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Hildebrand (Gregor VII.) - Eine Karriere im Mittelalter

Seminararbeit 2003 35 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Aufstieg Hildebrands
2.1 Herkunft und Familie
2.1.1 Geburtsort
2.1.2 Familie
2.1.3 Jugend Hildebrands in Rom
2.2 Exil und Rückkehr nach Rom
2.3 Aufstieg unter Leo IX. zum Subdiakon und päpstlichen Gesandten
2.4 „Emanzipierung“ der Reformbewegung nach dem Tod des Kaisers

3. Pontifikat Gregors VII. (1073-1085)
3.1 Die ersten Jahre als Papst: Beschlüsse gegen Simonie und Priesterehe und Verschlechterung des Verhältnisses zum deutschen König Heinrich IV
3.2 Der Ausbruch des Investiturstreites bis zum bitteren Ende

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Hildebrand (Papst Gregor VII.) ist seit Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen. Mit seinem Namen sind der Durchbruch der kirchlichen Reformbewegung und der Investiturstreit untrennbar verbunden, vor allem aber hat sich der berühmte Gang nach Canossa des deutschen Königs Heinrich IV. nach der Verhängung des Kirchenbanns gegen ihn durch Hildebrand bereits seit Jahrhunderten in das kollektive Gedächtnis der Deutschen eingeprägt und wurde häufig zum sprichwörtlichen Symbol für eine bevorstehende notwendige unterwürfige Unterredung.

Hildebrand ist ohne Zweifel eine der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Epoche. Er ist jedoch lange mystifiziert worden. Für Menschen, die der Kirche und besonders dem Katholizismus nahestanden, ist er auch in der jüngeren Geschichte noch ein Vorzeigebeispiel eines nach einem wahrhaften, von weltlichen Einflüssen und Verfehlungen freien Christentum strebenden Reformers gewesen, der bereit war, alle erdenklichen Opfer zu bringen. Für die weltliche Macht stellte die Unterwerfung Heinrichs dagegen eine Demütigung und Schande dar.

Über die Person Hildebrand ist jedoch immer noch deutlich weniger bekannt als über dessen Pontifikat. Besonders seine Herkunft und Familie und die früheren Tätigkeiten in Rom sind auch aufgrund der wenigen aussagekräftigen Quellen nur unzureichend erforscht.

Das Ziel der Arbeit ist es, den Aufstieg Hildebrands zur bedeutenden Gestalt des 11. Jahrhunderts biographisch nachzuzeichnen. Die wichtigen Stationen seiner Karriere, die den Weg bis zum Pontifikat bestimmen, sollen dabei herausgearbeitet werden. Anfangs wird zu hinterfragen sein, welche Erkenntnisse über die familiären Hintergründe und die Art seiner Ausbildung herrschen, um eine Erklärung zu versuchen, inwieweit diese eine Voraussetzung für Hildebrands Karriere bilden und wie er überhaupt mit der Reformbewegung vertraut wurde. Anschließend sollen in den Untersuchungen über seine Zeit im Exil und den früheren Tätigkeiten in Rom neben der Frage nach seinen Aufgaben auch immer die Ausprägung von Hildebrands Reformeifer und die Reformbeschlüsse seiner päpstlichen Vorgänger kurz dargestellt werden, damit bei der anschließenden Bearbeitung des Pontifikats Gregors VII. deutlich wird, ob er in Kontinuität zu seinen Vorgängern agierte oder ob er eine Wende vollzog. Mit Blick auf den Investiturstreit soll dabei auch nicht außer Acht gelassen werden, wie sein Verhältnis zur weltlichen Macht, besonders zu Kaiser Heinrich IV., zu dieser Zeit war.

In einem zweiten Teil wird es darum gehen, die ersten Maßnahmen Hildebrands als Papst zu untersuchen und die Frage zu stellen, wie sich daran der Investiturstreit entzünden konnte. Dabei soll analysiert werden, wie sich die drastische Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Papst und König innerhalb kurzer Zeit in ihren Briefwechseln ausdrückt. Anschließend soll ihr Handeln im Investiturstreit mit dem Schwerpunkt des berühmten Bußgangs Heinrichs nach Canossa erläutert und eine Bewertung dieses historischen Ereignisses unternommen werden.

