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Nachhaltigkeit – ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung

E.ON und der Energiemix 2020

von Christian Maniewski (Autor) Norman Blaß (Autor)

Seminararbeit 2009 32 Seiten

Energiewissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. ÜberblicküberdenE.ONKonzern
Geschäftsfeld und Struktur der E.ON AG
MarketUnitCentral Europe: E.ON Energie AG

2. Erneuerbare Energien
Überblick und Beschreibung der erneuerbare Energie
E.ON Climate & Renewables
Das EEG und dessen Bedeutung für E.ON

3. E.ON und Kernenergie
Aktuelle Situation
Energie aus dem Atom
Sicherheit und Lagerung von Atommüll
Zukunft der Kernenergie

4. Szenarioanalyse
Annahmen der Szenarioanalyse
4.1.1. ZentraleAnnahmen
4.1.2. Stromgestehungskosten
4.1.3. Laufzeiten
4.1.4. Stromoutput der Kraftwerke
4.1.5. Wasserkraft
4.1.6. Bestehende Erneuerbare Energien
4.1.7. Technische Realisierbarkeit
4.1.8. Neubau von Kraftwerken
4.1.9. C02Emissionen
4.1.10. Benötigte Flächefür Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien
Kraftwerkspark 2007
Szenario A
4.1.11. Ausgangssituation
4.1.12. NeuerKraftwerkspark EE
4.1.13. Ökonomische Betrachtung
4.1.14. Ökologische Betrachtung
Szenario B
4.1.15. Ausgangssituation
4.1.16. NeuerKraftwerkspark EE
4.1.17. Ökonomische Betrachtung
4.1.18. Ökologische Betrachtung
Szenario C
4.1.19. Ausgangssituation und neuer Kraftwerkspark
4.1.20. Ökologische Betrachtung

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Der deutsche Energiemarkt wird im Wesentlichen von vier großen Konzernen bestimmt, die ständig präsent sind; sei es in Fernsehwerbungen oder Diskussionen, welcher Anbieter jetzt doch der günstigste sei. Aber wie arbeitet ein solches Unternehmen? Wie verhält es sich in den wichtigen und zukunftsbestimmenden Debatten über den Wegfall der Kernenergie, das möglichst baldige Abschaffen der „Klimakiller“ Stein- und Braunkohle sowie die Einbindung der erneuerbaren Energien in den Energiemix. Wie reagiert ein Energieversorger auf Gesetze und Verordnungen, die die Energieerzeugung reglementieren? Inwieweit ist ein nachhaltiger Energiemix, ökonomisch sowie ökologisch, in Deutschland möglich?

Diese Fragen sind Kern dieser Seminararbeit. Als Beispiel für einen großen Energiekonzern wird die E.ON AG betrachtet. Nach einer Einführung in das Thema und einem Überblick über den Konzern beginnt eine Szenario- Analyse, in der drei interessante Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie E.ON seinen Energiemix im Jahr 2020, also in naher Zukunft, gestalten könnten.

Szenario A geht davon aus, dass laut dem sog. „Erneuerbare Energien Gesetz“ im Jahre 2020 dreißig Prozent des eingespeisten Stroms aus erneuerbarer Energie zu gewinnen sind.

In Szenario B werden sollen alle Kernkraftwerke von E.ON vom Netz genommen und gänzlich durch erneuerbare Energien ersetzt werden.

Szenario C beschreibt, wie E.ON sich verhalten würde, wenn man frei am Markt agieren könnte, folglich nur rein wirtschaftliche Ziele verfolgen würde.

Es wird lediglich eine Kostenanalyse durchgeführt, da die Unterschiede dadurch klar aufgezeigt werden können, ohne die Berechnungen durch weitere Annahmen zu erschweren oder durch falsche Preisprognosen zu verfälschen. In jedem Szenario werden die auf E.ON zukommenden Kosten und die Kohlenstoffdioxidemissionen aufgezeigt.

In den Szenarien A und B soll zusätzlich beschrieben werden, wie viel Landfläche am Beispiel von Wind, fester Biomasse und Solar-Parabolrinnen durch erneuerbare Energien in Anspruch genommen wird, um zu zeigen, wie sich das Landschaftsbild in Deutschland deutlich und in kurzer Zeit verändern kann.

