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Analyse der Medienberichterstattung zum Ingeborg-Bachmann-Preis 2001

Ausarbeitung 2011 46 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Annäherung an die Thematik
2.1. Definition Literaturwettbewerb
2.2. Beschreibung des Preises
2.3. Das Jahr 2001

3. Ausgewählte Medien
3.2. Begründung der Wahl der Medien
3.3. Qualitäts- versus Boulevardjournalismus
Überblick und Beschreibung der Medien Auflage, Lese
- Standard
- Kurier
- Kleine Zeitung
- Neue Kronen Zeitung

Vergleich der Berichterstattung Chronologie
- Häufigkeit der Nennung, Beginn der Berichterstattung
- Diagramm der Berichterstattungshäufigkeit
Quantitativer Vergleich (Häufigkeit)
Qualitativer Vergleich

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Ingeborg-Bachmann-Preis ist ein Literaturwettbewerb im besonderen Sinn. Er ist gekennzeichnet durch die Besonderheit, dass die Preisvergabe live im Fernsehen übertragen wird. Diese Tatsache macht ihn zu einem literarischen Ereignis, da durch die direkte Übertragung des Vortrags der Autoren neben einem ‚Echtzeit‘- Publikum auch ein mediales Publikum via Fernsehübertragung angesprochen wird. Ein sensationelles, wenn geschmacklich auch differentes Beispiel der (möglichen) Nutzung dieser medialen Vortragssituation lieferte Rainald Goetz im Jahr 1983 indem er sich während seines Vortrags selbst mit einer Rasierklinge die Haut auf über seiner Stirn aufschlitzte.

Der Auftritt von sechszehn Autoren, ihr Vortrag und die jeweils anschließende Diskussion einer fachkundigen Jury stellt eine Ausnahme im Literatur(wettbewerbs)betrieb dar, die Ihresgleichen sucht. Dementsprechend zieht der Ingeborg-Bachmann-Preis (IPB) die Aufmerksamkeit der Presse und Medien auf sich.

2. Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist es, die mediale Berichterstattung zum Literaturwettbewerb „Ingeborg-Bachmann-Preis - deutschsprachige Tage der Literatur“ des Jahres 2001 zu untersuchen. Demgemäß soll mit einer Medienanalyse die Presseberichterstattung zur Preisvergabe im Jahr 2001 betrachtet werden. Dafür sollen mittels einem quantitativen und einem qualitativen Vergleich die Berichterstattung zur Preisvergabe in den jeweiligen Medien verglichen werden.

Der Fokus der ausgewählten Medien liegt auf Österreich, sodass die durchgeführte Untersuchung zu einem Vergleich der nationalen Berichterstattung in Printmedien (Tageszeitungen) führen soll.

Handlungsanleitende Fragestellung bildet die Suche nach den Unterschieden in der Berichterstattung. Demnach soll durch die Analyse hinterfragt werden, ob und inwieweit die untersuchten Printmedien ihre Berichterstattung auf inhaltliche Aspekte des Preises beziehen oder ihre Meldungen pro Sensationslust, contra der Kriterien eines qualitativen Journalismus durch von sensationelle Berichte aufmachen.

Demzufolge sucht diese Arbeit mittels der Methoden der medialen Inhaltsanalyse ausgewählte Presseberichte aus dem Jahr 2001 zu analysieren um daraus eine Gegenüberstellung der gewählten Medien herauszuarbeiten.

Auf die Thematik des Literaturwettbewerbs soll mittels der Definition was denn überhaupt einen Literaturwettbewerb ausmache, hingeführt werden. Hierauf folgt die Begründung der Medienwahl, die vom nachfolgenden Versuch einer Kategorisierung (im inhaltlichen und aufmachungstheoretischen Sinn) begrenzt wird. Daraus soll der Vergleich der Medien erarbeitet werden. Nach der Darstellung der angewandten Methoden folgt ein quantitativer und qualitativer Vergleich der Berichte. Dadurch wird neben inhaltlichen Unterschieden auch die Anzahl der Berichte verglichen. Zum Ende der Arbeit hin soll es möglich sein die Frage zu beantworten wie sich die Berichterstattung (der verschiedenen Tageszeitungen) auf das Ansehen und Image des IBP auswirkt bzw. wie der Preis medial dargestellt wird.

