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Investor Relations - Bedeutung für den Unternehmenswert

Seminararbeit 2010 16 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Grundlagen der Unternehmensbewertung
2.2 Grundlagen Investor Relations

3 Zusammenhang Investor Relations und Unternehmenswert

4 Zusammenfassung

5 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Five-Communication-Gaps

1 Einleitung

Kapitalgeber gehören zu den einflussreichsten Anspruchsgruppen eines Unternehmens. Entsprechend stark ist der Anspruch an das Kommunikationsverhalten der Unternehmen insbesondere durch die Finanzkrise gestiegen. Es genügt nicht mehr, private oder institutionelle Investoren beschränkt auf die gesetzlichen, regelmäßigen Unternehmenspublizitäten (Bilanz, GuV, Lagebericht, Zwischenbericht, Ad.hoc- Meldungen etc.) zu informieren. Die financial community1 möchten dezidiert und unmittelbar über die operativen und strategischen Entscheidungen, Entwicklungen und Prognosen bezüglich des Unternehmens sowie des Marktes informiert werden.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, setzen Unternehmen das Investor Relations als Bindeglied zwischen Unternehmen und Kapitalmarkt ein. Das Investor Relations soll durch Kommunikation mit Informationen potentielle und bestehende Investoren informieren und überzeugen sowie Kontakte und Beziehungen zur financial community pflegen, um langfristig den Unternehmenswert zu steigern. Das Investor Relations versucht, durch den Abbau von Informationsasymmetrien eine effiziente Kapitalmarktkommunikation zwischen Unternehmen und Kapitalmarktteilnehmer herzustellen. Des Weiteren muss es den Strukturwandel der Aktionärsstruktur berücksichtigen. Viele ehemalige Aktienpakete von Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen befinden sich heute im Streubesitz2. Institutionelle Anleger, zu einem großen Teil aus dem Ausland, halten heute einen Großteil der Aktien.3 Auf den nachfolgenden Seiten erkläre ich die Grundlagen des Investor Relations und des Unternehmenswertes, wie das Investor Relations den Unternehmenswert beeinflusst und welche Informationslücken es versucht zu schließen.

2 Grundlagen

2.1 Grundlagen der Unternehmensbewertung

Die Teilnehmer des Kapitalmarktes bestimmen unter dem Zusammenspiel verschiedenster Determinanten den Wert eines Unternehmens. Voraussetzung für eine zielgerichtete Kommunikation ist daher zu wissen, auf welche Art und Weise die financial community über den Unternehmenswert entscheidet. Nur dann können Unternehmen mit Hilfe des Investor Relations die Informationsströme zielgruppengerecht steuern.4 Die drei häufigsten Bewertungsanlässe sind: Unternehmenskauf/ -verkauf (43%), Aufnahme/ Ausscheiden von Gesellschaftern (27%), Erbschaften (9%).5 Um den Unternehmenswert rechnerisch zu ermitteln, werden primär folgende Bewertungsverfahren angewandt.

- Einzelbewertungsverfahren: Liquidationswert, Rekonstruktionswert

- Gesamtbewertungsverfahren: Ertragswert, Discounted Cashflow.

Einzelbewertungsverfahren

Bei dem Einzelbewertungsverfahren findet eine isolierte Bewertung des Vermögens und der Schulden statt, die subtrahiert den Substanzwert ergeben.6

Liquidationswert: Der Liquidationswert wird angewandt, wenn ein Unternehmen zerschlagen und nicht fortgeführt werden soll. Alle einzeln veräußerbaren Vermögensgegenstände werden hierzu separat bewertet und mit den zu bedeckenden Schulden subtrahiert. Grundlage hierfür ist die Bilanz und das Inventar.7 Der Liquidationswert ist somit die Untergrenze für den Unternehmenswert.

„In der Regel wird dieser nicht unter den Bewertungsverfahren eingereiht, da keine Fortführung der Unternehmung unterstellt wird.“8

Rekonstruktionswert

Der Rekonstruktionswert geht bei der Ermittlung des Unternehmenswertes entgegen des Liquidationswertes von der Fortführung bzw. von der Fiktion des „Nachbaus“ aus.9 Grundlage ist wie bei dem Liquidationsverfahren die Bilanz und das Inventar. Der Wiederbeschaffungswert des betriebsnotwendigen Kapitals addiert mit dem Verkaufswert des nicht betriebsnotwendigen Kapitals abzüglich der Schulden ergibt den Substanzwert/ Rekonstruktionswert.10

Gesamtbewertungsverfahren

Entgegen dem Einzelbewertungsverfahren wird beim Gesamtbewertungsverfahren der Wert nicht als Saldo aus den einzelnen Aktiva und Passiva berechnet, sondern die aus der zukünftigen Nutzung aller Aktiva und Passiva resultierenden gesamten finanziellen Vorteile für den Eigentümer der Wertermittlung zugrundegelegt und diskontiert.11

Ertragswert

Der Ertragswert errechnet sich aus den zukünftigen Erträgen, addiert mit dem Erlös des nicht betriebsnotwendigen Kapitals. Da die zukünftigen Erträge weniger wert sind als heute, müssen die zukünftigen Erträge diskontiert werden.