Um Hildebrands Karriere analysieren zu können, werden auch die historischen Ereignisse, die auf ihn einwirkten und seinen Aufstieg begleiteten oder mit endschieden, zu beachten sein. Im Vordergrund soll dabei stets die Person Hildebrand stehen, damit am Ende ein differenziertes Urteil möglich ist, welche Faktoren seine Karriere auslösten und wie es zum Investiturstreit kam.

2. Der Aufstieg Hildebrands

2.1 Herkunft und Familie

2.1.1 Geburtsort

Im Gegensatz zum Pontifikat Gregors VII. gibt es über die Herkunft und Familie Hildebrands nur wenige gesicherte Erkenntnisse. Den Blickwinkel richteten bereits die Zeitgenossen weitgehend auf den Investiturstreit. Dazu kommt, dass es von Gregor selbst kaum Hinweise gibt.

Hildebrand wurde zwischen 1020 und 1025 geboren. Die Geburtszahlen schwanken, da sie sich nur aus seinem weiteren Lebensweg errechnen lassen.[1] Als Geburtsort wird Sovana, ein kleiner Ort in der Nähe des Bolsener Sees in der Toskana vermutet. So hält es jedenfalls die einheimische Tradition von Sovana, die sich jedoch nur schwer zurückverfolgen lässt, da die schriftliche Erwähnung des Ortes erst auf Kardinal Boso, der im Jahre 1178 verstarb, zurückgeht. Dieser stützte sich, als er die Papstviten schrieb, auf einen Bericht Bonizos von Sutri im Liber ad amicum, doch fehlte bei diesem noch der Hinweis auf Sovana, so dass er als Zusatzhinweis Bosos erscheint, über dessen Beweggründe nur spekuliert werden kann.[2] Auf eine weitere These soll aber noch hingewiesen werden. Es gibt die Vermutung, dass Hildebrand vor seiner Wahl zum Papst ein Benediktinerkloster, Monte Calvello, in der Diözese gegründet haben könnte. Ein nicht mehr auffindbares Kloster dieses Namens wird schriftlich zum ersten Mal unter Calixt II. (1119-1124) erwähnt und die Erinnerung daran ging auch das ganze Mittelalter hindurch nicht verloren. Dennoch bleibt es insgesamt strittig, ob Hildebrand wirklich der Gründer dieses Klosters ist, ebenso ob er überhaupt aus Sovana stammt. Vor seiner erst 1606 vorgenommenen Heiligsprechung war er in Sovana jedenfalls völlig vergessen.[3]

2.1.2 Familie

Auch über die Familie gibt es von Gregor selber keine Hinweise. Unter den zeitgenössischen Quellen gelten die von Petrus Damiani und die des Abtes von Metz als am glaubwürdigsten. Petrus Damiani beschrieb den Papst als von kleiner Statur und als den einzigen, der überhaupt kleiner war als er selber: „De Hildebrando qui parvae staturae sed magnae videtur esse prudentiae. Parua tigris... nolens mihi subditur uni.“[4] Der Abt von Metz nennt Hildebrand in einem Brief, in dem er ihm zur Papstwahl gratuliert, einen „ virum de plebe[5], einen Mann aus dem Volk und spielt damit wohl auf dessen niedrige Herkunft an. Ähnliche Bemerkungen über Hildebrand werden auch Hugo von Cluny zugeschrieben. Er soll ebenfalls von der kleinen und zierlichen Gestalt, „exilis staturae“, und niederen Herkunft, „despicabilis parentelae“, des späteren Papstes gesprochen haben.[6] Dies widerspricht allerdings der medizinischen Analyse des Skelets aus dem Dom von Salerno von 1984, bei der es sich um die sterblichen Überreste Gregors VII. handeln soll. Diese ergab nämlich, dass es sich um einen etwa 65-75 Jahre alten Mann von ursprünglich 160 cm Größe und einer Schädelkapazität von 1600 cm³ handelte. Dies liegt deutlich über der Durchschnittsgröße der Menschen und stellt die ursprüngliche Vorstellung vom Äußeren Hildebrands zunächst auf dem Kopf. Das Skelet zeugt auch von guter Ernährung.[7] Da aber die Identifizierung durch den Erzbischof Colonna von 1578 Anlass zu Zweifeln gibt, ist es müßig, über die Aussagen der Zeitgenossen hinauszugehen, die Hildebrand persönlich kannten. Er war demnach also auffallend klein und entstammte nicht der Oberschicht.

