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Die private Militärbranche - privatized peace-keeping?

Hausarbeit 2008 34 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Leseprobe

Inhalt:

1. Abkurzungsverzeichnis

2. Einleitung und Problemstellung

3. Begriffsbestimmungen
3.1. private Sicherheits- und Militarfirmen (PMC/PSC/PMF)
3.2. Soldner

4. Notwendigkeit der privaten Sicherheits- und Militarfirmen?
4.1. Grunde fur die globale Nachfrage nach privatisierter Sicherheit
4.1.1. Das Ende des Kalten Krieges - the security gap
4.1.2. Der Wandel der Kriegfuhrung
4.1.3. Die Privatisierungsrevolution
4.2. Typologie
4.3. Zusammenfassung

5. Die PMC-Branche und das moderne (humanitare) Volkerrecht
5.1. Die Soldnerproblematik
5.2. Der Status der PMCs in feindseligen Konflikten
5.2.1. Die Angestellten - Handlungen jenseits des Zivilistenstatus
5.2.2. Die Stellung der Unternehmen
5.2.3. Zur Staatenverantwortlichkeit
5.3. Ein Losungsvorschlag - effektive Regulierung

6. Die PMC-Branche der Zukunft - privatized peace-keeping?

7. Literatur und Quellen

1. Abkörzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Einleitung und Problemstellung

Falludscha, Irak - am 31. Marz 2004 hingen an einer Brucke uber dem Euphrat die Leichen von vier verbrannten und bis zur Unkenntlichkeit entstellten und verstummelte Mannern. Selbige befanden sich einen Tag zuvor auf einer bis heute ungeklarten Mission, wurden jedoch in einen Hinterhalt gelockt, von einer immer grower werdenden Menge Einheimischer angegriffen, und unter den Schreien und Jubelrufen hunderter Schaulustiger „niedergemetzelt“. Durch die Medien ging die Bezeichnung „Mogadischu des Irakkriegs“. Doch Bagdad war bereits vor fast einem Jahr gefallen - Mission accomplished[1] - und an der Brucke uber dem Euphrat hingen keine US-Soldaten, sondern vier Mitarbeiter der privaten Militarfirma Blackwater.[2]

Am 5. Januar 2005 reichten die Familien der getoteten Mitarbeiter beim Landgericht von Wake County, North Carolina, gegen Blackwater Klage wegen fahrlassiger Totung ein.[3] Die Verteidigung Blackwaters verwies im Zuge der Verhandlungen auf die Stellung bzgl. der Streitkrafte der USA im Irak: „Die Frage, ob private Dienstleister fur die Verwundung und den Tod von Einsatzkraften im Krieg gerichtlich belangt werden konnen, die Streitkrafte hingegen nicht […]konnte ausschlaggebend dafur sein, ob der Prasident als Oberbefehlshaber kunftig noch in der Lage sein wird, die Gesamtstreitmacht einzusetzen.“[4] Das Gericht, so die Verteidigung, durfe sich mit dem Fall nicht beschaftigen, da dies eine Einmischung in die Funktionsweise der Streitkrafte bedeuten wurde.[5]

Die Firma Blackwater USA[6], mit Sitz in Moyock, North Carolina, steht beispielhaft fur einen komplexen, diversifizierten und relativ jungen Dienstleistungszweig - die private Sicherheits- und Militarbranche. Stellvertretend fur eine ganze Gruppe dieser Dienstleister im Irak[7] offnete die Tatigkeit Blackwaters nun auch die offentliche Sphare fur einen Blick auf die neuen Akteure in (inter)nationalen Konfliktarenen.

Wer sind diese Dienstleister und worin bestehen ihre vermeintlichen Dienstleistungen? Die massenmediale Betrachtung geht von einem einseitigen Bild marodierender Soldnertruppen aus, die aus purem Gewinnstreben und Lust an Gewaltausubung in den kriegerischen

Konflikten der heutigen Zeit „mitmischen“.[8] Doch steckt hinter diesen Privatfirmen weit mehr als das - ein mittlerweile globaler Markt fur nahezu alle militarnahen und militarischen Aufgaben, die bis dato zu den Kernaufgaben staatlicher Sicherheitsgewahrleistung zahlten. Eine Begriffsbestimmung, v.a. die Auseinandersetzung mit der oft postulierten Gleichsetzung mit Soidner(firmen), eine ubersichtsartige Darstellung der Genese der Branche und der Verortung ihrer Nachfragebereiche, gefolgt von der Frage nach ihrer Notwendigkeit im Zuge globaler Sicherheitsbedrohungen sollen Teile des ersten Kapitels dieser Arbeit sein.