Aufgrund der einfacheren Lesbarkeit und des besseren Verständnisses wird nachfolgend auf die weibliche und männliche Doppelform sowie auf den Einsatz von Wortverbindungen mit -Innen verzichtet. Die männliche Form erfasst somit jeweils auch die weibliche Form und umgekehrt.

2. Annäherung an die Thematik

2.1. Definition Literaturwettbewerb

Unter einem Literaturpreis versteht man die Prämierung eines Autors und seines Werks (vgl. Plachta 2008: S.106). „Die Zuerkennung eines Preises an einen Autor basiert auf einem Auswahlprozess, der eine spezifische Form von Literaturkritik ist und auf Satzungen oder Statuten beruht, in denen die inhaltlichen und formalen Kriterien festgeschrieben sind. Vergeben werden Literaturpreise in periodischen Abständen [..] von öffentlichen Institutionen, Akademien, Verbänden, Stiftungen und Unternehmen wie Verlagen, Zeitschriften oder Hörfunk/Fernsehen.“ (ebd.) Laut Plachta lässt sich die Funktion von Literaturpreisen unter drei Gesichtspunkten fassen. Zu diesen zählt Plachta die Förderung bzw. Gestaltung der „literarisch- ästhetischen, kulturpolitischen und weltanschaulichen Auffassung über Literatur“ (ebd. S.107) neben der finanziellen Förderung der Schriftsteller sowie der Öffentlichkeitspräsenz der Trägerorganisation und der damit verbundenen Werbeziele (vgl. ebd.).

2.2. Beschreibung des Preises

Der Ingeborg-Bachmann-Preis, ist ein in Klagenfurt jährlich stattfindender Literaturpreis, der auch als die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ bezeichnet wird. Seit seiner Einführung durch die Gründer Marcel Reich-Ranicki, Ernst Willner und Hubert Fink im Jahr 1977 werden jährlich Autoren prämiert. Die Besonderheit des IBP ist, dass von der Fachjury vorgeschlagene Autoren ihre Texte in dreißig Minuten vor den Juroren und einem Livepublikum vortragen, worauf die Jury über den vorgetragenen Text diskutiert. Die gesamte Veranstaltung wird via österreichischem Rundfunk und 3Sat live im Fernsehen übertragen. Trägerorganisation für den Bachmannpreis ist die Stadt Klagenfurt und der österreichische Rundfunk. Der ORF ist Trägerorganisation, weil Ernst Willner als damaliger Intendant des ORF auf Hubert Finks Vorschlag im Gedenken an die vier Jahre zuvor verstorbene Schriftstellerin Ingeborg Bachmann jährlich eine Prämierung für Literaten in Klagenfurt zu vergeben, einging. Willner griff die Idee auf und inszenierte einen Literaturwettwerb (vgl. www.bachmannpreis.orf.at). Zum Vorbild für das ‚Wettlesen‘ wurde der von der „Gruppe47“ eingeführte öffentliche Vortrag der Werke durch die Autoren selbst. In diesem Zusammenhang muss angemerkt werden, dass Ingeborg Bachmann Mitglied der Gruppe 47 war (vgl. ebd.). Unter der „Gruppe 47“ versteht man einen deutschen Schriftstellerverband. Die Mitglieder trafen sich in der Zeit von 1947 bis 1967 einmal jährlich um gegenseitig ihrer Werke vorzutragen. Im Anschluss wurden Lesung und Werk in einer Debatte kritisiert (vgl. www.uni-ulm.de).

Dem Beispiel der Gruppe 47 folgend, wird in Klagenfurt seit dem Jahr 1977 der Ingeborg-Bachmann-Preis sowie über die Jahre hinzugekommene Auszeichnungen wie der Kelag-Preis, der 3sat-Preis, der Ernst-Willner-Preis (Preis der Jury) und der zuletzt eingeführte Publikumspreis vergeben. Mit den Preisen sind unterschiedliche Preisgelder und Prestiges verbunden (vgl. www.bachmannpreis.orf.at).