2.1.3 Jugend Hildebrands in Rom

Als gesichert gilt in der Forschung, dass Hildebrand seine Jugend in Rom verbrachte und dort in einer religiösen Gemeinschaft aufwuchs. Gregor selbst bezeugte in seinem Wahlprotokoll mehrfach, dass er von Kindheit an im Schoße der römischen Kirche, im Hause des Apostels Petrus aufgezogen worden sei.[8] Allerdings gehen bereits die Meinungen darüber wieder auseinander, ob er wirklich in einem Kloster oder einer Gemeinschaft der Kanoniker aufwuchs. Die Forschung sah es lange als erwiesen an, dass Hildebrand sich zumindest zeitweise in dem Marienkloster auf dem Aventin aufgehalten und sich als Mönch empfunden habe. Die Gewissheit, dass Hildebrand Mönch war, kann man aber nicht aus dessen eigenen Aussagen schließen, sondern aus der Polemik seiner Feinde, die ihn einen „falschen Mönch“ nennen.[9] Die Ansicht vom Aufenthalt auf den Aventin stützte sich auf eine Nachricht Pauls von Bernrieds, der über die Erziehung durch einen Onkel berichtet, welcher Abt von Sankt Maria in Aventino war.[10] Da die Äbte von Cluny bei ihren Rombesuchen in diesem Kloster zu Gast waren, könnte Hildebrand so folglich das Erbe der monastischen Bewegung kennengelernt haben.[11] Da Gregor selber jedoch keine Angaben über Familienmitglieder macht, stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit dieser Quelle. Blumenthal vertritt die These, dass Paul von Bernried, ein später, aber begeisterter Anhänger Gregors VII., wahrscheinlich eine konventionelle Ausschmückung der Vita vorgenommen hat.[12] An einem Brief Gregors, in dem er schreibt, von früher Jugend an im römischen Palast erzogen worden zu sein[13], glaubt sie ausmachen zu können, dass er unter den Lateranklerikern aufwuchs, denn mit dem römischen Palast könne man den Lateran identifizieren. Auch sieht sie es als erwiesen an, dass keine Verwandtschaft zwischen Hildebrand und Gregor VI. bestand.[14]

Mit dieser neuen Argumentation stellt Blumenthal die ältere Literatur infrage, die den Beginn der Karriere Hildebrands eher in den für ihn glücklichen Zufall der Verwandtschaft mit dem Abt von Sankt Maria in Aventino sieht, der aus der reichen, ehemals jüdischen Familie der Pierleoni stammte und im Jahr 1045 Nachfolger von Papst Benedikt IX. als Gregor VI. wurde.[15] Umso mehr würde bei dieser neuen Sichtweise aber ungeklärt bleiben, wie der den Quellenangaben zufolge aus einfachen Verhältnissen stammende Hildebrand zu dieser vornehmen Erziehung in Rom kam, wenn er nicht durch den Vorteil von verwandtschaftlichen Beziehungen begünstigt wurde. Auch der schnelle Aufstieg an der Seite Gregors VI. wäre dann um so erstaunlicher und könnte als ein früher Hinweis für die besonderen Begabungen Hildebrandts gedeutet werden.

