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Massenvernichtungswaffen- eine neue Dimension des Terrors?

Hausarbeit 2003 23 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Was versteht man unter „Terrorismus“ ?
2.1 Konventioneller und unkonventioneller Terrorismus
2.2 Wandel des Terrorismus

3. Massenvernichtungswaffen- eine Alternative zu konventionellen Waffen?
3.1 Beschaffungsmöglichkeiten von Massen- vernichtungswaffen
3.2 Die Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes
3.3 Die Rolle der Medien
3.4 Terrororganisationen und ihre Position zu Massen- vernichtungswaffen

4. Massenvernichtungswaffen
4.1 Atomare Waffen
4.2 Biologische Waffen
4.3 Chemische Waffen

5. Fazit

6. Anlage

7. Literaturnachweis

1. Einleitung

Anlässlich der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und auf das amerikanische Verteidigungsministerium in Washington am 11. September 2001, stellen sich nunmehr zwei zentrale Fragen: War dieser unvorhersehbare und brutale Terroranschlag, der mehr als 2.000 Menschen das Leben kostete, eine einmalige Tat oder werden in Zukunft weitere Attentate dieser Art und mit diesem Ausmaß folgen?

Zwar erfolgte der Angriff durch Linienflugzeuge, welche dem konventionellen Terrorismus zugeordnet werden, aber dennoch durch seine ernorme Grausamkeit einer neuen Dimension von Terrorismus zugeordnet werden könnte.

Nachdem bekannt wurde, dass der mutmaßliche Selbstmordattentäter und Flugzeugführer Mohammed Atta, zuvor landwirtschaftliche Sprühflugzeuge ausgekundschaftet haben soll und angeblich versuchte, im Ausland Bakterien zu kaufen, hatte sich schnell die Angst vor möglichen Angriffen mit biologischen und chemischen Kampfstoffen verbreitet. Durch die Milzbrandanschläge wurde die westliche Welt zunehmend für dieses Thema sensibilisiert.

Das gegenwärtigen Geschehen im Irak- Konflikt zeigt eine außerordentliche Brisanz des Thema „Massenvernichtungswaffen“. Die Beweise des amerikanischen Außenministers Colin Powell, welcher im Januar dieses Jahres in seinem Bericht vor dem Weltsicherheitsrat vorlegte und beinhaltete, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen und unterstütze terroristische Vereinigungen, konnte durch die UN- Waffeninspekteure noch nicht bestätigt werden. So suchen die Inspekteure anlässlich der Resolution 1441 unter Leitung von Hans Blix weiter nach handfesten Indizien, die belegen, dass der Irak immer noch über Massenvernichtungswaffen und Trägerstoffe verfügt. Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges rückt jedoch zunehmend in der Vordergrund.

Meine Hausarbeit beschäftigt sich anlässlich der aktuellen und vergangenen Ereignisse der letzten Jahre mit dem Aspekt, ob Massenvernichtungswaffen eine Alternative zu konventionellen Waffen darstellen.

Sie ist daher in folgende Punkte gegliedert:

Punkt 2 dient als Einleitung in das Thema. Es wird zum einen eine Definition von Terrorismus gegeben und zum anderen werden potentielle Täterkreise und ihre Ziele benannt werden.

Die Kapitel 2.1 und 2.2 sollen als Vertiefung des ersten Punktes gelten, wobei eine Gegenüberstellung des konventionellen und des unkonventionellen Terrorismus erfolgt und der Wandel des Terrorismus beleuchtet wird.

Der dritte Punkt bildet den Schwerpunkt meiner Hausarbeit. Hier werde ich insbesondere auf die Beschaffungsmöglichkeiten, sowie die Herstellung von Massenvernichtungswaffen eingehen und möchte klären, welche terroristischen Organisationen für den Gebrauch von Massenvernichtungswaffen in Frage kommen. Auch wird die Rolle der Medien in Bezug auf den Terrorismus thematisiert werden.

Das Kapitel 4 gibt zur Verdeutlichung der vorangegangenen Aspekte einen Überblick über A- B- C- Waffen.

Punkt 5 enthält das Resümee meiner Arbeit.

2- Was versteht man unter „Terrorismus“ ?

Nach einer allgemeinen Definition versteht man unter dem Begriff „Terrorismus“ die Androhung oder Anwendung von Gewalt.

Es wird zwischen zwei Zielen von Terrorismus unterschieden:

Terrorismus kann zum einen zur Beseitigung einer Fremdherrschaft dienen, dass heißt vielmehr zum Sturz eines Regimes und damit einer Veränderung einer politischen oder gesellschaftlichen Ordnung. Diese Art von Terrorismus wir auch als „revolutionärer Terrorismus“ bezeichnet.

Zum anderen wird durch die Ausübung von Terrorismus die Erringung oder Wiedergewinnung nationaler Selbstständigkeit bezweckt. Diese Form gilt auch als sogenannter „nationaler Terrorismus“, wobei vorwiegend ethische oder politische Minderheiten die Forderung nach Autonomie oder einem eigenem Staat geltend machen.

Auch wird zwischen verschiedenen terroristischen Vereinigungen unterschieden. Die wichtigsten Gruppierungen und ihre Motive werden im folgenden kurz benannt.

Terrorismus kann von nationalistisch- separatistischen Gruppierungen ausgehen, wie zum Beispiel von der sogenannten IRA, der „Irish Republican Army“ oder der baskische ETA. Im Mittelpunkt dieser Vereinigungen stehen meist Unabhängigkeits- oder Befreiungskämpfe, wobei die Terroristen vorwiegend Sympathien für ihre Ziele in der Bevölkerung gewinnen wollen.