Im zweiten Teil sollen die Fragen nach dem Umgang mit den privaten Sicherheits- und Militarfirmen diskutiert werden. Wie in der Anklageschrift der Familienangehorigen der Opfer von Falludscha bereits deutlich wird, ist die rechtliche Stellung dieser Unternehmen, gerade im Hinblick auf ihre Tatigkeit in den sensibelsten Bereichen ehemalig ausschlieRlicher Staatenverantwortlichkeiten, sehr schwer zu fassen.

Zentral steht die Frage im Raum, wie das Volkerrecht mit diesen Akteuren umgehen kann und soll.[9] Welchen Akteurscharakter konnen Firmen sowohl an vorderster Front aber auch in den hinteren Versorgungslinien in kriegerischen Auseinandersetzungen einnehmen? Bleibt das Clausewitzsche Bild des trinitarian war realistisch, welches besagt “[that] it is the government that directs, the army that fights, and the people who suffer"[10] ? Ist es zu erwarten, dass die internationale Gemeinschaft diese Akteure in ihre globalen Konfliktlosungsstrategien einbindet und in naher Zukunft ganze Friedensmissionen von Personen durchgefuhrt werden, die nicht auf den payrolls eines UN-Mitglieds stehen?

3. Begriffsbestimmungen

3.1. PRIVATE SICHERHEITS- UND MiLITARFIRMEN (PMC/PMF/PSC)

Die Bezeichnungen fur die neue private Sicherheits- und Militarbranche divergieren je nach Impetus des Autors.

Doug Brooks unterscheidet dabei PMCs und PSCs[11]. Gemein ist beiden, dass sie militarnahe Dienstleistungen anbieten und meist in Gebieten agieren, in denen ein bewaffneter Konflikt ausgetragen wird.

- Private Military Companies (PMCs) - diese Unternehmen bieten aktiven Service an (z.B. militarisches Training) bis hin zu offensiven Kampfeinsatzen. Sie arbeiten vorrangig im Auftrag von Staaten oder internationalen Organisationen.

- Private Security Companies (PSCs) - diese Unternehmen bieten eher passive Dienstleistungen an, u.a. Schutz von Personen und Einrichtungen. Sie arbeiten haufig fur PMCs.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - PMCs und PSCs nach Doug Brooks

Wie der Abbildung 1 zu entnehmen ist, macht Brooks die Unterscheidung am potentiellen Auftraggeber fest (2,3) und an der relativen Nahe zum Kampfgeschehen. Doch spatestens hier verschwimmt die Grenze.[12]

Auffallig ist, dass v.a. Reprasentanten der Branche im Irak stets auf die Bezeichnung der PSCs verweisen[13]. Der Grund dafur ist in der Prestigefrage zu suchen.

Sicherheitsfirma beinhaltet fur das ungeubte Ohr eine wesentlich positivere Konnotation als M涵rfirma. Es entspricht durchaus einem verstandlichen Trend, dass sich die Unternehmen in ihrer AuRendarstellung als Sicherheitsproduzent verstanden sehen wollen und nicht voranging als bewaffneter Kampfakteur.[14]

Peter Warren Singer hingegen bezeichnet die Akteure der Branche allesamt als PMFs, Privatized Military Firms' Ausschlaggebend ist fUr ihn das Angebot von Dienstleistungen auf dem globalen Markt, die sehr eng mit der Kriegfuhrung zusammenhangen und bis dato im ausschlieRlichen Verantwortungsbereich des Staates lagen. Das Angebotsspektrum reicht dabei von „der Erarbeitung strategischer Plane und nachrichtendienstlicher Operationen bis hin zur Durchfuhrung von Kampfeinsatzen"[15] inkl. „Risikoabschatzung, operative Unterstutzung, militarische Ausbildung und technisches know-how“[16]. Die von Singer unter dem Begriff der PMFs subsumierten Akteure konnen sinngemaR als identisch mit der Gruppe der PMCs angesehen werden, wie sie von den meisten englischsprachigen Autoren benutzt werden[17] [18]. Diese Gleichsetzung erfolgt auch im weiteren Verlauf der Arbeit, so weit nicht explizit auf Unterschiede verwiesen wird.