Es sollte zunächst jedoch zu einem Bruch in der Karriere Hildebrands kommen, der diese gefährden oder auch abrupt hätte beenden können, wenn ihn später nicht glückliche Zufälle oder Beziehungen geholfen hätten. Im Herbst 1046 stellte sich heraus, dass bei der Ernennung Gregors VI. zum Papst Geld irgendeine Rolle gespielt hat, was er später selber zugab. Dies geschah vor dem Hintergrund der seit dem 10. Jahrhundert vornehmlich vom Kloster Cluny ausgehenden Reformbewegung gegen die zunehmende Verweltlichung der Kirche und den Verfall der mönchischen Zucht in den Benediktinerklöstern. Ziel der Reformer war die Beseitigung der Simonie, worunter man die Erlangung geistlicher Ämter durch Kauf oder später sogar die Einsetzung in ein geistliches Amt durch einen Laien verstand. Die Forderung konnte sich bei strenger Auslegung auch gegen das ottonisch-salische Reichskirchensystem selber richten. Zunächst hatte die cluniazensische Bewegung jedoch keine antikaiserliche Spitze. Kaiser Heinrich III. war ihr durch den Einfluss seiner im Geiste des französischen Klosters Cluny erzogenen Gattin vertraut. Wie seine Vorgänger seit Karl dem Großen verstand er sich als geistlicher Führer der Kirche, der Einfluss auf die Besetzung des Apostolischen Stuhls nehmen kann. Deswegen fühlte er sich der Kirche seelsorgerisch verantwortlich und verpflichtet, den Klerus aus seiner völlig weltlich gewordenen Gesinnung herauszuführen. Nach dem Bekanntwerden der Verfehlung Gregors VI. blieb Heinrich keine andere Wahl, als den Papst zu entlassen, obwohl der Kaiser von ihn bisher eine hohe Meinung hatte. Schließlich zeichnete sich Gregor VI. als sehr kirchenfrommer Papst aus, der die Mißstände in der römischen Kirche bekämpfte und der Kirchenreform aufgeschlossen gegenüber zeigte wie der Kaiser.[16] Am 20. Dezember 1046 fand das Pontifikat Gregors VI. auf der Synode von Sutri ein jähes Ende.

2.2 Exil und Rückkehr nach Rom

Nach seiner Entlassung wurde der ehemalige Papst Gregor VI. in das Exil nach Köln geschickt und Hildebrand begleitete ihn. Dies bezeugte Gregor VII. später selber: „Ihr wißt ja, dass ich ...wider Willen mit meinem Herrn, dem Papst Gregor, über das Gebirge gegangen bin... ..“[17] An anderer Stelle, in einem Brief an den Erzbischof Anno von Köln bezieht er sich ausdrücklich auf Köln, spricht von der „Erinnerung an die Lehre“, die er unter Annos Vorgänger erfahren habe.[18] Hildebrand scheint unter Gregor VI. in eine Position hineingewachsen zu sein, die ihm auferlegte, den Papst auch noch ins Exil zu begleiten und bis zu seinem Tod an seiner Seite zu bleiben. Hermann nennt Hildebrand deshalb einen Kaplan Gregors VI.[19] Das Amt des päpstlichen Kaplans war während der Zeit Hildebrands aber noch im Entstehen, erst unter Paschalis II. (1099-1118) sind päpstliche Kapläne durch den Liber Pontificalis belegt.[20] Durch die Berichte Damianis wird allerdings deutlich, dass der Kaplan wie ein persönlicher Diener, ein minister des Papstes, handeln musste.[21] Hildebrand war demnach ein Gregor VI. direkt untergebener Kleriker, seine Weihe zum Subdiakon erfolgte jedoch erst unter Leo IX., so dass Hildebrand bis zum Gang in das Exil nur das einfache Klerikat oder den Grad eines Akoluthen als erste Weihestufe empfangen haben dürfte.[22]