2.3. Das Jahr 2001

Die Besonderheit des Bachmannpreises 2001 war, dass es sich um ein Jubiläumsjahr handelte weil der Preis zum fünfundzwanzigsten Mal vergeben wurde. Neben diesem Jubiläum hätte Ingeborg Bachmann im Jahr 2001 ihren 75. Geburtstag gefeiert.

Die Gewinner des 2001 waren:

- Ingeborg-Bachmann-Preis: Michael Lentz (D) mit dem Text „Muttersterben“
- Ernst-Willner-Preis: Antje Rávic Strubel (D) mit dem Text „Das Märchen von der selbst gewählten Entführung“
- Preis der Jury: Jenny Erpenbeck (D) mit dem Text „Sibirien“
- 3sat-Preis: Katrin Askan (D) mit dem Text „Landläufig“ (www.bachmannpreis.orf.at)

3. Ausgewählte Medien

3.1. Begründung der Wahl der Medien

Die analysierten Medien kommen aus dem Raum Österreich. Ausgewählt wurden die auflagenstärksten Tageszeitungen Österreichs. Des Weiteren ist zur Auswahl der Medien zu sagen, dass durch die ausgesuchten Medien versucht werden soll, ein möglichst breites Bild der österreichischen Presselandschaft nachzuzeichnen. Demnach sollen vier österreichische Tageszeitungen miteinander verglichen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Begründung der Wahl der angegebenen Medien kann somit durch ihre Auflagenstärke und damit einhergehenden Verbreitung und Dominanz im österreichischen Presseraum erklärt werden. Somit waren die gewählten Blätter die meistverkauften Tageszeitungen Österreichs im Jahr 2001 (vgl. Presseanalyse Tageszeitungen Österreich 2001 unter www.media-analyse.at1 ). Außerdem lassen sie sich verschiedenen Qualitätskategorien zuordnen. Eine (Medien- und Presse)Kategorisierung dieser Art ist allerdings mit einigen Schwierigkeiten verbunden, wie im folgenden Kapitel gezeigt werden soll.

3.2. Qualitäts- versus Boulevardjournalismus

Die Einschätzung der Qualität eines Blattes kann als schwieriger Bereich bezeichnet werden da weder die Wissenschaft noch Presse- und Medien selbst bis dato klare Definitionen bzw. Einschätzungen über die Qualität von Printmedien entwickeln konnten. Aufgrund dieses Mangels wird die Einschätzung der Qualität von Druckwerken zu einer schwer messbaren Kategorie. Demnach gibt es keine Publikation die die Österreichische Presselandschaft in qualitativ hochwertige sowie journalistisch minderwertigere Medien unterteilt. Des Weiteren wird eingesehen, dass die Einschätzung von Qualität zu einem Gutteil im subjektiven Bereich liegt und demnach Qualität für jeden einzelnen (Leser) durch unterschiedliche Kriterien hergestellt wird. Demzufolge wird in dieser Arbeit die Einsicht vertreten, dass Qualität im Journalismus als relative Größe gesehen werden muss und eine Analyse nur aus einer themenfokussierten Sichtweise auf Medien, Genres oder Berufsverständnisse durchgeführt werden kann (vgl. Rauchenzauner 2008: S.31). Demnach lassen sich Medien nur durch den Vergleich hinsichtlich ihrer journalistischen Qualität einschätzen. D.h. Einschätzungen sind lediglich mittels Kriterien möglich, die die Merkmale der Berichterstattung bzw.

Inhalts- und Layoutgestaltung des Blattes hinterfragen. Zu diesen Kriterien zählen die

- „Wissens- und Sachkompetenz,
- journalistische Kompetenz und Professionalität,
- kommunikative Kompetenz [sowie]
- Selbstverstrauen und Ehrlichkeit“ (ebd.).