Zusammenfassend wird von folgender Definition ausgegangen:

Als Private Military Companies werden sowohl regional wie global agierende private Unternehmen bezeichnet, die in einem offenen Markt als Anbieter fur militarische bzw. kriegsnahe Dienstleistungen auf Vertragsbasis auftreten. Diese Dienstleistungen konnen sowohl sehr spezifischer Natur sein aber auch die Bereitstellung ganzer Einheiten inkl. Ausrustung und Wartung beinhalten. Militarisch bzw. kriegsnah sind die Dienstleistungen, die alternativ durch staatliche Akteure erledigt werden mussten (wurden). Angestellte dieser Unternehmen werden im weiteren Verlauf als (security) contractors bezeichnet.

3.2. SOLDNER

Die dokumentierte Historie des Soldnerwesens reicht bis ins altertumliche China, ins antike Rom und nach Griechenland. Eine erste mit der heutigen Zeit vergleichbare Entwicklung bzgl. des Outsorcings von militarischen Dienstleistungen ist im Condotta-System Mitte des 13. Jahrhunderts zu finden, wobei die Vertragspartner (ital. condottieri) anfangs von Kaufmannern und spater auch vom Adel mit den Aufgaben des Schutzes der eigenen Person und der stellvertretenden Prasenz in Kriegen beauftragt wurden.[19] Relevant ist jedoch das moderne Verstandnis des Soldners - eine Legaldefinition findet sich im Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 uber den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I).

Nach Art. 47 Abs. 2[20] gilt als Soldner:

(a) wer an einem Konflikt teilnimmt, welcher nicht seinem nationalen entspricht, hier also nicht sein patriotischen bzw. nationalistisch motivierten Einstellungen zum Kampf veranlassen,
(b) „wer tatsachlich unmittelbar an Feindseligkeiten teilnimmt,“
(c) wer aus finanziellen Interessen am Konflikt teilnimmt,
(d) „wer weder Staatsangehoriger einer am Konflikt beteiligten Partei ist noch in einem von einer am Konflikt beteiligten Partei kontrolliertem Gebiet ansassig ist,“
(e) wer kein Angehoriger der regular beteiligten Streitkrafte ist,
(f) wer nicht von einem anderen Staat „in amtlichem Auftrag“ entsandt worden ist.

In diesem Zusammenhang wurde sich einvernehmlich darauf geeinigt, dass der Soldnerbegriff nur in internationalen Konflikten greift.

Steven Brayton macht den traditionellen Soldner hingegen an drei Punkten fest:

“Three widely accepted criteria define mercenaries: they are foreign to the conflict; they are motivated chiefly by financial gain; and, in some cases, they participate directly in combat.”[21] Dass jedoch mit der spezifisch verlangten, ausschlieRlich finanziellen Motivation des Soldners Probleme auftreten, zeigt sich anhand der franzosischen Fremdenlegion und den britischen Ghurkas, die im Kriegsrecht nicht unter den Soldnerbegriff fallen, da ihre Motivation unklar bzw. nicht rein finanzieller Natur ist und sie nicht uber die Unabhangigkeit verfugen, die fur einen Soldner Grundvoraussetzung ist.[22]

Weitere Normen bzgl. des Soldnerbegri^s finden sich im Art. 1 Abs. 1 der Konvention fur die Ausrottung des Soldnerwesens in Afrika der Organisation der Afrikanischen Union (AU) vom 3.Juli 1977 und im Art. 1 der Internationale Konvention gegen die Rekrutierung, den Gebrauch, die Finanzierung und das Training von Soldnern vom 4. Dezember 1989.

Singer legt einen Sechs-Punkte-Katalog[23] vor, der die grundlegendsten Eigenschaften beschreibt wonach sich ein modernei^[24] Soldner gegenuber anderen Kombattanten abgrenzen lasst:

Staatsangehorigkeit: Soldner sind in der Regel keine Burger oder Bewohner des Landes, in dem sie kampfen.