Weiterhin gibt es religiös- fundamentalistische Gruppierungen. Mit ihren Anschlägen verfolgen sie durch ihren Glauben einen „göttlichen Willen“. Im Vordergrund der Anschläge steht, beispielsweise bei islamistisch- fundamentalistischen Terrororganisationen, wie die „Al- Qaida“ oder die libanesische „Hisbollah“, der Kampf gegen die westliche Welt. Sie machen heute einen Großteil der terroristischen Gruppierungen aus.

Als Beispiel für eine anarchisch- ideologische Vereinigung wäre die ehemalige RAF, die „Rote Armee Fraktion“ zu nennen. Ihre Anschläge richten sich gegen Ordnungsprinzipien. Eine politisch- extremistische Vereinigung wäre zum Beispiel der amerikanische „Ku- Klux- Klan“.

Jedoch können nicht alle terroristischen Organisationen diesen Unterscheidungen zugeordnet werden, denn nicht alle „Kategorien“ können die verschiedenen Ziele und Motive von Terroristen erfassen.

So gibt es ebenfalls terroristische Einzeltäter. Auch bestehen folglich Vereinigungen, die sowohl politische als auch religiöse Ziele verfolgen.

Eine Unterscheidung zwischen den einzelnen terroristischen Vereinigungen kann jedoch trotzdem als sinnvoll angesehen werden, um beispielsweise, anhand dieser Einteilung, auf eine mögliche Verwendung von Massenvernichtungswaffen schließen zu können.

Bevor auf diesen Aspekt unter Punkt 3.4 näher eingegangen wird, soll zur Verdeutlichung zuerst thematisiert werden, aus welchem Grund, Menschen dazu bereit sind, sich einer terroristischen Organisation anzuschließen und terroristischen Ziele zu verfolgen.

Anhand der Terrorismus- Definition gelten Terroristen als Anhänger einer terroristischen Vereinigung, welche die Ansichten und Taten der Organisation teilen.

Die Bereitschaft Gewalt anzuwenden steht hierbei im Vordergrund des terroristischen Handelns. Dieses schließt gleichzeitig die Überzeugung ein, Ziele nicht mit gewaltfreien oder weniger extremen Mittel erreichen zu wollen. Demnach kann die Anwendung von Gewalt als Bruch mit den sozialen Normen einer Gesellschaft bezeichnet werden, die den politischen Gegner beeinflussen soll, zu reagieren. Gewaltanwendung gilt somit als die geeignetste Maßnahme von Terroristen, um erstrebte Ziele zu erreichen.

Zur Erläuterung soll ebenfalls auf mögliche psychologische Ursachen eingegangen werden, die Terroristen veranlasst, Gewalt auszuüben.

In vielen Fällen werden gerade junge Menschen für terroristische Vereinigungen geworben, da ihre Persönlichkeit und ihr politischer Standpunkt noch nicht so gefestigt ist. Auch können terroristische Vereinigungen als Familienersatz und Zufluchtsort dienen, die den Jugendlichen Aufmerksamkeit und Anerkennung schenkt. „Vorbelastungen“, beispielsweise der Tod eines Familienmitgliedes durch einen Anschlag, können ebenfalls einen Auslöser darstellen, Gewaltbereitschaft aus Rache zu zeigen.

Auch „Ewigkeitsverheißungen“, vor allen Dingen bei religiös- fundamentalistischen Gruppierungen, oder der Appell an die Ehre, für ein Ziel einzustehen und ggf. für das Vaterland zu sterben, veranlasst vorwiegend viele junge Menschen, einer Terrororganisation beizutreten. Die Selbstmordattentate in Israel können als Beispiel hierfür dienen.

2.1 Konventioneller und unkonventioneller Terrorismus

Es wird zwischen zwei Durchführungsformen von Terrorismus unterschieden: Zum einen der Terrorismus, welcher mit konventionellen Waffen durchgeführt wird, zum anderen der Terrorismus, welcher durch den Einsatz von unkonventionellen Waffen erfolgt. Diese Art wir auch als sogenannter „Massenvernichtungswaffen- Terrorismus“ bezeichnet. Folgende Tabelle[1] soll einen Überblick über beide Formen geben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Wandel des Terrorismus

Nach statistischen Erkenntnissen erfolgen in unserer heutigen Zeit die meisten Terroranschläge immer noch durch den Gebrauch konventioneller Waffen. Jedoch muss hierbei festgestellt werden, dass circa seit den 1990 Jahren der Terrorismus einen Wandel vollzogen hat und eine neue Dimension von Terrorismus entstanden ist.

So haben sich die Tätergruppen verändert. Beispielsweise ist eine Verdreifachung radikal- fundamentalistischer Bewegungen mit religiösen Motiven bis heute zu beobachten gewesen.[2] Auch werden immer mehr Anschläge terroristischer Vereinigungen, wie bei der „Al- Qaida“, durch sogenannte pseudo- religiöse oder vorgeschobene Begründungen gerechtfertigt, um gerade in der eigenen Bevölkerung Sympathien für ihre Ziele zu gewinnen.

[...]


[1] Hirschmann, Kai; Aus: http://www.bpb.de/publikationen/BEPMBD,0,0,Terrorismus_in_neuen_Dimensionen.html.

[2] Aus: www.gfw-sicherheitspolitik.de/ES00-05HirschmannTerrorismus.htm.

Details

Seiten
23
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638216678
Dateigröße
586 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v16976
Institution / Hochschule
Universität Erfurt – Staatswissenschaftliche Fakultät
Note
1,7
Schlagworte
Massenvernichtungswaffen- Dimension Terrors Krieg Frieden Beziehungen

Autor

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