Des Weiteren kann die Qualität eines Printmediums durch die Art des Schreibstils und die inhaltliche Komplexität der Berichte betrachtet werden. In diesem Kontext hat Ludwig Reiners ein Analyseschema entwickelt, mit dem er die Verständlichkeit eines Satzes anhand der Satzlängen beschreibt. Reiners Einteilung nach sind Sätze mit bis zu dreizehn Wörtern sehr leicht verständlich, Sätze mit vierzehn bis achtzehn Wörtern leicht verständlich. Solche mit bis zu fünfundzwanzig Einzelwörtern schätzt Reiners als verständlich ein (vgl. Hickethier 1996: S.98f). Ab fünfundzwanzig Wörtern gelten die Sätze als schwer zu lesen und zu verstehen (vgl. ebd.). Der Einsatz dieses Schemas ermöglicht es das grammatikalische Niveau eines Berichts zu analysieren. Weitere Qualitätsmerkmale von Berichten sind die Anschaulichkeit und ein logischer nachvollziehbarer Textaufbau mit klarem rotem Faden. Folglich sind Objektivität, Aktualität, Transparenz, Reflexivität und Originalität der Berichterstattung die qualitativen Kriterien von journalistischen Artikeln (vgl. Rauchenzauner 2008: S.31). Das wichtigste Qualitätskriterium im Journalismus ist Objektivität. Objektivität wird durch Richtigkeit in Form der konsequenten Überprüfung der angegebenen Fakten in der Recherche, Genauigkeit und der klaren Abgrenzung von Kritiken von der persönlichen sowie einer zweiseitigen Darstellung einer Sache realisiert (vgl. ebd). Weitere Qualitätskriterien sind eine klar ersichtliche Trennung zwischen werbefinanzierten und redaktionellen Berichten neben einem breiten Spektrum journalistischer Darstellungsformen. Dementsprechend stellen die redaktionelle Themenwahl und objektiven Inhalt aus verschiedenen Themenfeldern sowie eine dauerhafte Absicherung dieser Richtlinien die Kriterien dar, durch die gleichbleibende, journalistische Qualität erzeugt wird.

Demnach kann der Versuch der Einschätzung der Qualität eines Mediums durch die Analyse von Sprachstil, Berichten und der redaktionellen Aufmachung unternommen werden.

Werden die ausgewählten Medien hinsichtlich der genannten Kriterien hinterfragt, führt dies zur Einschätzung, dass die Medien Standard und Kurier als Qualitätszeitungen bezeichnet werden können. Im Pendant zur den angeführten Medien sollen die (neue) Kronen Zeitung und die Kleine Zeitung, wobei Letztere als Regionalmedium gilt, was jedoch aufgrund ihrer Auflagenstärke und Beliebtheit, sowie durch ihr Erscheinen in mehreren Bundesländern (Steiermark, Kärnten und Osttirol) wettgemacht wird, in dieser Arbeit als Vertreter eines am Boulevardsektor orientierten Journalismus untersucht werden. Diese Zuordnung wird der von Bruck und Stocker getroffenen Einschätzung der neuen Kronen Zeitung als Boulevardmedium abgeleitet (vgl. Bruck/Stocker 1996: S.298ff). Bruck und Stocker nennen Kriterien wie Übertreibung, Exzess und emotionalisierte einseitige (Kurz)Berichte, die mit einem Überfluss an Bildmaterial geschmückt sind, als Kennzeichen für einen Boulevardjournalismus (vgl. ebd.). Demnach sind eine „betont sensationelle Aufmachung, große Überschriften, großflächige Fotos, auffällige Farben und plakative Schlagzeilen“ (Rauchenzauner 2006: S.31) kennzeichnend für den Boulevardjournalismus. Anhand dieser Kriterien werden die Kronen Zeitung und die Kleine Zeitung in dieser Arbeit als Boulevardzeitungen klassifiziert.

Zusammenfassend lässt sich die Wahl der Medien mit der Tatsache begründen, dass aufgrund der angeführten Kriterien der Standard als das hochwertigste Medium beschrieben werden kann. Der Kurier kann ebenso als qualitativ bezeichnet werden, nimmt im Vergleich zum Standard eine qualitativ etwas niedrigere Position ein. Ebenso hat die Kleine Zeitung eine etwas bessere Qualität als die Kronen Zeitung, die beide als Vertreter des österreichischen Boulevardsektors gesehen werden. Mit der Wahl je zweier Qualitäts- und zwei Boulevardmedien soll ein repräsentatives Bild der österreichischen Presselandschaft gezeichnet werden mit dem die nationale Berichterstattung über den IBP des Jahres 2001 beschreibbar wird.