1. Überblick über den E.ON Konzern

In diesem Abschnitt wird die E.ON AG[1] vorgestellt. Die für die Seminararbeit wichtige Market Unit Central Europe wird dabei gesondert betrachtet.

Geschäftsfeld und Struktur der E.ON AG

Sowohl im Strom- als auch im Gasmarkt verfolgt E.ON ein integriertes Geschäftsmodell - von der Produktion über die Verteilung bis hin zum Vertrieb. E.ONist im Juni 2000 aus der Fusion der deutschen Industrieunternehmen VEBA[2] und VIAG[3] entstanden. Bereits kurz nach der Fusion fokussierte E.ON das Energiegeschäft. Das Geschäft von E.ON ist in zehn Market Units gegliedert. Es gibt acht geographische Market Units, die die jeweiligen operativen Geschäfte in ihren Gebieten übernehmen. Diese lauten: Central Europe[4], Pan-European Gas[5], UK, Nordic, US-Midwest, Russia, Italy und Spain. Zu diesen kommen noch die Market Unit Energy Trading, welche die europäischen Handelsaktivitäten für Strom, Gas, Kohle, Öl und CO2-Zertifikate vereint, sowie die Market Unit Climate & Renewables, welche weltweit für die Aktivitäten des E.ON-Konzerns im Bereich erneuerbare Energien und Klimaschutz verantwortlich ist[6]. Geführt werden die Market Units von dem Corparate Center mit Sitz in Düsseldorf. Zu dessen Hauptaufgaben zählen die strategische Weiterentwicklung, Finanzierungspolitik und -maßnahmen, die marktübergreifendene Steuerung des Gesamtgeschäfts, das Risikomangement und die laufende Optimierung des Portfolios der E.ON AG.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: E.ON Konzern in Zahlen

Market Unit Central Europe: E.ON Energie AG

Die E.ON Energie AG mit Sitz in München ist die Führungsgesellschaft der Market Unit Central Europe und innerhalb des E.ON Konzerns für Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Vertrieb von Strom zuständig. Auf dem Strommarkt ist E.ON in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, der Tscheschien Republik, der Slowakei, Ungarn, Rumanien, Bulgarien, der Türkei und der Schweiz tätig und versorgt rund 17 Mio. Kunden, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Für diese Arbeit sind ausschließlich die Aktivitäten von E.ON Deutschland relevant. In Deutschland wurden 2007 123.978 GWh an elektrischer Energie produziert, was circa 92% der gesamten Stromerzeugung[7] der E.ON Energie AG entspricht. Hierfür wird vorallem Energie aus Kernkraftwerken, (62.214 GWh), und Steinkohlekraftwerken(35.921 GWh) gewonnen. Hinzu kommen Wasserkraft mit 7.232 GWh, Braunkohle mit 8.435 GWh sowie Gas und Öl mit 5.568 GWh. Als oberste Priorität bei der Stromerzeugung führt E.ON an, dass ihr Energiemix versorgungssicher, klima- und umweltfreundlich sowie bezahlbar ist. Obwohl die erneuerbaren Energien stetig ausgebaut werden sollen, kann auf Grund der Versorgungssicherheit und der Kosten langfristig nicht auf konventionelle Kraftwerke verzichtet werden. Deshalb treibt E.ON die Forschung und Entwicklung von klimafreundlichen und effizienteren Kraftwerken, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, an. Zu diesen Projekten zählt das Hocheffizienzkraftwerk[8] in Antwerpen/Belgien. Ebenfalls werden bereits Müllverbrennungsanlagen (1.324 GWh) und Kraft-Wärme-Kopplungs[9] (KWK)Kraftwerke (1.466 GWh) zur Stromerzeugung genutzt. Wichtig für diese Arbeit ist die E.ON Kraftwerke GmbH (eingegliedert in die E.ON Energie AG), die für die Energieerzeugung zuständig ist und der alle Kraftwerksanteile gehören. Der Umsatz dieses Unternehmens betrug im Jahr 2008 4.062,800 Mio. €.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Energieoutput E.ON Energie Deutschland 2007

2. Erneuerbare Energien

In diesem Abschnitt wird der Begriff der emeuerbaren Energie eingeführt und die verschiedenen Arten kurz beschrieben. Die Market Unit E.ON Climate & Renewables wird vorgestellt, welches eigen für das Vorantreiben der Strom- und Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien gegründet wurde. Ebenfalls werden die für E.ON signifikanten Beschlüsse des EEG[10] aufgezeigt.

