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Das 4CID-Modell am Beispiel Bildungswissenschaflter/-in im Bereich der Eltern-/Familienbildung

Hausarbeit 2011 27 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das 4CID-Modell am Beispiel „Bildungswissenschaftler/-in im Bereich der Eltern-/ Familienbildung“
2.1 Die Fertigkeitenhierarchie
2.2 Bilden von Aufgabenklassen
2.3 Entwicklung der Lernaufgaben
2.3.1 Lernaufgabe 1: Das Lösungsbeispiel
2.3.2 Lernaufgabe 2: Das zielfreie Problem
2.3.3 Lernaufgabe 3: Das konventionelle Problem
2.4 Unterstützung des Lernenden
2.4.1 Entwurf von unterstützenden Informationen
2.4.2 Der Entwurfvon Just-in-time-Informationen

3. Lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens bezogen auf das 4CID-Modell
3.1 Didaktische Szenarien zur Integration des 4CID Modells
3.1.1 Der individualisierte programmierte Unterricht
3.1.2 Der individuelle Lernplatz
3.1.3 Das Lernnetzwerk
3.2 Medien zur Unterstützung des Blueprints

4. Zusammenfassung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das 4CID-Modell (Quelle: Bastiaens et al., 2006, S. 93)

Abbildung 2: Fertigkeitenhierarchie zum Anwendungsbeispiel Bildungswissenschaftler im Bereich der Eltern-/ Familienbildung (Quelle: eigene Darstellung des Autors)

Abbildung 3: Problembeschreibungen des 4-CID-Modells (Quelle: eigene Darstellung des Autors)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: vereinfachte Annahmen und Aufgabenklassen (Quelle: eigene Darstellung des Autors)

1. Einleitung

ln der heutigen Zeit ist selbständiges und lebenslanges Lernen zu einem wichtigen Bestandteil der Gesellschaft geworden. Jeder Mensch möchte sich weiterbilden und versucht sich Wissen auf unterschiedliche Art und Weise anzueignen. Dabei kann es geschehen, dass auch sehr komplexe kognitive Fähigkeiten erlernt werden sollen. Für das Erlernen dieser komplexen Fähigkeiten hat van Merriënboer das 4-Komponeten- Instruktionsdesign-Modell (engl.: four-component instructional design model (4CID)) entwickelt (Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2006, S.90). Dieses Modell entstand Mitte der 1980er Jahre und wurde seit dem fortlaufend erweitert und explizit für das Training von komplexen kognitiven Fähigkeiten konstruiert (Bastiaens et al., 2006, S.92). Das 4CID-Modell ist wissenschaftlich-empirisch erforscht worden. Mit Hilfe dieses Modells ist es möglich nach einer genauen Analyse der notwendigen Kompetenzen (z.B. zur Ausübung einer bestimmten beruflichen Tätigkeit) eine möglichst authentische Lernumgebung zu entwerfen, die an real auftretenden Ereignissen des Alltags ausgerichtet ist, um die notwendigen und erwünschten Fähigkeiten zu trainieren. Auf diese Weise wird ein erfolgreiches Lernen von komplexen Fähigkeiten ermöglicht (Bastiaens et al. 2006, S. 90). Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit soll darlegen, wie mit Hilfe des 4CID-Modells authentische Lernumgebungen vorbereitet und gestaltet werden können, um eine Steigerung des Lernerfolgs und der späteren Umsetzbarkeit des Gelernten zu erzielen. Hierbei liegt der Fokus auf authentischen Anwendungsfeldern, Lernsituationen und Lernaufgaben. Zunächst werden einige Schritte des 4CID-Modells anhand eines Beispiels beschrieben. Die Tätigkeit eines Bildungswissenschaftlers im Bereich der Eltern-/ Familienbildung dient hier als Vorlage.