Unabhangigkeit: Soldner sind durch keine dauerhafte Zugehorigkeit mit irgendwelchen nationalen Streitkraften oder Truppen verbunden; sie haben vielmehr den Status von Angestellten auf Zeit.

Motivation: Soldnern geht es um individuelle und kurzfristige wirtschaftliche Vorteile; sie kampfen nicht fur politische oder religiose Ziele

Rekrutierung: Soldner werden auf verschlungenen und verdeckten Wegen angeworben und bleiben moglichst anonym, um die Gefahr strafrechtlicher Verfolgung zu minimieren. Organisation: Soldnertruppen sind temporare, ad hoc zusammengestellte Gruppen von Einzelkampfern.

Leistungsumfang: Da Soldner immer erst unmittelbar vor Beginn einer Operation rekrutiert werden, beschrankt sich ihre Dienstleistung auf Kampfeinsatze fur den jeweiligen Auftraggeber.

Allgemein geht mit dem Begriff der mercenaries stets ein ablehnendes Verstandnis des handelnden Akteurs einher. „From the perspective of the United Nations, mercenary activity is a violation of the principles of sovereign equality, political independence and the territorial integrity of member states.”[25]

Die Fruchtbarkeit des Soldnerbegriffs fur die Frage nach dem Umgang mit den PMCs wird im zweiten Teil der Arbeit herausgestellt. Vorlaufig wird die These aufgestellt, dass die Angestellten der privaten Sicherheits- und Militarfirmen, wie sie heute agieren, nicht als Soldner im engeren Sinne (nach Art. 47 APGC77[26] ) bezeichnet werden konnen.

4. Notwendigkeit der privaten Sicherheits- und MilitArfirmen?

“For nearly three centuries, the accepted international norm has been that only nation-states should be permitted to fight wars. Not surprisingly, the rise of private military companies in the 1990s - and the possibility that they may view conflict as legitimate business activity - has provoked outrage and prompted calls for them to be outlawed.”[27] Der Markt fur private Sicherheits- und Militarleistungen ist ebenso global wie ausdifferenziert. Ein Geflecht aus Einzelfirmen, Konzernen und kompletten Holdinggesellschaften zieht sich uber den Erdball. Start-Up-Unternehmen treten taglich mit immer neuen Angeboten und Ideen auf die Bildflache - die gesamte Branche etabliert sich immer mehr neben den groRen Finanz-, Guter- und restlichen Dienstleistungsmarkten.

Die Anzahl der Firmen, die unter diesem Begriff subsumiert werden, bewegt sich Schatzungen zufolge im mittleren dreistelligen Bereich.[28] Teile dieses Spektrums sind mittlerweile in Verbanden organisiert, die /nternational Peace Operations Association (IPOA), die Private Security Company Association of /rag (PSCA/) und die British Association of Private Security Companies (BAPSC). Faktisch muss demnach eine gewaltige Nachfrage dafur sorgen, dass Sicherheit mittlerweile eine rentable und notwendige Unternehmensinvestition darstellt. Das dieser Fakt auch in der Praxis bestatigt wird, kann einerseits an den Teils zweistelligen Prozentangaben abgelesen werden, die multinationale Unternehmen in riskanten Gebieten fur die Firmensitzsicherheit aufwenden[29], andererseits jedoch an der einfachen Feststellung, dass die zweitgroRte Beteiligung in der Koalition der Willigen im Irak von privaten Militarfirmen gestellt wird und auf einen US-Soldaten fast ein security contractor kommt.[30] (Verhaltnis private:soldier im zweiten Golfkrieg 1:60 (1992), im Kosovo bereits 1:2)[31] Allein im Irak sind ca. 150 Firmen aktiv, wie sich der Homepage der PSCAI entnehmen lasst.[32]

[...]