Ende 1047 starb Gregor VI. und Hildebrand war unabhängig. Die Frage, wo er die Zeit bis zu seiner Rückkehr nach Rom verbrachte, ist nicht völlig geklärt. Möglicherweise hielt er sich noch länger in Köln auf. Aus seinen Briefen geht seine mehrfach auffallende Verbundenheit mit dieser Stadt hervor. Noch während seiner Tätigkeit unter Leo IX. setzte er sich für die Kölner Kirche ein, worauf er in dem Brief an Erzbischof Anno aus Köln hinweist: „... ihr unter den übrigen Kirchen des Abendlandes besondere Zuneigung entgegenbringen und... dem Bischof von Trier um der Ehre Eurer Kirche willen mit allen Kräften widerstanden, was derselbe heilige Leo mit Unwillen aufnahm.“[23] Er begründet diese besondere Liebe, die der Kirche von Köln entgegengebracht wurde, mit der Erinnerung an die Disziplin, mit der er unter seinen (Annos) Vorgänger an der kölnischen Kirche aufgezogen worden sei[24], so dass sich aus diesem Brief schließen lässt, dass er sich einmal über längere Zeit in Köln aufgehalten hat. G. B. Borino glaubte dagegen beweisen zu können, dass Hildebrand nach dem Tod Gregors VI. Mönch in Cluny gewesen sei und hier die großen Äbte Hugo und Odilo kennenlernte, die ihn dann nachhaltig prägten und ihn mit der Reformbewegung vertraut machten.[25] Borino stützte sich dabei vor allem auf einen Bericht Bonizos von Sutri im Liber ad amicum über ein Treffen Hugos von Cluny mit dem Bischof Bruno von Toul in Besancon, das auf dem Weg Brunos nach Rom lag. Der Bischof, ein Vetter des Kaisers, sollte in Rom zum neuen Papst gewählt werden und die Kirchenreform im Sinne des deutschen Kaisertums durchführen. Hildebrand sei bei dem Treffen Hugos Begleiter gewesen und Bruno vorgestellt worden.[26] Zwei andere Quellen widersprechen dieser Darstellung jedoch, die allerdings eher ungenauer gehalten sind, was den Ort der Begegnung zwischen Hildebrand und Bruno von Toul angeht.[27] Interessant an Bonizos Quelle ist aber nicht nur der Ort der Zusammenkunft, sondern auch der Verlauf des Geschehens. Hildebrand soll dem zukünftigen Papst Vorwürfe gemacht haben, weil er die römische Kirche durch die weltliche und königliche Gewalt erhalten hätte.[28] Die Entschlossenheit, mit der Hildebrand später als päpstlicher Berater und als Papst selber den Einfluss der weltlichen Gewalten auf die Kirche bekämpfte, gehört zu diesen frühen Zeitpunkt also schon zu seinem Wesen. Inwieweit er mit seiner Kritik tatsächlichen Einfluss auf die Entscheidung des künftigen Papstes genommen hat, ist nicht geklärt. Bruno zog jedenfalls Anfang 1049 in Pilgerkleidung in Rom ein, allerdings soll er Toul bereits nach Weihnachten in Pilgerkleidung verlassen und betont haben, dass er die Wahl nur unter der Voraussetzung annehmen würde, dass ihn Volk und Klerus von Rom ihren Konsens geben würden.[29] Dass Hildebrand Leo also erst zu einer kanonischen Wahl überzeugen musste, geht aus der vita leonis folglich nicht hervor. In dem Treffen müssen sich beide vielmehr über ihr gemeinsames Interesse an der Kirchenreform und die Vorteile einer Zusammenarbeit klar geworden sein, schließlich schloss sich Hildebrand Bruno an und unter ihm beschleunigte sich sein rascher Aufstieg zum Subdiakon und päpstlichen Gesandten.

[...]


[1] Cowdrey sieht die Geburt schon um 1015. Vgl. H. E. J. Cowdrey: Pope Gregory VII 1073-1085, Oxford 1998, S. 28.

[2] Vgl. Uta-Renate Blumenthal: Gregor VII., Darmstadt 2001, S. 16.

[3] Ebd., S. 18f.

[4] M. Lokrantz: Lópera poetica di S. Pier Damiani, Stockholm 1964, Nr. 78, S. 68, übs. bei Cowdrey, Gregory VII (wie Anm. 1), S. 43.

[5] Die Briefe des Abtes Walo von St. Arnulf vor Metz, ed. B. Schütte, MGH Studien und Texte 10, Hannover 1995, Nr. 1, S. 52.

[6] William of Malmesbury: Ex gestis regum anglorum libri quinque, ed. Georgio Waitz, in: MGH Scriptores 10, Hannover 1968, S. 452-484, hier S. 474.

[7] Vgl. Blumenthal, Gregor VII. (wie Anm. 2), S. 20f.