Überblick und Beschreibung der erneuerbare Energie

Erneuerbare Energien beschreiben all diejenigen Formen der Energiegewinnung, die nicht auf der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Kohle oder Erdgas und ebenfalls nicht auf technisch erwirkten Kernzerfallsprozessen beruhen. Sie werden aus nachhaltigen, sich selbst erneuenden Quellen gewonnen. In menschlichen Zeiträumen betrachtet stellen sie ein unerschöpfliches Reservoir dar, im Gegensatz zu den begrenzten Vorkommen an fossilen und nuklearen Energieträgern. Der Mensch kann sich die aus der Sonneeinstrahlung auf der Erde entstehenden Energieströme auf verschiedene Arten zu Nutze machen[11].

Windenergie

Die durch Sonneneinstrahlung entstehenden Tief- und Hochdruckgebiete führen zu einer Konvektion der Luft, dem Wind. Windkraftanlagen können die kinetische Energie des Windes in elektrische umwandeln. Vor allem auf dem Meer stellt diese Form der Stromerzeugung eine sehr gute Alternative zu den konventionellen Verfahren dar. Deutschland ist Vorreiter der Windenergie und hat mit 18.428 MW[12] rund 40 Prozent der weltweiten Windkraftleistung installiert[13].

Verbrennung von Biomasse

Unter Biomasse oder biogenen Festbrennstoffen bezeichnet man einerseits Rückstände aus Industrie und Forstwirtschaft, andererseits Energiepflanzen wie Kurzumtriebsholz (v.a. Pappeln und Weiden) oder Getreidepflanzen[14] Ebenfalls kann durch Vergärung bestimmter Biomasse ein methanhaltiges Gas produziert werden, das sogenannte Biogas[15]. Man spricht von dem sog. Kreislauf der Biomasse[16]: Die in der Biomasse gespeicherte Energie wird in Strom, Treibstoff oder Wärme umgewandelt und gibt dabei nur genau so viel Kohlenstoffdioxid ab, wie zuvor durch den Organismus der Pflanze gebunden wurde. Auf der Erde werden jährlich 173 Mrd. Tonnen Biomasse produziert, ein Drittel davon im Meer7.

Solarenergie

Auch die direkte Sonneneinstrahlung kann durch Solarzellen und Fotovoltaikanlagen in Strom und Wärme umgewandelt werden. Diese Systeme müssen jedoch noch weiterentwickelt werden und haben sehr hohe Investitionskosten.

Geothermie

Durch Bohrungen wird versucht, sich die Wärme innerhalb des Erdmantels zu Nutze zu machen, welche auf Restwärme seit der Entstehung der Erde und Kernzefallsprozessen

im Gestein beruht. Diese Verfahren benötigen jedoch ähnlich der Solarenergie noch weitere Forschung und Entwicklung[17].

Wasserkraft

Wasserkraftwerke verwandeln die Strömungsenergie des Wassers in elektrische Energie, indem eine Turbine angetrieben wird welche wiederum einen Generator antreibt[18].

E.ON Climate & Renewables

Die im Januar 2008 gegründete Market Unit E.ON Climate & Renewables verantwortet die weltweite Planung, den Betrieb und den Ausbau aller weltweiten Aktivitäten des E.ON Konzerns auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien und Klimaschutzprojekte im Sinne des Kyoto- Protokolls. Bis 2010 sind Investitionen in Windenergie-, Biomasse- und Solarprojekte mit einem Volumen von 6 Mrd. € geplant[19]. Derzeit verfügt E.ON über eine installierte Kapazität von 1.351 MW aus erneuerbaren Energien, große Pumpspeicherwasserkraftwerke exklusive. Den Hauptanteil der Produktion bilden Onshore-Windkraftanlagen mit 85 Prozent, 6 Prozent fallen auf Offshore-Windanlagen und 5 Prozent aufBiomasse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Portfolio Erneuerbare Energien E.ON Climate & Renewables

Als Langzeitziel hat sich E.ON Climate & Renewables eine Erhöhung der emeuerbaren Energien auf 10 GW bis 2015[20] gesetzt. Dieses Ziel soll ohne die Zurechnung von großen Wasserkraftwerken(2007 mit einer Kapazität von 6 GW)erreicht werden.