[1] George W. Bush am 01.03.2003 auf dem Flugzeugtrager „Abraham Lincoln“

[2] http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-508401,00.html (Zugriff am 21.01.2008); http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Blackwater;art123,2389437 (Zugriff am 22.01.2008); http://www.handelsblatt.com/News/default.aspx?_p=200040&_t=ft&_b=1330118 (Zugriff am 22.01.2008);

Aufstieg der machtigsten Privatar^mee der Welt. Munchen: Kunstmann; Kunstmann A. S.206

[4] Blackwaters Antrag auf Revision, eingereicht am 31 .Oktober 2005; zitiert aus Scahill (2008): S.208

[5] Der Fall endete, kurz bevor Blackwater sich einer gerichtlichen Niederlage gegenuber sah, im Mai 2007 in einem Schlichtungsverfahren unter Ausschluss der Offentlichkeit. Siehe Scahill (2008): S. 211 (Hier auch der Verweis, dass die gerichtlichen Auseinandersetzungen noch nicht beendet sind)

[6] Blackwater wurde 1997 von Erik Prince, einem ehemaligen Angehorigen der Navy Seals gegrundet. Zur Geschichte der Firma siehe: http://www.blackwaterusa.com/company_profile/comp_history.html (letzter Zugriff am 26.02.2008)

[7] Blackwater Worldwide (so die heutige Firmenbezeichnung) ist eines der Mitglieder der non-profit Organisation „Private Security Company Association of Iraq“(PSCAI). Der Direktor der PSCAI Lawrence T. Peter hat jungst im Journal for international Peace Operations, der Quartalszeitschrift der International Peace Operations Association (IPOA), einen Aufsatz uber die Regulierungsmechanismen fur Sicherheitsfirmen im Irak verfasst. (Journal for International Peace Operations, Vol. 6 (May-June 2007), p. 7)

[8] siehe u.a. Report Mainz „US-Privatarmee schie^t mit deutschen Waffen“,Report Mainz, ARD, 18.02.2008

[9] Die Frage ob sich das Volkerrecht mit dieser Problemlage beschaftigen muss, kann im Zuge des Hausarbeitscharakters nicht beantwortet werden. Thesenartig wird hierbei davon ausgegangen, dass die PMC- Branche eine derartige Bedeutung hat, dass sie auch in Zukunft zumindest in den internationalen Konfliktherden eine betrachtliche Rolle spielen wird und somit das Volkerrecht seinen Umgang mit dem Akteur ausdefinieren muss.

[10] Creveld, Martin van (2002): Nuclear Proliferation and the Future of Conflict, New York: Free Press, 1993 p. 20., zitiert aus: Brayton, Steven: Outsorcing War: Mercenaries and the Privatization of Peacekeeping, Journal of international affairs, Spring 2002, 55, no. 2, p. 303f

[11] Brooks, D. (2000). Messiahs or Mercenaries - The Future of International Private Military Services. International Peacekeeping, (4), pp. 129-146.

[12] Dies stellt Brooks auch selbst fest, halt aber der Praktikabilitat wegen an der Unterscheidung fest. „There is obviously some blurring between the two terms, and a number of companies offer services that fit into both categories, but it is helpful to think of PSCs as passive defensive/protective companies with private clients and PMCs as more active military companies that cater to state contracts.”,ebd. p. 129f

[13] Vgl.: Lawrence T. Peter; Peter, L. T. (2007). On Regulations for PSCs Operating in Iraq: Rules for the use of force create a clear framework for PSCs. Journal of International Peace Operations, 6 (May-June), p. 7.

[14] Exemplarisch dafur die Anzeige der Firma Blackwater im Journal for International Peace Operations:

„We live in a world that gets smaller each day. Inescapably,there are clashes between cultures and values systems. Tragedies that went unnoticed and undetected decades ago are now daily brought to the world via network and internet. Now that we are aware of the many atrocities on this earth, those of us who enjoy secure, peaceful, and free lives are called to help share that promise with the world. Through selfless commitment and compassion for all people, Blackwater works to make a difference in the world and provide hope to those who still live in desperate times. (Journal of International Peace Operations, 2 (September-October 2006), p. 2.)

[15] Singer, P. Warren, Singer, P. W., & Siber, K. Heinz. (2006). Die Kriegs-AGs: Ober den Aufstieg derprivaten Militarfirmen (Dt. Erstausg., 1. Aufl.). Frankfurt am Main: Zweitausendeins. S.29

[16] ebd. 29f; eine ahnliche Definition entwickelt er in: Singer, P.W. 2001-2002: Corporate Warriors. The Rise of the Privatized Military Industry and Its Ramifications for International Security, in: International Security 26:3, pp.186­220.