[8] Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters, hrsg. von R. Buchner und F.-J. Schmale, Bd. XIIa: Quellen zum Investiturstreit, Erster Teil: Ausgewählte Briefe Papst Gregors VII., übs. von F.-J. Schmale, Darmstadt 1978, Nr. 1, S. 29.

[9] Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters, hrsg. von R. Buchner, Bd. XII: Quellen zur Geschichte Kaiser Heinrichs IV., übs. von F-J. Schmale, Darmstadt 1963, Nr. 12, S. 65.

[10] Paul von Bernried: Vita Gregorii papae VII., in: J. M. Watterich, Pontificum romanorum… vitae 1, Leipzig 1862, S. 474-516, hier S. 477.

[11] Rudolf Schieffer: Gregor VII. – Ein Versuch über die historische Größe, in: HJB 97/98, München 1978, S. 87-107, hier S. 90.

[12] Blumenthal, Gregor VII., S 27.

[13] Das Register Gregors VII., hrsg. von E. Caspar, MGH Epistula Selectae 2, Erster Teil, Berlin 1967, Nr. 3,21, S. 288.

[14] Diese Annahme sei bereits durch eine seit 1904 konkurrierende Genealogie widerlegt worden, scheint eher durch Namensähnlichkeit des Onkels Hildebrands mit der Familie der Pierleoni entstanden. Vgl. Blumenthal, Gregor VII., S. 279.

[15] Vgl. Rudolph Wahl: Der Gang nach Canossa, München 1935 (ND Bergisch-Gladbach 1979), S. 37.

[16] K. Schmid: Heinrich III. und Gregor VII. im Gebetsgedächtnis von Piacenza des Jahres 1046. Bericht über einen Quellenfund, in: ders., Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter, Ausgewählte Beiträge, Sigmaringen 1983, S. 598-619, hier S. 616.

[17] Quellen zum Investiturstreit (wie Anm. 8), Nr. 107, S. 333.

[18] Ebd., Nr. 24, S. 83.

[19] Klaus-Jürgen Hermann: Päpste und Papsttum Bd. 4: Das Tuskulanerpapsttum (1012-1046), Stuttgart 1973, S. 159.

[20] Vgl. R. Elze: Die päpstliche Kapelle im 12. und 13. Jahrhundert, ZRG KA 36, 1950, S. 145-204, hier S. 150f.

[21] Die Briefe des Petrus Damiani, hrsg. von Kurt Reindel, MGH Die Briefe der deutschen Kaiserzeit Bd. 4, 4. Teil, München 1993, Nr. 168, S. 246.

[22] Blumenthal, Gregor VII., S. 62f.

[23] Quellen zum Investiturstreit, Nr. 23, S. 83.

[24] Ebd.

[25] G. B. Borino; Quando e dove si fece monaco Ildebrando?, in: Miscellanea Giovani Mercati 5 (Studi e Testi 125, Citta del vaticano 1946), S. 237ff. Vgl. Blumenthal, Gregor VII., S. 29.

[26] Bonizo von Sutri, Liber ad amicum, hrsg. von E. Dümmler, MGH Ldl Bd. 1, Hannover 1956, S. 568-620, hier S. 587, Z. 27ff.

[27] Paul von Bernried erwähnt den Hof Heinrichs III. Vgl. Paul von Bernried, Vita Gregorii (wie Anm. 10). In der Predigt Brunos von Segni zum Festtag Leos IX. wird dagegen kein Ort der Begegnung genannt. Vgl. Bonizo von Sutri, Liber ad amicum (wie Anm. 26), S. 587, Z. 36ff.

[28] Bonizo von Sutri, Liber ad amicum, S. 587, Z. 29ff.

[29] Wibert von Toul: Vita leonis, in: I. M. Watterich, Pontificum (wie Anm. 10), S. 127-170, hier S. 149f.

Details

Seiten
35
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783640899463
ISBN (Buch)
9783640899333
Dateigröße
621 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170825
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
2,3
Schlagworte
Mittelalter Investiturstreit Papsttum

Autor

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Titel: Hildebrand (Gregor VII.) - Eine Karriere im Mittelalter