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Zivilreligiöse Rhetorik in der 'Declaration of Independence' und Barack Obamas 'New Hampshire Speech'

Seminararbeit 2008 10 Seiten

Anglistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen
2.1 Rhetorik
2.2 Zivilreligion

3. Zivilreligiöse Formulierungen in der ‚Declaration of Independence’

4. Zivilreligiöse Formulierungen in Barack Obamas ‚New Hampshire Speech’

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis
6.1 Primärquellen
6.2 Sekundärquellen

1. Einleitung

In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob - und wenn ja warum - zivilreligiöse Rhetorik in der ‚Declaration of Independence’ und Barrack Obamas ‚New Hampshire Speech’ verwendet wurde.

Dazu werden zunächst einige Begriffsklärungen vorgenommen und die Begriffe Rhetorik sowie Zivilreligion definiert. Anschließend werden die infrage kommenden Formulierungen aus der ‚Declaration of Independence’ sowie Obamas Rede herausgearbeitet und erläutert. Abschließend sollen die Ergebnisse dieser Arbeit in einem Fazit knapp zusammengefasst werden.

2. Begriffsklärungen

2.1 Rhetorik

Der Begriff Rhetorik steht für „Theorie und Praxis der menschlichen Beredsamkeit“, welche schriftlich sowie mündlich auftreten kann und auf die Überzeugung eines Adressaten hin ausgerichtet ist.[1] Denn Reden und Schriften „become effective only as they are perceived in the minds of the listeners“[2], wenn also die Zuhörer bzw. Leser von dem Gesagten oder Geschriebenen überzeugt werden. In dieser Arbeit geht es dabei um Zivilreligion; die Adressaten der hier untersuchten Dokumente sollten von bzw. durch zivilreligiöse Rhetorik angesprochen und überzeugt werden.

2.2 Zivilreligion

Zivilreligion meint nach Robert N. Bellah den allgemeinen religiösen Anteil einer politischen Kultur, der eine demokratische Gesellschaft zusammenhält.[3] Es sind dies allgemein anerkannte Grundsätze für eine gesellschaftliche Ordnung, eine „gemeinsame und geteilte sozialmoralische Grundlage eines Gemeinwesens“[4]. In seinem 1967 erschienenen Aufsatz zum Thema machte Bellah deutlich, dass es in den USA eine fest institutionalisierte Form dieser Zivilreligion gibt, deren Wurzeln bis zur Gründung der Vereinigten Staaten zurückreichen. Er baut dabei auf Rosseaus’ Abhandlung „Contract social“ aus dem Jahre 1762 auf. Rousseau meinte, dass eine Gesellschaft durch eine so genannte religion civile zusammengehalten würde. Mit diesem Begriff meinte Rousseau einfache, aber allgemein geteilte Dogmen einer Gesellschaft, die sozusagen als Spielregeln fungieren und somit eine öffentliche Ordnung gewährleisten.

Bezogen auf die USA machte Bellah als solche Dogmen beispielsweise die immer wiederkehrende Formulierung „In God we trust“ aus. Diese Formulierung wird in vielen offiziellen Reden amerikanischer Politiker verwendet, außerdem steht sie auf der amerikanischen Ein-Dollar-Note. Und dies obwohl die USA eine säkulare Verfassung haben, die eine Staatsreligion ausdrücklich verbietet. Es muss also einen gesellschaftlichen Grundkonsens darüber geben, die die Wichtigkeit dieser eigentlich verfassungswidrigen Formulierung erklärt. Die amerikanische Zivilreligion hat weit in die Vergangenheit reichende Wurzeln, die sich bis zu den Pilgrims zurückverfolgen lassen. Diese fanden in Amerika ein „neues Jerusalem“[5], nachdem sie aus religiösen Gründen aus Europa flohen.[6] Es entstand in der Folge ein großer religiöser Pluralismus in den USA, der bis heute fortbesteht. Und dennoch haben die meisten Amerikaner „gemeinsame nationale Symbole, Rituale und Traditionen“[7], die sich in einer stark „praktizierten Religiosität“[8] im Alltag ausdrücken. Hinter diesen Ritualen und Symbolen vermutet Bellah eine „hohe Integrationskraft des politischen Gemeinwesen“[9], weshalb Politiker auch an eben diese ‚uramerikanischen values’ appellieren. Dies wird in dieser Arbeit als zivilreligiöse Rhetorik verstanden.

3. Zivilreligiöse Formulierungen in der ‚Declaration of Independence’

Die ‚Declaration of Independence’ kann stilistisch in fünf Abschnitte unterteilt werden: Einleitung, Präambel, Vorwürfe gegen George den Dritten, Vorwürfe gegen die englische Bevölkerung und ein Fazit.[10]

[...]


[1] Vgl.: Ueding, Gerd: „Was ist Rhetorik?“. http://www.uni-tuebingen.de/uni/nas/definition/rhetorik.htm. [Stand: 14.06.2008]

[2] Auer, Jeffery J.: ”Introduction”. In: Auer, Jeffery J. (Hg.): The Rhretoric Of Our Tomes. New York: Meredith Corporation, S. 3.

[3] Vgl.: “Zivilreligion”. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Zivilreligion. [Stand: 24.06.2008].

[4] Minkenberg, Michael/ Willems, Ulrich(2002): „Neuere Entwicklungen im Verhältnis von Politik und Religion im Spiegel politikwissenschaftlicher Debatten“. URL: http://www.bpb.de/popup/popup_druckversion.html?guid=KVIMDT. [Stand: 19.06.2008].

[5] Prätorius, Rainer: Die USA. Politischer Prozess und soziale Probleme. Opladen 1997, S. 106.

[6] Vgl.: Ebd., S. 105.

[7] Ebd., S. 115.

[8] Ebd., S. 106.

[9] Ebd., S. 116.

[10] Vgl.: Lucas, Stephen E.: „The stylistic Artistry of the Declaration of Independence“. URL: http://www.archives.gov/exhibits/charters/declaration_style.html. [ Stand: 27.06.2008].

Details

Seiten
10
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640898701
ISBN (Buch)
9783640898718
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170853
Institution / Hochschule
Universität Trier – Department of English Studies
Note
2,7
Schlagworte
zivilreligiöse rhetorik declaration independence barack obamas hampshire speech

Autor

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Titel: Zivilreligiöse Rhetorik in der 'Declaration of Independence' und Barack Obamas 'New Hampshire Speech'