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Handlungsorientierte Kartenarbeit im Geschichtsunterricht

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 18 Seiten

Didaktik - Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung - Intention und Aufbau der Hausarbeit

II. Handlungsorientierte Kartenarbeit im Geschichtsunterricht
Der Alexanderzug
1. Hellenismus
2. Alexanders Feldzug
a) Die Ausgangslage
b) Der Feldzug
Handlungsorientierung und Kartenarbeit
1. Handlungsorientierung
a) Begründungen
b) Merkmale und Möglichkeiten
c) Grenzen und Probleme
2. Kartenarbeit im Geschichtsunterricht
Fachdidaktische Ausarbeitung
1. Lehrplanbezug und didaktisches Potential des Themas
2. Umsetzungsvorschlag für den Unterricht

III. Fazit - Handlungsorientierung und Kartenarbeit als Chance

Anhang

1. Literaturverzeichnis

I. Einleitung - Intention und Aufbau der Hausarbeit

„Denken und Tun, Tun und Denken, das ist die Summe aller Weisheit, […]“[1]. Schon Goethe betonte die Wichtigkeit der Interdependenz zwischen dem menschlichen Denken und dem praktischen Tun. Nur wenn man eine Vorstellung vom Handeln hat, kann man das Handeln auch in die Praxis umsetzen und somit mit entsprechender Weisheit handeln. Der Mensch erschließt sich seine Welt also durch kognitive Prozesse und dem anschließenden realen Handeln.

Ähnlich sollte es sich auch in der Schule verhalten. Dies fordern zumindest Vertreter der neuen Lernkultur. Denn für sie ist eines der Grundpostulate die Handlungsorientierung im Unterricht. Schüler sollten also nicht nur eine passive Rolle im Unterricht übernehmen, sondern aktiv Aufgaben übernehmen und Probleme selbst und eigenständig erarbeiten. Das wäre insofern schon wichtig, als dass rein deklaratives Wissen für die spätere Berufslaufbahn wenig Bedeutung hat. Vielmehr benötigt es entsprechendes prozedurales Wissen, also Wissen das auf Handlungsabläufe zielt, um gewisse Kompetenzen und Schlüsselqualifikation zu erlangen. Diese Forderung kann dementsprechend in verschiedenen Situationen im Geschichtsunterricht realisiert werden. Dabei kann beispielsweise die Arbeit mit historischen Quellen oder mit modernen Medien im Vordergrund stehen. Eine andere Möglichkeit ist die Arbeit mit historischen Karten. Denn Kartenarbeit im Geschichtsunterricht ist in den letzten Jahren leider immer mehr zur Ausnahme geworden. Grund dafür ist zumeist die fehlende Kompetenz bei Schülern und Lehrern mit Karten sach- und schülergerecht umzugehen.

Daher kann es sinnvoll sein, das Unterrichtsprinzip Handlungsorientierung mit der Kartenarbeit zu verbinden. Die folgende Arbeit soll aufzeigen, wie handlungsorientierter Geschichtsunterricht mit aktiver Kartenarbeit stattfinden kann. Dazu wurde das Thema „Alexander der Große und sein Feldzug“ gewählt, dass sich durch seine geographischen Ausprägungen hervorragend für eine Arbeit mit Karten eignet. Dazu soll zunächst ein fachwissenschaftlicher Überblick über Alexanders Feldzug gegeben werden, um dann nach der fachdidaktischen Analyse des Themas Handlungsorientierung und Kartenarbeit einen Umsetzungsvorschlag für eine handlungsorientierte Unterrichtseinheit im Fach Geschichte zu aufzuzeigen.

II. Handlungsorientierte Kartenarbeit im Geschichtsunterricht

Der Alexanderzug

1. Der Hellenismus

Die politische Herrschaft Alexanders kann der Epoche des Hellenismus zugeordnet werden. Diese Zeit zwischen 336 bis 30 v. Chr. war vor allem eine Zeit von griechischer Expansion und der Synthese der griechischen mit der orientalischen Kultur als Folge der Eroberung des Perserreichs durch Alexander dem Großen.[2]

Der Anfang des Hellenismus kann grob mit dem Regierungsantritt Alexanders gleichgesetzt werden. Zwar zeichneten sich schon in den Jahren zuvor eine stark expansive Phase und Akkulturation Griechenlands mit Staaten aus Kleinasien ab, jedoch begann die entscheidende Phase der Expansion erst mit Alexanders Feldzugideen. Dabei ist aber zu beachten, dass es sich beim Hellenismus nicht nur um eine bloße Übernahme griechischer Kultur handelte. Vielmehr entwickelte sich durch Akkulturation verschiedener Kleinstaaten eine neue Kultur, die Richtung Osten und selbst auf den Westen zurückwirkte.

