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Vier Tondichtungen von Max Reger Op. 128

Böcklin-Suite

Hausarbeit 2011 13 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Vergleich der Biographien von Arnold Böcklin und Max Reger
2.1 Leben und Werk

III. Allgemeines zu den Tondichtungen

IV. Geschichtlicher Hintergrund

V. Die Bilder
5.1 Allgemeines
5.2 Bildbeschreibung

VI. Musikalische Analyse
6.1 Allgemeines
6.2 Die Sätze
6.2.1 Erster Satz: „Der geigende Eremit“
6.2.2 Zweiter Satz: „Im Spiel der Wellen“
6.2.3 Dritter Satz: „Die Toteninsel“
6.2.4 Vierter Satz: „Bacchanale“

VII. Fazit

VIII. Bibliographie

I. Einleitung

Die vier Tondichtungen Op. 128 von Max Reger gehören heute eher zu den seltenen zu Gehör kommenden Musikstücken des Komponisten. Das dritte Stück: die „Toteninsel“ zählt dabei noch zu dem Bekanntesten, da es von zahlreichen anderen Komponisten, wie zum Beispiel Sergej Rachmaninow vertont wurde. Reger bezeichnete sein Werk selbst auch als Böcklin-Suite, obwohl eine Zuordnung zu dieser Gattung nicht passend wäre, da eine Suite sich hauptsächlich durch eine Abfolge von Tanzsätzen kennzeichnet. Vielmehr wollte Reger sich wohl dem von Beethoven selbst gesetzten Anspruch der Symphonie, der Hauptgattung des ihm nachfolgenden Jahrhunderts, entziehen. Zudem erschien es plausibel, dass auf eine „ Romantische Suite op. 125 “ eine „Böcklin-Suite“ folgte. Die Symphonie löste sich im Laufe der Epoche der Romantik zunehmend von der tradierten, viersätzigen Symphonie der Klassik ab. So folgen auch die Sätze in den Tondichtungen nicht mehr dem klassischen Schema (schnell: Allegro, langsam: Adagio/ Andante, schnell: Menuett oder Scherzo und schnell: Rondo). Mit dem heute geläufigen Titelwort Tondichtung übernahm Reger eine Bezeichnung von Richard Strauss, den er selbst sehr verehrte.[1]

Was ist jedoch das Spezifische für die Tondichtungen von Reger?

Zum einen bedient er sich zahlreicher Elemente aus der Epoche des Barock, wie zum Beispiel dem Choral. Zum anderen ist seine Musik romantisch emotionsreich und voller Gegensätze in Stimmung und Form. Dementsprechend vergleiche ich die Biographien beider Künstler (Arnold Böcklin und Max Reger), gebe einen Überblick über allgemeine Fakten der Tondichtungen und geschichtliche Hintergründe. Zum besseren Verständnis der Musik erfolgt vor der musikalischen Analyse eine genaue Beschreibung der Bilder.

II. Vergleich der Biographien von Arnold Böcklin und Max Reger

2.1 Leben und Werk

Der Schweizer Maler Arnold Böcklin wurde 1827 in Basel geboren. Böcklin war der Sohn eines Kaufmanns und erhielt in Basel Zeichenunterricht. Der Musiker Max Reger wurde kurze Zeit später, am 19.3.1873 in Brand (bayrische Oberpfalz) geboren. Beide Künstler erfuhren eine kunstakademische Ausbildung. Böcklin studierte ab 1845 in Düsseldorf und Reger in Sondershausen und Wiesbaden, bei dem berühmten Musiktheoretiker Hugo Riemann. Schon im Abgangszeugnis der Kunstakademie Düsseldorf wurde Böcklin als „bedeutendes Talent“ bestätigt. Den Durchbruch ihrer Kunst erlebten Böcklin und Reger in München und wurden zuletzt Hochschullehrer. Böcklin seit 1860 in Weimar und Reger seit 1907 als Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Konservatorium in Leipzig. Das Schaffen Böcklins und Regers mündete in eine Phase reicher Produktion während der letzten Lebensjahre.[2]

Böcklin war zwar Schweizer, verbrachte aber einen Großteil seines Lebens in Italien und setzte sich viel mit der Antike auseinander. Seine Bilder waren sehr beliebt und bildeten die Vorlage für zahlreiche Kompositionen. Zu seinen bedeutenden Werken zählen das Selbstbildnis mit fiedelndem Tod (1872) und die fünf Variationen der Toteninsel (1880–1886). Aber auch durch zahlreiche andere Bilder, wie zum Beispiel „Kentaurenkampf“, „Spiel der Najaden“ oder „Die Pest“ machte er sich einen Namen.
Ihn prägten die negativen Ereignisse seiner Zeit, die auch autobiographisch durch das Sterben vieler von Böcklins Kindern sowie durch das Erleben von Epidemien verursacht worden ist. Dies spiegelt sich auch in seinen Werken wider, in den Kampf, Krieg, Tod, Bedrohung und Einsamkeit zu den Leitmotiven seiner Werke worden. Böcklin zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 19. Jhd. und zudem als Wegbereiter des Surrealismus, einer Kunstrichtung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die die Darstellung des Irrationalen und Unterbewussten thematisiert. Böcklin verstarb 1901 in San Doemenico bei Fiesole, Provinz Florenz.[3]

Reger ist hauptsächlich durch seine zahlreichen Kompositionen für Orgel bekannt, hat jedoch auch in den Bereichen der Kammermusik, Lied-, Chor- und Orchestermusik Bedeutendes geleistet. Nachdem ihn schon 1914 eine Nervenlähmung zwang sein Meininger Dirigentenamt zu verlassen, verstarb er 1916 in Leipzig.[4]

III. Allgemeines zu den Tondichtungen

Die vier Tondichtungen dauern ungefähr 26 Minuten und werden von einer normalen Standartbesetzung gespielt. Diese reicht von Streichern, drei Flöten (die dritte auch Piccolo), zwei Oboen, einem Englisch Horn, zwei Klarinetten, zwei Fagotten, einem Kontrafagott, vier Hörnern, drei Trompeten, drei Posauen, einer Baßtuba, drei Pauken, einer große Trommel, Becken, Triangel, Tam-Tam, zur Harfe. Komponiert wurden die Tondichtungen 1913 und noch im gleichen Jahr am 12.10.1913 in Essen unter der Leitung von Abendroth uraufgeführt.[5] Das Jahr 1913 zeichnet sich auch durch zahlreiche andere geschichtsträchtige Ereignisse aus, wie zum Beispiel die Eröffnung des Völkerschlachtdenkmals am 18.Oktober, die Gründung der Handelsgruppe Aldi in Essen oder die Uraufführung Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ in Paris.[6]

[...]


[1] Vgl. Cadenbach (1992), 160.

[2] Vgl. Cadenbach (1992), 174.

[3] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_B%C3%B6cklin [15.1.2011]

[4] Vgl. Musiklexikon, Brockhaus Riemann (1979), 19 ff.

[5] Vgl. Reger (1958), VIII.

[6] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/1913 [15.1.2011]

Details

Seiten
13
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783640879687
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169581
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,0
Schlagworte
vier tondichtungen reger böcklin-suite

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Titel: Vier Tondichtungen von Max Reger Op. 128