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Nachhaltiger Tourismus in Südafrika

Wissenschaftliche Studie 2011 19 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Das Phänomen Tourismus
2.1 Definition des Tourismus
2.2 Tourismus als System
2.3 Der Tourismusmarkt: Tourismusangebot & -nachfrage

3. Tourismus & Nachhaltigkeit
3.1 Leitbild der Nachhaltigkeit
3.2 Marketing im Nachhaltigen Tourismus

4. Südafrikas Tourismussektor
4.1 Südafrikas Tourismus als ökonomischer Wachstumsfaktor
4.2 Sozialverträglicher Tourismus in Südafrika
4.3 Ökologischer Tourismus in Südafrika

5. Fazit

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Der Ursprung des Reisens geht auf mehrere Jahrhunderte zurück. So begann das Reisen bereits mit der Vertreibung aus dem Paradies. Der heutigen Tourismuslehre zufolge gehören Reisende der damaligen Zeit jedoch nicht der Gruppe der Touristen an, da meist kein Vergnügen im Vordergrund stand und die Reise meist Mittel zum Zweck war, wie z. B. Handels- und Geschäftsreisen, Entdeckungs- und Eroberungsreisen sowie Bildungs- und Glaubensreisen.

Der eigentliche heutige Tourismus findet seinen Anfang in der Mitte des 19. Jahrhunderts. So wurde die erste Pauschalreise, eine Bahnfahrt mit Verpflegung und Unterhaltung von Leicester ins zehn Meilen entfernte Loughborough in England und wieder zurück, am 05. Juli 1841 von Thomas Cook veranstaltet. In Großbritannien kam es zu einer rasanten Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges. Es folgten Reisen nach ganz Europa (vgl. Freyer 2006, 13).

In Deutschland hingegen entwickelte sich der Tourismus erst etwas später, da die meisten Arbeiter finanziell und organisatorisch nicht über die erforderlichen Mittel und Möglichkeiten zum Reisen verfügten. So blieben Vergnügungsreisen in der Regel zunächst den Beamten und Angestellten vorbehalten. Gedämpft durch den ersten und zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Tourismus danach hingegen rasant weiter und schnell konnte sich auch die arbeitende Bevölkerung dem Reisen widmen.

Heute gehört der Tourismus zu einen der wichtigsten Wachstumsbranchen auf der ganzen Welt. Nach Angaben des World Travel & Tourism Council (WTTC) fanden im Jahr 2009 mehr als 74 Millionen Menschen direkte Beschäftigung im Tourismus. Betrachtet man auch die indirekt Beschäftigten, so kommt man auf eine Gesamtzahl von über 220 Millionen Menschen. Das entspricht etwa 7,6 Prozent der Jobs weltweit (Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung 2010).

Somit gilt der Tourismus nicht nur als eine der wichtigsten, sondern auch als eine der größten internationalen Wirtschaftszweige.

Diese Arbeit soll zunächst einen groben Einblick in den allgemeinen Tourismus gewähren. Nach einer ausführlichen Definition erfolgt demnach eine Betrachtung des Systems Tourismus sowie eine Beschreibung des Tourismusmarkts mit Tourismusangebot und -nachfrage.

Im dritten Kapitel wird der Tourismus mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit verknüpft. Das Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung mit seinen drei Dimensionen wird hierbei für den Tourismus konkretisiert. Dabei wird auch auf das Marketing im Nachhaltigen Tourismus eingegangen. Die theoretischen Erkenntnisse werden dann im vierten Kapitel am Beispiel Südafrika näher analysiert. Es folgt eine Darstellung der ökonomischen, sozialen und ökologischen Komponente des Tourismus in Südafrika. Eine abschließende Gesamtbetrachtung sowie ein kurzer Ausblick auf die zukünftige Entwicklung finden sich im fünften Kapitel.

2. Das Phänomen Tourismus

Wie bereits einführend erwähnt, kommt dem Tourismus eine große Bedeutung in der Wirtschaft zu. Schon seit Jahrzehnten existieren wissenschaftliche Schriften und Analysen über dieses Phänomen. Viele Begriffe werden synonym zum Tourismus gewählt. So ist oftmals die Rede von Reiseverkehr, Fremdenverkehr oder Touristik. Diese Begrifflichkeiten werden jedoch seit den 80er Jahren zunehmend vom Überbegriff Tourismus abgelöst (Freyer 2006, 8). Die genaue Bedeutung dieser Bezeichnung soll nun im folgenden Abschnitt näher betrachtet werden.

2.1 Definition des Tourismus

Der Begriff Tourismus findet seinen Ursprung im französischen Wort „le tour“, was soviel bedeutet wie die Reise oder Ausflug. Generell ist der heutige Tourismus klar definiert. Jedoch kommt es in einzelnen Bereichen immer wieder zu Problemen. So bestehen bei regionalen Projekten beispielsweise oft Unsicherheiten, wer denn nun als Tourist aufgefasst werden soll und wer nur ein ortsansässiger Freizeitgast ist (Bieger 2004, 33).