3.3. Beschreibung der Einzelmedien

3.3.1. Der Standard

„Der Standard“ gilt als österreichische liberale Qualitätszeitung, die sich durch ein etabliertes, ausgeprägtes Kulturfeuilleton auszeichnet. Aufgrund der breiten Berichterstattung, vielfältigen, internationalen Themen und langen, hochwertigen Artikel konnte die Tageszeitung „Der Standard“ als erfolgreiche Qualitätszeitung Qualitätsmedium aufgemacht werden. Die Tageszeitung wurde 1988 gegründet und konnte sich vor allem im Online-Zeitungsmarkt als starker Vertreter etablieren (vgl.www.wissenswertes.at; www.standard.at).

3.3.2. Der Kurier

Die Tageszeitung „Der Kurier“ besteht seit der Zeit nach dem ersten Weltkrieg und ist ebenso ein überregionales Printmedium in Österreich. Die Schwerpunktsetzung des Kuriers liegt auf Politik, Sport und Kultur. Der Kurier wurde durch ein Medienkonglomerat mit der Kronen Zeitung im Jahr 1988 zum Unternehmen Mediaprint vereint, wodurch nun die Vermarktung und Steuerung der beider Blätter durch eine Zentralinstanz realisiert wird (vgl. ebd.).

3.3.3. Die (neue) Kronen Zeitung

Die (neue) Kronen Zeitung ist die auflagenstärkste Tageszeitung Österreichs. Das Blatt wurde im Jahr 1900 gegründet, wodurch sich auch die Namensgebung erklärt. Die Kronenzeitung wurde in Kriegszeiten missbraucht und geriet durch Skandale in Verruf wodurch sie stark an Ansehen verlor. Erst mit der Berufung Hans Dichands (ehem. Kurier) als Chefredakteur wurde die Zeitung zum beliebten Medium. Die Kronen Zeitung ist gekennzeichnet durch kurze, einfach formulierte Artikel. Feuilletons sind (Innen)Politik, Chronik, Sport, Kultur und Klatsch (vgl. www.krone.at).

3.3.4. Die kleine Zeitung

Das 1904 gegründete Regionalmedium „Die kleine Zeitung“ will seit seiner Gründung eine Alternative zu den klassischen Wiener Tageszeitungen darstellen. Diese Positioniert wird durch den Fokus auf regionale Themen und dem Erscheinen in drei Bundesländern (Kärnten, Steiermark und Osttirol) realisiert. Daneben berichtet die Kleine Zeitung über das Weltgeschehen und über nationale Ereignisse. Berichterstattungsschwerpunkt bilden gebietsmäßig interessierende Themen (vgl. www.kleinezeitung.at)

4. Untersuchungsmethoden

4.1. Die (mediale) Inhaltsanalyse

Unter der medialen Inhaltsanalyse versteht man eine „empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Mitteilungen; (meist zum Zwecke einer darauf aufbauenden, interpretativen und/oder durch Zusatzkriterien gestützten Inferenz.“ (Früh 2004: S.119)

4.2. Qualitative und quantitative Methoden

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten der Inhaltsanalyse, wobei sich die qualitative Analyse auf die Bedeutung der zu analysierenden Texte bezieht und diese aus ihrem kulturellen und sozialen Zusammenhang hinterfragt. Die quantitative Inhaltsanalyse dient der ordnenden Betrachtung im Sinne eines Vergleichs, indem numerische Faktoren wie Häufigkeiten der Nennung, Länge der Texte bzw. Vergleiche von syntaktischen Merkmalen Ziele sind.

4.2.1. Qualitative Methode

Kriterien einer qualitativen Inhaltsanalyse sind nach Früh die empirische und intersubjektive Nachvollziehbarkeit sowie die systematische, gleichsame Anwendung der Analyse auf den gesamten Text (vgl. ebd. S.25).

„Das Ziel der Inhaltsanalyse ist eine systematische Beschreibung der formalen und/oder inhaltlichen Struktur[en] einer größeren Menge massenmedialer Inhalte, von Artikeln, Sendungen, Programmen etc.“ (Maurer 2006: S.36) Notwendigerweise muss dabei eine Selektion im Sinne einer Beschränkung auf eine Fragestellung stattfinden, die die Analyse sinnhaft macht und bei großen Datenmengen eine Notwendigkeit ist.