In Deutschland erzielt E.ON in Onshore-Windkraftanlagen derzeit an zwölf Standorten 182,6 MW und betreibt zwei Biomasseheizkraftwerke mit einer Leistung von 25 MW, an sechs Standorten Biogasanlagen mit 5,9 MW und an zwei Standorten Biomethananlagen mit 3,3 MW. Mit alpha ventus baut E.ON den ersten deutschen Offshore-Windpark. Dieser befindet sich 45 km vor der Insel Borkum in einer Wassertiefe von etwa 30 Metern und soll 2009 mit 12 Turbinen und einer Leistung von 60 MW seinen Betrieb aufnehmen[21].

[...]


[1] Sämtliche in diesem Abschnitt verwendete Daten sind folgenden Quellen entnommen: E.ON, „Unternehmensbericht 2008,“ Unternehmensbericht, E.ON (2008). E.ON AG, „E.ON Strategy & Key Figures 2008,“ Broschüre, E.ON (2008).

[2] Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG

[3] Vereinigte Industrieunternehmungen AG

[4] Bekannt als E.ON Energie.

[5] Bekannt als E.ON Ruhrgas, einer der größten privaten Erdgasimporteure der Welt.

[6] Genauere Beschreibung der MU Climate & Renewables folgt im Abschnitt 0

[7] 134.531 GWh

[8] Steinkohlekraftwerk mit 46% Wirkungsgrad; durchschnittlich erzielen europäische Steinkohlekraftwerke einen Wirkungsgrad von 36%. Die Produktionsaufnahme ist für 2015 geplant.

[9] Bei Kraft-Wärme-Kopplung wird die bei der Elektrizitätserzeugung entstehende Wärme in einem Heizsytem für Fern- oder Nahwärme genutzt. Vgl. Georg Erdmann und Peter Zweifel, Energieökonomik (Berlin: Springer Verlag, 2008) S. 318f.

[10] Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) (Berlin 15. Oktober 2008).

[11] Vgl. Jürgen Petermann, Sichere Energie im 21. Jahrhundert (Hamburg: Hrsg., 2006),S. 204.

[12] Bezieht sich auf das Jahr 2005.

[13] Vgl. Jürgen Petermann, Sichere Energie im 21. Jahrhundert (Hamburg: Hrsg., 2006),S. 227.

[14] Vgl. Jürgen Petermann, Sichere Energie im 21. Jahrhundert (Hamburg: Hrsg., 2006),S. 255.

[15] Vgl. Georg Erdmann und Peter Zweifel, Energieökonomik (Berlin: Springer Verlag, 2008),S. 222.

[16] Vgl. Jürgen Petermann, Sichere Energie im 21. Jahrhundert (Hamburg: Hrsg., 2006), S. 233.

[17] Vgl. IFM RWTH Aachen, Institut für Markscheidewesen, Bergschäden und Geophysik im Bergbau an der RWTH Aachen, , 2005.

[18] Vgl. Jürgen Petermann, Sichere Energie im 21. Jahrhundert (Hamburg: Hrsg., 2006),S. 245.

[19] Vgl. E.ON, „Unternehmensbericht 2008,“ Unternehmensbericht, E.ON (2008), S. 71.

[20] Sämtliche Daten dieser Seite sind folgender Quelle entnommen: E.ON AG, „E.ON Strategy & Key Figures 2008,“ Broschüre, E.ON (2008), S. 167-173.

[21] Vgl. E.ON, „Unternehmensbericht 2008,“ Unternehmensbericht, E.ON (2008), S. 71.

Details

Seiten
32
Jahr
2009
ISBN (Buch)
9783640890606
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170169
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Lehrstuhl Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure und Naturwissenschaftler
Note
1,3
Schlagworte
nachhaltigkeit verantwortung energiemix

Autoren

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