssicherung gelang ihm innerhalb kürzester Zeit. Ein führendes Regierungsmitglied, Antipatros, verhalf ihm dazu sich des Palastes von Aigai zu bemächtigen. Ebenso ließ er sich unter unverzüglich zum König ausrufen. Politisch, so ließ er in einer Rede verlauten, wolle er getreu der Einstellung des Vaters weiterverfahren.[25] Die äußere Herrschaftssicherung hingegen forderte umfassendere Mittel. Aus den umliegenden Herrschaftsgebieten drangen aufrührerische Ansprüche nach Pella. Der Machtwechsel weckte Hoffnungen auf eine Beendigung der makedonischen Herrschaft.[26] Um seine Herrschaft nach außen weiter abzusichern, beschloss er nach Griechenland zu ziehen um den Korinthischen Bund, den sein Vater zuvor geschlossen hatte, zu erneuern.[27]

[...]


[1] Sir Wiliam Tarn, zitiert nach:P.A. Brunt in: Worthington, Ian (Hrsg.): Alexander The Great. A Reader. London, 2003, S. 45.

[2] Will, Wolfgang : Alexander der Große. Geschichte Makedoniens. Band 2, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz, 1986, S. 14.

[3] Ebd. S. 15.

[4] Wiemer, Hans-Ulrich: Alexander der Große. München, 2005, S. 19.

[5] Ebd. S. 20.

[6] Ebd. S. 22

[7] Will, Wolfgang. S. 16.

[8] Ebd. S. 34.

[9] Wiemer, Hans-Ulrich. Alexander der Große S. 22.

[10] Ebd. S. 24.

[11] Ebd. S. 25.

[12] Ebd. S. 25.

[13] Ebd. S. 26.

[14] Cancik, Hubert / Schneider, Helmuth (Hrsg.): Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Band 1.Stuttgart, Weimar, S. 468f.

[15] Kienast, Dietmar: Philipp II. von Makedonien und das Reich der Achaimeniden. München, 1973, S. 270.

[16] Seibert, Jakob: Die Eroberung des Perserreiches durch Alexander den Großen auf kartographischer Grundlage. Wiesbaden, 1985, S. 15.

[17] Kienast, Dietmar. S. 270.

[18] Ebd. S. 257; Bengtson, Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der Hellenistischen Welt. München, 1985, S. 124.

[19] Gehrke, Hans-Joachim: Alexander der Große. München, 2009, S. 20.

[20] Gehrke, Hans-Joachim/ Schneider, Helmuth (Hrsg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch. Stuttgart,Weimar, 2006, S. 176f.

[21] Gehrke, Hans-Joachim: Alexander der Große. S.25f.

[22] Kienast, Dietmar. S. 251f.

[23] Ebd. S. 261ff.

[24] Gehrke, Hans-Joachim: Alexander der Große. S. 30.

[25] Wiemer, Hans-Ulrich. S. 82.

[26] Ebd. S. 82f.

[27] Lauffer, Siegfried: Alexander der Große. München, 1978, S. 40ff.

Details

Seiten
24
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640902248
ISBN (Buch)
9783640902057
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170982
Note
Schlagworte
alexanderzug reich schläuchen

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