Lade Inhalt...

Vespasian als Kaiser

Vespasians Konsolidierungspolitik an ausgewählten Beispielen

Seminararbeit 2010 14 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Themahinführung

3. Die Konsolidierungspolitik Vespasians
3.1 Restrukturierung des Senats
3.2 Neugestaltung des Heeres und der Legionen
3.3 Auswirkung der Steuer- und Finanzpolitik
3.4 Notwendige Investitionen

4. Zusammenfassung

5. Bibliographie

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werde ich die Konsolidierungspolitik des Vespasian an ausgewählten Beispielen untersuchen um festzustellen, inwiefern Kaiser Vespasian das Reich unter seiner Herrschaft militärisch und politisch festigte.

Nach einer kurzen Themenhinführung widme ich mich zunächst der Restrukturierung des römischen Senats durch Vespasian und betrachte hierzu die Senatserweiterungen etwas genauer. Insbesondere stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, weshalb der Kaiser in der Senatsbesetzung vom republikanischen Ideal abkam. Danach beschäftige ich mich mit der massiven Umgestaltung des Heereswesens unter Vespasian und greife dabei auch die historische Kontroverse nach den Gründen der Provinzialisierung des Heeres auf. Daneben wird die Politik der Grenzsicherung und der damit verbundenen Sicherheit und Stabilität im Reichsinnern näher beleuchtet. Im Anschluss daran soll die Steuer- und Finanzpolitik Vespasians erläutert und ihr Einfluss auf die Konsolidierung des Imperiums dargelegt werden. Schließlich werden die Investitionen des Kaisers in den Senatorenstand, notleidende Städte und Künstler genauer betrachtet und auf Notwendigkeit hin überprüft.

Auf dem historischen Fachgebiet der Flavier ist Stefan Pfeiffer mit seiner veröffentlichten Literatur eine Koryphäe, weshalb ich mich an seinem Werk „Die Zeit der Flavier: Vespasian, Titus, Domitian“ unter Verwendung kritischer Alternativliteraur größtenteils orientiert habe. Die entsprechende Auflistung ist im Literaturverzeichnis einsehbar.

Das Thema „Vespasian als Kaiser“ habe ich deshalb ausgewählt, da durch das entsprechende Referat einerseits eine solide Grundbasis an Wissen vorhanden war, andererseits aber erst hierdurch ein erhöhtes Interesse nach Vertiefung der Thematik geweckt wurde.

2. Themahinführung

Kaiser Vespasian stand nach dem Sieg gegen Vittelius und der Legitimation seiner Herrschaft durch religiöse (die Gottheit Sarapis sorgte für die „gloria“) und politische (Mün­zen mit der Umschrift „Auf die Eroberung Judäas" kamen in Umlauf) Maßnahmen vor einer Reihe zu bewältigender Aufgaben. Dazu gehörten vor allem die (Neu-)Strukturierung des Heeres, des Senats, der Steuerpolitik sowie nötige Investitionen in Kultur und Städte. Im Folgenden sollen diese vier Aspekte jeweils gesondert untersucht werden um aufzuzeigen, auf welche Weise Vespasian das Reich unter seiner Herrschaft konsolidierte. Da in seiner Politik oftmals Parallelen zu August erkennbar sind, sollen dabei auch an geeigneter Stelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur augusteischen Politik dargelegt und ermittelt werden. Der römische Schriftsteller Gaius Suetonius Tranquillus (70 bis 130–140 n. Chr.), allgemein Sueton genannt, liefert uns hierzu eine Reihe von Informationen und Beschreibungen, die von vielen neuzeitlichen Autoren aufgegriffen wurden und so in zahlreichen Sekundärliteraturen Einzug fanden.

