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Die Reise des Bernhard von Breydenbach in das Heilige Land

Hausarbeit 2010 12 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Das Leben des Bernhard von Breydenbach

3. Beginn und Vorbereitung en für die Reise in das Heilige Land

4. Stationen auf der Reise in das Heilige Land

5. Ankunft im Heiligen Land und Weiterreise bis nach Alexandria

6. Die Rückreise über Venedig bis nach Mainz

7. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Reisen prägen und beeinflussen das Leben eines jeden Menschen. Durch das Reisen kann der Mensch über seinen eigenen Tellerrand hinausblicken und andere Kulturen, Traditionen und Bräuche kennenlernen. Des Weiteren ist er in der Lage, sich seine eigene Meinung über Tatsachen und Geschehnisse zu bilden. So begibt sich der Mainzer Domherr Bernhard von Breydenbach mit seinen Gefährten auf seiner Pilgerreise, von 1483 bis 1484, in das Heilige Land, in ihm unbekannte Gefilde.[1] Doch was machten Pilgerreisen zur Zeit des Spätmittelalters überhaupt aus? Diverse Pilger begaben sich auf die lange und beschwerliche Reise, um ihre moralischen und seelischen Zweifel zu zerstreuen. Nichtsdestotrotz ist bei vielen Pilgern auch die Lust, sich auf Reisen zu begeben und dabei originelle Entdeckungen zu machen, eine Motivation. Den Pilgern war somit die Möglichkeit gegeben, fremde und neuartige Dinge zu erforschen und diese aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Auch waren die Pilgerfahrten nicht ganz ungefährlich, denn nicht selten kam es zu bedrohlichen und gefährlichen Momenten. Insofern ist es durchaus ein tollkühnes Unterfangen, sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts zu entschließen, eine Reise in das Heilige Land anzutreten. Auf die Frage, inwiefern eine Reise in das Heilige Land denn bedrohlich sei, antwortet der Herzog Eberhard von Württemberg spöttisch, indem er drei Dinge aufzählt, die für ihn eine Gefahr darstellen könnten: „1. eine Heirat, 2. ein Krieg und 3. eine Pilgerreise“.[2] Im Folgenden möchte ich zunächst näher auf das Leben bzw. die Person Bernhard von Breydenbachs eingehen, bevor ich mich im Detail Breydenbachs Reise in das Heilige Land widme. Dabei stelle ich zunächst die Vorbereitungen und den Beginn der Reise in den Vordergrund. Anschließend befasse ich mich mit den Stationen auf der Reise in das Heilige Land. Der nächste Punkt beinhaltet die Ankunft im Heiligen Land und die weitere Reise, bis nach Alexandria in Ägypten. Abschließend befasse ich mich mit der Rückreise des Mainzer Domherrn, über Venedig zurück nach Mainz.

2. Das Leben des Bernhard von Breydenbach

Das genaue Geburtsdatum des Mainzer Domdekans Bernhard von Breydenbach ist nicht bekannt, es wird jedoch davon ausgegangen, dass dieser das Licht der Welt um 1440 erblickte.[3] Er entstammt dem oberhessichen Rittergeschlecht von Breidenbach zu Breidenstein. Sein Vater war Gerlach der Jüngere und seine Mutter war Lysa Gräfin von Wied. In jungen Jahren besuchte Bernhard um 1450 bereits die Domstiftsschule in Mainz. Im Jahr 1456 immatrikulierte er zu Ostern an der kurmainzischen Universität in Erfurt, wo er nach zwei Jahren des Studiums seinen juristischen Doktortitel erhielt. Einige Jahre später tauchte er 1471 in den Statuten der Dombibliothek von Mainz wieder auf. Dort zeichnete er sich als Angehöriger des Domkapitels aus. Außerdem machte er sich einen Namen in wichtigen Ämtern, wie z.B. dem des Amtmanns im Mainzer Domkapitel in Bingen. Unter dem Erzbischof Diether von Isenburg schaffte es Breydenbach, als Kämmerer, bis an die Spitze des weltlichen Gerichts in Mainz, welches aus ihm, seinem Vertreter und den weltlichen Rittern bestand. Breydenbach genoss außerdem einen ständigen Austausch mit der Mainzer Universität, was er vor allem seinen einflussreichen Stellungen in der Stadt zu verdanken hatte. Von 1483 bis 1484 begab sich Breydenbach mit Erhard Reuwich auf die Reise in das Heilige Land. Als er 1484 zurückehrte begab er sich auf weitere Reisen, die allerdings diplomatische Zwecke erfüllten. Beispielsweise nimmt er am Krönungszug des neugewählten Papstes Innocenz dem VIII., als Repräsentant von Kurmainz teil. In Mainz erhält Breydenbach am 15. November 1484 das Domdekanat. Dies sicherte ihm eine bedeutende Stellung innerhalb des Mainzer Klerus. Des Weiteren ist er Teilnehmer der Krönung des Erzherzogs Maximilian, zum Römischen König im April 1486 in Aachen. Außerdem wird er im Jahr 1495 Zeuge des großen Reichstags in Worms. Bernhard von Breydenbach stirbt am 5. Mai 1497 in Mainz. Die Bestattung findet in der Marienkapelle des Mainzer Doms statt.[4]

[...]


[1] Woldan, E.: B. von (vom) Breidenbach, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 1, München / Zürich 1980, Sp.1991.

[2] Timm, F.: Der Palästina-Pilgerbericht des Bernhard von Breidenbach und die Holzschnitte Erhard Reuwichs : die "Peregrinatio in terram sanctam" (1486) als Propagandainstrument im Mantel der gelehrten Pilgerschrift, Stuttgart 2006, S. 53.

[3] Woldan, E.: B. von (vom) Breidenbach, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 1, München / Zürich 1980, Sp.1991.

[4] Schneider, C.: Die Reise nach Jerusalem : Bernhard von Breydenbachs Wallfahrt ins Heilige Land ; Katalog zur Ausstellung "Die Reise nach Jerusalem - unterwegs im Spätmittelalter", Mainz 1992, S. 11-12.

Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640878048
ISBN (Buch)
9783640878604
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v169418
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,0
Schlagworte
reise bernhard breydenbach heilige land

Autor

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Titel: Die Reise des Bernhard von Breydenbach in das Heilige Land