4.3. Schritte der medialen Inhaltsanalyse

Die mediale Inhaltsanalyse wird in mehreren Schritten durchgeführt. Dazu gehören erstens die Planung des Forschungsvorhabens sowie die Wahl der zu analysierenden Fragestellung (vgl. ebd. S. 40). Im nächsten Schritt wird die Grundgesamtheit der zu untersuchenden Medientexte festgelegt, wobei eine Unterteilung in verschiedene Kategorien stattfindet (vgl. ebd. S.42). Im gegenwärtigen Fall kann die Operationalisierung als die Festlegung der zu untersuchenden Medien und die damit verbundene Eingrenzung des gesamten (vorhandenen) Pressematerials des Jahres 2001, verstanden werden. Des Weiteren unterscheidet man FORMALE KATEGORIEN (Analyseeinheiten), die Zeitungen inhaltlich bewertbar machen (vgl. ebd. S.44). Sie ermöglichen die Einschätzung von Zeitungen hinsichtlich ihrer Qualität. Daneben gibt es INHALTLICHE KATEGORIEN für die Entwicklung der leitenden Fragestellung und dazu gehörenden Hypothese.

Nach der Festlegung der Datenmengen folgt die Auswertung, zu der die in-Bezug- Setzung der verschiedenen Kategorien und der Vergleich der Kategorien zählen. Dementsprechend werden im vorliegenden Fall die Zeit der Erscheinung und die Art des Trägermediums zueinander in Beziehung gesetzt. Daraufhin folgt der letzte Schritt: die Interpretation der Ergebnisse (vgl. ebd. S.50).

Zur medialen Inhaltsanalyse gehören demnach die Betrachtung der Wortwahl und Lexik, syntaktischer Strukturen, Textsorten und Darstellungsformen, Bauprinzipien und Makrostrukturen von Texten (vgl. Leonhard 1999: S. 215). Außerdem spielen Text-Bild-Zusammenhänge, Aufmachungsformen, Themen- und Inhaltsstrukturen [sowie] Festlegungsstrukturen, strategische und informationspolitische Zusammenhänge“ (ebd.) eine Rolle. Dennoch kann nicht jeder einzelne Bereich für sich gesehen werden sondern muss vielmehr aus einem „typischen journalistischen Verwendungskontext“ (ebd.) betrachtet werden, der der Blattlinie des jeweiligen Mediums unterliegt. Dementsprechend sind „Berichterstattung, Wortwahl, Syntax, Themenauswahl und andere funktionale Erfordernisse eines medialen Beitrags“ (ebd.) systematisch miteinander verzahnt und abhängig von Tradition und Blattlinie des jeweiligen Trägermediums. „Der [..] Sinn jeder Inhaltsanalyse besteht letztlich darin, unter einer bestimmten forschungsleitenden Perspektive Komplexität zu reduzieren. Textmengen werden hinsichtlich theoretisch interessierender Merkmale klassifizierend beschrieben.“ (Früh 2004: S.42)

Daneben spiegelt jeder Bericht die Einschätzung des Journalisten über seine Rezipienten (und deren Wissen- und Wissenslücken).

Hypothese

Nach der Klärung der Schritte der medialen Inhaltsanalyse soll im Folgenden die zentrale Hypothese angeführt werden, um am Ende der Arbeit die Veri- oder Falsifizierung dieser festzulegen.

Somit lautet die forschungsleitende Hypothese:

Die Berichterstattung des Jahres 2001 in qualitativ niedrigerenösterreichischen Tageszeitungen (Boulevardzeitungen) schadet im konkreten Vergleich zu dieser inösterreichischen Qualitätsmedien dem Ansehen und Image des Ingeborg-Bachmann-Preises insofern, dass Boulevardmedien eher ü ber Skandale und Kuriositäten denn ü ber inhaltliche Aspekte berichten.

4.4. Beschreibung der Analysekategorien

- Medium
- Publikationsdatum
- Art der Publikation (Artikel, Anzeige etc.)
- Autor
- Titel

[...]


1 http://www.media nalyse.at/studienPublicPresseTageszeitungTotal.do?year=2001&title=Tageszeitungen&subtitle=Total

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