Zu Beginn wird eine Fertigkeitenhierarchie ausgearbeitet. Anschließend wird die Sequenzierung von Aufgabenklassen mit Hilfe des Prinzips der vereinfachten Annahmen und deren Ausarbeitung folgen. Des Weiteren werden Lernaufgaben entwickelt und Beispiele für unterstützende Informationen dargestellt. Im zweiten Teil der Arbeit werden die theoretischen Überlegungen zum 4CID-Modell dargelegt und der Einsatz von Medien exemplarisch beschrieben. Die Arbeit wird mit einem abschließenden Fazit beendet.

Um den Lesefluss nicht zu hemmen, wird auf den weiblichen Genus verzichtet und die männliche Schreibweise verwendet. In diesen Fällen sind jedoch immer beide Geschlechter gemeint. Im Verlaufdieser Arbeit nimmt der angehende Bildungswissenschaftler im Bereich der Eltern-/ Familienbildung die Rolle des Lernenden, der Experte die Rolle des Lehrenden ein.

2. Das 4CID-Modell am Beispiel „Bildungswissenschaftler/-in im Bereich der Eltern-/ Familienbildung“

Bevor das Anwendungsbeispiel vorgestellt wird, sollen noch die Grundlagen des 4CID-Modells kurz geschildert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das 4CID-Modell

1: Fertigkeitenhierarchie 2: Aufgabenklassen 3: Lernaufgaben

4+5: non-recurrent skills 6: unterstützende Informationen (mit kognitivem Feedback)

7+8: recurrent skills 9: Just-in-time-Informationen 10: Part-task Practice

Dieses Modell enthält vier in Wechselbeziehung stehende Entwurfskomponeten:

1. Lernaufgaben (engl, learning tasks)
2. Unterstützende Informationen (engl. supportive information)
3. Just-in-time Informationen
4. Part-task Practice (van Merriënboer, Clark, Crook, 2002, S. 39)

Lernaufgaben (1. Komponente) sind konkrete, authentische und bedeutungsvolle, ganzheitliche Aufgaben, die kognitive Schemata beim Lernenden aufbauen. Zusätzliche Hilfe bei der Schemakonstruktion bieten unterstützende Informationen (supportive information, 2. Komponente), um nicht-wiederkehrende Aufgaben (non-recurrent skills) zu meistern, oder Just-in-time Informationen (procederal information, 3. Komponente) bei wiederkehrenden Aufgaben (recurrent skills). Zusätzlich besteht die Möglichkeit des Einübens von Teilaufgaben (Part-task Practice, 4. Komponente), welche vor allem in hohen Risikoberufen eine Anwendung finden, z.B. Fluglotsen.

Im 4CID-Modell sollen komplexe kognitive Fähigkeiten ganzheitlich vermittelt und eingeübt werden, wobei es insbesondere um die Vermittlung von Handlungswissen geht (Niegemann et al., 2004, S.39 & S. 42). Nach van Merriënboer und Kirschner (2007, S.10) wird das 4CID-Modell in zehn Schritte zum komplexen Lernen zerlegt (siehe Abb. 1). Es werden in dieser Arbeit nur fünf dieser Schritte dargestellt. Die Darstellung aller zehn Schritte würde den vorgegebenen Rahmen dieser Arbeit sprengen. Von den vier oben genannten Komponenten werden in den folgenden Kapiteln drei ausführlich beschrieben.

Die Tätigkeiten eines Bildungswissenschaftlers im Bereich der Eltern-/ Familienbildung kann äußerst vielfältig und komplex sein. Die Ausübung des Berufes kann in den unterschiedlichsten Institutionen stattfinden, wie z.B. Familienzentren, Familienbildungstätten, Bildungswerke, Volkshochschulen usw., und wird als „institutionelle Familienbildung“ bezeichnet. Daneben gibt es noch die „informelle Familienbildung“ (z.B. Selbsthilfegruppen, Mütterzentren, Kirchengemeinden) und die „funktionale Familienbildung“ (z.B. Schulen, Kindertagesstätten, Betriebe, Beratungsstellen etc.) (Projekt Mobile Familienbildung, 2011). In den vergangenen Jahren ist die Methode des Zugangs zu den Eltern immer wichtiger geworden. Das generelle Ziel der Eltern-/Familienbildung ist es die „Erziehungskraft der Familie“ zu stärken, d.h. den Eltern bei der Erfüllung der Erziehungsaufgabe Hilfe zu leisten und sie mit vielfältigen, aber konkreten Angeboten zu unterstützen (Pettinger, Rollik, 2005, S.10). Im Anwendungsbeispiel dieser Arbeit ist der Bildungswissenschaftler als Lehrkraft in einer Volkshochschule (VHS) tätig. Er ist hier Mitarbeiter in der Abteilung der Eltern-Kinder-Erziehung und bietet in diesem Bereich unterschiedliche Kurse an. Diese Kurse sollen Eltern und Kindern bei der Bewältigung ihres Alltags helfen und ihnen Orientierungshilfen bei einer Vielzahl von Entscheidungen geben. Die Aufgaben, die ein Bildungswissenschaftler bei seiner Arbeit in einer Volkshochschule durchzuführen hat, werden im folgenden Kapitel in der Fertigkeitenhierarchie näher erläutert.