[17] Steven Brayton benutzt teilweise die Bezeichnung Mercenary Companies, die Kernaussage bleibt aber die gleiche. Vgl. Brayton, Steven (2002). Outsorcing War: Mercenaries and the Privatization of Peacekeeping. Journal of international affairs, (55, no. 2),

[18] Exemplarisch sei hier auf die PMC-Definition von Constanze Schimmel verwiesen: „Unter Militarfirmen (engl. Private Military Companies, PMCs) werden Unternehmen verstanden, die privatrechtlich organisiert sind, hauptsachlich an Gewinnmaximierung orientiert sind, aufgrund eines privatrechtlichen Vertrages tatig werden und Militar- und Sicherheitsdienste im weitesten Sinne anbieten." Schimmel, C. (2006): Private Military Companies - im schwarzen Loch des Volker- und Menschrechts? (http://www.menschenrechte.org/beitraege/straflosigkeit/Schimmel_SchwarzesLochVoelkerrecht.pdf, letzter Zugriff am 26.02.2008) _

[19] Zur Geschichte des Soldnerwesens sei verwiesen auf: Singer (2006): Kapitel 2: Privatisierte Kriegfuhrung in der Geschichte, S. 45-76; Thomson, Janice E. (1994): Mercenaries, pirates and sovereigns: state-building and extraterritorial violence in early modern europe, Princeton University Press; Baumann, Reinhard (1994): Landsknechte - ihre Geschichte und Kultur vom spaten Mittelalter bis zum Drei^igjahrigen Krieg, Munchen, Beck; Wallwork, M. Richard D.(2005: Operational implications of private military companies in the global war on terror. Fort Leavenworth, Kansas: U.S. Army Command and General Staff College School of Advanced Military Studies.

[20] (b) und (d) entsprechen dem Originalinhalt, die anderen Punkte wurden eigens zusammengefasst.

[21] Brayton (2002): p. 306

[22] Bosquet, Cedric: Lieber tot als feige - Die nepalesischen Gurkhas sind Gro^britanniens vergessene Soldaten; LE MONDE diplomatique, Ausgabe vom 08.02.2008; Singer (2006): S. 79/81;

[23] Singer (2006): S. 81

[24] Modern steht hier dem Sinn nach fur die Zeit des 19. Jahrhunderts.

[25] Brayton, S. (2002): p. 304

[26] Protocol Additional to the Geneva Conventions of 12 August 1949, and relating to the Protection of Victims of International Armed Conflicts (Protocol 1) (1977) - im Weiteren kurz APGC77

[27] Shearer, D. (1998). Outsourcing war. Foreign Policy, (112), pp. 68-81.

[28] Schneiker, A. (2007). Aus Soldnern werden Geschaftsleute: Die Marketingstrategien privater Militarfirmen. IPG, (4), p. 74 (Hier erfolgt auch der Verweis, dass die Schatzung mit groRen Unsicherheiten verbunden ist, da nicht alle PMCs offiziell registriert sind.)

[29] Als Vorreiter fur die Nachfrage auf staatlicher Seite gelten die USA. So hat das Department of Defense im Jahr 2003 ca. 8% des gesamten Militarhaushaltes fur private Dienstleistungen ausgegeben, rund 30 Mrd. $. (siehe http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,242394,00.html (Zufgriff am 21.02.2008))

[30] Merle, Renae (2006): Census Counts 100,000 Contractors in Iraq, Washington Post, 5. December 2006, (http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2006/12/04/AR2006120401311_pf.html (Zugriff am 01.02.2008)) _

[31] Leander, A. (2004): The Power to Construct International Security: On the Significance of the Emergence of Private Military Companies. Paper (Paper to be presented at the Conference Facets of Power in international Relations session 5 London School of Economics).

[32] http://www.pscai.org/pscmembers.html (Zugriff am 19.02.2008)

Details

Seiten
34
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640885831
ISBN (Buch)
9783640885428
Dateigröße
583 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v170006
Institution / Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,7
Schlagworte
Politikwissenschaft Internationale Beziehungen Private Militärfirmen PMCs PMC Private Sicherheit Privatisierte Sicherheit Private Sicherheitsfirmen Blackwater Clausewitz

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