Discounted Cash-Flow Verfahren

Unter den Discounted Cash-Flow-Verfahren wird das Bruttoverfahren (Entity Ansatz) und das Nettoverfahren (Equity Ansatz) unterschieden. Das Bruttoverfahren ermittelt erst den Wert des Gesamtkapitals („Summe der Marktwerte der Positionen, die alle Financiers am Unternehmen halten“)12, und subtrahiert anschließend den Marktwert des Fremdkapitals.13 Ergebnis ist der Marktwert des Eigenkapitals. Rechenverfahren sind das APV (Adjusted Present Value) und das WACC (Weighted Average Cost of Capital).

Das Nettoverfahren hingegen bestimmt den Wert des Eigenkapitals direkt und entspricht dem Ertragswertverfahren. Die zu erwartenden Cashflows werden daher unmittelbar an die Eigentümer mittels einer risikoäquivalenten Renditeforderung diskontiert und nicht mit dem gewogenen Kapitalkostensatz (WACC).14 Die Discounted Cashflow-Verfahren basieren auf dem Free Cashflow (Annahme der Eigenfinanzierung d.h. Steuervorteile durch eine anteilige Fremdfinanzierung dem sog. Tax Shield werden nicht berücksichtigt) oder dem Total Cashflow (Berücksichtigung des Tax Shield).15 Der WACC als Rechenmöglichkeit um diesen Steuervorteil zu berücksichtigen, unterstellt eine marktwertorientierte Finanzierung (Verhältnis Fremdkapital/ Eigenkapital). Er berücksichtigt die Steuerwirkung von Fremdkapitalzinsen dem sog. Tax Shield bei dem FCF Ansatz im Nenner.16 „Da das Tax Shield den Total Cashflow im Vergleich zum FCF beim WACC Ansatz erhöht, darf es bei den gewogenen Kapitalkosten im TCF Ansatz nicht nochmals zusätzlich berücksichtigt werden.“17 Die Fremdkapitalkosten werden daher im WACC nicht um den Faktor 1-t gemindert (Fremdkapitalkosten vor Steuern).18 Zur Ermittlung der Eigenkapitalkostensätze im WACC wird das CAPM Verfahren verwendet.19

Formel CAPM: kEK: rf + ß *(rm-rf)

Formel WACC FCF Ansatz: kGK= kEK (EK/GK) + kFK (1-t) (FK/GK)20

Daraus ergibt sich für den Unternehmenswert folgende Formel:21

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Finnancial Community (Investoren, Analysten, Ratingagenturen, Journalisten)

2 Der Streubesitz (engl. Free Float) ist ein prozentualer Wert, der den nicht in fester Hand befindlichen Aktienanteil einer Gesellschaft ausdrückt. Ein geringer Streubesitz kann zur Folge haben, dass kursrelevante Informationen einer Gesellschaft eine deutlich größere Auswirkung auf den Kurs der Aktie haben als bei Gesellschaften mit relativ hohem Streubesitz

3 Vgl. (McKinsey & Company)

4 Vgl. (Victor Porak, 2005 S.29)

5 Vgl. (Wassermann, 2010 S.58)

6 Vgl. (Peemöller, 2002 S. 77)

7 Vgl. (Ballwieser, 2004 S.181)

8 (Wassermann, 2010 S.54)

9 Vgl. (Ballwieser, 2004S.182)

10 Vgl. (Wassermann, 2010 S.55)

11 Vgl. (Ballwieser, 2004S. 9)

12 (Peemöller, 2002 S. 268)

13 Vgl.(Ballwieser, 2004 S.112)

14 Vgl. (Peemöller, 2002 S. 268)

15 Vgl. (Peemöller, 2002 S. 270)

16 Vgl. (Ballwieser, 2004 S.112)

17 (Ulrich Schacht, 2005 S. 203)

18 Vgl. (Ulrich Schacht, 2005 S.203)

19 Vgl. (Peemöller, 2002 S.288)

20 (Wassermann, 2010 S.76)

21 (Ulrich Schacht, 2005 S. 219)

Details

Seiten
16
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640889990
ISBN (Buch)
9783640889587
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170215
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
investor relations bedeutung unternehmenswert

Autor

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