2.1 Die Fertigkeitenhierarchie

Um eine kompetenzbasierte Schulung entwickeln zu können, müssen zuerst die gewünschten Leistungen für die Lerninhalte analysiert werden. In einer Fertigkeitenhierarchie wird eine ganzheitliche komplexe Kompetenz (hier: Bildungswissenschaftler im Bereich der Eltern-/ Familienbildung) in konstituierende Teilfertigkeiten zerlegt (Bastiaens et al., 2006, S. 95)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Abb. 2 wird die Analyse der komplexen Kompetenz in einer hierarchischen Form dargestellt. An der obersten Position steht die Kompetenz, die nach dem Durchlaufen eines Lehrplans als Lernziel erlangt werden soll. Hier ist es die Kompetenz „Bildungswissenschaftler im Bereich der Eltern-/ Familienbildung“. Durch den entworfenen Blueprint soll der Bildungswissenschaftler darauf vorbereitet werden, in diesem Tätigkeitsfeld arbeiten zu können. Dabei ist es wichtig, dass die Kompetenz, die für den Beruf des Bildungswissenschaftlers benötigt wird, vorbereitet, durchgeführt und evaluiert wird. Die zu erlernenden Teilfertigkeiten stehen sowohl in horizontaler, als auch in vertikaler Beziehung zueinander. Die horizontal angeordneten Fertigkeiten können sequenziell oder gleichzeitig durchgeführtwerden. Sie stehen in einer temporären Beziehung zueinander. Die vertikal angeordneten Fertigkeiten werden als konditionale Relationen beschrieben. Sie stehen in kausaler Beziehung von unten nach oben zueinander. Die jeweils untere Ebene bedingt dabei die obere, d.h. die in der Hierarchie unten angesiedelte erworbene Fertigkeit ist Bedingung für die darauf folgende obere Fertigkeit.

Betrachtet man die Abbildung 2 so sind die horizontalen Fertigkeiten das Vorbereiten, Durchführen und Evaluieren der komplexen Kompetenz. Zuerst muss ein Arbeitskonzept erstellt werden. Anschließend kann der Bildungswissenschaftler die Eltern-/

Familienbildung durchführen, in dem er die Bildungsangebote gestaltet und eine Eltern- und Kinderberatung durchführt. Zum Schluss findet eine Evaluation der durchgeführten Arbeit statt. Die vertikalen Fertigkeiten sind hier z.B. das Planen eines Bildungsangebots. Um das Angebot planen zu können, sollte der Bildungswissenschaftler zunächst die Zielgruppenbedürfnisse und deren Interessen berücksichtigen. Anschließend wird das Bildungsangebot ausgewählt und geplant. Nach der Zerlegung der konstituierenden Fertigkeiten können Leistungsziele formuliert werden (Bastiaens et al., 2006, S. 95).

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Details

Seiten
27
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640901395
ISBN (Buch)
9783640901920
Dateigröße
601 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170920
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Schlagworte
4CID-Modell Bildungswissenschaftler Eltern-/Familienbildung

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Titel: Das 4CID-Modell am Beispiel Bildungswissenschaflter/-in im Bereich der Eltern-/Familienbildung