Diese Kultur lebte von Literatur, Religion und Kunst. Stadtgründungen, wie die Gründung von Alexandria, schufen kulturelle Hochburgen, die auch von dem florierenden Welthandel profitierten. Größen, wie Euklid, Archimedes und Heron von Alexandria bestimmten die Wissenschaft.[3]

Der Hellenismus ist also vor allem ein kulturelles Phänomen, das nicht unbedingt mit einem genauen Zeitpunkt als beendet gilt. Die kulturellen Prozesse halten demnach weit in die römische Kaiserzeit hinein an. Allerdings erfuhr die hellenistische Staatenwelt immense Rückschläge, so dass der eigentliche Hellenismus mit dem Eingliedern Ägyptens in das römische Imperium als beendet angesehen werden kann. Die Wirkung, die der Hellenismus und vor allem auch die Eroberungszüge Alexanders, hinterlassen haben, darf aber nicht unterschätzt werden. Denn letztendlich griff auch das römische Imperium auf die Kultur der alten Griechen zurück.[4]

2. Alexanders Feldzug

a) Die Ausgangslage

Der Aufstieg Alexanders und dessen Feldzug war eines der einschneidenden Ereignisse im antiken Griechenland. Dabei war die Ausgangslage, die für den Aufstieg Alexanders verantwortlich war, entscheidend. Denn letztendlich war es der Mord an Alexanders Vater Philipp II. von Makedonien, der ihm die Macht über Makedonien verlieh.[5]

Die erste Aufgabe Alexanders bestand also zunächst in der Sicherung der Thronfolge. Dabei ging der damals Zwanzigjährige mit entsprechendem politischen Geschick und Kalkül zur Machterhaltung und Expansion über, in dem er versprach Rache auszuüben und politische Gegner und Rivalen zu beseitigen. Außerdem hielt er an den Feldzugplänen seines Vaters, die gegen Persien gerichtet waren, fest und erneuerte im Zuge dessen auch den Korinthischen Bund mit Griechenland, der ihm quasi die Macht über sämtliche griechische Staaten verlieh.[6]

b) Der Feldzug

Alexanders Versprechen und die Ankündigung, die Pläne seines Vaters zu verwirklichen, machten einen Feldzug Richtung Persien also unumgänglich und auch notwendig. Alexander konnte rund 37500 Mann um sich scharren, die ihn auf dem Feldzug begleiteten. Dies war eine immense Anzahl an Kriegern, die allerdings noch nicht einen so gewaltigen Eroberungszug erahnen ließ, zu dem sich dieser Feldzug im Lauf der Jahre entwickeln würde.

Im Mai 334 kam es zu ersten kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Alexanderherr und der persischen Streitmacht. Der persische König Dareios III. ließ hierbei vor allem seine Gouverneure die Abwehr übernehmen, während Alexander charakteristisch für sein Kampfethos in die Offensive ging und die Schlacht am Fluss Granikos somit erfolgreich beendet.[7] Mit diesem Sieg konnten im weiteren Verlauf die Ostgriechen von der persischen Herrschaft befreit und weitere Gebiete in Kleinasien erobert werden. Dabei nutzte Alexander die innere Krise der Perser aus, um die griechischen Städte im Osten für frei zu erklären und ihnen die alten Rechte zurückzugeben.[8]

Im Winter 334/333 verweilte Alexander in Gordion. Hier soll die berühmte Anekdote vom Gordischen Knoten entstanden sein. So soll derjenige König von Asien sein, dem es gelänge, den Knoten zwischen Joch und Deichsel des gordischen Kampfwagens zu lösen.

Schließlich kam es im Jahre 333 zu einer Entscheidungsschlacht mit dem persischen König Dareios III. In dieser Schlacht konnte Alexander gegen die zahlenmäßig weit überlegene persische Streitmacht einen richtungsweisenden Sieg einfahren und den Perserkönig in die Flucht schlagen. Dieser geschichtsträchtige Sieg hatte zur Folge, dass Alexander weitere Küstenstädte einnehmen konnte und Städte, die sich zur Wehr setzten, kaltblütig eroberte und unterdrückte.[9]