3. Die Konsolidierungspolitik Vespasians

3.1 Restrukturierung des Senats

Als Mitglied des Senatorenstandes war Vespasian befugt, das Amt eines römischen Konsuls zu bekleiden. Zwar hatte Augustus dieses Amt im Jahr 23 v. Chr. - als seine Herrschaft bereits unanfechtbar gewesen und somit unangreifbar für Kontrahenten war - wieder für alle Senatoren zugänglich gemacht. Dennoch trat Vespasian dieses Amt kontinuierlich an und brach somit den augusteischen Brauch. Pfeiffer führt in diesem Zusammenhang als möglichen Grund die Herkunft des Vespasian an – womöglich wollte er durch das Amt des römischen Konsuls eine höhere Würde (dignitas) erlangen, hatte er doch keine senatorische Familientradition aufzuweisen. Zudem hatte er als Konsul einfacheren und direk­teren Zugriff auf das Senatsgeschehen.[1]

Vespasian zeigte aber auch sonst erhebliches Interesse am Senat. So ließ er diesen zwei Mal erweitern und reformieren. Schon als Usurpator im Jahr 69/70 n. Chr. vollzog er ohne juristische Legitimationsgrundlage die erste Senatserweiterung, um hauptsächlich loyalen Mitstreitern zu honorieren. Dieses gesetzwidrige Vorgehen legitimierte Vespasian später im § 8 der „lex de imperio Vespasiani“.[2]

Die zweite Senatserweiterung erfolgte 73/74 n. Chr. in einem festgelegten Verfahren (lectio senatus), die der Prinzeps ge­meinsam mit Titus im Rahmen der Übernahme des Zensorenamtes vor­nahm.[3]

Da Augustus die letzten großen Senatslesen vollzog, ist dies umso erstaunlicher. Seit der Herrschaftszeit des Tiberius war es nämlich in der Regel üblich geworden, dass der Senat seine Erneuerung eigenmächtig durchführte. Allerdings stand Vespasian hierbei wie einst Augustus vor dem Problem, dass sich einige der Gegner aus der Zeit des Bürgerkriegs in diesem bedeutenden Komitee befanden und diese nach dem Erfolg über Vitellius entfernt werden mussten. Da der Senat nur noch 200 statt 1000 Se­natoren wie bei Augustus umfasste, erhöhte Vespasian die Anzahl der Senatoren, laut Geschichtsschreiber Aurelius Victor (Liber de Caesaribus IX 9), auf 1000. Houston dagegen führt an, dass nur wenige hundert neue Senatoren in den Senat kamen.[4]

In dem Kaiser Vespasian den Senat vornehmlich mit Italikern, Männern aus Spanien und Gal­lien, aber auch mit ehrsamen Anhängern aus dem Osten - und eben nicht mit bedeutsamen Persönlichkeiten aus Rom – aufstockte, wandte er sich vom republikanischen Ideal ab. Auch hier sind sich die Historiker über die Gründe uneins. Einerseits könnte Vespasian damit loyale Mitstreiter belohnt haben, andererseits hätte es auch eine Maßnahme zur repräsentativeren Senatszusammensetzung sein können. Dem französischen Historiker Devreker scheint in diesem Zusammenhang möglich, „dass etwa ein Drittel der Senatoren provinzialer Herkunft“ waren, wohingegen Hammond „von 20% aus[geht]“.[5]

Diese neu einberufenen Senatoren waren es dann auch, die letztlich die wichtigsten Ämter besetzten und deren Erben später auf Familien zurückblickten, die erst durch Vespasian in den Senatorenstand berufen wurden. Hierzu gehören etwa M. Ulpius Traianus (Vater des späteren Kaisers Trajan) oder der Schriftsteller Sex. lulius Frontinus ebenso wie die späteren Kaiser Hadrian, Antoni­nus Pius und Marc Aurel.

[...]


[1] Pfeiffer, Stefan, Die Zeit der Flavier. Vespasian, Titus, Domitian, Darmstadt 2009, S. 22.

[2] Pabst, Angela, Comitia imperii. Ideelle Grundlagen des römischen Kaisertums, Darmstadt 1997, S. 26.

[3] Kunkel, Wolfgang / Schermaier, Josef, Römische Rechtsgeschichte, Stuttgart 14. Aufl. 2008, S. 24f.

[4] Birk, Giselher, Der Wandel der Römischen Führungsschicht unter Vespasian, Tübingen 1967, S. 49f.

[5] Pfeiffer, Die Zeit der Flavier, S. 23.

Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640889167
ISBN (Buch)
9783640889495
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170199
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Historisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
Vespasian Kaiser Hausarbeit

Autor

Zurück

Titel: Vespasian als Kaiser