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen angebotsseitigen und nachfrageseitigen Tourismusdefinitionen. Angebotsseitiger Tourismus bezeichnet eine Industrie, die aus den Unternehmen besteht, die Leistungen für die Bedürfnisse und Anliegen von Touristen erbringen (Bieger 2004, 33). Nachfrageseitiger Tourismus bezieht sich auf die Frage, wer überhaupt als Tourist gilt. So ist ein Tourist eine Person, die eine Reise außerhalb seines gewohnten Arbeits- und Lebensumfelds unternimmt. (Bieger 2004, 34). Die World Tourism Organization (UNWTO) unterscheidet außerdem zwischen Touristen, die zumindest eine Nacht auswärts übernachten, und Ausflüglern, die nicht am Zielort übernachten (Bieger 2004, 35).

Heute gilt als grundlegende Abgrenzung des Tourismus die Definition der UNWTO vom Bericht der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) von 1992 in Rio de Janeiro:

„Tourismus umfasst die Aktivitäten von Personen, die an Orte außerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen und sich dort zu Freizeit-, Geschäfts- oder bestimmten anderen Zwecken nicht länger als ein Jahr ohne Unterbrechung aufhalten“ (UNWTO 1993).

Je nach Betrachtungsweise gibt es immer wieder geringe Unterschiede in den verschiedenen Definitionen. Aus allen Definitionen lassen sich aber bestimmte, allgemein gültige Merkmale des Tourismus ableiten. Demnach beinhaltet der Tourismus sowohl Geschäfts- als auch Vergnügungsreisen, solange diese sich außerhalb des normalen Arbeits- und Lebensumfelds befinden. Desweiteren umfasst der Tourismus nicht nur Angebote wie Hotels und Freizeitanlagen sowie Märkte und Mittler wie Reiseveranstalter, sondern auch die indirekten Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Umwelt. Somit können auch kulturelle Veränderungen einer Nation Folgen des Tourismus sein. Letztlich ist der Tourismus nicht nur ein Zweig der Wirtschaft, sondern auch ein wichtiger Lebensbereich. Schließlich verbringt Studien zufolge der moderne Mensch einer westeuropäischen Nation etwa 12-15 Prozent seines Lebens als Tourist (Bieger 2004, 37).

2.2 Tourismus als System

Den vorherigen Erläuterungen zufolge lässt sich der Tourismus nicht isoliert betrachten. Vielmehr erfolgt heutzutage die Einordnung in ein System aus mehreren Elementen, da zwischen dem Tourismus und seinen Umwelten immer vielfältige Beziehungen bestehen. Innerhalb des Tourismussystems gibt es einzelne sogenannte Subsysteme wie zum Beispiel der Verkehr und die Destination sowie die jeweilige Vernetzung durch eine Entwicklung eines Luftverkehrshubs beispielsweise (Bieger 2004, 68). Ein touristisches Angebot besteht in der Regel aus mehreren Einzelleistungen, wie etwa ein Pauschalreiseangebot mit Transport, Unterkunft und Verpflegung. Generell unterscheidet man zwischen den Subsystemen Tourismussubjekt und Tourismusobjekt. Als Tourismussubjekt bezeichnet man den Tourist selbst sowie die Präferenzen seiner Nachfrage. Das Tourismusobjekt hingegen lässt sich als Zusammenschluss mehrerer Subsysteme betrachten. Diese umfassen den Ort des touristischen Aufenthalts, die Tourismusorganisationen wie z. B. Reiseveranstalter sowie die Tourismusunternehmen wie z. B. Hotels. Alle Subsysteme stehen in gegenseitiger Wechselwirkung mit ihren Umwelten, also der Politik, Wirtschaft, soziokulturellen Gesellschaft, Technologie und Ökologie (vgl. Kaspar 1996, 12).

2.3 Der Tourismusmarkt: Tourismusangebot & -nachfrage

Ausgehend von der Definition des Tourismus allgemein und dem Tourismus als System lässt sich auch der Tourismus als Markt definieren. Die touristische Nachfrage wird demnach ausgelöst von Personen, die sich außerhalb ihres gewohnten Arbeits- und Lebensumfeldes aufhalten bzw. aufzuhalten planen. Hierzu zählen beispielsweise Reiseberatung, Reiseversicherungen oder auch Impfungen. Die Tourismusnachfrage basiert grundsätzlich auf unterschiedlichen Motiven. Diese sind im Einzelnen Tourismus zur Erholung, kultur- und bildungsorientierter Tourismus, gesellschaftsorientierter Tourismus, Sporttourismus, Wirtschafts- und Geschäftstourismus sowie politikorientierter Tourismus (vgl. Kaspar 1996, 16f). Hierbei ist jedoch zu beachten, dass vor allem die Differenzierung zwischen Geschäfts- und Vergnügungsreisen immer schwerer wird, da sich diese zunehmend vermischen. So wird beispielsweise oftmals die Geschäftsreise zur privaten Erholung verlängert. Beeinflusst von der eigenen Haltung und Motivation sowie von externen Personen, kann man die Tourismusnachfrage in ein System der wirtschaftlichen Umwelt, eigenen Wertvorstellungen sowie der gesellschaftlichen Umwelt einordnen (vgl. Bieger 2004, 98). Die Nachfrage lässt sich letztlich durch die Marktforschung sowie durch verschiedene statistische Erhebungsverfahren erfassen und bewerten. Dabei spielen Gästebefragungen und Besucherzahlen eine große Rolle.

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Details

Seiten
19
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640889310
ISBN (Buch)
9783640889815
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170260
Institution / Hochschule
Fachhochschule Trier - Umwelt-Campus, Standort Birkenfeld
Note
Schlagworte
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Titel: Nachhaltiger Tourismus in Südafrika