Im weiteren Verlauf seines Feldzugs erreichte Alexander Ägypten, wo er als Pharao anerkannt wurde und auch eine seiner berühmten Hauptstädte gründete, die bis heute den Namen Alexandria trägt. Nach dem Besuch der Oase Siwa, wo er sich seine Pläne vom Orakel seine Zukunftspläne und Erfolgsaussichten bestätigen ließ, machte sich Alexander auf, um den geflohenen Perserkönig endgültig zu besiegen. Dies gelang ihm letztendlich auch in der Schlacht von Gaugamela 331, in der er Dareios abermals in die Flucht schlug und nun zum König von Asien ausgerufen wurde. In den Folgemonaten nahm er unter anderen Babylon und Susa ein und wurde somit nicht nur symbolisch als König von Asien manifestiert. Dies zeigte sich in den folgenden Jahren, in denen sich Alexander als König durchsetzte, in dem er bestehende persische Strukturen und Traditionen teilweise übernahm und Gegner resolut ausschaltete.[10]

Zu dieser Zeit schon hegte Alexander wohl Pläne, um noch weiter nach Osten zu ziehen, wobei das höchste Ziel - die Weltherrschaft - angestrebt wurde. Diesem Gedanken folgte der Feldzug Richtung Indien, wo er den König Poros besiegen konnte. Um nun die Grenzen der Welt zu erforschen, befahl Alexander den Weitermarsch. Allerdings wurde hier dem Feldzug schon Grenzen gesetzt. Denn Strapazen und große Verluste sorgten für schlechte Stimmung und Meutereigedanken bei Alexanders Kriegern. Der Feldzug wurde dadurch des Öfteren unterbrochen. Schließlich ging der Weg den Fluss Indus mithilfe einer großen Schiffsflotte hinab, an dessen Ende das vermeintliche Ende der Welt erreicht wurde.

Schließlich trat das Alexanderheer den Rückmarsch ins Reich an, der sich allerdings als große Herausforderung darstellte. Der Weg führte ein Teil des Heeres über den Seeweg parallel zum anderen Teil des Heeres durch die gedrosische Wüste. Hohe Verluste in der Wüste und auf See sorgten für eine beinahe Katastrophe auf dem Rückweg. Letztendlich war der Welteroberungszug mit der Ankunft in Susa 324 beendet. Alexander hielt sich in der Folgezeit vornehmlich im persischen Raum auf, wo er makedonische und persische Traditionen verbinden ließ. Als König eines makedonisch-iranischem Großreiches plante Alexander nun schon seinen nächsten Eroberungsfeldzug auf der arabischen Halbinsel. Diesen konnte er allerdings nie verwirklichen, da er schon im Jahre 323 nach Erkrankung an Malaria verstarb. Nach zwölf Jahren Regierungszeit und Eroberung weiter Teile des Ostens waren die Herrschaft Alexander des Großen und dessen Feldzug beendet.[11]

Handlungsorientierung und Kartenarbeit

1. Handlungsorientierung

a) Begründungen

Die Forderung nach mehr Handlungsorientierung im Unterricht stützt sich auf verschiedene Erkenntnisse der Forschung und des gesellschaftlichen Wandels. Grundlegend ist hierbei schon die Forderung von Pestalozzi, der das Lernen mit „Kopf, Hand und Herz“ propagiert.[12] Diese Aussage wird daher gern von der heutigen Forschung aufgegriffen und zum Leitsatz der Handlungsorientierung erhoben.

Die allgemeine Pädagogik argumentiert dabei mit dem sozialen Wandel und der Notwendigkeit von praktischem Wissen in der heutigen Gesellschaft. Demnach erlasse sich mit praktischem Tun wichtige soziale Erfahrungen machen, die den Bedürfnissen der Schüler gerecht werden.[13] Diese Sichtweise knüpft an reformpädagogischen Bewegungen, amerikanischen Projektideen und der sowjetischen kulturhistorischen Schule an, deren Leitgedanke des Verbindens von Denken und Handeln im Vordergrund stehen. Schüler sollen demnach

[...]


[1] Goethe: Denken und Tun

[2] Vgl. Gehrke 2006, S. 195

[3] Vgl. MSN Encarta: Hellenismus

[4] Vgl. Gehrke 2006, S. 197

[5] Vgl. Gehrke 2006, S. 197

[6] Vgl. Lauffer 1993, S.38 ff.

[7] Vgl. Gehrke 2006, S. 200

[8] Vgl. Lauffer 1993, S. 58 ff.

[9] Vgl. Gehrke 2006, S. 201

[10] Vgl. Gehrke 2006, S. 202 f.

[11] Vgl. Gehrke 2006, S. 203 ff.

[12] Vgl. Erdmann 1999, S. 663

[13] Vgl. Erdmann 1999, S. 663

Details

Seiten
18
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640899913
ISBN (Buch)
9783640900121
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170936
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,3
Schlagworte
Geschichtsunterricht Geschichte Kartenarbeit Handlungsorientierung Geschichtsdidaktik Hanldungsorientierter Geschichtsunterricht Karten Alexander der Große

Autor

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